MMA

Video: Mark Kerr über Doping in der UFC und PRIDE

Foto: Bobby Razak

Mark "The Smashing Machine" Kerr - ein Name, der Ende des letzten Jahrtausends weltweit Furcht und Respekt auslöste. Aus dem Freistilringen kommend, war der heute 46-Jährige um die Jahrtausendwende herum ein Superstar im MMA. Dass zu jener Zeit kaum ein MMA-Athlet sauber den Ring oder Käfig betrat, ist heute ein offenes Geheimnis. Nun hat sich Mark Kerr nach jahrelanger Abhängigkeit selbst geäußert.

"Bis zu meinem 27. Lebensjahr hatte ich noch nie etwas genommen. Alle Turniere bei der NCAA und in der Vorbereitung auf Olympia habe ich komplett sauber bestritten. Die Angst vor dem Ungewissen, was mir beim MMA passieren kann, das hat dazu beigetragen, dass ich angefangen habe mit anabolen und androgenen Steroiden zu experimentieren."

Anfang der 90er war Mark Kerr ein überaus erfolgreicher Ringer an der Unversität in Syracuse und sicherte sich 1992 den Titel in der Gewichtsklasse bis 86 Kilogramm, wobei er Randy Couture auf den zweiten Platz verwies. Zwei Jahre später konnte er sich noch den nationalen Ringer-Titel sichern. Zu der Zeit hatte Kerr sein Kampfgewicht bereits auf 100 Kilo gesteigert. Während des Trainings entwickelte sich ein wachsendes Interesse an MMA, welches Kerr im Anschluss an die verpasste Olympiaqualifikation für die Olympischen Sommerspiele in Atlanta 1996 verfolgte.

Im Januar 1997 bestritt Kerr sein MMA-Debüt gegen den hünenhaften UFC-Veteranen Paul Varelans in Brasilien. In einer Zeit ohne Dopingtests, Handschuhen oder Gewichtsklassen begann bei der World Vale Tudo Championship in Sao Paolo nicht nur eine Erfolgs-, sondern auch eine Steroidmissbrauchsgeschichte.

"Bei meinem ersten Turnier in Brasilien habe ich nur eine geringe Menge Anabolika genommen. Als ich dann in die UFC kam, habe ich es dann noch einen Schritt weiter getrieben. Ich wog 125 Kilogramm bei 5% Körperfett. Ich konnte auf der Bank ein Auto oder ein kleines Haus auf meinen Schultern stemmen."

Nach den beiden Turniersiegen bei UFC 14 und 15 wechselte Kerr anschließend nach Japan zu PRIDE, für die er in den kommenden Jahren elf Kämpfe bestritt und dabei im Openweight Grand Prix im Jahr 2000 seine erste Niederlage einstecken musste. Im Nachhinein gibt Kerr zu, aufgrund des Missbrauchs von Steroiden, Schmerzmitteln und anderen Drogen kaum noch kampffähig gewesen zu sein.

"PRIDE wollte nur das fertige Produkt. Ihnen war es egal, wie man dahin kommt. Man sollte Leistung bringen und gut aussehen. Ihnen war egal, ob man X, Y oder Z eingenommen hatte, bevor man in den Ring stieg. Sie haben nie Fragen gestellt. Nur die Show war wichtig."

Kerr spricht im Video über den Beginn seiner Schmerzmittelabhängigkeit nach dem ersten Kampf Igor Vovchanchyn im Jahr 1999 und seinen Absturz danach, der sogar in der Obdachlosigkeit endete. Seit einem Jahr ist der einstige Modellathlet und Superstar mittlerweile clean und schlägt sich mit normalen Jobs durch.

Das komplette Video, in dem Mark Kerr noch viel mehr preis gibt, seht ihr unter diesem Link: Mark Kerr