MMA

UFC Fight Night 56: St. Preux knockt „Shogun“ in Runde eins aus

Ovince St. Preux nahm den Kampf gegen "Shogun" Rua kurzfristig an und machte das Beste aus dieser Chance. (Foto: Zuffa LLC).

Nach der höchst spektakulären Fight Night in Sydney am Freitag, lag die Messlatte hoch für die Kampfnacht aus Uberlandia, und, um das Fazit vorwegzunehmen – die zehn Kämpfe in Brasilien konnten sie zum Großteil nicht einmal ansatzweise erreichen. Trotz einiger spannungsarmer Duelle gab es jedoch auch Höhepunkte, vor allem Ovince St. Preux schnellen Knockout sowie ein actiongeladenes Duell zwischen Thomas Almeida und Tim Gorman im Vorprogramm.

Mauricio Rua vs. Ovince St. Preux
Gegen vier Uhr morgens brasilianischer Ortszeit war es letztlich Zeit für den Hauptkampf. Lange sollte das kurzfristig zusammengebastelte Duell nicht dauern – ein aggressiv nach vorne stürmender „Shogun“ Rua wurde von einem linken Konterhaken St. Preuxs erwischt, der ihn eine Flugrolle schlagen ließ, die nur der Käfigzaun aufhielt. St. Preux machte das meiste aus dieser Situation und ließ einige Folgeschläge los, die Ringrichter Mario Yamasaki zum Kampfabbruch zwangen. Anschließend hätte man in der Arena wohl eine Stecknadel fallen hören, während „OSP“ frenetisch seinen überraschenden Sieg feierte.

Warlley Alves vs. Alan Jouban
TUF: Brazil 3-Gewinner Warlley Alves verschwendete keine Zeit im Weltergewichts-Co-Hauptkampf gegen Alan Jouban und attackierte seinen Gegner direkt nach Kampfbeginn mit Fäusten und Kicks. Nach wenigen Sekunden fand sich Jouban aus diesem Grund bereits auf dem Rücken wieder – Alves folgte mit Schlägen und setzte zu einem Guillotine Choke an, aus dem Jouban sich jedoch befreien konnte. Von dort an war es dann Jouban, der seinen Gegner unter Druck setzte und den frühen Rückstand auf den Punktrichterzetteln wieder aufholte.

Dieses Bild sollte sich den Rest des Kampfes über fortsetzen – mit Box-Kombinationen und Kicks zum Körper nahm Jouban seinem Gegner systematisch den Wind aus den Segeln, der zwar stets dagegenhielt, letztlich jedoch nicht aktiv genug war, um die Punktrichter zu überzeugen. So schien es zumindest, denn Letztere gaben den Kampf kurz darauf einstimmig an Alves, was sogar von den brasilianischen Zuschauern mit Buh-Rufen kommentiert wurde.

Claudio Silva vs. Leon Edwards
Im Weltergewicht trafen mit Claudio Silva und Leon Edwards zwei in England lebende Kämpfer aufeinander – zu Beginn schien das Kampfende eine Frage der Zeit zu sein, denn Edwards stellte sich schnell als der bei weitem bessere Standkämpfer heraus, konnte einen schon früh müde werdenden Silva jedoch nicht stoppen.

In Runde zwei ging es zunächst noch einseitiger weiter, wobei Silva konditionell völlig fertig wirkte, bis er Edwards scheinbar mit letzter Kraft zu Boden bekam. Dort war von Müdigkeit nichts mehr zu sehen, denn Silva bearbeitete Edwards mit Groundandpound und machte auch gleich in Runde drei so weiter. Gegen Mitte des Durchgangs kam Edwards jedoch wieder auf die Beine und konnte dort bis zum Ende des Kampfes wieder die Oberhand gewinnen.

Dhiego Lima vs. Jorge Oliveira
Ebenfalls im Weltergewicht war TUF 19-Finalist Dhiego Lima auf einer Mission, die Erinnerung an das verlorene Finale gegen Eddie Gordon auszulöschen und konnte dabei auf voller Linie überzeugen. Der kurzfristig eingesprungene Jorge Oliveira weigerte sich trotz diverser ziemlich aussichtsloser Situationen, aufzugeben, und musste sich somit lediglich nach Punkten geschlagen geben, wenn auch ziemlich eindeutig. Das Erfolgsrezept für Lima waren letztlich seine Takedowns und die darauffolgende Kontrolle am Boden, wo Oliveira mehrfach nur haarscharf aus diversen Aufgabegriffen entkommen konnte.

Juliana Lima vs. Nina Ansaroff
Im Strohgewicht nutzte Juliana Lima ihr Ringen, um Nina Ansaroff die meiste Zeit ihres Kampfes über auf dem Boden zu halten. Von dort aus versuchte Ansaroff sich zwar einige Male an diversen Aufgabe-Griffen, konnte Lima damit aber nie wirklich in Gefahr bringen. Auch im Stand schien sie, vermutlich aus Sorge vor dem Takedown, nie wirklich warm zu werden. Nach fünfzehn eher spannungsarmen Minuten wurde Lima schließlich einstimmig zur Siegerin erklärt.

Vorprogramm:

Diego Rivas vs. Rodolfo Rubio
Im letzten Kampf des Vorprogramms trafen zwei Teilnehmer der TUF: Latin America-Staffel aufeinander. Im Gegensatz zu den meisten Duellen während der Reality-Serie stellte sich diese Ansetzung jedoch als wenig spektakulär heraus. Rodolfo Rubio schien sich trotz eines deutlichen Erfahrungsvorteils gegenüber seinem Gegner nie wirklich sicher zu fühlen und öffnete Rivas damit Öffnungen für Treffer im Stand, Takedowns und am Boden für Positionskontrolle. Rivas, auf der anderen Seite, zeigte selten Killerinstinkt und fuhr so nach 15 Minuten einen einstimmigen Punktsieg ein.

Caio Magalhaes vs. Trevor Smith
Magalhaes verschwendete vor heimischem Publikum keine Zeit und startete nach einer sehr kurzen Abtastphase seinen ersten Großangriff, während dem er Trevor Smith in den Clinch nahm, einen Kniestoß an dessen Kinn versenkte und ihn mit Folgeschlägen K.o. schlug. Zwar trafen ein paar dieser Schläge den Hinterkopf von Smith, das Kampfende war zuvor jedoch bereits durch den Kniestoß besiegelt.

Leandro Silva vs. Charlie Brenneman
Charlie Brennemans Strategie in seinem Leichtgewichtskampf gegen Leandro Silva war von vornherein klar, und zu Beginn hatte der „Spaniard“ mit seinem Ringen auch Erfolg, konnte Silva auf den Boden bringen und sich kurzzeitig die Oberlage sichern. Dieser nutzte jedoch eine kurze Unachtsamkeit Brennemans aus und sicherte sich dessen Rücken, von wo aus er zum kampfentscheidenden Rear Naked Choke ansetzte.

Thomas Almeida vs. Tim Gorman
Thomas Almeida gilt als eines der vielversprechendsten jungen Talente im Federgewicht, hatte mit Tim Gorman jedoch im wahrsten Sinne des Wortes eine harte Nuss zu knacken. Der Almeida landete die vollen, actiongeladenen drei Runden über die besseren Treffer, konnte Gorman jedoch nie in die Nähe eines Knockouts bringen. Stattdessen hielt Gorman entschlossen dagegen und hatte vor allem mit seinem Jab sowie einigen Takedowns Erfolg. Nach 15 äußerst unterhaltsamen Minuten bestand letztlich aber dennoch kein Zweifel am Sieger.

Wagner Silva vs. Colby Covington
Üblicherweise gelten die brasilianischen Kämpfer in ihrem Heimatland als Favoriten, im Falle dieses Kampfes war es jedoch das ungeschlagene Weltergewicht Colby Covington, das als solcher anreiste. Und im Verlauf seines Kampfes gegen Wagner Silva zeigte sich auch der Grund dafür, denn Covington hatte nie Probleme, seinen Gegner auf die Matte zu befördern. Zwei Runden lang hatte Covington damit beinahe durchgehend Erfolg, im dritten Durchgang nutzte er einen Befreiungsversuch Silvas dann dazu, sich seinen Rücken zu sichern und den Rear Naked Choke anzusetzen.

Anbei alle Ergebnisse im Überblick:

UFC Fight Night 56: Shogun vs. St. Preux
8. November 2014
Ginásio Municipal Tancredo Neves in Uberlândia, Brasilien

Hauptprogramm:
Ovince St. Preux bes. Mauricio Rua via T.K.o. (Schläge) nach 0:34 in Rd. 1
Warlley Alves bes. Alan Jouban einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Claudio Silva bes. Leon Edwards geteilt nach Punkten (28:29, 29:28, 29:28)
Dhiego Lima bes. Jorge Oliveira einstimmig nach Punkten (30:27, 20:27, 30:27)
Juliana Lima bes. Nina Ansaroff einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)

Vorprogramm:
Diego Rivas bes. Rodolfo Rubio einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Caio Magalhaes bes. Trevor Smith via K.o. (Kniestoß und Schläge) nach 0:31 in Rd. 1
Leandro Silva bes. Charlie Brenneman via Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 4:15 in Rd. 1
Thomas Almeida bes. Tim Gorman einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 29:28)
Colby Covington bes. Wagner Silva via Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 3:26 in Rd. 3