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TUF 17 endet am Samstag mit Urijah Hall vs. Kelvin Gastelum

Urijah Faber und Scott Jorgensen bestreiten einen der beiden Top-Kämpfe des Abends.

Urijah Hall trifft im Finalkampf der 17. "The Ultimate Fighter"-Staffel auf Kelvin Gastelum – damit hat zwar niemand gerechnet, basierend auf den Leistungen der beiden während der Staffel ist dies allerdings der einzig logische Abschlusskampf – die zwei stärksten Kämpfer einer hochkarätigen Staffel treten nun um den „Ultimate Fighter“-Titel an.

Doch nicht nur den beiden TUF-Veteranen steht an diesem Wochenende eine große Chance bevor. Auch Urijah Faber und Scott Jorgensen werden am Wochenende versuchen, einen weiteren, wichtigen Schritt auf dem Weg zum Titelkampf zu machen. Beide kennen sich seit langem, sind gut befreundet und haben nach kurzer Beratung beschlossen, dass sie sich gegenseitig ins Gesicht schlagen wollen, bis sich der bessere Kämpfer herausgefiltert hat - damit sollten alle Zutaten für einen tollen Kampf bereitstehen.

Wie üblich, kann das Haupt- und der zweite Teil des Vorprogramms von Fans in Deutschland kostenlos auf ufc.tv verfolgt werden, während die offizielle Facebook-Präsenz der UFC die ersten drei Vorkämpfe überträgt.

Urijah Faber vs. Scott Jorgensen
Eigentlich hätten Fliegengewichtschampion Demetrius Johnson und John Moraga am 13. April den ersten während eines TUF-Finales ausgetragenen UFC-Titelkampf bestreiten sollen, Johnson verletzte sich jedoch und verschob die Ansetzung damit unfreiwillig nach hinten. Glücklicherweise dauerte es nicht lange, bis mit Urijah „The California Kid“ Faber (27-6) und Scott „Young Guns“ Jorgensen (14-6) ein mindestens gleichwertiger Ersatz gefunden wurde.

Faber kann mit einem Sieg gegen Jorgensen den zweiten Erfolg in weniger als zwei Monaten einfahren, nachdem er bei UFC 157 bereits Ivan Menjivar in der ersten Runde per Rear Naked Choke zur Aufgabe gebracht hat. Mit dem Erfolg gegen Menjivar setzte Faber eine verzwickte Serie fort, während der er jeden Kampf gewinnen konnte, in dem kein Gürtel auf dem Spiel stand, das Octagon nach Titelkämpfen jedoch regelmäßig als Verlierer verließ. Nach dieser Logik müsste Faber nun gegen seinen ehemaligen Protegé Jorgensen gewinnen und in einigen Monaten gegen den Gewinner des Kampfes zwischen Renan Barao und Eddie Wineland den Kürzeren ziehen. Ob das tatsächlich so geschehen wird? Lassen wir uns überraschen.

Jorgensen hatte, im Gegensatz zu Faber, eine etwas längere Verschnaufpause: Bei UFC on Fox 5 im vergangenen Dezember sicherte er sich mit einem Aufgabesieg gegen John Albert nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen nicht nur seine UFC-Karriere, sondern mit den Boni für den Kampf- sowie den Aufgabesieg des Abends einen saftigen Gehaltscheck. Außerdem katapultierte sich der 30-Jährige ehemalige WEC-Titelherausforderer damit vom Eröffnungskampf in den Hauptkampf und entfernt sich weiter von der kleinen Krise, die bittere Niederlagen gegen Renan Barao und Eddie Wineland ausgelöst haben. Falls er gegen Faber gewinnen sollte, befindet er sich sogar auf dem richtigen Weg zu einem zweiten Kampf mit einem seiner beiden Rivalen.

Urijah Hall vs. Kelvin Gastelum
Dana White übertreibt gern und oft, aber mit der Aussage, er sei auf diesen Finalkampf so gespannt wie seit langem nicht mehr auf einen Staffelabschluss, steht er wohl nicht ganz alleine dar. Am Ende einer actiongeladenen Staffel, die mit hohem kämpferischen Niveau, spannenden Kämpfen und einer ganzen Menge Knockouts punkten konnte, ist es mehr als sonst noch eine Leistung für sich, es überhaupt in das Finale zu schaffen. Mit Urijah „Prime Time“ Hall (7-2) und Kelvin Gastelum (5-0) dürfte man zwei der stärksten Kämpfer des Staffel-Kaders herausgefiltert haben, und an diesem Wochenende werden die beiden um das noch vakante Sahnekrönchen des TUF-Formats antreten.

Hall besticht mit brillanter Athletik, spektakulären Techniken, beeindruckenden Resultaten und damit einhergehend schlicht und einfach mit einer absolut Respekt einflößenden Aura. Selbst Dylan Andrews, der erwiesenermaßen eine Menge einstecken kann, war kaum in der Lage, irgendeine Art von Offensive gegen den New Yorker zustande zu bringen, bevor er schließlich in Runde zwei vom auf dem Rücken liegenden Hall T.K.o. geschlagen wurde. Dieser Sieg folgte auf einen Neun-Sekunden-Knockout gegen „Bubba“ McDaniel, der seinerseits auf einen der spektakulärsten Kick-Knockouts in jüngerer Vergangenheit, gegen Adam Cella, folgte.

Während Hall im Laufe der Staffel also das Haus in Angst und Schrecken versetzte, flog einer seiner Teamkameraden konstant unter dem Radar: Kelvin Gastelum wurde zusammen mit Dylan Andrews als einer der letzen beiden übrig gebliebenen Kämpfer in eines der Teams gewählt. Genau wie Andrews gelang es dem 21-Jährigen Gastelum allerdings, mit einer Mischung aus Gelassenheit, Willenskraft und harten Fäusten, einen Gegner nach dem anderen aus dem Weg zu räumen und sich bis Schritt für Schritt eine Runde weiter zu kämpfen: Gastelum gewann alle seine Kämpfe als Underdog innerhalb der ersten beiden Runden und steht nun im größten Kampf seiner bisherigen Karriere. Kann er die ziemlich eindeutigen Prognosen der Buchmacher widerlegen und zum jüngsten „Ultimate Fighter“-Gewinner aller Zeiten werden? Am Wochenende werden wir es erfahren…

Miesha Tage vs. Cat Zingano
Nach dem hochdramatischen Titelkampf zwischen Ronda Rousey und Liz Carmouche steht nun der erst zweite Frauenkampf überhaupt in der Geschichte der UFC an: Miesha „Cupcake“ Tate (13-3) und Cat „Alpha“ Zingano (7-0) haben die Ehre ihn auszutragen. Dabei steht viel auf dem Spiel, denn die Gewinnerin dieser Ansetzung darf sich nicht nur über einen gelungenen Einstand im Octagon und den wahrscheinlich größten Gehaltsscheck ihrer bisherigen Karriere freuen, sondern auch auf einen neuen Sommer-Job als Trainerin der 18. TUF-Staffel, für die bereits Bantamgewichtschampionesse Ronda Rousey als erster Teil des Trainerteams angekündigt wurde.

Zunächst heißt das Tagesziel für Miesha Tate und Cat Zingano allerdings, ihre aktuellen Gegnerinnen zu besiegen, und das dürfte für keine der beiden ein Zuckerschlecken werden. Tate, die ehemalige Strikeforce-Bantamgewichtschampionesse, verlor ihren Titel vor etwas mehr als einem Jahr gegen jene Ronda Rousey, gegen die sie im Falle eines Sieges bald erneut antreten könnte. Motivation sollte für die 26-Jährige also nicht das Problem sein.
Für Zingano wird Motivation allerdings wohl auch kein störender Faktor sein, denn für die noch ungeschlagene Black House MMA-Kämpferin ist die etablierte Tate die bisher mit Abstand prestigeträchtigste Gegnerin. Ein Sieg würde mehr Medienpräsenz, bessere Bezahlung, einen hochkarätigen Kampf gegen Rousey sowie einen Posten als erste TUF-Trainerin überhaupt bedeuten – auch im zweiten UFC-Frauenkampf ist sowohl Risiko als auch Lohn beachtlich.

Travis Browne vs. Gabriel Gonzaga
Abgerundet wird das Programm von zwei schlagstarken Schwergewichtlern. Der 2,01 Meter große Hawaiianer Travis „Hapa“ Browne (13-1-1) genoss im Laufe der ersten beiden Jahre seiner UFC-Karriere eine beeindruckende Siegesserie, der u.a. Stefan Struve, Rob Broughton und Chad Griggs zum Opfer fielen. Scheinbar kurz vor einem Titelkampf stehend, verlor er überraschenderweise seinen letzten Kampf gegen Antonio „Big Foot“ Silva durch T.K.o., nachdem er sich bei einem Kick eine Knieverletzung zuzog und nach einigen wackligen, einbeinigen Minuten vom brasilianischen Hünen über den Haufen gerannt wurde.

Gabriel „Napao“ Gonzaga (14-6) dagegen brachte seine MMA-Karriere in letzter Zeit wieder auf die Spur, nachdem im Jahr 2010 einige aufeinanderfolgende Niederlagen zu seiner Entlassung geführt hatten. Einen Sieg in einer kleineren Organisation später bekam er die Möglichkeit, als kurzfristiger Ersatz ins Octagon zurückzukehren - „Napao“ machte das Beste aus dieser Chance, besiegte Ednaldo Oliveira sowie Ben Rothwell vorzeitig und steht nun zum ersten Mal seit Jahren wieder auf einem UFC-Hauptprogramm.

Robert McDaniel vs. Gilbert Smith
Das Hauptprogramm wird von zwei Mitgliedern aus Jon Jones Team eröffnet. Robert McDaniel (20-6), von seinen Freunden und dem Rest der Welt nur „Bubba“ genannt, wird im Mandalay Bay Events Center auf Gilbert Smith (5-1) treffen. „Bubba“ ging als einer der Favoriten in die Show, konnte sein angepriesenes Talent allerdings nicht ausleben, galt nach einigen emotionalen Ausbrüchen als  unsteter Charakter und schloss die Staffel schließlich ziemlich glanzlos als drittes Opfer von Urijah Hall ab, der ihn in nur neun Sekunden so übel zurichtete, als hätten die beiden in einem 25-Minütigen Titelkampf gestanden.

Smith dagegen war während der Ausstrahlung der Show trotz einer ausgeprägten Spaßvogel-Mentalität kaum präsent – bereits  in der Eröffnungsrunde wurde er auf Luke Barnatt angesetzt, lief jedoch bei einem Takedown-Versuch in ein eingesprungenes Knie des Briten und landete Sekundenbruchteile später rücklings auf der Matte.

Vorprogramm (ufc.tv)
Der Rest der TUF 17-Teilnehmer wird auf dem Vorprogramm einen Platz und damit eine Chance finden, sich trotz des Ausscheidens aus dem Turnier in den Kader der UFC zu kämpfen. Josh Samman (9-2), der für sein beidhändiges Ground and Pound, den „Samman Smash“, bekannte Halbfinalist aus Jon Jones Team, wird im letzten Vorkampf auf Kevin Casey (5-2) treffen. Casey schied in der ersten Runde aus und bekam einen Platz auf der Wild Card, nur, um nach einem Nierenversagen gegen „Bubba“ McDaniel zu verlieren. Gegen Samman steht Casey nun erneut einem Favoriten gegenüber.

Zuvor wird der mit fast zwei Metern für einen Mittelgewichtler sehr große Brite Luke „Bigslow“ Barnatt (5-0) auf Team Jones-Kämpfer Collin Hart (4-1-1) treffen. Barnatt ging, nicht zuletzt wegen seiner beeindruckenden Physis, als einer der Favoriten in die Staffel und schlug sich beachtlich, kam allerdings letztlich nicht gegen Dylan Andrews Schlag- und Willensstärke an -  in der dritten Runde ihres Kampfes wurde er von Andrews auf die Bretter geschickt und schied damit aus dem Turnier aus. Hart kämpfte sich ebenfalls ins Viertelfinale vor, versuchte dann allerdings gegen Kelvin Gastelum sein Glück im Stand, was lange vor Ende der ersten Runde mit einem krachenden K.o.-Schlag endete, der Hart umstandslos zu Boden gehen ließ.

Ebenfalls auf dem Vorprogramm kommt es zur Kollision zweier gegensätzlicher Kampfstile. Während Halbfinalist Dylan „The Villain“ Andrews (15-4) meist versucht, den Kampf im Stand zu halten oder notfalls sein Ringen auszuspielen, ist Jimmy „Crash“ Quinlan (3-0) ein versierter BJJ-Kämpfer, der in diesem Kampf sicherlich nichts von den harten Händen des im MMA mehr als sechs Mal so erfahrenen Andrews wissen will und mit einiger Wahrscheinlichkeit recht schnell an den Takedown gehen wird.

Eröffnet wird das TUF 17-Revival auf dem Vorprogramm vom ehemaligen Boxer und Team Jones-Mitglied Clint Hester (7-3) und TUF 16-Teilnehmer Bristol Marunde (12-7). Während Hester in der aktuellen Staffel bis ins Viertelfinale kam, wo er von Jimmy Quinlan zur Aufgabe gebracht wurde, machte Marunde sich während der vorherigen Staffel viele Freunde, indem er den etwas zu sehr aus der Reihe tanzenden Julian Lane aus dem Turnier eliminierte. Obwohl er es nicht bis ins Finale seiner Staffel geschafft hat, bekommt er als einer der wenigen TUF 16-Teilnehmer an diesem Wochenende eine Chance auf einen Vertrag mit der UFC.

Vorprogramm (Facebook)
In den ersten drei Kämpfen wird kein aus der 17. TUF-Staffel bekanntes Gesicht auftauchen. Stattdessen werden einige bereits etablierte Kämpfer im via Facebook übertragenen Teil des Programms aufeinandertreffen. Cole „Magrinho“ Miller (18-7) beispielsweise wird im Federgewicht auf Bart „Bartimus“ Palaszewski (36-16) treffen. Beide hatten einigen Erfolg in ihren Karrieren, mussten in jüngerer Vergangenheit allerdings mehrere Niederlagen einstecken und dürften damit nur einen weiteren Misserfolg von einer Entlassung entfernt sein.

Gleiches könnte für Justin „The American Kid“ Lawrence (4-1) und Daniel „The Pit“ Pineda (17-9) gelten, die ebenfalls im Federgewicht antreten. Beide wurden in ihrem jeweils letzten Kampf ausgeknockt und brauchen dringend einen Sieg.

Komplettiert wird das Federgewichtstrio auf den Facebook-Vorkämpfen von Sam Sicilia (11-2) und Maximo „Maxi“ Blanco (8-4-1). Auch diese beiden könnten nur eine weitere Niederlage von einer Entlassung entfernt sein. Im Hinblick auf die Tendenz der beiden zum Standkampf und dem Dampf in ihren Fäusten ist es nicht unwahrscheinlich, dass die UFC-Karriere für einen von ihnen am Wochenende buchstäblich vorzeitig beendet werden könnte.

Anbei das gesamte Programm:

The Ultimate Fighter: Team Jones vs. Team Sonnen Finale
Samstag, 13. April 2013
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

Hauptprogramm (ufc.tv)
Urijah Faber vs. Scott Jorgensen
Kelvin Gastelum vs. Urijah Hall
Miesha Tate vs. Cat Zingano
Travis Browne vs. Gabriel Gonzaga
Robert McDaniel vs. Gilbert Smith

Vorprogramm (ufc.tv)
Josh Samman vs. Kevin Casey
Luke Barnatt vs. Collin Hart
Dylan Andrews vs. Jimmy Quinlan
Clint Hester vs. Bristol Marunde

Vorprogramm (Facebook)
Cole Miller vs. Bart Palaszewski
Justin Lawrence vs. Daniel Pineda
Sam Sicilia vs. Maximo Blanco