MMA

UFC 186: Die Ergebnisse

UFC 186 (Foto: Zuffa LLC).

Am vergangenen Samstag fand in Montreal UFC 186 statt. Diverse Änderungen am Programm sorgten zwar für den mit Abstand schlechtesten Ticketverkauf der insgesamt sieben UFC-Events in der kanadischen Metropole, nach zwölf Kämpfen lässt sich aber durchaus ein positives Fazit ziehen: Demetrious Johnson stellte einen Rekord auf und Michael Bisping und C.B. Dollaway lieferten sich ein hartes und unterhaltsames Duell im Stand, nachdem das Hauptprogramm mit zwei imposanten Knockouts eröffnet wurde und sich auf dem Vorprogramm der ein oder andere vielversprechende Name herauskristallisiert hatte.


Demetrious Johnson vs. Kyoji Horiguchi
Im Fliegengewicht legten Demetrious Johnson und Kyoji Horiguchi das von ihnen gewohnte Tempo vor – in der ersten Runde allerdings hauptsächlich in Form von blitzschnellen Einzelaktionen. Der Champ konnte seinen Herausforderer zwischenzeitlich eine Zeit lang auf die Matte befördern, dort jedoch nicht viel Schaden anrichten – tatsächlich war es Horiguchi, der im frühen Kampfverlauf die soliderenTreffer durchbrachte.

In Runde zwei landete Horiguchi überraschenderweise einen Takedown, konnte seinem Gegner auf der Matte jedoch ebenfalls nichts anhaben. Kaum zurück auf den Beinen, sicherte sich Johnson anschließend wieder einen Takedown, dann noch einen und noch einen. Zwar kam Horiguchi früher oder später stets zurück auf die Beine und landete dort sogar den einen oder anderen guten Treffer, Johnson timte de Schläge jedoch zusehens – mit der Zeit landete er die besseren Schläge und Kicks und streute immer wieder Takedowns ein, was Horiguchi und nach der x-ten Wiederholung auch die Zuschauer zu frustrieren schien. Da diese Strategie bestens funktionierte und Horiguchi bis auf wenige Blitzangriffe nicht viel zeigen konnte, machte Johnson einfach bis zum Ende der fünften Runde so weiter.

Das Publikum unterdessen machte seinem Unmut über den zunehmend einseitigen und über weite Strecken wenig spektakulären Kampferlauf lautstark in Form von Buhrufen Luft, bis Johnson Sekunden vor Ende des Kampfes zum Armbar ansetzte, in dem Horiguchi abklopfen musste – eine Sekunde vor Rundenende! Pech für die Zuschauer, die während der vierten und fünften Runde bereits die Halle verlassen hatten…

Quinton Jackson vs. Fabio Maldonado
Im Kampf, der beinahe nicht stattgefunden hätte, wirkten sowohl Quinton „Rampage“ Jackson als auch Fabio Maldonado zunächst etwas zurückhaltend, mit Ausnahme von gelegentlichen Kombinations-Ausbrüchen des Fan-Favoriten Jackson. Maldonado dagegen war auf den Beinen mit Ausnahme regelmäßiger Wink-Gesten in Richtung Rampage recht inaktiv und versuchte stattdessen immer wieder, Jackson an den Käfigzaun zu pressen. Das Publikum wurde dementsprechend langsam aber sicher ungeduldig. Mit fortschreitender Zeit galt das auch immer mehr für Jackson, der mit harten Kombinationen zu Kopf und Körper und sogar einigen Kicks versuchte, mehr Action und möglicherweise einen Knockout herbeizuführen. Maldonado jedoch, bekannt für seinen Eisenschädel, schien das recht wenig auszumachen, weshalb es schließlich an den Punktrichtern war, Jackson zum Sieger zu machen.

Michael Bisping vs. C.B. Dollaway
Die beiden Mittelgewichtsveteranen Michael Bisping und C.B. Dollaway lieferten sich in Montreal ein unterhaltsames Duell über drei Runden, in dem jede Menge Kicks und Schläge flogen. Nach einigen Minuten in hohem Tempo steigerten die beiden sich gegen Ende der ersten Runde so richtig in den Kampf hinein und schlugen sich wilde Haken um die Ohren, von denen manche den Kopf des jeweils anderen und manche die Luft trafen. Runde zwei verlief anschließend verhältnismäßig ruhig, bis auf eine knackige Kombination Bispings, die Dollaway kurzzeitig auf wacklige Beine zu stellen schien. In beiden Runden scheiterte Dollaway mit mehreren Takedownversuchen, erst im Laufe des zweiten Durchgangs schaffte er es ein Mal, Bisping auf die Matte zu befördern.

Knapp eine halbe Minute lang konnte Dollaway seinen Gegner jedoch nur auf dem Boden halten, danach war Bisping zurück auf den Beinen und punktete weiter im Stand. Der Brite musste zwar in der zweiten Runde noch eine Schrecksekunde überstehen, als er sich nach einem Dollaway-Haken rücklings auf die Matte setzte, anschließend machte er jedoch mit mehr Aktivität und besserer Beinarbeit dort weiter, wo er zuvor schon die wichtigen Punkte gesammelt hatte. Wenig später erklärten die Punktrichter Bisping somit verdient zum Sieger eines unterhaltsamen Drei-Runden-Kampfes.

John Makdessi vs. Shane Campbell
Auch die beiden Standspezialisten John Makdessi und Shane Campbell zeigten sich zunächst verhalten – Campbell punktete mit einigen Lowkicks, die deutlich sichtbare, rote Spuren auf Makdessis linkem Bein hinterließen, während Makdessi an seiner Distanz herumzuprobieren schien und dabei den einen oder anderen Treffer kassierte. Als er sie jedoch gefunden hatte, knallte es gewaltig – Campbell ging nach einer harten Rechten auf die Matte, Makdessi setzte nach, konnte den Kampf jedoch nicht beenden. Zurück auf den Beinen wurde jedoch schnell deutlich, dass Campbell seine Sinne nicht mehr ganz beisammen hatte und eine weitere Rechte später ging er endgültig auf die Bretter.

Yves Jabouin vs. Thomas Almeida
Im ersten Kampf des Hauptprogramms trat in Form von Thomas Almeida eines der vielversprechendsten Talente im Bantamgewicht zu seinem zweiten UFC-Kampf an. Sein Kampf gegen den erfahrenen Kickboxer Yves Jabouin begann zunächst recht verhalten – beide Kämpfer ließen sich angesichts des gefährlichen Arsenals des jeweils anderen lediglich zu Einzelaktionen hinreißen. Nach wenigen Minuten jedoch kam Almeida plötzlich mit einer harten Linken durch, die Jabouin den Rückwärtsgang einlegen ließ. Mit dem Rücken zum Käfig schlugen anschließend weitere harte Hände zu Kopf und Körper bei Jabouin ein, die den Ringrichter zum Kampfabbruch zwangen.


Vorprogramm:

Patrick Coté vs. Joe Riggs
Im letzten Vorkampf des Abends trafen die beiden Veteranen Patrick Coté und Joe Riggs im Weltergewicht aufeinander. Riggs hatte recht früh im Kampf die Chance auf einen Aufgabe-Sieg, als er Coté zu Boden bringen und sich seinen Rücken sichern konnte. Coté allerdings schaffte es, seinen Gegner abzuschütteln und selbst in der Oberlage zu landen. Anschließend sammelte er Punkte, indem er Riggs auf den Beinen und mit Takedownversuchen unter Druck setzte – obwohl Riggs in Runde drei erneut auf seinem Rücken hing, reichte Cotés Aktivität in den vorherigen Minuten für einen knappen Punktsieg.

Alexis Davis vs. Sarah Kaufman
Sarah Kaufman und Alexis Davis trafen in Montreal zum dritten Mal aufeinander, der Kampf allerdings entwickelte sich anfangs zu einer Wiederholung der ersten beiden Duelle – Kaufman punktete Davis im Stand aus, landete nach einem Takedownversuch in der zweiten Runde jedoch in einem Armbar, der Davis Sekunden später den ersten Sieg gegen Kaufman bescherte.

Chad Laprise vs. Bryan Barberena
Im Leichtgewicht lieferten Chad Laprise und Bryan Barbarena sich ein unterhaltsames Duell im Stand. Barbarena versuchte, K.o.-Schläge zu landen, während Laprise Barbarenas Laufwege abschnitt und ihn dadurch zu Aktionen zwang, die er anschließend zu kontern versuchte. In Runde eins funktionierte das bestens, in Runde zwei passte Barbarena sich dieser Taktik an und in Runde drei schien das hohe Volumen der ersten beiden Runden vor allem bei Laprise seinen Tribut zu zollen.

Hin und wieder nahm Laprise seinen Gegner in den Clinch, konnte dort jedoch nicht viel in Gang bringen. Stattdessen bearbeiteten die beiden sich beinahe durchgehend mit Kicks und Schlägen, wobei Laprise mit einer höheren Variabilität und den härteren Treffern die besseren Akzente setzte. Als das Ende der dritten Runde absehbar wurde, legten die zwei noch einmal richtig los, letztlich beendete aber doch die Uhr ihren unterhaltsamen „Fight of the Night“, den Laprise einstimmig nach Punkten gewann.

Olivier Aubin-Mercier vs. David Michaud
Im Kampf zweier bei der Geburt getrennten Zwillinge – Olivier Aubin-Mercier und David Michaud – wurden recht schnell Aubin-Merciers Vorteile am Boden deutlich. Sobald das Geschehen sich auf die Matte verlagerte, schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der Kanadier den Sack zu machte. Michaud allerdings verteidigte gut und überstand mehrere heikle Situationen.

In Runde zwei suchte Michaud angesichts der brenzligen Situationen aus Runde eins dennoch das Heil in der Flucht und ging aggressiv im Stand nach vorne, womit er deutlich mehr Erfolg hatte. Kurzzeitig sah es sogar so aus, als wenn er Aubin-Mercier zum Wackeln gebracht hätte, der jedoch mit einem Kick zum Körper antwortete, der Michaud in die Knie zwang. Beenden konnte das Duell keiner der beiden, zumindest nicht in dieser Runde. Im dritten Durchgang setzte Aubin-Mercier nach einem Treffer Michauds doch wieder zum Takedown an, schnappte sich den Rücken seines Gegners und beendete wenig später den fünften von bisher sieben Profi-Kämpfen per Rear Naked Choke.

Nordine Taleb vs. Chris Clements
Im Weltergewicht versuchte Chris Clements schon früh im Kampf, Nordine Taleb immer wieder mit seinem aggressiven Vorwärtsgang unter Druck zu setzen, Taleb konnte den meisten harten Schlägen und Kicks jedoch ausweichen und stattdessen einige Takedowns landen. Auf dem Boden kontrollierte Taleb seinen Gegner zwar die meiste Zeit über, größere Offensivaktionen gelangen ihm jedoch nicht. Dieses Spiel wiederholte sich bis zum Ende des Drei-Runden-Kampfes – die Zuschauer waren nicht durchgehend zufrieden mit dem Unterhaltungswert, bejubelten den Wahl-Montrealer Taleb aber dennoch, als Bruce Buffer seinen Punktsieg bekanntgab.

Valerie Letourneau vs. Jessica Racoczy
Auch der zweite Kampf des Abends wurde im Strohgewicht der Frauen ausgetragen. Valerie Letourneau schien bereits recht früh im Kampf nahe an einem Aufgabe-Sieg zu sein, als sie Racoczy in einem Triangle Choke erwischte, aus dem diese jedoch entkommen konnte, womit Racoczy in der Oberlage landete. Zurück auf den Beinen schien Letourneau das Risiko einer unvorteilhaften Position auf der Matte nicht noch einmal eingehen zu wollen und begann stattdessen damit, Racoczy auf den Beinen auszupunkten – das Resultat dieser Strategie: ein massives Hämatom auf Racoczys Stirn und ein Punktsieg für Letourneau.

Aisling Daly vs. Randa Markos
Eröffnet wurde der Abend im Strohgewicht der Frauen, wo Randa Markos dank schnelleren Schlägen und aggressiverem Grappling eine Punktentscheidung gegen Aisling Daly herausholte. Daly hatte durchaus ihre Momente im Laufe der 15 Minuten und konnte Markos im Clinch und zeitweise am Boden in Bedrängnis bringen, die aus unvorteilhaften Positionen jedoch stets entkommen konnte und Daly stattdessen selbst in eben solche Situationen brachte. Trotz diverser Griff- und Choke-Versuche konnte Markos den Kampf nicht vorzeitig für sich entscheiden, die Punktrichter überzeugte sie mit ihrer Leistung dennoch.


Anbei die Ergebnisse im Überblick:

Hauptprogramm:
Demetrious Johnson bes. Kyoji Horiguchi via Aufgabe (Armbar) nach 4:59 Min. in Rd. 5
Quinton Jackson bes. Fabio Maldonado einstimmig nach Punkten (29:28, 30:27, 29:28)
Michael Bisping bes. C.B. Dollaway einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
John Makdessi bes. Shane Campbell via T.K.o. (Schläge) nach 4:53 Min. in Rd. 1
Thomas Almeida bes. Yves Jabouin via T.K.o. (Schläge) nach 4:18 Min. in Rd. 1

Vorprogramm:
Patrick Coté bes. Joe Riggs einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Chad Laprise bes. Bryan Barberena einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Chad Laprise bes. Bryan Barberena einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Olivier Aubin-Mercier bes. David Michaud via Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 3:24 Min. in Rd. 3

Nordine Taleb bes. Chris Clements einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Valérie Létourneau bes. Jessica Rakoczy einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 30:27)
Randa Markos bes. Aisling Daly einstimmig nach Punkten (30:27, 29:28, 29:28)