MMA

UFC 209: Tyron Woodley vs. Stephen Thompson 2, plus Overeem, Hunt und Evans

Tyron Woodley (l.) und Stephen Thompson sind bereit für Runde sechs (Foto: UFC).

Vegas statt Stockton, Woodley statt Diaz. Obwohl für UFC-PPV-Show Nummer 209 eine grandiose Hommage für Hardcore-Fans und Diaz-Brüder verschenkt wurde, dürfte es aus der T-Moblile-Arena solide Action zu sehen geben. Auch trotz des Ausfalls des Co-Hauptkampfes, nachdem Khabib Nurmagomedov seinen Interims-Titelkampf im Leichtgewicht gegen Tony Ferguson am Freitag wegen gesundheitlichen Problemen absagen musste. Bleiben ein paar vielversprechende Ansetzungen mit Namen wie Lando Vannata, Mirsad Bektic und Paul Craig, um die Vorfreude aufrecht zu erhalten.

Das Hauptprogramm von UFC 209 wird in Deutschland auf ran Fighting zum einmaligen Preis von 14,99 Euro gezeigt. Das Vorprogramm wird vom UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 5. März, 1 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 5. März, 2 Uhr
Hauptprogramm (ran Fighting): Sonntag, 5. März, 4 Uhr

Hauptkampf: Tyron Woodley (c) vs. Stephen Thompson

Und weiter geht’s. Dass man zwischen Tyron „The Chosen One“ Woodley (16-3-1) und Stephen „Wonderboy“ Thompson (13-1-1) nicht die letzte Runde gesehen hatte, war schon klar, bevor nach ihrem Kracher bei UFC 205 im November - im zweiten Versuch - das mehrheitliche Unentschieden verkündet wurde.

Nach fünf Runden ohne Sieger kann man die sechste Runde aber getrost ohne weitere Verzögerung einläuten, und genau das wird am Wochenende in Las Vegas passieren. Dort heißt es dann erneut starkes Ringen und Dynamit in den Fäusten gegen raffinierte Kicks und Schläge eines so unorthodoxen wie technisch versierten ehemaligen unbesiegten Kickboxers.

Bleibt die Frage, ob man am Samstag mehr von dem erwarten kann, was man schon im November gesehen hat. Schlecht wäre das nicht, denn an Action hat es dem ersten Duell der beiden nicht gemangelt. Und während keiner der beiden seinen Kampfstil in den wenigen Monaten seit UFC 205 grundlegend umgekrempelt haben wird, darf man von beiden eine bessere Version ihrer 2016er-Version erwarten.

So wäre es die offensichtlichste Strategieanpassung für Woodley, bei UFC 209 häufiger den Takedown zu suchen, der ihm in New York in der ersten Runde nach einem unvorbereiteten Kick Thompsons recht problemlos gelang. Andererseits hat Woodley seinem Kontrahenten später mit seinen Fäusten beinahe die Lichter ausgeknipst und Thompson hat in den letzten Monaten verstärkt an seiner Muskelkraft gearbeitet, um den bulligen Woodley besser von sich fernhalten zu können.

Ob es also der gleiche Kampf wird wie bei UFC 205 oder ein völlig anderer – langweilig dürfte es im Hauptkampf von UFC 209 nicht werden, wenn Tyron Woodley und Stephen Thompson ein weiteres Mal aufeinandertreffen.

Co-Hauptkampf: Lando Vannata vs. David Teymur

Wie zuletzt häufiger in der UFC gilt auch hier: Des einen Leid ist des anderen Freud. In diesem Fall sind es Lando „Groovy“ Vannata (8-1) und David Teymur (5-1), die sich über ihre neue Position auf dem Programm von UFC 209 freuen dürfen, nachdem der Interims-Titelkampf im Leichtgewicht kurzfristig ins Wasser gefallen ist.

Vannata debütierte vergangenen Sommer gegen Tony Ferguson und legten einen großartigen Kampf hin, bevor er vom Veteranen zur Aufgabe gezwungen wurde. Ein Spinning-Heel-Kick-K.o. gegen den zuvor nie ausgeknockten John Makdessi zeigte im Dezember, wozu „Groovy“ Lando fähig ist.

In Vegas wird er auf den Schweden David Teymur treffen, der in der UFC bisher mit Knockouts gegen Martin Svensson und Jason Novelli überzeugt hat. Das Cast-Mitglied der 22. „The Ultimate Fighter“-Staffel hat das Potential, gegen den kreativ-aggressiven Vannata für ein spektakuläres Duell im Stand zu sorgen.

Wenn auch die Namen und Siegesserien nicht denen des ursprünglichen Co-Hauptkampfes entsprechen – was den Unterhaltungswert angeht, dürfte auch die beförderte Ansetzung nicht enttäuschen.

Die restlichen Kämpfe von UFC 209

Die größte Attraktion neben den beiden Titelkämpfen dem Titelkampf werden am Wochenende in Vegas die schweren Jungs sein. Alistair „The Reem“ Overeem (41-15-0(1)) mag zuletzt im Titelkampf gegen Stipe Miocic zu kurz gekommen sein, bleibt aber weiter einer der gefährlichsten Standkämpfer im UFC-Schwergewicht. Der Niederländer, der Siege gegen Namen wie Junior dos Santos, Brock Lesnar und Andrei Arlovski hält, wird in Vegas auf ein bekanntes Gesicht treffen.

K1-Champion Mark „The Super Samoan“ Hunt (12-10-1(1)) verlor 2008 via Americana gegen Overeem, drehte seine MMA-Karriere aber um 180°, als er wiederwillig dank seines alten Pride-Vertrags von der UFC aufgenommen wurde. Nach einer schnellen Debüt-Niederlage gegen Sean McCorkle startete Hunt eine Erfolgsserie, die Knockouts gegen Namen wie Frank Mir, Stefan Struve und Roy Nelson enthält.

Zuletzt verlor Hunt jedoch bei UFC 200 gegen Brock Lesnar, der zu allem Überfluss positiv auf Doping getestet wurde. Hunt, der schon mehrfach gegen Dopingsünder angetreten ist, verklagte daraufhin die UFC, schimpfte auf Overeem für dessen eigenen positiven Dopingtest aus 2012 und machte überdeutlich, dass er findet, die UFC habe ihn gezwungen, diesen Kampf anzunehmen.

Außerdem wird Rashad „Suga“ Evans (19-5-1) versuchen, endlich wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Der ehemalige UFC-Halbschwergewichtschampion saß zwischen 2012 und 2015 mit einer schweren Knieverletzung aus und verlor seitdem zwei Mal in Folge. Jetzt geht es für den gelernten Ringer gegen einen Judo-Olympioniken: Dan Kelly (12-1) mag 39 Jahre alt sein und selbst arge Knieprobleme haben, trotzdem ist es dem notorischen Underdog in der UFC ein ums andere Mal gelungen, die Wettquoten Lügen zu strafen und solide Gegner zu besiegen. Sollte ihm das am Wochenende auch gegen Ex-Champion Evans gelingen, hätte er sich als jemand, dem eigentlich kein einziger Sieg in der UFC zugetraut wurde, möglicherweise bis in die Top Ten katapultiert.

Ein Auge sollte man auch auf Federgewicht Mirsad Bektic (11-0) haben. Der gebürtige Bosnier, der einige Jahre seiner Kindheit in Deutschland verbracht hat und dann in die USA ausgewandert ist, gilt als eines der vielversprechendsten Talente des Sports. In der UFC waren Verletzungen bisher sein größter Gegner, Lucas Martins, Chas Skelly, Paul Redmond und zuletzt Russell Doane dagegen hatten dem 26-Jährigen nicht viel entgegenzusetzen. Am Samstag wird er auf den starken Ringer Darren „The Damage“ Elkins (21-5) treffen, der im Octagon schon so manches Talent in seine Schranken gewiesen hat.

Knallen dürfte es im Fight-Pass-Hauptkampf des Abends zwischen Tyson Pedro (5-0) und dem Schotten Paul „Bear Jew“ Craig (9-0). Die beiden Halbschwergewichte konnten in ihren jeweiligen UFC-Debüts mit Aufgabe-Siegen gegen Khalil Rountree beziehungsweise Luis Henrique da Silva überzeugen und werden nun in einem seltenen Duell zweier aufstrebender Talente unter sich ausmachen, wer den nächsten Schritt in Richtung Rampenlicht nimmt.


Anbei das gesamte Programm im Überblick:

UFC 209: Woodley vs. Thompson 2
Samstag, 4. März 2017
T-Mobile Arena in Las Vegas, Nevada, USA


Titelkampf im Weltergewicht (ran Fighting)
Tyron Woodley (c) vs. Stephen Thompson

Hauptprogramm (ran Fighting)
Lando Vannata vs. David Teymur
Rashad Evans vs. Dan Kelly
Amanda Cooper vs. Cynthia Calvillo
Alistair Overeem vs. Mark Hunt

Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass)
Marcin Tybura vs. Luis Henrique
Mirsad Bektic vs. Darren Elkins
Iuri Alcantara vs. Luke Sanders
Mark Godbeer vs. Daniel Spitz

Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass)
Tyson Pedro vs. Paul Craig
Albert Morales vs. Andre Soukhamthath