MMA

UFC 187 mit Cormier, Johnson, Weidman, Belfort, Cerrone

Die starke Speerspitze von UFC 187 (Foto: Zuffa LLC).

Die Anzahl der Events, die die UFC mittlerweile ausrichtet und die damit einhergehende Ausdünnung der Star-Power pro Event hat der Organisation in letzter Zeit jede Menge Kritik eingebracht. Über UFC 187 allerdings lässt sich derartiges nicht sagen: Anthony Johnson, Daniel Cormier, Chris Weidman, Vitor Belfort, Donald Cerrone und Andrei Arlovski sind nur einige der Namen, die am Samstag in der altehrwürdigen MGM Grand Garden Arena in Las Vegas ins Octagon steigen werden. Wir verraten euch, welche Kämpfe sich am meisten lohnen und wie ihr sie euch anschauen könnt.

UFC 187 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der auf ufc.tv ab monatlich 5,99 Euro zu haben ist. Während das Vorprogramm für Abonnenten kostenlos zur Verfügung gestellt wird, kostet das Hauptprogramm zusätzlich einmalig 15,99 Euro (SD) bzw. 17,99 Euro (HD).

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Sonntag, 24. Mai, 0:30 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Sonntag, 24. Mai, 2 Uhr
Hauptprogramm (ufc.tv): Sonntag, 24. Mai, 4 Uhr

Hauptkampf
Was für ein Drama: Anthony „Rumble“ Johnson (19-4) hätte in Las Vegas eigentlich in einem heiß erwarteten Duell auf Ex-Champion Jon Jones treffen sollen, Jones allerdings hat momentan jede Menge rechtlicher Probleme, die ihm den Kampf und obendrein auch seinen Gürtel gekostet haben. An seiner Stelle wird nun also Daniel „DC“ Cormier (15-1) auf Johnson treffen und seine zweite Chance auf den jetzt vakanten Gürtel bekommen. Erst im Januar hatte Cormier zwar im Käfig verhältnismäßig respektablen Erfolg gegen Jones, verlor nach fünf Runden aber trotzdem nach Punkten – seine erste Niederlage in 16 Profi-Kämpfen. Wenige Wochen später brachte Anthony Johnson in Stockholm 30.000 Schweden zum Schweigen, indem er Lokalmatador Alexander Gustafsson in der ersten Runde ausknockte. Mit dem Sieg setzte Johnson das Sahnehäubchen auf eine Serie von neun Erfolgen am Stück – bereits Phil Davis und Rogerio Nogueira mussten sich Johnson in der UFC geschlagen geben, nachdem er bei WSOF bereits Namen wie Mike Kyle und Andrei Arlovski bezwingen konnte.

Für beide Kämpfer ist das Duell am Samstag von immenser Wichtigkeit. Für Johnson könnte ein Sieg das Highlight eines spektakulären Karriere-Comebacks werden, nachdem er 2012 wegen anhaltender Gewichtsprobleme aus der UFC entlassen wurde. Für Cormier dagegen ist dieser Kampf eine unerwartet frühe zweite Chance auf den Gürtel, nach dem niederschmetternden Misserfolg gegen Jones Anfang des Jahres. Zwar wird Jones Schatten auch weiterhin auf dem Gürtel liegen – speziell, falls Cormier ihn gewinnen sollte – das dürfte ein potentielles Duell mit Jones aber umso größer werden lassen.

Co-Hauptkampf
Wenn ein Blockbuster wie der Mittelgewichtstitelkampf zwischen Champion Chris „The All American“ Weidman (12-0) und einer Legende vom Schlage eines Vitor „The Phenom“ Belfort (24-10) lediglich an zweiter Stelle des Programms steht, dann wird deutlich, wie gut der Event tatsächlich ist. Bereits zum vierten Mal soll dieses Duell nun stattfinden – von UFC 173 wurde es auf UFC 181, dann auf UFC 184 und schließlich auf Nummer 187 verschoben und es sieht so aus, als würden die beiden Top-Mittelgewichte sich dieses Mal tatsächlich im Octagon gegenüberstehen.

Die Hintergrundsituation allerdings hat sich in der Zwischenzeit gewaltig geändert. Belfort, eine Legende des Sports, die 1997 bei UFC 12 im Octagon debütiert hat, hatte 2013 den vielleicht den besten Lauf seiner Karriere. Mit Headkick-Knockouts gegen Michael Bisping, Luke Rockhold und Dan Henderson sicherte der Brasilianer sich seine Titelchance, hat seitdem allerdings nicht mehr gekämpft. Das Verbot der von Belfort genutzten Testosteron-Ersatz-Therapie und die Kampfabsagen haben ihn effektiv eineinhalb Jahre lang aus dem Käfig ferngehalten und die Frage aufgeworfen, in welcher Form er Mitte 2015 im Käfig auflaufen wird?

Besser wäre es, wenn er in Top-Form auftaucht, denn Chris Weidman hat sich innerhalb weniger Jahre vom regionalen Talent zum UFC-Vorkämpfer zum Champion und Legendenkiller entwickelt. Lyoto Machida und gleich zwei Mal Anderson Silva hat der New Yorker in seinen drei UFC-Titelkämpfen bisher besiegt, mit Belfort folgt nun der dritte populäre Brasilianer. Trotz seines beeindruckenden Resümees bekommt Weidman wegen der Art seiner Siege gegen Silva immer noch nicht den Respekt, den man erwarten könnte, in diesem Jahr stehen mit Belfort und möglicherweise Luke Rockhold zwei Kämpfe für ihn an, in denen er sich diesen Respekt endgültig sichern kann.

„Geheim“-tipps
UFC 187 hat zweifellos das Potential, eine der oder sogar die beste UFC-Veranstaltung des Jahres 2015 zu sein. Der Event aus Las Vegas hat so viele große Namen auf dem Programm, dass man sich kaum einzelne Highlights herauspicken kann. So könnte sich beispielsweise sowohl im Schwer- und Leicht- als auch im Fliegengewicht am Samstag der jeweils nächste Titelherausforderer herauskristallisieren. Donald „Cowboy“ Cerrone (27-6-0(1)) steht seit Jahren kurz vor einem Titelkampf in der UFC und ist bisher trotz 14 Siegen, u.a. gegen Ben Henderson, Dennis Siver, Edson Barboza und Eddie Alvarez, stets kurz vor dem Ziel gescheitert. Nun, mit sieben Siegen in Folge im Rücken, bekommt der „Cowboy“ die Chance, sich seine Chance auf den Gürtel gegen John „The Bull“ Makdessi (13-3) endgültig zu sichern. Ob Makdessi im Erfolgsfall die gleiche Chance bekommen wird, ist fraglich – auch ganz ohne Politik im Hintergrund dürfte dieses Duell jedoch für reichlich Action sorgen. Makdessi ist deutlich kleiner und weniger erfahren als Cerrone, könnte aber einer der technischsten und präzisesten Standkämpfer sein, der dem gelernten Kickboxer in letzter Zeit gegenüberstand.

Direkt vor Cerrone und Makdessi werden im Schwergewicht Travis „Hapa“ Browne (17-2) und Andrei „Pitbull“ Arlovski (23-10-0(1)) einen Sieger ausmachen. Die beiden sind Freunde – tatsächlich hat Arlovski in Brownes Haus gelebt, als er diesen Kampf angenommen hat – werden mit der Aussicht auf einen Titelkampf aber wohl keine Probleme damit haben, sich auf den Business-Aspekt des Sports zu konzentrieren. Browne hat mit seiner Kombination aus athletischem Talent, Schlagkraft und einer ansehnlichen Verbesserungsrate vier seiner letzten fünf Kämpfe gewonnen, u.a. gegen Josh Barnett und Alistair Overeem. Arlovski, noch vor wenigen Jahren in Sachen Titelkämpfe völlig abgeschrieben, kehrte im vergangenen Jahr mit überraschenden Siegen gegen Brendan Schaub und Antonio Silva in die UFC zurück und könnte sich im Alter von 36 Jahren einer neuen Chance auf seinen alten Gürtel nähern.

Auch im Fliegengewicht könnten wir am Samstag den nächsten Titelherausforderer in Aktion sehen: John „The Magician“ Dodson (16-6) stand Demetrious Johnson bereits im Januar 2013 im Käfig gegenüber und nahm dem Champion beinahe dessen Gürtel ab, unterlag letztlich jedoch knapp nach Punkten. Seitdem hat das 1,60 Meter große Energiebündel Darrell Montague und John Moraga durch (T.)K.o. besiegt, allerdings seit Juni 2014 wegen einer Knieverletzung nicht mehr gekämpft. Genau das, glaubt sein Gegner Zach „Fun Size“ Makovsky (19-5), könnte sich am Samstag als großer Vorteil für ihn herausstellen, wie er uns im exklusiven Interview verriet. Makovsky hat im Octagon bisher selbst drei Siege eingefahren, gegen Scott Jorgensen, Josh Sampo und Tim Elliott. In den Kampf am Samstag wird er als Underdog gehen, im Erfolgsfall allerdings dürfte sich das Risiko mehr als auszahlen.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 187: Johnson vs. Cormier
Samstag, 23. Mai
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Halbschwergewichtstitelkampf (ufc.tv):
Anthony Johnson vs. Daniel Cormier

Mittelgewichtstitelkampf (ufc.tv):
Chris Weidman (c) vs. Vitor Belfort

Hauptprogramm (ufc.tv):
Donald Cerrone vs. John Makdessi
Travis Browne vs. Andrei Arlovski
Joseph Benavidez vs. John Moraga

Vorprogramm (UFC Fight Pass):
John Dodson vs. Zach Makovsky
Dong Hyun Kim vs. Josh Burkman
Uriah Hall vs. Rafael Natal
Rose Namajunas vs. Nina Ansaroff

Mike Pyle vs. Colby Covington
Islam Makhachev vs. Leo Kuntz
Justin Scoggins vs. Josh Sampo