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„So langsam habe ich die Schnauze voll“

So langsam hat Gerald Turek die Nase voll... (Foto: Phantom MMA)

Gestern hatte uns Dritan Barjamaj geschildert, warum es nicht zum Kampf gegen Gerald Turek am 23. November kommen wird und dass er trotz allem noch immer an einen Kampf glaubt. Groundandpound.de sprach nun mit Gerald Turek über die Situation und fragte den Wiener, wie er selbst das ganze Hin und Her sieht.

Groundandpound.de: Jetzt wird es also nicht zum lang erwarteten Kampf gegen Dritan Barjamaj kommen. Bist du enttäuscht, erleichtert oder wie sieht deine Gefühlslage aus, als du von der Verletzung gehört hast?
Gerald Turek: Also ich verstehe nicht ganz, warum ich erleichtert sein soll? (lacht) Na klar bin ich enttäuscht. Nach all den ganzen Sprüchen, die er losgelassen hat, hab ich mich sehr auf diesen Kampf gefreut! Irgendwie hatte ich von Anfang an kein gutes Gefühl, dass er ein Monat vor unserem Kampf gegen Ruben Wolf antritt. Er fordert mich öffentlich seit fast zwei Jahren und hatte jetzt zweimal die Chance, gegen mich zu kämpfen. Und wenn ihm das wirklich so wichtig wäre, dann hätte er den Fight gegen Ruben Wolf besser abgesagt und sich richtig auf mich vorbereiten sollen. Das ist meine Meinung. Aber wahrscheinlich dachte er, dass er Ruben ohnehin leicht besiegt und dann fünf ochen später mich vermöbelt.

Wäre der Kampf für dich ein Nachteil gewesen, weil du seit einer ganzen Weile nicht mehr im Ring gestanden hast?
Also Nachteil ganz bestimmt nicht. Ich bin immer im Training und fit. Ob Ringrost ein Faktor spielt - keine Ahnung. Das werden wir sehen, wenn ich nach so langer Zeit wieder im Ring stehe. Klar bringt mir der Kampf nichts, da er ja drei Erstrunden-Niederlagen auf internationalem Level hatte. Also zu gewinnen hatte nur er etwas, ich habe das nur aus persönlichen Gründen in die Wege geleitet, da ich das einfach klarstellen wollte.

Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit ein, dass es doch noch zu diesem Kampf kommen wird?
Keine Ahnung. Er ist mal für ein paar Monate weg vom Fenster und ich hab langsam aber sicher die Schnauze voll von all dem. Jetzt hat er das vierte Mal in Folge verloren und ich sollte eigentlich gegen Leute kämpfen, die Siege im Gepäck haben und keine Niederlagen.
Gerald Turek -

Für alle, die es nicht mitbekommen haben, was hat dieses Duell eigentlich so brisant werden lassen?
Na ja, er hat mich und Nandi (Nandor Guelmino, Anm. d. Red.) mehrere Male gefordert, auf eine nicht ganz so nette Art und Weise. „Wir sind zwei Schwestern aus Wien und haben ja keine Eier“ (lacht). Was soll man da noch sagen? Ich glaube das reicht!

Längere Pause wie eingangs angesprochen. Ist das auch gleichbedeutend damit, dass Gerald Turek so langsam aber sich an das Ende seiner Laufbahn denkt?
Hm, dazu sag ich jetzt nichts. Wenn ich mir einen Kampf ausmache, dann bin ich hundertprozentig gut vorbereitet und nehme das auch ernst. Aber die Prioritäten ändern sich einfach. Arbeit, Verletzungen, Zeitaufwand etc., dazu kommt, dass ich demnächst Papa werde (juhu) - schaun wir mal, wie es weitergeht!

Ob es nun tatsächlich noch zu diesem Kampf kommen wird, das steht also weiterhin in den Sternen. Für eine Menge Gesprächsstoff würde er dennoch sorgen, soviel ist mal sicher.