MMA

UFC 181: Zwei Mega-Titelfights am Samstag

Johny Hendricks und Robbie Lawler werden sich am Samstag zum zweiten Mal gegenüberstehen (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

Zum letzten Mal in diesem Jahr veranstaltet die UFC an diesem Wochenende einen Pay-per-View-Event und das Programm kann sich mehr als sehen lassen: Bei den elf Kämpfen aus Las Vegas wird gleich zweimal ein Titelgürtel auf dem Spiel stehen und ganz nebenbei verspricht ein Quartett aus Schwergewichten einiges an Action.

Mit dem Rückkampf der Fünf-Runden-Schlacht zwischen Johny Hendricks und Robbie Lawler, Anthony Pettis’ erster Titelverteidigung gegen Gilbert Melendez sowie bekannten Namen wie Travis Browne, Brendan Schaub und Urijah Faber bietet die Veranstaltung einige bekannte Namen – deren Fehlen war bei einigen anderen Pay-per-View-Events in diesem Jahr harsch bemängelt worden. 

UFC 181 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab monatlich 5,99 Euro im Abo zu haben ist. Während das Vorprogramm für Abonnenten kostenlos übertragen wird, sind für das Hauptprogramm noch einmal 15,99 Euro (SD) bzw. 17,99 (HD) fällig.

Johny Hendricks (c) vs. Robbie Lawler
Eigentlich hätte Mittelgewichtschampion Chris Weidman seinen Gürtel an diesem Wochenende gegen Vitor Belfort verteidigen sollen, eine Handverletzung verschob diesen Kampf jedoch drei Monate nach hinten. Der Ersatz kann sich aber durchaus sehen lassen: Johny „Bigg Rigg“ Hendricks (16-2) und Robbie „Ruthless“ Lawler (24-10-0(1)) haben im vergangenen März eine 25-minütige Schlacht um den von Georges St. Pierre vakantierten Weltergewichtsgürtel hingelegt, die Hendricks letztlich knapp gewann.

Seitdem war der neue Champion wegen eines im Kampf erlittenen Bizepsrisses außer Gefecht, während Lawler nacheinander Jake Ellenberger und Matt Brown schlug. Dieser Hintergrund ist angesichts des Rückkampfes interessant – Lawler hat sich seit dem ersten Kampf verbessert und weitere Runden im Octagon angesammelt, Hendricks dagegen konnte wegen des Bizeps-Risses und einer Schienbeinverletzung im März nicht sein ganzes Können abrufen. Am Samstag wird man erfahren, wer von beiden sich am besten an den anderen angepasst hat und ob das angesichts der Entwicklung der beiden überhaupt möglich war.

Der erste Kampf war extrem knapp und wurde nach Ansicht vieler Zuschauer lediglich durch einen Takedown in der letzten Runde entschieden, nachdem Johny Hendricks zuvor seine liebe Mühe damit hatte, Lawler auf den Boden zu befördern. Die restliche Kampfzeit über schenkten sich die beiden auf den Beinen nichts und landeten unzählige harte Schläge, die wohl viele andere Weltergewichte ins Reich der Träume geschickt hätten. Ob der Rückkampf in Las Vegas ein ähnliches Feuerwerk wird, oder sich einer der beiden einen deutlichen vorzeitigen Sieg holen kann? In wenigen Tagen werden wir es erfahren…

Anthony Pettis (c) vs. Gilbert Melendez
Auch im Co-Hauptkampf des Abends steht ein Titel auf dem Spiel: Anthony „Showtime“ Pettis (17-2) will nach fast eineinhalb Jahren Verletzungspause seinem Spitznamen wieder alle Ehre machen und seinen Gürtel gegen Gilbert „El Nino“ Melendez (22-3) zum ersten Mal verteidigen.

Zum letzten Mal war der spektakuläre Standspezialist im August 2013 bei UFC 164 im Octagon zu sehen, wo er Ex-Champion Ben Henderson mit einem Armbar in der ersten Runde besiegte. Zuvor hatte „Showtime“ sich diese Chance mit Siegen gegen Jeremy Stephens, Joe Lauzon und Donald Cerrone erarbeitet. Fragt man Pettis, was das Team der UFC-Countdown-Reihe getan hat, dann ist sein Kampfstil bestens auf Gilbert Melendez zugeschnitten, was am 6. Dezember auf einen weiteren Sieg hinauslaufen wird.

Sicher ist wohl, dass hier zwei völlig unterschiedliche Kämpfertypen aufeinandertreffen werden. Pettis holt gerne spektakuläre und oft völlig neuartige Techniken wie den berühmt-berüchtigten ‚Showtime-Kick’ aus dem Nichts hervor und nutzt die restlichen Disziplinen des Sports meist nur, wenn er dazu gezwungen wird. Die Mischung aus Unberechenbarkeit und technischer Präzision macht den Teamkollegen von Pascal Krauss dabei hochgefährlich.

Gilbert Melendez dagegen setzt selten zu spektakulären, selbstkreierten Manövern an, sorgt dafür aber gerne mit seinem entschlossenen Vorwärtsgang, Zähigkeit und seinen Fäusten für Chaos im Octagon. Damit ist er seit Jahren erfolgreich, so war er von 2009 an bis zur Schließung der Organisation im Jahr 2012 Leichtgewichtschampion bei Strikeforce. Einen Titelkampf gegen Ben Henderson verlor er im April 2013 haarscharf nach Punkten, einige Monate später kehrte er dafür in einem Kandidaten für den Kampf des Jahres mit einem Punktsieg gegen Diego Sanchez zurück.

Travis Browne vs. Brendan Schaub
Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, könnte Travis “Hapa” Browne (16-2-1) mittlerweile der UFC-Schwergewichtschampion sein. Ist es aber nicht, und so muss der schlagstarke Hawaiianer sich an diesem Wochenende erst einmal wieder beweisen. Im April traf Browne nach K.o.-Siegen gegen Gabriel Gonzaga, Alistair Overeem und Josh Barnett im Hauptkampf von UFC on Fox 11 auf Fabricio Werdum, musste sich jedoch nach fünf Runden einstimmig nach Punkten geschlagen geben. Werdum bekam anschließend seine Titelchance und ist nun der Interims-Champion des Schwergewichts.

Eine bittere Pille für Browne, der den Großteil dieses Kampfes mit einer ganzen Reihe an Verletzungen bestritt. Um schnellstmöglich wieder zurück in die Diskussion um einen Titelkampf zu kommen, muss er nun an Brendan „Big Brown“ Schaub (10-4) ein Exempel statuieren. Das gleiche gilt für Schaub, der in der UFC bisher sechs Mal gewinnen konnte, u.a. gegen Mirko CroCop, Lavar Johnson und Matt Mitrione, zuletzt jedoch einen ziemlich unspektakulären Kampf knapp nach Punkten an Andrei Arlovski verlor. Einen Aufbaukampf hat Schaub nach diesem Rückschlag nicht bekommen, tatsächlich stellt Browne mit seiner Schlagkraft eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Schaub dar, der drei seiner vier Niederlagen in der UFC durch K.o. erlitt.

Todd Duffee vs. Anthony Hamilton
Ebenfalls im Schwergewicht wird ein ehemals hoch gehandeltes Talent nach mehrjähriger Abstinenz ins Octagon zurückkehren. Todd Duffee (8-2) debütierte 2009 mit einem Sieben-Sekunden-Knockout gegen Tim Hague in der UFC, womit das damals ungeschlagene Talent den durch die fünf vorherigen vorzeitigen Siege generierten Hype weiter entfachte. Es folgte jedoch eine überraschende K.o.-Niederlage gegen Mike Russow, woraufhin er wegen Meinungsverschiedenheiten mit der UFC entlassen wurde.

Eine schnelle K.o.-Niederlage gegen Alistair Overeem und einen Sieg gegen Neil Grove später kehrte er Ende 2012 in die UFC zurück und schlug Philip De Fries technisch K.o. Seitdem hielten Duffee eine nicht näher beschriebene Verletzung sowie die Diagnose des Parsonage-Turner-Syndroms – eine Nervenentzündung im Arm – aus dem Octagon fern.

In Vegas wird er nun auf Anthony „Freight Train“ Hamilton (13-3) treffen. Der 34-Jährige gab im Juni sein UFC-Debüt, musste sich jedoch Alexey Oleinik durch Aufgabe geschlagen geben. Im August kehrte er dafür mit dem siebten Knockout-Sieg seiner Karriere zurück, als er Ruan Potts in der zweiten Runde mit Schlägen zum Körper auf die Bretter schickte.

Tony Ferguson vs. Abel Trujillo
UFC-Matchmaker Joe Silva wird schon wissen, warum er diesen Leichtgewichtskampf zwischen Tony „El Cucuy“ Ferguson (16-3) und Abel „Killa“ Trujillo (12-5-0(1)) als Eröffnungskampf des Hauptprogramms angesetzt hat – das Duell zwischen den beiden Leichtgewichten

Ferguson gewann 2011 mit einem K.o.-Sieg gegen Ramsey Nijem die 13. TUF-Staffel und wurde anschließend in der UFC lediglich von Michael Johnson geschlagen. Aaron Riley, Yves Edwards, Mike Rio, Katsunori Kikuno und Danny Castillo dagegen konnte „El Cucuy“ in der Zwischenzeit besiegen.

Nun soll gegen Abel Trujillo der vierte Sieg in Folge her, der seinerseits bereits drei Kämpfe in der UFC gewonnen hat, allesamt durch (T.)K.o. Lediglich Khabib Nurmagomedov musste der „Killa“ sich im vergangenen Jahr geschlagen geben, zuletzt sicherte er sich mit einem höchst spektakulären Knockout gegen Jamie Varner sowohl den Bonus für den „Knockout of the Night“ als auch den für den „Fight of the Night“.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 181: Hendricks vs. Lawler 2
Samstag, 6. Dezember 2014
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

Weltergewichtstitelkampf (ufc.tv)
Johny Hendricks (c) vs. Robbie Lawler

Leichtgewichtstitelkampf (ufc.tv)
Anthony Pettis (c) vs. Gilbert Melendez

Hauptprogramm (ufc.tv)
Travis Browne vs. Brendan Schaub
Todd Duffee vs. Anthony Hamilton
Tony Ferguson vs. Abel Trujillo

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Urijah Faber vs. Francisco Rivera
Eddie Gordon vs. Josh Samman
Corey Anderson vs. Justin Jones
Raquel Pennington vs. Ashlee Evans-Smith

Sergio Pettis vs. Matt Hobar
Alex White vs. Clay Collard