MMA

UFC Fight Night 62: Demian Maia, Josh Koscheck, Erick Silva

Demian Maia vs. Ryan LaFlare (Foto: Zuffa LLC)

Im Schatten des historischen Maracana-Fußballstadions in Rio de Janeiro, das hierzulande nach dem WM-Finale 2014 in bester Erinnerung verblieben sein dürfte, wird am 21. März einmal mehr das Octagon der UFC aufgebaut. Die 62. Ausgabe ihrer Fight-Night-Serie überzeugt zwar auf dem Papier nicht mit großen Namen, aber das muss ja bekannterweise erst einmal nichts heißen.

Der Event kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der auf ufc.tv ab 5,99 Euro monatlich im Abo erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 21. März, 24 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Sonntag, 22. März, 3 Uhr

Hauptkampf
Eigentlich hätten Urijah Faber und Raphael Assuncao an dieser Stelle zum zweiten Mal aufeinandertreffen sollen, der Kampf musste allerdings verletzungsbedingt abgesagt werden. Stattdessen wird der ungeschlagene New Yorker Ryan LaFlare (11-0) nun die Chance bekommen, nach vier Siegen in der UFC endlich auf der großen Bühne eines Hauptkampfes zu überzeugen, während Demian Maia (19-6) einmal mehr vor seinen heimischen Fans beeindrucken will.

Maia, der das UFC-Mittelgewicht zwischen 2007 und 2009 mit fünf aufeinanderfolgenden Aufgabe-Siegen im Sturm nahm, wechselte nach einigen wechselhaft erfolgreichen Jahren 2012 runter ins Weltergewicht, wo er vier von sechs Kämpfen gewinnen konnte. Fast ein Jahr nach seinem letzten Auftritt wird der Grappling-Experte nun versuchen, einen weiteren Vorstoß an die Spitze der 77-Kilo-Klasse zu starten.

Ryan LaFlare stand ebenfalls seit einem knappen Jahr nicht mehr im Käfig. Ben Alloway, Santiago Ponzinibbio, Court McGee und John Howard konnte der New Yorker zuvor deutlcih besiegen, was an sich natürlich eine beeindruckende Leistung ist. Allerdings hat LaFlare seine Gegner in der UFC alle lediglich nach Punkten geschlagen. Mit anderen Worten: Es gibt über den Globus verteilt recht wenige Fans, die in den vergangenen elf Monaten ungeduldig auf sein Comeback gewartet haben. An diesem Wochenende, das hat LaFlare in den vergangenen Tagen immer wieder betont, will er sich seine verdiente Aufmerksamkeit holen, indem er gegen Maia gewissermaßen zu seinen Wurzeln zurückkehrt – vor seinem UFC-Debüt konnte er jeden seiner sieben Gegner durch (T.)K.o. oder Aufgabe stoppen.

Co-Hauptkampf
Auch der zweite Hauptkampf hätte eigentlich anders aussehen sollen, Ben Saunders musste das interessant aussehende Weltergewichts-Duell mit Erick „Índio“ Silva (17-5-0(9)) jedoch verletzungsbedingt absagen. An seine Stelle ist kurzfristig Josh Koscheck (17-9) getreten, der erst Ende Februar von Jake Ellenberger bei UFC 184 per North-South-Choke Schlafen geschickt wurde. Der letzte Kampf auf dem aktuellen UFC-Vertrag des ehemaligen Titelherausforderers könnte durchaus der letzte des mittlerweile 37-Jährigen sein, immerhin hat der ehemals polarisierende Star nun vier Mal nacheinander verloren.

Was genau Koscheck, der im Laufe seiner Karriere bekannte Namen wie Chris Lytle, Paul Daley oder auch Anthony Johnson besiegen konnte, auf eine derartige Abwärtsspirale geschickt hat, lässt sich nur erahnen. Vielleicht hat der Sport ihn überholt, vielleicht fordert das jahrelange Training seinen Tribut und vielleicht fehlt nach ziemlich genau zehn Jahren in der UFC mittlerweile schlicht die Motivation.

Am Samstag jedenfalls wird er auf einen Mann treffen, der in der UFC ebenfalls mit stark schwankenden Leistungsniveaus zu Kämpfen hatte. Erick Silva sah nach seinen ersten drei Kämpfen wie ein zukünftiger Champion aus, konnte letztendlich seit 2011 aber nur genau jeden zweiten seiner Kämpfe gewinnen. Der Statistik nach zu urteilen, müsste es am Wochenende daher wieder eine Niederlage setzen für den 30-Jährigen aus Vila Velha, der zuletzt mit einem Aufgabe-Sieg gegen Mike Rhodes von einer harten T.K.o.-Niederlage gegen Matt Brown zurückgekommen war.

Geheimtipps
Im ersten Kampf des Vorprogramms wird Federgewicht Godofredo „Pepey“ Castro (11-3) auf Andre „Touchey“ Fili (14-2) treffen. Castro, der es 2012 bis ins Finale der ersten brasilianischen „The Ultimate Fighter“-Staffel schaffte und dort gegen Rony Jason verlor, hatte seitdem wechselhaften Erfolg im Octagon. Nach einem durchwachsenen Jahr 2013, in dem er zwei von drei Kämpfen verlor, legte er anschließend ein astreines Jahr 2014 aufs Parkett. Nachdem er Noad Lahat im März mit einem eingesprungenen Kniestoß auf die Bretter schickte, zwang er im September Dashon Johnson spektakulär via Triangle Armbar aus der Mount zur Aufgabe. Für beide Siege sicherte sich der Brasilianer, der bisher ausschließlich in seinem Heimatland gekämpft hat, Bonus-Schecks für die „Performance of the Night“.

In Rio wird er am Wochenende auf Andre Fili treffen, einen Trainingspartner von T.J. Dillashaw, Urijah Faber u.a. im Team Alpha Male in Kalifornien. Der 24-Jährige verlor bei UFC 172 gegen Max Holloway, konnte in der UFC daneben jedoch Jeremy Larsen und Felipe Arantes besiegen. Angesichts der aggressiven Kampfstile der beiden darf man hier jede Menge Action erwarten.

Außerdem auf dem Programm steht u.a. ein vielversprechender Kampf im Bantamgewicht der Frauen zwischen Amanda „The Lioness“ Nunes (9-4) Shayna „The Queen of Spades“ Baszler (15-9) sowie Drew Dober (15-6), Nick Heins neuer Schwager, der im Leichtgewicht nach seinem Sieg gegen Jamie Varner in einem klassischen Duell Standkämpfer vs. Grappler auf den BJJ-Experten Leandro „Buscape“ Silva (17-2-1) treffen wird.


Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 62: Maia vs. LaFlare
Samstag, 20. März 2015
Ginásio do Maracanazinho in Rio de Janeiro, Brasilien

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Demian Maia vs. Ryan LaFlare
Erick Silva vs. Josh Koscheck
Leonardo Santos vs. Tony Martin
Amanda Nunes vs. Shayna Baszler
Gilbert Burns vs. Alex Oliveira
Godofredo Castro vs. Andre Fili

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Francisco Trinaldo vs. Akbarh Arreola
Kevin Souza vs. Katsunori Kikuno
Leandro Silva vs. Drew Dober
Leonardo Mafra vs. Cain Carrizosa

Jorge de Oliveira vs. Christos Giagos
Bentley Syler vs. Fredy Serrano