Allgemein

Strikeforce: Miami – Der Bericht

Neuer Champion: Nick Diaz.

Strikeforce schickt sich mit einer mehr als interessanten Card mal wieder dazu an, die MMA-Fans vor die Bildschirme zu locken. Der erste Fight des Abends, der auf der EA Sports MMA-Website sogar weltweit umsonst zu sehen war, verlief jedoch leider eher unspektakulär. So schenkten sich Joe Riggs und Jay Hieron im Stand zwar nichts, blieben am Boden aber größtenteils verhalten, was das Publikum mit Buhrufen quittierte. Kurz vor Ende der dritten Runde konnte Hieron den Kampf nach einem Knockdown fast beenden, doch Riggs rettete sich bis zum Schlusspfiff. Der Punktentscheid ging dennoch an Hieron, der über drei Runden klar der Aktivere war.

Hieron vs. Diesel Riggs

WWE und TNA-Superstar Bobby Lashley treibt seine MMA-Karriere weiter voran und bekam es mit dem UFC-Veteranen Wes Sims zu tun. Sims hatte lediglich eine Woche, um sich auf diesen Fight vorzubereiten. Seine Erfahrung sollte es Lashley im Grunde dennoch schwer machen, seine Siegesserie weiterhin fortzusetzten. Doch weit gefehlt. Sims versuchte zu Beginn Spielchen zu spielen und deutete ein Pro-Wrestling-typisches Kräftemessen an, indem er seinen linken Arm anbot. Lashley wollte von Spielchen aber nichts wissen, schlug ein zwei kurze Hände und ging danach sofort zum Double Leg-Takedown. Aus der Guard schlug er kurze Hände zu Sims Kopf. Der versuchte mit einem Armbar zu kontern, doch Lashley entkam, landete wieder in der Guard und begann immer härter und härter zu pounden. Sims gab die Guard schließlich auf, Lashley sicherte jedoch sofort dessen Rücken und schlug weiter, bis der Ref dazwischen ging.

Lashley überrollt Sims

Die von vielen sehnlich erwartete Schlacht zwischen KO-Puncher Robbie Lawler und dem „holländischen Tyson“ Melvin Manhoef stand als nächstes auf dem Plan. Sie sollte nicht lange dauern. Nachdem Manhoef von Beginn an Druck machte, Lawler mit unzähligen Kicks und harten Schlagkombinationen verfolgte, sah es bereits so aus, als hätte er den Kampf in der Tasche. Doch Lawler konterte urplötzlich mit einer Overhand Right und schickte Manhoef auf die Bretter. Die Fans feierten den KO frenetisch, Lawler wollte nachsetzen, doch der Ref hielt ihn davon ab. Ein schnelles Ende, aber ein Kampf, der hielt was er versprach.

Dynamit in den Fäusten: Robbie Lawler

Nun das Debüt des Ex-Football-Profis Hershel Walker, der im hohen Alter von 47 Jahren noch den Sprung ins MMA-Geschäft wagen will. Dabei machte er zu Beginn nicht mal einen schlechten Eindruck. So setzte er Greg Nagy mit Lowkicks zu, verteidigte einen halbherzigen Takedownversuch und kontrollierte seinen Gegner am Boden. Nagy machte zu wenig, Walker merkte man seine mangelhaften Submissionkenntnisse an. Mit ein wenig mehr Erfahrung hätte er diesen Kampf, gegen einen klar überforderten Greg Nagy vorzeitig beenden müssen. So zog sich der Fight über drei Runden, von denen Walker die meiste Zeit auf Nagy verbrachte, dort aber nicht viel anstellte. Für einen TKO reichte es am Ende dennoch. In der dritten Runde musste Walker eine harte Overhand nehmen, steckte sie jedoch weg und brachte Nagy zu Boden. Dort poundete er, bis sein Gegner den Rücken preisgab. Schließlich hatte der Ref genug und trennte beide Kämpfer, so dass Hershel Walkers MMA-Debüt ein erfolgreiches war. Leider allerdings kein allzu sehenswertes.

Alt gegen Jung: Walker vs. Nagy

Zeit für die Frauen. Marloes Coenen hat sich als legitime Titelkandidatin bewiesen – nun bekam sie es mit der Maschine schlechthin zu tun: Cyborg Santos. Bedachtes Grappling gegen pure Aggression. Coenen vermied ein Standduell und suchte nach einem Frontkick direkt den Clinch. Nach einem Trip-Takedown von Cyborg und einem Missglückten Armhebelversuch von Coenen waren beide wieder auf den Beinen und im zurück im Clinch. Der Kräftevorteil lag klar bei Cyborg. So sicherte sie sich auch die ersten beiden Runden. In Runde zwei musste Coenen harte Kicks nehmen, mied den Schlaghagel und versuchte einen Single Leg-Takedown, landete jedoch nur mit Cyborg in der Guard. In Runde drei erwischte Coenen ihre Gegnerin schließlich mit einer Rechten, die Cyborg aber problemlos wegsteckte. Coenen shootete, landete mit Cyborg in ihrer Guard. Die machte keinen Anstalten zu passieren und ließ Bomben regnen, zum Schluss stehend, in der Nord-Süd-Position, bis der Ref dazwischenging. Damit verteidigte Santos ihren Titel zum ersten Mal, gegen eine klar überforderte Marloes Coenen. Wer soll diese Frau stoppen?

Chancenlos: Marloes Coenen vs. Cyborg Santos

Ähnlich dominant ist momentan Nick Diaz. In einem Kampf um den vakanten Weltergewichtstitel gelang es dem begnadeten Street-Kid DREAM-Star Marius Zaromskis in der ersten Runde per TKO zu besiegen und sich so den Gürtel zu sichern. Von Beginn an nutzte er seine Reichweitenvorteile und verfolgte Zaromskis mit langen Händen. Im Clinch am Käfig malträtierte er die Oberschenkel Zaromskis mit Kniestößen, brachte ihn letztendlich zu Boden. Der stand jedoch sofort wieder auf. Diaz verfolgte ihn, kassierte jedoch eine Linke die ihn zu Boden schickte. Er erholte sich jedoch schnell und kam wieder auf die Füße, nachdem Zaromskis mit der Top-Position nicht viel anfangen konnte. Im Stand gehörte der Fight nun klar Diaz. Mit langen Händen aus allen Richtungen bearbeitete er Zaromskis, brachte im Clinch kurze Kniestöße und schlug dann weiter von draußen. Zaromskis schien fast stehend KO und ging schließlich nach einer Rechten auf die Bretter. Der Ref beendete daraufhin den Fight.

Anbei die kompletten Ergebnisse im Überblick:

Strikeforce: Miami
30. Januar 2010
Bank Atlantic Center, Miami, Florida, USA

Weltergewichtstitelkampf
Nick Diaz besiegte Marius Zaromskis via TKO (Strikes, Rd. 1)

Frauentitelkampf  im Federgewicht

Cristiane Santos besiegte Marloes Coenen via TKO (Rd. 3)

Hauptkämpfe
Hershel Walker besiegte Greg Nagy via TKO (Rd. 3)
Robbie Lawler besiegte Melvin Manhoef via KO (Rd. 1)
Bobby Lashley besiegte Wes Sims via TKO (Rd. 1)

Vorkämpfe
Jay Hieron besiegte Joe Riggs nach Punkten (einstimmig)
Joe Ray besiegte John Clarke via TKO (Strikes, Rd. 1)
David Gomez besiegte Craig Oxley nach Punkten (einstimmig)
Pablo Alfonso besiegte Marcos da Matta via Armbar (Rd. 1)
Hayder Hassan besiegte Ryan Keenan via KO (Rd. 2)
John Kelly besiegt Sabah Homasi via Mata Leon (Rd. 2)