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Tibau, Dunham, Woodley, Edwards u.v.m.

Ein starkes Vorprogramm leitet den großen Super-Kampf zwischen José Aldo und Frankie Edgar ein.

Traditionsgemäß wird die UFC passend zum großen Super Bowl-Wochenende in den USA auch selbst wieder eine hochkarätige Veranstaltung abhalten, die die momentan wegen des Football-Spektakels besonders große Sportbegeisterung der Amerikaner ausnutzen soll.

Da das Hauptprogramm mit Kämpfern wie José Aldo, Frankie Edgar, Alistair Overeem, Rashad Evans, Ian McCall und vielen weiteren bekannten Gesichtern schnell vollgepackt wurde, mussten einige weitere etablierte Kämpfer auf das Vorprogramm ausweichen. Der Qualität der einleitenden Kämpfe tat das natürlich keinen Abbruch, und so darf man an diesem Wochenende Kämpfer wie Tyron Woodley, Evan Dunham, Gleison Tibau oder Yves Edwards noch vor den ganz großen Stars bewundern.

Die ersten beiden Vorkämpfe können in Deutschland auf der offiziellen Facebook-Präsenz der UFC verfolgt werden, während die restlichen vier ihren Sendeplatz auf ufc.tv gefunden haben.

Gleison Tibau vs. Evan Dunham
Gleison Tibau (26-8) ist so etwas wie der ultimative „Gatekeeper“ der Leichtgewichtsklasse. Wer an ihm vorbeikommt, macht sich damit einen soliden Namen, alle anderen dürfen sich erstmal wieder zu den Facebook-Vorkämpfen verabschieden. Tibau selbst hat meist wenige Probleme mit durchschnittlichen Kämpfern, scheitert aber regelmäßíg an den Hochkarätern unter den Leichtgewichtlern. So führt seine Bilanz neben Siegen gegen Francisco Trinaldo, Rafaello Oliveira und Kurt Pellegrino in unregelmäßigen Abständen Niederlagen gegen Kämpfer wie Jim Miller und den zurzeit Schlagzeilen schreibenden Russen Khabib Nurmagomedov auf.

Aus diesem Grund ist die Ansetzung gegen Evan „3D“ Dunham (13-3) sehr interessant, denn ihn kann man kaum in eine bestimmte Kategorie einordnen, was Ranglisten und Status angeht – nach diesem Kampf dürfte sich das ändern.
Dunham galt lange als eines der vielversprechendsten Talente im Leichtgewicht, bis aufeinanderfolgende Niederlagen gegen Sean Sherk und Melvin Guillard den über Jahre aufgebauten guten Ruf innerhalb weniger Monate zerstörten. Auf dringend benötigte Siege über Shamar Bailey und Nik Lentz folgte im September 2012 dann eine weitere Niederlage, gegen TJ Grant. Dieser Kampf, den die Punktrichter nach drei sehr spannenden Runden etwas umstritten an Grant gaben, war allerdings so unterhaltsam, dass ihn der Misserfolg nicht allzu weit zurückgeworfen haben sollte – aus diesem Grund trifft er nun wohl auf Tibau, der im Gegensatz zu ihm seinen letzten Kampf gewonnen hat.

Tyron Woodley vs. Jay Hieron
In diesem Weltergewichtskampf werden zwei Strikeforce-Veteranen aufeinandertreffen. Tyron „T-Wood“ Woodley (10-1) war zum letzten Mal im Juli des vergangenen Jahres aktiv zu sehen, als er gegen Nate Marquardt um den vakanten Weltergewichtsgürtel von Strikeforce antrat. In einem starken Kampf hatte Woodley seine Momente, ging aber schlussendlich in Runde vier schwer getroffen zu Boden und musste seine Titelträume vorerst begraben. Gegen Hieron wird er am Wochenende die Chance bekommen, den ersten Schritt zurück in Richtung Titel zu machen.

Jay Hieron (23-6) wurde im vergangenen Jahr für einen Rückkampf gegen Jake Ellenberger zurück in die UFC gebracht. Im Jahr 2006 war Hieron der erste Gegner, der Ellenberger im Käfig besiegen konnte. Das zweite Aufeinandertreffen entschied im Oktober 2012 dann allerdings sein Rivale für sich, sodass es für Hieron in diesem Kampf nun erneut darum gehen wird, endlich seinen ersten Sieg in der UFC einzufahren, nachdem er bereits 2004 und 2005 dort antrat und gegen Jonathan Goulet und Georges St-Pierre verlor. 

Jacob Volkmann vs. Bobby Green
Jacob „Christmas“ Volkmann (15-3) ist wohl das, was man als ziemlich unbequemen Charakter bezeichnen würde. Während er im Octagon kaum auffällt und des Öfteren für seine recht ereignisarmen Punktsiege kritisiert oder sogar angefeindet wird, schlägt ihm wegen seiner Aussagen nach den Kämpfen teils wahre Feindschaft entgegen. Aber nicht nur die Fans fühlen sich von den hin und wieder etwas wirr anmutenden Interviews mit Joe Rogan oft angegriffen - sogar der Secret Service stattete dem hauptberuflichen Chiropraktiker bereits einen Besuch ab, nachdem Volkmann auf die Frage, gegen wen er als nächstes kämpfen wolle, mit „Barack Obama – jemand muss etwas Verstand in diesen Idioten prügeln“ geantwortet hatte. 

Es dürfte daher niemanden verwundern, dass auch Strikeforce-Veteran Bobby Green (19-5) schon einige auf Twitter gut dokumentierte Meinungsverschiedenheiten mit seinem Gegner ausgefochten hat, bevor die beiden am Wochenende tatsächlich in den Käfig steigen werden. Green, der für seinen aggressiven Kampfstil bekannt ist, kann neben vorzeitigen Siegen gegen Daron Cruickshank und Charles „Krazy Horse“ Bennett außerdem zwei Siege unter dem Strikeforce-Banner vorweisen.

Yves Edwards vs. Isaac Vallie-Flagg
Auch hier wurden zwei Leichtgewichtler aufeinander angesetzt. Yves „Thugjitsu Master“ Edwards (42-18-1) bekommt die Chance, mit einem Sieg gegen Isaac Vallie-Flagg (13-3-1) den zweiten Sieg in Folge einzufahren, während letzterer mit einem Erfolg gegen seinen bekannten Gegner einen guten Start in der UFC hinlegen will.

Edwards kam nach längerer Abwesenheit im Jahr 2010 zurück in die UFC und gewann zunächst drei Kämpfe nacheinander, nur um kurz darauf von Sam Stout und Tony Ferguson besiegt zu werden, weshalb er im vergangenen Dezember gegen Jeremy Stephens höchstwahrscheinlich um seinen Job kämpfte. Entgegen der Wettquoten schickte er Stephens, der nie zuvor ausgeknockt wurde, dann aber spektakulär auf die Bretter, womit er sich nicht nur seinen Job in der UFC sicherte, sondern seine kurze Durststrecke obendrein gleich mit einer imposanten Warnung an die restliche Gewichtsklasse beendete.

Nach diesem Befreiungsschlag findet sich Edwards an diesem Wochenende zur Abwechslung einmal in der Rolle des Favoriten wieder. Mit dem seit 2003 professionell antretenden Greg Jackson-Kämpfer Isaac Vallie-Flagg wird auch er einem Strikeforce-Import gegenüberstehen, der in seinen beiden Kämpfen für die vor kurzem aufgelöste Organisation Brian Melancon und Gesias Cavalcante durch geteilten Punktentscheid besiegen konnte.

Vorprogramm (Facebook)
Zwei Bantamgewichtskämpfe leiten den Event am Wochenende ein. Unter anderem wird Chico „The King“ Camus (12-3) in seinem zweiten UFC-Auftritt nach dem beeindruckenden Sieg gegen Dustin Page im August auf Dustin Kimura (9-0) treffen, der hier sein Octagon-Debüt geben wird.

Außerdem treffen zur Eröffnung des Abends zwei der leidenschaftlichsten Standkämpfer der Gewichtsklasse aufeinander. Edwin „El Feroz“ Figueroa (9-1) verlor in seinem UFC-Debüt nach Punkten gegen den im Februar um den Interimstitel antretenden Michael McDonald, setzte sich allerdings später gegen Jason Reinhardt und Alex Caceres durch. Francisco „Cisco“ Rivera (8-2-0(1)) dagegen verlor je einen Kampf in der WEC und der UFC, was zu seiner Entlassung führte. Seitdem kämpfte er vier Mal – die ersten beiden K.o.-Siege brachten ihm eine zweite Chance in der UFC ein, die beiden darauffolgenden innerhalb des Octagons einen guten Stand in der noch recht dünn besetzten Bantamgewichtsdivision.


Anbei das gesamte Programm:

UFC 156: Aldo vs. Edgar
Samstag, 2. Februar 2013
Mandalay Bay Events Center in Las Vegas, Nevada, USA

Federgewichts-Titelkampf (ufc.tv)
José Aldo (c) vs. Frankie Edgar

Hauptprogramm (ufc.tv)
Rashad Evans vs. Rogerio Nogueira
Alistair Overeem vs. Antonio Silva
Jon Fitch vs. Demian Maia
Joseph Benavidez vs. Ian McCall

Vorprogramm (ufc.tv)
Gleison Tibau vs. Evan Dunham
Tyron Woodley vs. Jay Hieron
Jacob Volkmann vs. Bobby Green
Yves Edwards vs. Isaac Vallie-Flagg


Vorprogramm (Facebook)
Chico Camus vs. Dustin Kimura
Edwin Figueroa vs. Francisco Rivera