MMA

"Shogun" kehrt bei der UFC Fight Night 56 zurück

Ovince St. Preux ist kurzfristig gegen "Shogun" Rua eingesprungen (Foto: Zuffa LLC).

Nachdem Luke Rockhold und Michael Bisping in Sydney eine Show abgeliefert haben, ist für UFC-Fans an diesem Wochenende noch lange kein Ende in Sicht, denn wenig später ist im brasilianischen Uberlandia die 56. UFC Fight Night angesetzt.

Im Hauptkampf wird eines der bekanntesten Gesichter des Sports in den Käfig steigen – Mauricio „Shogun“ Rua hatte zuletzt mal mehr, mal weniger Erfolg, ist aber immer noch ein Fan-Liebling und stets für einen spektakulären Kampf zu haben. Eigentlich hätten außerdem Ian McCall und John Lineker aufeinandertreffen sollen, der Kampf wurde jedoch nach dem Wiegen wegen einer Virusinfektion McCalls ersatzlos gestrichen – die Veranstaltung beinhaltet somit lediglich zehn Kämpfe.

Die 56. UFC Fight Night kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 monatlich auf ufc.tv zu haben ist.

Mauricio Rua vs. Ovince St. Preux
Eigentlich hätte Mauricio “Shogun” Rua (22-9) an diesem Wochenende auf den englischen K.o.-Spezialisten Jimi Manuwa treffen sollen, der sich jedoch vor wenigen Tagen einen Fuß brach und damit absagen musste. Zum Glück waren ohnehin noch zwei weitere Halbschwergewichte auf dem Programm vertreten, sodass Ovince „OSP“ St. Preux (16-6) einspringen konnte, während sein eigentlicher Gegner, Francimar Barosso, nun unverrichteter Dinge wieder aus Uberlandia abreisen muss. St. Preux bekommt damit seinen zweiten UFC-Hauptkampf nacheinander, obwohl er seine erste Chance im August gegen Ryan Bader gehörig vermasselt hat.

Gegen das Ringen Baders konnte ein konditionell nicht ganz auf der Höhe scheinender „OSP“ nicht allzu viel ausrichten, was seine beeindruckende Erfolgsserie von fünf Siegen am Stück beendete. Der Strikeforce-Veteran war in der UFC zuvor ungeschlagen und konnte nacheinander Gian Villante, Cody Donovan, Nikita Krylov und Ryan Jimmo vorzeitig besiegen. Das gleiche Ergebnis soll nun auch gegen „Shogun“ folgen.

Der Brasilianer ist mit 32 Jahren bereits eine Legende des Sports, dutzende Schlachten im Ring, Käfig und Gym haben aber deutliche Spuren am Körper des ehemaligen Models hinterlassen. Vor allem eine Reihe an Knie-Operationen haben dafür gesorgt, dass Rua nicht mehr der Kämpfer ist, der er einmal war. Deutlich wird das an seiner Bilanz – seit 2009 konnte „Shogun“ keine zwei Kämpfe nacheinander gewinnen. Seinen letzten Sieg fuhr der ehemalige UFC-Halbschwergewichtschampion im vergangenen Dezember gegen James Te Huna ein, den er in der ersten Runde spektakulär K.o. schlug. Gegen Dan Henderson schien er sich im März außerdem auf den Punktzetteln abzusetzen, bevor er in der dritten Runde von Hendersons patentierter „H-Bomb“ getroffen und auf die Bretter geschickt wurde.

Gegen St. Preux muss also dringend ein Sieg her, um die Rücktritts-Forderungen etwas weiter hinauszuzögern und seine Position in der Gewichtsklasse zu behalten. Für St. Preux dagegen stellt dieser Kampf die Möglichkeit dar, seinem Resümee den größten Namen seiner bisherigen Karriere hinzuzufügen.

Warlley Alves vs. Alan Jouban
Im Weltergewicht wird der Sieger der dritten brasilianischen “The Ultimate Fighter”-Staffel, Warlley Alves (7-0), seinen ersten offiziellen UFC-Kampf nach dem Turniergewinn bestreiten. Im Mai schickte er Marcio Alexandre Jr. in der dritten Runde per Guillotine Choke Schlafen, womit sich der erst 23-Jährige neben der TUF-Krone weiterhin seine blütenreine Weste sicherte.

Mit Alan „Brahma“ Jouban (10-2) wird ihm am Samstag jedoch ein harter Gegner gegenüberstehen, der auf den ersten Blick gar nicht danach aussieht. Jouban verdient sich außerhalb des Käfigs als erfolgreiches Model seine Brötchen, scheut sich innerhalb des Maschendrahts aber nicht, Bomben mit seinen Gegnern auszutauschen. Im August hätte ihm das in seinem UFC-Debüt gegen Seth Baczynski beinahe den Kampf gekostet, nach einem holprigen Start sicherte sich „Brahma“ jedoch noch in der ersten Runde den siebten Knockout-Sieg seiner Karriere.

Claudio Silva vs. Leon Edwards
Ebenfalls in Uberlandia werden zwei Weltergewichte gegeneinander antreten, die beide in England leben. BJJ-Experte Claudio Henrique „Hannibal“ Da Silva (10-1) verlor seinen ersten Profi-Kampf durch Disqualifikation, konnte seitdem aber jeden seiner Gegner besiegen, sechs davon auf der Matte. Nach einem Sieg gegen UFC-Veteran Xavier Foupa-Pokam debütierte Silva im März selbst im Octagon, wo er Brad Scott einstimmig nach Punkten schlagen konnte.

In Brasilien wird er nun auf Leon „Rocky“ Edwards (8-1) treffen. Das Weltergewicht aus Birmingham kämpft am liebsten im Stand, wo „Rocky“ bereits vier Gegnern die Lichter ausknipsen konnte. Am Samstag wird er versuchen, seinen siebten Sieg in Folge einzufahren und sich nach seinem mehrjährigen Lauf bei BAMMA auch in der UFC einen Namen zu machen.

Juliana Lima vs. Nina Ansaroff
Im Bantamgewicht der Frauen wird Juliana „Ju Thai“ de Lima Carneiro (6-2) versuchen, in ihrem zweiten UFC-Kampf ihren ersten Sieg holen. Im Juli debütierte sie gegen Joanna Jedrzeijczyk, musste nach drei Runden jedoch eine Punktentscheidung abgeben und damit ihre zweite Karriere-Niederlage einstecken.

In Uberlandia wird sie nun auf Nina „The Strina“ Ansaroff (6-3) treffen, die zum ersten Mal in der UFC zu sehen sein wird. Ansaroff startete ihre Karriere eher suboptimal mit drei Niederlagen in ihren ersten vier Kämpfen, konnte seitdem jedoch fünf Kämpfe nacheinander gewinnen – einen durch Aufgabe, die anderen vier durch Knockout.

Vorprogramm
Das ungeschlagene chilenische Federgewicht Diego „Pitbull“ Rivas (5-0) wird am Samstag gegen Rodolfo „Fito“ Rubio Perez (12-6) sein Debüt im Octagon feiern – nach fünf Profi-Siegen, drei davon durch Aufgabe und einer via T.K.o., geht er mit einigem Momentum in seinen ersten Kampf im Octagon. Das gilt nicht für den aus Mexiko stammenden Rubio, der seinen letzten Profi-Kampf geteilt nach Punkten verlor, bevor er an der TUF: Latin America-Staffel teilnahm, aus der er im Halbfinale ausschied.

Zuvor wird Mittelgewicht Caio “Hellboy” Magalhaes (8-1) auf Trevor “Hot Sauce” Smith (12-5) treffen. Magalhaes debütierte ungeschlagen mit fünf Siegen in der UFC, gab in seinem Debüt jedoch eine Punktentscheidung an Buddy Roberts ab. Seitdem ging es bergauf – Magalhaes schlug seit 2012 nacheinander Karlos Vemola, Nick Ring und zuletzt Luke Zachrich. Smith dagegen rettete erst im Juli in Dublin seine UFC-Karriere mit einem Punktsieg gegen Tor Troeng, nachdem Niederlagen gegen Ed Herman und Thales Leites seine Zukunft im Octagon ungewiss gemacht hatten.

Im Weltergewicht wird TUF 19-Finalist Dhiego Lima (9-2) versuchen, nach der Niederlage gegen Eddie Gordon seinen ersten offiziellen UFC-Sieg einzufahren. Der 25-jährige Brasilianer aus dem American Top Team in Atlanta konnte vor seiner Zeit im TUF-Haus sieben seiner neun Siege vorzeitig einfahren und wird das gleiche gegen Jorge Antonio „Blade“ Cezario de Oliveira (7-0) versuchen. Der 34-Jährige aus Rio de Janeiro wird sich seine weiße Weste jedoch nicht beflecken lassen wollen, die er sich mit sieben aufeinanderfolgenden Aufgabe- oder (T.)K.o.-Siegen erarbeitet hat.

Im Leichtgewicht wird Leandro „Buscape“ Da Silva (16-2) auf Charlie „The Spaniard“ Brenneman (19-7) treffen in einem Kampf, dessen Verlierer wohl seine Koffer wird packen müssen. Silva debütierte im September mit fünf aufeinanderfolgenden Siegen in der UFC, musste sich jedoch Francisco Trinaldo nach Punkten geschlagen geben. Brenneman dagegen ist ein bekanntes Gesicht in der UFC, das in letzter Zeit jedoch wenig Erfolg hatte und nach Aufgabe- bzw. K.o.-Niederlagen gegen Beneil Dariush und Danny Castillo dringend einen Sieg braucht. „Bekanntes Gesicht“ ist in diesem Fall übrigens relativ, seine patentierte Locken-Haarpracht hat der „Spaniard“ sich nämlich vor diesem Kampf abrasiert.

Im Bantamgewicht wird Thomas „Thominhas“ Almeida (16-0) sein UFC-Debüt gegen Tim „The Psycho“ Gorman (8-3) geben. Almeida ist eines der vielversprechendsten brasilianischen Talente – der erst 23-Jährige hat jeden seiner 16 Profi-Kämpfe vorzeitig beendet, 13 davon durch Knockout. Was neben der schieren Länge der Siegesserie vor allem hervorsticht, ist die Tatsache, dass er gegen Kontrahenten mit soliden Bilanzen gewonnen hat – ein Blick auf die Gegner der meisten Kämpfer mit ähnlichen Bilanzen offenbart häufig, dass derjenige hauptsächlich gegen Gegner mit negativen Bilanzen gekämpft hat. Mit Tim Gorman wird er nun zum ersten Mal in der UFC getestet. „The Psycho“ war in der 18. TUF-Staffel zu sehen und wurde anschließend trotz seines Ausscheidens in die UFC übernommen, wo er im April Mitch Gagnon einstimmig nach Punkten unterlag.

Im ersten Kampf des Abends wird im Weltergewicht Wagner „Wagnao“ Silva Gomes (3-1) seinen zweiten UFC-Kampf bestreiten. Der 27-jährige Brasilianer debütierte im Mai in seinem vierten Profi-Kampf in der UFC, verlor jedoch durch Aufgabe gegen Ricardo Abreau. In Uberlandia wird er nun auf Coby Covington (6-0) treffen. Covington debütierte erst im August in Macau gegen Anying Wang im Octagon und zwang seinen Gegner noch in der ersten Runde mit Schlägen zur Aufgabe. Covington ist in sechs Profi-Kämpfen ungeschlagen und hat vier seiner Siege durch Knockout eingefahren.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 56: Shogun vs. St. Preux
Samstag, 8. November 2014
Ginásio Minicipal Tancredo Neves in Uberlandia, Brasilien

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Mauricio Rua vs. Ovince St. Preux
Warlley Alves vs. Alan Jouban
Claudio Silva vs. Leon Edwards
Juliana Lima vs. Nina Ansaroff

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Diego Rivas vs. Rodolfo Rubio
Caio Magalhaes vs. Trevor Smith
Dhiego Lima vs. Jorge Loiveira
Leandro Silva vs. Charlie Brenneman
Thomas Almeida vs. Tim Gorman
Wagner Silva vs. Colby Covington