MMA

UFC 174: Johnson dominiert Bagautinov

UFC 174 - Johnson vs. Bagautinov (Foto: Zuffa LLC).

Soeben ist im kanadischen Vancouver UFC 174 zuende gegangen. Die elf Kämpfe des Events waren teils spektakulär, während andere den Erwartungen nicht ganz gerecht werden konnten. Wir haben die Ergebnisse für Euch zusammengefasst:

Demetrious Johnson vs. Ali Bagautinov
Um 6:15 Uhr deutscher Zeit begann schließlich der Hauptkampf zwischen Demetrious Johnson und Ali Bagautinov. Im Duell um den Fliegengewichtsgürtel startete Bagautinov zunächst verhalten und ließ Johnson um sich herumzirkeln. Erst nach einiger Zeit explodierte der Dagestani mit einer Kombination, traf jedoch nicht. Als sich der Kampf in den Clinch am Käfig verlagerte, konnte Johnson einige harte Kniestöße landen, bevor der Herausforderer die Runde mit einem spektakulären Takedown beendete.

In Runde zwei wurden beide etwas offener und erhöhten ihr Schlagvolumen, neben einigen von Johnsons Schlägen und einem Headkick Bagautinovs kam aber nicht allzu vieles durch – auch die zweiten fünf Minuten gingen an den Champion.

Im mittleren der fünf Durchgänge konnte man Johnson anmerken, dass er seinen Rhythmus gefunden hatte. Ausweichbewegungen und dynamische Attacken ließen seinen Vorsprung auf den Punktrichterzetteln anwachsen. Bagautinov konnte eine kleine Unaufmerksamkeit Johnsons ausnutzen und ihn auf die Matte slammen, kurze Zeit später hatte Johnson das Geschehen jedoch bereits wieder in der Hand.

Auch in Runde vier zeigte Johnson ein variables Offensiv-Arsenal und ließ dem Herausforderer  kaum eine Chance. Besonders mit Knie- und Ellbogenstößen aus dem Thai-Clinch hatte Johnson Erfolg, aber auch Schläge und Kicks ließen das Punktekonto des Champions weiter wachsen, sodass Bagautinov in der fünften Runde definitiv einen vorzeitigen Sieg brauchte, wenn er den Titel mit nach Russland nehmen wollte.

Die fünfte Runde verlief jedoch ähnlich wie die vorherigen, wenn auch mit mehr Zeit im Clinch. Von dort aus landete Johnson jedoch fleißig weiter Kniestöße zu Bagautinovs Körper und einige schöne Kicks. Nach 25 Minuten Kampfzeit gab es daher keinen Zweifel daran, wer Vancouver mit dem Fliegengewichtsgürtel verlassen würde.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (50:45, 50:45, 50:45): Demetrious Johnson

Rory MacDonald vs. Tyron Woodley
Im Co-Hauptkampf startete Rory MacDonald sehr aggressive gegen Tyron Woodley, dessen Blitz-Angriffen er mehrfach ausweichen konnte. Der sonst selbst sehr aggressive Woodley wirkte ungewohnt passiv und konnte von mehreren Takedownversuchen lediglich einen bis zum Ende durchführen.

Die zweite Runde startete Woodley zunächst etwas aktiver, verteidigte einen halbherzigen Takedownversuch MacDonalds und landete einige harte Lowkicks, verfiel danach jedoch wieder in den merkwürdig passiven Zustand, der ihn auch die zweite Runde kostete.

Erst zu Beginn des dritten und letzten Durchgangs machte Woodley Druck und reihte einige Kombinationen aneinander, baute dann allerdings wieder in kurzer Zeit stark ab, zeigte kaum Offensive und wurde letztendlich wieder zu Boden gebracht, wo der Kampf nach 15 Minuten endete.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (30:27, 30:27, 30:27): Rory MacDonald

Ryan Bader vs. Rafael Cavalcante
Bader und Cavalcante eröffneten ihren Halbschwergewichtskampf mit harten Schlägen und Kicks im Stand, bevor Bader das Geschehen auf den Boden verlagerte. „Feijao“ kam wieder auf die Beine, wurde vom erfahrenen Ringer aber wenig später erneut auf die Matte befördert, wo Bader am Ende der Runde ein hartes Knie zum Körper landen konnte.

In der zweiten Runde nahm „Darth“ Bader das Heft weiter in die Hand, landete im Stand Treffer zu Kopf und Körper und brachte den Kampf ohne größere Probleme auf die Matte.

Nach zwei offensichtlich verlorenen Runden machte Cavalcante zu Beginn des dritten Durchgangs ordentlich Druck mit seinen Fäusten, konnte Bader jedoch zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr bringen. Stattdessen wurde er erneut auf die Matte befördert und blieb dort bis zum Ende des Kampfes.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (30:27, 30:27, 30:27): Ryan Bader

Andrei Arlovski vs. Brendan Schaub
Zeit für die schweren Jungs: der Kampf zwischen Andrei Arlovski und Brendan Schaub begann verhalten – saubere Schläge konnte keiner der beiden landen, stattdessen spielten sich große Teile der Runde im Clinch am Käfigzaun ab.

In Runde zwei wurden beide etwas offener, trotzdem merkte man ihnen den Respekt vor der Schlagkraft des jeweils anderen an. Während Schaub es immer wieder mit einer einzelnen Rechten versuchte, war Arlovski etwas variabler in seiner Offensive, obwohl er ebenfalls nicht allzu oft durchkam.

Der dritte Durchgang verlief zunächst ähnlich, bis Schaub wohl realisierte, dass es bisher keinen klaren Sieger gab, einen Takedown durchbrachte und in Arlovskis Guard landete. Einige Minuten verbrachten die beiden in dieser Position, bevor der Kampf mit Schwingern im Stand endete und an die Punktrichter ging.
Sieger durch geteilten Punktentscheid (29:28, 28:29, 29:28): Andrei Arlovski

Ryan Jimmo vs. Ovince St. Preux
Zu Beginn des Hauptprogramms versuchten sowohl Ryan Jimmo als auch Ovince St. Preux zunächst, harte Schläge ins Ziel zu bringen, bevor Jimmo den Kampf an den Käfigzaun verlagerte. Etwa zur Hälfte der Runde konnte St. Preux sich lösen und das Duell wurde bis zum Rundende recht ausgeglichen im Stand weitergeführt.

Am Anfang der zweiten Runde nutzte „OSP“ einen Kick Jimmos zum Takedown und sicherte sich daraufhin den Rücken seines Gegners. Am Boden brach Jimmo den Kampf dann etwas überraschend selbst mit den Worten „Mein Arm ist gebrochen“ ab – wodurch die Verletzung zustande kam, war nicht ersichtlich.
Sieger durch T.K.o. (verbale Aufgabe) nach 2:10 Min. in Runde 2: Ovince St. Preux

Vorprogramm:

Daniel Sarafian vs. Kiichi Kunimoto
Im letzten Vorkampf stieg der Brasilianer Daniel Sarafian zum ersten Mal als Weltergewicht ins Octagon. Den gewünschten Erfolg brachte der Wechsel in Vancouver jedoch nicht, denn Sarafian wurde bereits nach kurzer Zeit von Kunimoto zu Boden gebracht, wo der Japaner zum Rear Naked Choke ansetzte und Sarafian so zum Abklopfen brachte.
Sieger durch Aufgabe (Rear Naked Choke Choke) nach 2:53 Min. in Runde 1: Kiichi Kunimoto

Valérie Létourneau vs. Elizabeth Phillips
Im einzigen Frauenkampf des Abends lieferten Valérie Létourneau und Elizabeth Phillips sich ein ausgeglichenes Duell im Stand, in dem neben einiger Kicks vor allem jede Fäuste flogen. Létourneau nahm dabei den größeren Anteil des Schadens mit und beendet die Runde mit einer großen Schwellung an ihrem ziemlich blauen linken Auge.

In Runde zwei machten die beiden da weiter, wo sie am Ende der ersten aufgehört hatten. Trotz ihres mittlerweile beinahe komplett zugeschwollenen Auges nahm Létourneau das Heft in die Hand und traf die gesamten fünf Minuten über öfter und sauberer.

Auch im dritten Durchgang versuchte es Phillips mit harten Schlägen, während Létourneau mit Volumen punktete und ihren Vorsprung auf den Punktrichterkarten fünf weitere Minuten lang ausbauen konnte.
Siegerin durch geteilten Punktentscheid (28:29, 29:28, 29: 28): Valérie Létourneau

Yves Jabouin vs. Mike Easton
Dieser Bantamgewichtskampf begann etwas ungewöhnlich – nach einem versehentlichen Stich in Eastons Auge traf der „Hulk“ seinen Gegner mit zwei harten Rechten, die den Stand-Spezialisten Jabouin zum Takedown veranlassten. Einige Minuten lang konnte dieser seinen Gegner auf dem Boden halten, bevor es zurück auf die Beine ging. Einen Takedown Eastons später endete die Runde im Stand.

In Runde zwei drehte Jabouin auf – Eastons Takedowns konnte er stoppen, dafür seine eigenen anbringen und im Stand ein Arsenal an harten, variablen Tritten und Schlägen ins Ziel bringen.

In der dritten Runde versuchte ein sichtlich frustrierter Easton, Jabouin um jeden Preis auszuknocken, landete jedoch erneut auf dem Boden. Wenige Minuten vor Ende des Kampfes drehte er die Position mit einem Kimura-Versuch, hatte jedoch nicht mehr genug Kraft übrig, um den Griff komplett durchzubringen, sodass der Kampf nach 15 unterhaltsamen Minuten an die Punktrichter übergeben wurde.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (29:28, 29:28, 29:28): Yves Jabouin

Kajan Johnson vs. Tae Hyun Bang
Im Leichtgewicht lieferten sich Kajan Johnson und Tae Hyun Bang einen äußerst unterhaltsamen Kampf, in dem beide Sportler ihre Momente hatten. Die erste Runde verlief relativ ausgeglichen, wobei Johnson mehr Schläge anbringen konnte, allerdings von einer harten Linken durchgerüttelt wurde und aus einem Guillotine Choke entkommen musste.

Auch in Runde zwei brachte Bang seinen Gegner mit einem harten Schlag in Schwierigkeiten, der den Kampf auf den Boden verlagerte, dann jedoch gesweeped wurde, bevor es im Stand weiterging. Zur Hälfte der Runde waren beide Kämpfer am bluten und wirkten etwas müde, sodass sich das Tempo etwas verringerte.

Im dritten Durchgang boxten beide zunächst etwas, bevor Bang einen Headkick Johnsons abfing und mit einer hammerharten Rechten konterte, die Johnson auf die Bretter gehen ließ, wo der Koreaner auf Folgeschläge verzichten konnte.
Sieger durch K.o. (Schlag) nach 2:01 Min. in Runde drei: Tae Hyun Bang

Roland Delorme vs. Michinori Tanaka
Dieser Bantamgewichtskampf begann zunächst verhalten. Gerade, als die Stimmung im Publikum zu kippen drohte, schlug Delorme seinen Gegner dann jedoch nieder und folgte auf den Boden, wo Tanaka jedoch nach kurzer Zeit in der Oberlage landete, die er bis zum Ende der Runde auch nicht mehr abgab.

Auch der zweite Durchgang begann verhalten, da Tanaka die meiste Zeit über von Delorme wegzirkelte. Wie aus dem nichts brachte der Japaner dann jedoch einen Takedown durch und verbrachte auch den Großteil der zweiten Runde in der Oberlage.

Im dritten Durchgang versuchte Delorme, eine weitere derart einseitige Runde durch einen etwas tieferen Stand als zuvor zu verhindern, der japanische Judoka beförderte ihn nach kurzer Zeit jedoch erneut spektakulär auf die Matte. Zwar konnte Delorme kurzzeitig die Position drehen, lag kurz darauf jedoch erneut auf dem Rücken und wurde dort bis zum Kampfende von Tanaka kontrolliert.
Sieger durch einstimmigen Punktentscheid (30:27, 30:27, 30:27): Michinori Tanaka

Jason Saggo vs. Josh Shockley
Im ersten Kampf des Abends sicherte sich der Kanadier Jason Saggo vor heimischer Kulisse einen beeindruckenden Sieg. Nach einer sehr kurzen Abtastphase im Stand brachte er seinen Gegner zu Boden und arbeitete dort mit Groundandpound und Submission-Versuchen, vor allem aber mit beeindruckender Positionskontrolle. Shockley kam zwar zwischenzeitlich wieder auf die Beine, musste aber wenige Sekunden später bereist auf dem Boden wieder eine Menge Schläge einstecken, die den Ringrichter zum Eingreifen brachte.
Sieger durch T.K.o. (Schläge) nach 4:57 Min. in Runde 1: Jason Saggo

Anbei alle Ergebnisse im Überblick:

UFC 174: Johnson vs. Bagautinov
14. Juni 2014

Vancouver, British Columbia, Kanada

UFC-Titelkampf im Fliegengewicht
Demetrious Johnson bes. Ali Bagautinov einstimmig nach Punkten (50:45, 50:45, 50:45)

Rory MacDonald bes. Tyron Woodley einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Ryan Bader bes. Rafael Cavalcante einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Andrei Arlovski bes. Brendan Schaub geteilt nach Punkten (29:28, 28:29, 29:28)
Ovince St. Preux bes. Ryan Jimmo via T.K.o. (verbale Aufgabe) nach 2:10 in Runde 2

Vorprogramm:
Kiichi Kunimoto bes. Daniel Sarafian via Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 2:52 Min. in Runde 1
Valérie Létourneau bes. Elizabeth Phillips geteilt nach Punkten (28:29, 29:28, 29:28)
Yves Jabouin bes. Mike Easton einstimmig nach Punkten (29:28, 29:28, 29:28)
Tae Hyun Bang bes. Kajan Johnson via K.o. (Schläge) nach 2:01 Min. in Runde 2
Michinori Tanaka bes. Roland Delorme einstimmig nach Punkten (30:27, 30:27, 30:27)
Jason Saggo bes. Josh Shockley via T.K.o. (Schläge) nach 4:57 Min. in Runde 1