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Tank Abbott zurück im Käfig

Kult: David "Tank" Abbott. (Foto: EliteXC)

MMA-Legende Tank Abbott kehrt im April zurück. Weder sein Alter (mittlerweile sind es stolze 47 Jahre) noch seine etwas aus der Bestform geratene Figur, vier Jahre Pause (via Rücktritt) sowie acht vorzeitige Niederlagen in seinen letzten zehn Kämpfen halten den bärtigen Kult-Kämpfer davon ab, es noch einmal im Käfig zu versuchen.

Der K.o.-Schläger wird sich am 13. April mit Ruben „Warpath“ Villareal bei King of the Cage messen, in einer Begegnung, bei der ein „Knockout“ wortwörtlich vorprogrammiert ist, schließlich gelten beide Kämpfer als Athleten mit Stahlfäusten.

David Lee „Tank“ Abbott (10-14) ist eine der ersten Kultfiguren der frühen UFC-Tage. Sein MMA-Debüt gab er im Juli 1995 bei UFC 6, wo er John Matua und Paul Varelans in wenigen Minuten ausknocken konnte, bevor er gegen Oleg Taktarov schließlich in seinem dritten Kampf an diesem Abend, nach über 17 Minuten ununterbrochener Kampfzeit, in einem Rear-Naked Choke abklopfen musste.

In ähnlichem Stil ging es für Abbott von da an weiter – oft mehrere Male an einem Abend antretend, gewann er einige Kämpfe und verlor wiederrum andere. Bemerkenswerterweise endeten alle seine Kämpfe in der ersten Runde. Während das im späteren Verlauf seiner Karriere der Grund für seinen vorläufigen Rücktritt vom Sport war, gab es in seinen frühen Kämpfen noch keine Rundenzeiten. Punktrichterurteile nach 15-20 Minuten reiner Kampfzeit waren für Abbott daher keine Seltenheit – heute ist das kaum noch vorstellbar. Einer der Gründe, warum Abbott in der Lage war, solche Schlachten durchzuhalten, dürfte neben seiner recht halsbrecherischen Art die Tatsache sein, dass er als einer der ersten Kämpfer gilt, der in seinen Wettkämpfen Handschuhe trug.

Doch nicht nur in diesem Bezug war Abbott ein Pionier der modernen UFC: Im Oktober 1997 kämpfte er bei UFC 15 gegen Maurice Smith um den Titel, nachdem er zuvor zwei Kämpfe hintereinander verloren hatte.

Nach etwa acht Minuten musste er diesen Kampf zwar wegen Erschöpfung aufgeben, war danach allerdings noch sechs weitere Male in der UFC zu sehen, zuletzt bei UFC 45 im November 2003. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der damals bereits 38-Jährige zwar schon auf dem absteigenden Ast, sechsmal stieg er danach allerdings trotzdem noch in den Käfig sowie einmalig sogar in den legendären PRIDE-Ring. Dass er von diesen sechs Kämpfen lediglich zwei gewinnen konnte, führte nach einem schnellen K.o.-Sieg im Februar 2009 schließlich zum Rücktritt, nach dem er nach wie vor mit Sprüchen wie "Ich könnte Brock Lesnar in zehn Sekunden ausknocken" stets in den Medien vertreten war.

Doch warum kehrt man nach vier Jahren Abstinenz, zig desaströsen Kampfausgängen in Folge und im Alter von 47 Jahren wieder in den Käfig zurück? Der naheliegendste Grund wäre offensichtlich Geldnot, doch Abbott will von derartigen Spekulationen nichts wissen, wie er in einem Interview mit MMAPrime klarstellte: „Ein wahrer Krieger legt sein Schwert niemals nieder, und ich liebe diesen Sport. So einfach ist das.“

Am 13. April wird er nun die Chance bekommen, sein Schwert wieder aufzunehmen. Dann wird er bei „King of the Cage: Fighting Legends“ auf Ruben „Warpath“ Villareal treffen, dessen vierzigster Geburtstag ebenfalls schon etwas zurückliegt, der eine Bilanz von 20-25 vorweist und der von seinen letzten acht Kämpfen lediglich einen gewinnen konnte. Dieser Sieg kam gegen Don Frye zustande, den er im Jahr 2011 in der ersten Runde K.o. schlug. Ob es Fryes altem UFC-Kollegen Abbott ähnlich ergehen wird, erfahren wir in wenigen Wochen.