MMA

Sportkommission wusste seit Wochen von Lombards Dopingtest

Hector Lombard wurde zum jüngsten Doping-Fall der aktuellen Skandal-Reihe (Foto: Xtremelabels/Creative Commons).

Das Chaos um die zahlreichen positiven Steroid-Tests der letzten Wochen wird immer größer. Nachdem bereits ans Tageslicht gekommen war, dass sowohl Jon Jones als auch Anderson Silva vor ihren jeweiligen Kämpfen durch Drogen-/Dopingtests gefallen waren und zunächst niemand die Öffentlichkeit darüber informierte, ist wohl auch das jüngste brisante Testergebnis, nämlich das von Hector Lombard, erst Wochen nach Kenntnisnahme bekanntgegeben worden. Der Grund laut staatlicher Sportkommission: Niemand hat danach gefragt.

Die aktuelle Welle ertappter Dopingsünder hat am Dienstag noch mehr Aufwind bekommen, als bekannt wurde, dass UFC-Weltergewicht Hector Lombard direkt im Anschluss an seinen Punktsieg gegen Josh Burkman am 3. Januar positiv auf das Designer-Steroid Desoxymethyl-Testosteron getestet wurde. Wie sich nun – über einen Monat nach dem Kampf bei UFC 183 – herausstellte, wusste die zuständige Sportkommission des Bundesstaates Nevada bereits am 13. Januar vom Ergebnis dieses Tests.

Davon allerdings erfuhr außerhalb des Kommissionsbüros zunächst niemand etwas – weder die UFC, die Lombard anschließend für einen Kampf gegen Rory MacDonald am 25. April buchte, noch der Kämpfer selbst. Erst am 10. Februar wurde Lombards Testergebnis offiziell gemacht, nachdem allgemeine Neugier über den Grund der Absage des MacDonald/Lombard-Kampfes aufgekommen war. Scheinbar hatte die Kommission kurz zuvor doch noch die UFC über das Ergebnis informiert, die das für UFC 186 geplante Duell anschließend auf Eis legte. Einen Grund für die Kampfabsage gab die Organisation zunächst jedoch ebenfalls nicht bekannt, erst auf Anfrage wurde bestätigt, dass Lombards positiver Test diese Entscheidung ausgelöst hatte.

Kommissions-Präsident Bob Bennett begründete das ungewöhnlich lange Schweigen schließlich gegenüber dem amerikanischen Blog MMAJunkie mit fehlender Nachfrage der Webseite. Wie die Reporter von allein und völlig ohne Anzeichen darauf hätten kommen sollen, dass Lombard durch seinen Dopingtest gefallen war, ließ er allerdings offen.

Ebenfalls offen ist noch, wie es mit Lombards Karriere in der UFC weitergehen wird. Am 17. Februar allerdings dürfte eine Anhörung vor der Kommission Licht ins Dunkel bringen – dabei darf der Ex-Olympionike sich auf prominente Leidensgenossen freuen, u.a. sind auch Anderson Silva und Nick Diaz nach ihren eigenen nicht bestandenen Tests in Las Vegas vorgeladen worden.