MMA

Showtime verlängert Vertrag mit Strikeforce

Dana White und Scott Coker wollen Strikeforce gemeinsam stark machen. (Foto: MMAMania)

Es ist offiziell: Strikeforce und Showtime haben ihren Vertrag um ein Jahr verlängert. Somit wird wahr, was für viele Fans und Experten vor einigen Wochen noch undenkbar war: Strikeforce wird weiter bestehen, allerdings wird es einige Änderungen, wie die Abschaffung des Schwergewichts geben.

Nachdem UFC-Präsident Dana White erst letzte Woche gesagt hatte, dass alle Kämpfer, die derzeit bei Strikeforce unter Vertrag stehen, auch in Strikeforce bleiben würden, waren viele überrascht, als bekannt wurde, dass Fabricio Werdum in die UFC zurückkehren und gegen Roy Nelson kämpfen wird. Die Erklärung dafür erfolgte ebenfalls gestern, als von White und Strikeforce-CEO Scott Coker bekanntgegeben wurde, dass Strikeforce das Schwergewicht abschaffen wird.

Das Finale des Heavyweight Tournaments zwischen Daniel Cormier und Josh Barnett wird noch ausgetragen und anschließend wird der Sieger einen weiteren Kampf in Strikeforce bestreiten. Danach wird das Schwergewicht aufgrund der „mangelnden Dichte in der Gewichtsklasse“ abgeschafft.

Keine Änderungen bei den Frauen

Die von uns in der letzten Sendung von GnP Radio diskutierten möglichen Änderungen im Frauen-MMA wird es nicht geben. Strikeforce wird weiterhin an den Gewichtsklassen bis 61,2 Kilogramm und 65,7 Kilogramm festhalten. Diese Entwicklung dürfte mit Sicherheit die amtierenden Titelträgerinnen der entsprechenden Gewichtsklassen, Miesha Tate bzw. Cristiane „Cyborg“ Santos und alle Freunde des Frauen-MMA freuen, denn in der UFC hätte es, im Falle einer Schließung von Strikeforce, laut White keine Frauenkämpfe gegeben.

Damit wird Strikeforce in 2012 noch sechs Gewichtsklassen anbieten: das Halbschwergewicht, Mittelgewicht, Weltergewicht und Leichtgewicht bei den Männern und das Federgewicht (65,7 Kilogramm) und Bantamgewicht (61,2 Kilogramm) bei den Frauen. Coker gab zudem bekannt, dass er Kämpfe zusammenstellen wird, in denen, nach dem Abgang von Nick Diaz und Dan Henderson, neue Titelträger im Welter- bzw. Halbschwergewicht bestimmt werden.

Außerdem wird sich Strikeforce ein Beispiel an dem UFC Modell nehmen und die Vorkämpfe auf dem Schwestersender Showtime Extreme ausstrahlen sowie die aus der UFC bekannten Fight-Night-Boni vergeben.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren, werden 2012 allerdings nur sechs bis acht Strikeforce-Events stattfinden. Dazu wird es die Strikeforce Challengers-Serie nicht mehr geben.

„Nun haben wir alles für den Erfolg eingestellt“, so Dana White. „Als wir die Challengers-Serie und all die anderen Kämpfe noch hatten, die wir damals machen mussten, konnte die Sache nur ein Fehlschlag werden.“

Strikeforce wird keine Aufbauliga

White weigert sich zudem, Strikeforce als eine Art zweite Liga zur UFC zu sehen: „Seht euch an, was wir im nächsten Jahr aus Strikeforce machen, dann werdet ihr das Talent sehen, was wir dort hervorbringen werden.“

Laut White wird es auch nicht dazu kommen, dass Kämpfer in der UFC verlieren und dann nach Strikeforce geschickt, um dort wieder aufgebaut zu werden: „Strikeforce wird keine Aufbauliga werden.“

Vielmehr spricht White sogar von der Möglichkeit, dass „ein Kämpfer seine letzten drei oder vier Kämpfe gewonnen hat und dann zu Strikeforce wechselt.“ Außerdem geht White davon aus, dass es bald wieder Diskussionen geben wird, welcher Kämpfer besser ist. „Dieser Kerl würde den Kerl in der UFC besiegen. Der Kerl in der UFC würde den Kerl in Strikeforce besiegen.“

Damit widerspricht White seinen eigenen Aussagen, dass er den Fans immer die besten Kämpfe geben will, denn schließlich bedeutet es für Kämpfer wie z. B. Gilbert Melendez, dass sie vorläufig in Strikeforce bleiben werden – allerdings schließt White Champion vs. Champion Kämpfe nicht aus.

Wenn man dem UFC-Präsidenten glauben will, dann freut sich Melendez, der zuvor mehrfach betont hatte, dass er in der UFC unbedingt gegen die besten Kämpfer der Welt kämpfen will, auf die kommenden Herausforderungen in Strikeforce.

Zudem wird sich auch an dem Kommentatorenteam nichts ändern. Gus Johnson, Mauro Ranallo, Stephen Quadros und Pat Miletich werden weiterhin die Kämpfe in unterschiedlichen Besetzungen kommentieren.

Ken Hershman macht den Weg frei

Dass es überhaupt zu einer Vertragsverlängerung zwischen Showtime und Strikeforce kommen konnte, führt White zum größten Teil auf die Tatsache zurück, dass der ehemalige Leiter von Showtime Sports, Ken Hershman, zum Konkurrenzsender HBO gewechselt ist. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass Hershman und White sich nicht gut verstehen.

Über die Zusammenarbeit mit dem neuen Management von Showtime sagte White dagegen: „Ich bin dahin geflogen. Ich habe mich mit den Leuten gut verstanden. Wir haben einen Deal gemacht und das war's. Ende der Geschichte.“

Sowohl für die Fans, als auch für Kämpfer wird es interessant sein zu sehen, wie sich Strikeforce im nächsten Jahr weiterentwickelt, und ob White seine hohen Ziele erreichen und die Organisation auf Dauer wirklich auf eine Stufe mit der UFC bringen kann.