MMA

TUF: Smashes endet am Freitag mit einem Knall

Die UFC schlägt ihre Zelte erstmals im australischen Queensland auf.

Die zweite internationale “Ultimate Fighter”-Staffel ist vorüber, und am Freitag werden im australischen Gold Coast ein weiteres Mal vier Finalisten in zwei Gewichtsklassen um den begehrten UFC-Vertrag über sechs Kämpfe antreten.

Außerdem werden mit George Sotiropoulos und Ross Pearson die beiden Trainer der Staffel ihre Differenzen im Octagon beilegen, nachdem im Mittelgewicht mit Hector Lombard und Rousimar Palhares zwei brandgefährliche Fanlieblinge das Hauptprogramm eröffnet haben.

In Deutschland kann der gesamte Event auf ufc.tv verfolgt werden.

George Sotiropoulos vs. Ross Pearson
Weder George Sotiropoulos (14-4), noch Ross “The Real Deal” Pearson (13-6) haben im Laufe der Staffel versucht, ein Geheimnis aus ihrer gegenseitigen Abneigung zu machen. Schon nach den ersten Episoden war die Spannung zwischen den beiden deutlich zu spüren, und nach Monaten des Wartens werden sich die Trainer der „TUF: The Smashes“-Staffel an diesem Wochenende nun im Octagon wiedertreffen.

Beide befinden sich zurzeit in einer eher unsteten Position innerhalb des UFC-Leichtgewichtskaders. Sotiropoulos bewegte sich vor zwei Jahren noch auf einem scheinbar sicheren Weg in Richtung Titelkampf, traf dann allerdings auf Dennis Siver und musste diese Träume nach fünfzehn mehr oder weniger chancenlosen Kampfminuten begraben. Der klaren Punktniederlage folgte einige Monate später eine schnelle K.o.-Niederlage gegen Rafael dos Anjos, und seitdem haben Verletzungen den Australier daran gehindert, erneut sein Glück im Käfig zu versuchen. 

Auch Pearson trat schon gegen Dennis Siver an, konnte ihn aber knapp nach Punkten besiegen. Dieser Erfolg markierte allerdings auch das Ende einer vier Kämpfe andauernden Siegesserie, denn mir einer vorzeitigen Niederlage gegen Cole Miller im September 2010 begann für den jetzt in den USA lebenden Engländer eine weniger erfolgreiche Zeit. Mit Siegen gegen Spencer Fisher und Junior Assuncao sowie einer knappen „Fight of the Night“-Niederlage gegen Edson Barboza erlitt Pearson während dieser Monate zwar keinen Absturz, eine T.K.o.-Niederlage gegen Cub Swanson im vergangenen Juni warf dann aber doch einige Fragen auf. Mit drei Niederlagen in seinen letzten fünf Kämpfen steht Pearson am Freitag ordentlich unter Zugzwang, wenn er seinen eigenen Anspruch an seine Position in der Gewichtsklasse halten und dort nicht in die Bedeutungslosigkeit abrutschen will.

Robert Whittaker vs. Brad Scott
Das Weltergewichtsfinale der “Smashes”-Staffel wird, ganz im Sinne des Erfinders, zwischen zwei Repräsentanten der gegnerischen Teams ausgetragen werden. Für Australien wird am Freitag Robert Whittaker (9-2) in den Käfig steigen, wo mit Brad Scott (8-1) bereits ein Vertreter der etwas kleineren Insel auf ihn warten wird.

Whittaker fiel während der Staffel wegen seiner ruhigen Art in Anwesenheit einiger eher lauter Charaktere zunächst kaum auf, brachte seinen Namen allerdings im Laufe der Ereignisse spektakulär mit zwei K.o.-Siegen ins Spiel. Scott bahnte sich zwar mit zwei recht engen Punktentscheidungen einen etwas steinigeren Weg in den kommenden Kampf, kann damit aber mehr Erfahrung im Octagon aufweisen als Whittaker, der dort bisher lediglich 96 Sekunden verbracht hat.

Colin Fletcher vs. Norman Parke
Colin “Freakshow” Fletcher (8-1) machte seinem Namen während der aktuellen Staffel alle Ehre - von Nacktauftritten bis hin zu Wasabi-Wettkämpfen sorgte er immer für gute Unterhaltung und eine gepflegte Prise Wahnsinn. Auch im Octagon konnte er allerdings überzeugen, und so wird er am Freitag erneut seine undefinierbaren Triebe für 15 Minuten unterdrücken müssen, um sich die größte Chance seiner bisherigen Karriere nicht durch die Finger gleiten zu lassen. Ihm gegenüber steht dabei mit Norman Parke (16-2) ein Landsmann und damit Teammitglied, der zwar keine derart farbenfrohe Persönlichkeit gezeigt hat, dafür aber im Octagon seine Fähigkeiten präsentierte und mit zwei dominanten Siegen ins Finale eingezogen ist.

Hector Lombard vs. Rousimar Palhares
Eröffnet wird das Hauptprogramm von zwei Mittelgewichtlern, die beide zu den Kämpfern gehören, gegen die kaum jemand freiwillig in den Käfig steigen will. Bei Hector „Lightning“ Lombard (31-3-1(1)) liegt diese einschüchternde Aura vor allem an seiner Aggressivität und der damit einhergehenden, brutalen K.o.-Power, die zusammen bereits für ganze 17 Siege durch (T.)K.o. gesorgt haben. Rousimar „Toquinho“ Palhares (14-4) dagegen ist hauptsächlich für sein Brazilian Jiu Jitsu bekannt, und dort vornehmlich für seine gefährlichen Bein- und Kniehebel, die schon so manchen Gegner mit schmerzverzerrtem Gesicht für einige Tage in den Rollstuhl gezwungen haben.

In diesem Jahr lief es allerdings für beide nicht allzu gut. Während Palhares im Mai von Alan Belcher in seiner Paradedisziplin ausgehebelt und am Boden T.K.o. geschlagen wurde, verlor Lombard im Juli sein UFC-Debüt auf äußerst unspektakuläre Weise via geteiltem Punktentscheid gegen Tim Boetsch. Nun bekommen beide die Chance, das auslaufende Jahr mit einer guten Leistung doch noch zu retten.

Vorprogramm:
Kurz vor Beginn des Hauptprogramms wird der frühere Titelkandidat Chad “Money” Mendes (12-1) ins Octagon zurückkehren und dort auf den UFC-Neuling Yaotzin Meza (19-7) treffen. Mendes hatte nach seinem nicht sehr hart umkämpften 30-Sekunden-Sieg gegen Cody McKenzie im vergangenen Juli zwar einen bekannteren Gegner gefordert und mit dem zuletzt sehr erfolgreichen Brasilianer Hacran Dias auch bekommen, da dieser allerdings am Montag abgesagt hat, muss Mendes sich hier erneut mit einem Gegner begnügen, dessen Name kaum jemandem etwas sagen wird.

Zuvor wird es im Halbschwergewicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer wahren Schlacht kommen, wenn Igor „The Duke“ Pokrajac (25-9) und Joey „The Mexicutioner“ Beltran (14-8) in der Mitte des Käfigs kollidieren. Beide sind vornehmlich dafür bekannt, nach Ertönen der Ringglocke ordentlich die Fetzen fliegen zu lassen, und mit Niederlagen in ihren jeweils letzten Kämpfen dürfte am Freitag noch eine extra Portion Motivation für beide die Begegnung anheizen.

Im Weltergewicht wird Mike Pierce (15-5), gerade von seinem K.o.-Sieg gegen Aaron Simpson im Oktober kommend, gegen den ebenfalls in seinen letzten Kämpfen sehr beeindruckenden Seth Baczynski (17-6) treffen. Während Pierce im Falle eines Sieges drei Erfolge nacheinander vorweisen könnte, wäre es für Baczynski sogar der siebte aufeinanderfolgend gewonnene Kampf.

Die Kämpfe Nummer zwei und drei auf dem Programm wurden an Teilnehmer der „Ultimate Fighter“-Staffel vergeben. Nachdem mit Brendan Loughnane (5-0) und Mike „The Warrior“ Wilkinson (7-0) im Leichtgewicht zwei Briten einen Sieger unter sich ausgemacht haben, werden im Weltergewicht mit Ben „Benny Blanco“ Alloway (12-3) und Manuel „Chalate“ Rodriguez (9-3) zwei Australier ins Octagon steigen.

Den ersten UFC-Kampf außerhalb Sydneys werden die beiden Halbschwergewichtler Nick Penner (11-2) und Cody Donovan (7-2) bestreiten. Penner gab sein Debüt im Februar gegen Anthony Perosh, verlor allerdings durch T.K.o. in Runde eins. Gegen den UFC-Neuling Donovan bekommt er nun die Gelegenheit, seine Zukunft im Octagon in trockene Tücher zu bringen.

Anbei alle Kämpfe im Überblick:

UFC on FX: Sotiropoulos vs. Pearson
Sa., 15.12.2012
Gold Coast Convention and Exhibition Centre in Gold Coast, Australien

Hauptprogramm (ufc.tv)
George Sotiropoulos vs. Ross Pearson
Robert Whittaker vs. Brad Scott
Colin Fletcher vs. Norman Parke
Hector Lombard vs. Rousimar Palhares

Vorprogramm (ufc.tv)
Chad Mendes vs. Yaotzin Meza
Igor Pokrajac vs. Joey Beltran
Mike Pierce vs. Seth Baczynski
Ben Alloway vs. Manuel Rodriguez
Brendan Loughnane vs. Mike Wilkinson
Nick Penner vs. Cody Donovan