MMA

UFC 187: Cormier gewinnt Titel, Weidman verteidigt gegen Belfort

UFC 187 (Foto: Zuffa LLC)

Am 23. Mai fand in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas der vielleicht größte UFC-Event des Jahres statt: Obwohl mit Jon Jones und Khabib Nurmagomedov zwei der größten Namen im Vorfeld absagen mussten, lieferten Chris Weidman, Vitor Belfort, Daniel Cormier, Anthony Johnson sowie Donald Cerrone  eine Show ab, die sämtlichen Vorschusslorbeeren gerecht wurde.

Titelkampf im Halbschwergewicht (vakant)
Anthony Johnson vs. Daniel Cormier

Während Jon Jones sich um persönliche und vor allem rechtliche Probleme nach der ihm vorgeworfenen Unfallflucht kümmert, braucht die UFC einen neuen Champion im Halbschwergewicht, weshalb dieser Titel am Wochenende zwischen Anthony Johnson und Daniel Cormier ausgemacht wurde. Zunächst sah es so aus, als wenn Johnson seine Schneise der Verwüstung fortsetzen würde – mit einer harten Rechten schickte er Cormier zu Boden, doch dieser überstand die kraftvolle Attacke, indem er sich, wie auf die Beine gekommen, im Clinch rettete. Anschließend nutzte „DC“ sein starkes Ringen, um Johnson auszupowern. Der Plan gin auf – obwohl „Rumble“ auch in der zweiten Runde noch mit Kicks und Schlägen traf, übernahm Cormier im Grappling die Kontrolle und bearbeitete seinen Gegner mit Groundandpound.

Die dritte Runde begann Johnson daher schon völlig ausgepowert, was es Cormier recht problemlos möglich machte, zum Rear Naked Choke anzusetzen, als das Geschehen sich einmal mehr auf den Boden verlagerte. Johnson schien nicht mehr genug Energie zu haben, um den Griff überhaupt verteidigen zu können und klopfte kurze Zeit später ab. Kein halbes Jahr nach seiner Punktniederlage gegen Jones ist Daniel Cormier nun also doch Champion im Halbschwergewicht und könnte damit möglicherweise den größten Rückkampf in der Geschichte der UFC vorbereitet haben, falls Jones einigermaßen zeitnah ins Octagon zurückkehren kann und wird.

Titelkampf im Mittelgewicht
Chris Weidman (c) vs. Vitor Belfort

Was lange währt, wird endlich gut. Zumindest für den alten und neuen UFC-Mittelgewichtschampion Chris Weidman. Im vierten Versuch war der sehnlich erwartete Kampf gegen MMA-Legende Vitor Belfort endlich zustande gekommen und Weidman setzte mit einem Erstrunden-T.K.o. ein beeindruckendes Ausrufezeichen. Belfort war gefährlich wie eh und je in der frühen Phase des Kampfes, rüttelte den Champion gleich zu Beginn mit harten Händen ordentlich durch und fügte ihm dabei einen Cut zu. Weidman allerdings behielt die Nerven, brachte einen kraftvollen Takedown durch und arbeitete sich zügig aus der Half-Guard in die Mout vor. Von dort aus bearbeitete er Belfort mit Schlägen und Ellbogenstößen, die diesem schnell den Wind aus den Segeln nahmen. Nach knapp 30 Sekunden auf der Matte wurde der Kampf, der ein ganzes Jahr lang in der Mache war, schließlich zugunsten Weidmans abgebrochen.

Donald Cerrone vs. John Makdessi
Mit seinem achten Sieg in Folge sicherte sich Donald Cerrone am Wochenende voraussichtlich seinen ersten Titelkampf in der UFC. John Makdessi war mit wenigen Wochen Vorbereitungszeit gegen den „Cowboy“ eingesprungen und beeindruckte mit einem Granitkinn und der Bereitschaft, sich mit Cerrone im Stand zu messen, hatte letztlich aber zu wenige Antworten auf Cerrones Größen- und Reichweitenvorteil sowie dessen harte und intelligent platzierte Aktionen. Vor allem mit Kicks zu den Beinen und zum Kopf sowie später auch mit Kniestößen und einem brillanten Ellbogenstoß zermürbte Cerrone seinen Gegner, der zwar stets dagegenhielt und selbst mit Kicks und Schlägen treffen konnte, den „Cowboy“ aber nie wirklich in Gefahr bringen konnte. Immer wieder musste Makdessi harte Kopftreffer nehmen. Nach einem Headkick in der zweiten Runde realisierte Makdessi, dass sein Kiefer gebrochen war und winkte den Kampf eigenhändig ab. Für Cerrone geht es jetzt wohl weiter in Richtung Titelkampf, Makdessi dagegen musste sich schon am Sonntag einer (erfolgreichen) Kiefer-Operation unterziehen.

Andrei Arlovski vs. Travis Browne
Kaum jemand hätte mit diesem Ergebnis rechnen können: Vor nicht einmal einem Jahr noch völlig abgeschrieben, sicherte sich Ex-UFC-Schwergewichtschampion Andrei Arlovski mit zwei Siegen diesen Kampf gegen Browne, der dann wegen einer kurz vor dem Kampf erlittenen Wadenverletzung beinahe nicht zustande gekommen wäre. Umso beeindruckender ist Arlovskis Erstrunden-Knockout gegen seinen Freund und früheren Trainingspartner, den er schon früh im Kampf mit harten Kombinationen auf sehr wacklige Beine stellen konnte. Die dadurch schon aufgeschreckten Zuschauer samt Kommentator Joe Rogan verloren anschließend vollends die Fassung, als Arlovski von seinem angeknockten Gegner selbst auf die Bretter geschickt wurde. Der „Pitbull“ kam direkt wieder auf die Beine, legte erneut den Vorwärtsgang ein und schlug Browne schließlich mit einigen weiteren Kombinationen am Käfig stehend T.K.o. Unerwartet und spektakulär – eine echte Rocky-Story.

Joseph Benavidez vs. John Moraga
Im Gegensatz zum nachfolgenden Schwergewichtskampf verlief der Fliegengewichtskampf zwischen Joseph Benavidez und John Moraga genau so, wie allgemein erwartet. Benavidez entpuppte sich als der schnellere und technisch versiertere der beiden ehemaligen Titelherausforderer und kontrollierte Moraga die meiste Zeit über auf den Beinen und im Grappling. Moraga hatte selbst den einen oder anderen guten Moment und brachte einen Headkick und einige harte Schläge sauber ins Ziel, auf lange Sicht machte Benavidez jedoch deutlich mehr und sicherte sich so den Punktsieg.

John Dodson vs. Zach Makovsky
Eigentlich noch bessere Chancen auf einen Titelkampf als die beiden Fliegengewichte auf dem Hauptprogramm hatten im letzten Kampf des Vorprogramms John Dodson und Zach Makovsky. Die beiden langjährigen Trainingspartner ließen allerdings im Laufe ihres Drei-Runden-Kampfes vor allem Vorsicht walten, da beide ihren Gegner in- und auswendig kannten und keine verhängnisvollen Fehler begehen wollten. Dodson war nach einer schwierigen Anfangsphase, in der Makovsky die besseren Treffer setzte letztlich einen Tacken aktiver und sicherte sich damit wohl hauchdünn einen Sieg nach Punkten.

Anbei alle Ergebnisse im Überblick:

UFC 187: Johnson vs. Cormier
Samstag, 23. Mai 2015
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Halbschwergewichtstitelkampf:
Daniel Cormier bes. Anthony Johnson durch Rear-Naked Choke nach 2:39 Min. in Rd. 3

Mittelgewichtstitelkampf:
Chris Weidman bes. Vitor Belfort durch T.K.o. (Schläge) nach 2:53 Min. in Rd. 1

Hauptprogramm:
Donald Cerrone bes. John Makdessi durch T.K.o. (Aufgabe) nach 4:44 Min. in Rd. 2
Andrei Arlovski bes. Travis Browne durch T.K.o. (Schläge) nach 4:41 Min. in Rd. 1
Joseph Benavidez bes. John Moraga einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)

Vorprogramm:
John Dodson bes. Zach Makovsky einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Dong Hyun Kim bes. Josh Burkman durch Arm-Triangle Choke nach 2:13 Min. in Rd. 3
Rafael Natal bes. Uriah Hall geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Colby Covington bes. Mike Pyle einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Islam Makhachev bes. Leo Kuntz durch Rear-Naked Choke nach 2:38 Min. in Rd. 2
Justin Scoggins bes. Josh Sampo einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)