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Schaub, Bermudez und Stout in Action

Das Vorprogramm leitet den historischen ersten Frauenkampf im UFC-Octagon ein.

Die gesamte Veranstaltung am Samstag steht im Schatten des ersten UFC-Frauenkampfes zwischen Bantamgewichtschampion Ronda Rousey und Herausforderin Liz Carmouche. Am vergangenen Mittwoch warf jedoch eine weitere Neuigkeit ein neues Licht auf die Ansetzungen und speziell auf das sieben Kämpfe umfassende Vorprogramm.

Nachdem neben dreizehn anderen Kämpfern die langjährigen UFC-Veteranen Vladimir Matyushenko, Terry Etim und Jon Fitch nach ihren aktuellen Niederlagen aus der Organisation entlassen wurden, gingen Gerüchte um, dass im Laufe des Jahres bis zu einhundert Kämpfer entlassen werden müssten. Grund für die groß angelegte Säuberungsaktion ist die Notwendigkeit, die verfügbaren Plätze auf den Events gleichmäßig auf die immer mehr werdenden Gewichtsklassen verteilen zu können. Die sieben Verlierer der Kämpfe, die im Vorprogramm ausgetragen werden, könnten am Ende der nächsten Woche also schon ohne Job dastehen. Ob das wohl einen positiven oder negativen Effekt auf die Leistungen am Samstag haben wird? Ab ca. 0.30 Uhr deutscher Zeit wird man es erfahren…

Die ersten drei Vorkämpfe werden auf der offiziellen Facebook-Seite der UFC übertragen, die übrigen vier kann man auf ufc.tv verfolgen.

Brendan Schaub vs. Lavar Johnson
Zum Abschluss des Vorprogramms geht es im Schwergewicht zur Sache. Auf den ersten Blick kann es im Kampf zwischen Brendan „The Hybrid“ Schaub (8-3) und Lavar „Big“ Johnson (17-6) nur zwei mögliche Ausgänge geben: Entweder, Schaub bringt Johnson zu Boden und zwingt ihn dort zur Aufgabe, oder Johnson schafft es, auf den Beinen zu bleiben und Schaub mit einer seiner Ziegel-Fäuste auszuknocken. Falls eines dieser Szenarien tatsächlich eintreffen sollte, würde das für den Verlierer den gleichen Ausgang wie im letzten Kampf und schlimmstenfalls die Entlassung aus der UFC bedeuten.

Schaub verlor nach einer überzeugenden Siegesserie mit Erfolgen u.a. gegen Gabriel Gonzaga und Mirko CroCop zwei Mal durch K.o., gegen Minotauro Nogueira und Ben Rothwell. Ein ähnlicher Kampfausgang ist auch gegen Johnson nicht unwahrscheinlich, wenn Schaub sich nicht auf seine Stärken besinnt, denn Johnson ist hauptsächlich für seine gewaltige Schlagkraft bekannt. Nachdem er in seinem UFC-Debüt bereits das beinharte Eisenkinn Joey Beltran in der ersten Runde ausgeknockt hatte, schickte er auch den ehemaligen Kickboxer Pat Barry nach wenigen Minuten bewusstlos auf die Bretter und sendete damit zwei ernsthafte Warnungen an die restlichen Schwergewichtler. Stefan Struve ließ sich davon bei UFC 146 allerdings nicht beeindrucken, zeigte seinen ihm oft abgesprochenen Kämpfer-IQ und bezwang Johnson relativ problemlos am Boden, anstatt sich mit dessen Power im Stand zu messen. Einen ähnlichen Gameplan werden wohl auch Schaubs Trainer für ihn zusammengestellt haben, jetzt liegt es nur noch am „Hybrid“, ihn auch in die Tat umzusetzen.

Michael Chiesa vs. Anton Kuivanen
Vor knapp neun Monaten erkämpfte sich Michael Chiesa (8-0) mit drei Siegen innerhalb weniger Wochen den Sieg der 15. „Ultimate Fighter“-Staffel und sorgte damit für ein etwas unerwartetes Ende - kurz nach Beginn der Dreharbeiten erreichte Chiesa die Nachricht, dass sein Vater gestorben sei, und kurzzeitig sah es so aus, als würde er seine Teilnahme zurückziehen. Das Haus verließ Chiesa dann tatsächlich, kehrte allerdings nach der Beerdigung seines Vaters wieder zurück und bahnte sich stoisch seinen Weg ins Finale, das er per Rear Naked Choke gegen Al Iaquinta gewann. Seitdem hat Chiesa etwas länger pausiert als eigentlich geplant. Nachdem ein Kampf bei UFC on Fox 5 kurzfristig ausfiel, schloss der 25-Jährige das Jahr 2012 letztlich ab, ohne ein weiteres Mal in der UFC gekämpft zu haben. Im Februar 2013 darf Chiesa nun allerdings doch im „echten“ Octagon debütieren und wird dabei auf den Finnen Anton Kuivanen treffen.

Für Kuivanen (17-5) wird der Kampf gegen Chiesa der dritte Auftritt in der UFC sein, nachdem er bereits Justin Salas nach Punkten unterlag und daraufhin Mitch Clarke bezwingen konnte. Besonders aufgefallen ist der 28-Jährige bisher jedenfalls nicht, ein Sieg gegen Chiesa ist also Pflicht, um die Zukunft in der UFC fürs Erste zu sichern.

Dennis Bermudez vs. Matt Grice
Die beiden Kämpfer dieser Federgewichtsansetzung stehen im Kampf um die rapide knapper werdenden Arbeitsplätze im Octagon noch verhältnismäßig gut dar, denn beide haben ihren letzten Kampf gewonnen. Dennis „The Menace“ Bermudez (9-3) begann seine UFC-Karriere inoffiziell im „Ultimate Fighter“-Haus, wo er sich mit Siegen über Stephen Bass und Akira Corassani die Chance auf den Staffel-Sieg erkämpfte. Im Finale traf Bermudez schließlich auf Diego Brandao, und obwohl er ihn nach wenigen Minuten beinahe ausknocken konnte, riss der Brasilianer sich zusammen und brachte Bermudez kurz vor Ende der actiongeladenen Runde zur Aufgabe. Seitdem sah „The Menace“ allerdings sehr überzeugend aus. Einem dominanten Punktsieg gegen Pablo Garza folgte im vergangenen August ein imposanter Aufgabe-Sieg gegen Tommy Hayden, der Bermudez erneut ins Blickfeld der MMA-Öffentlichkeit rückte.

Am Wochenende wird er nun auf Matt Grice (15-4) treffen. Für Grice ist es bereits der zweite Anlauf in der UFC, nachdem er im ersten von Matt Veach, Shannon Gugerty und Terry Etim   geschlagen und daraufhin entlassen wurde. Vier Siege später kam er in die UFC zurück und traf dort auf den mittlerweile kurz vor einem Titelkampf stehenden Ricardo Lamas, der ihn per Head Kick ins Land der Träume schickte. Etwa ein Jahr später, im Juni 2012, sicherte sich Grice seinen Arbeitsplatz mit einem Sieg gegen Leonard Garcia. Besonders ansehnlich war der Kampf allerdings nicht, gegen Bermudez sollte also eine möglichst beeindruckende Leistung her, um einerseits eine negative Bilanz in der UFC zu verhindern und andererseits wieder an Relevanz in der Federgewichtsklasse zu gewinnen.

Sam Stout vs. Caros Fodor
Sam „Hands of Stone“ Stout (18-8-1) war schon immer einer dieser Kämpfer, der im einen Kampf imposant aussieht und im nächsten sang- und klanglos untergeht. So stehen aktuellen Siegen gegen Spencer Fisher, Paul Taylor und Yves Edwards enttäuschende Niederlagen gegen Thiago Tavares, Jeremy Stephens und zuletzt John Makdessi gegenüber. Obwohl Stout nach dreien dieser Kämpfe einen Bonus mit nach Hause nehmen durfte, könnte der Kampf am Samstag den kritischen Punkt für ihn darstellen, denn mit nur drei Siegen in seinen letzten sechs Kämpfen dürfte er sich mit einiger Sicherheit relativ weit oben auf der ominösen „Top 100“-Liste der zu entlassenden Kämpfer befinden.

Gegen Caros „The Future“ Fodor (7-2) sollte Stout also besser ein möglichst imposanter Sieg gelingen, allerdings ist dies bei weitem leichter gesagt als getan. Der Strikeforce-Veteran hat zwar noch nie im Octagon gestanden und wegen des Strikeforce-Zerfalls das letzte Mal vor beinahe einem Jahr gekämpft, konnte in seiner bisherigen Karriere aber eine Menge Potential zeigen. Vor einer Aufgabe-Niederlage gegen Pat Healy bezwang er nacheinander James Terry, David Douglas und AKA-Kämpfer Justin Wilcox, letztere durch (T.)K.o. Obwohl Fodor bei Strikeforce zu einem Zeitpunkt kurz vor einem Titelkampf stand und, hätten die Dinge eine etwas andere Wendung genommen, unter gänzlich anderen Umständen in die UFC hätte kommen können, ist ein Debüt-Gegner wie Stout immer noch eine große Chance für den 29-Jährigen – ein Sieg gegen einen bekannten und beliebten 14-fachen UFC-Veteranen wäre sicherlich nicht der schlechteste Weg, um den Platz im Octagon vorerst zu sichern.

Vorprogramm (Facebook)
Neben den vier auf ufc.tv gezeigten Ansetzungen gibt es am Samstag drei weitere Kämpfe zu sehen. Im Weltergewicht werden Kenny Robertson (11-2) und Brock Jardine (9-2) höchstwahrscheinlich um ihren Job kämpfen. Sowohl Robertson als auch Jardine haben ihren letzten Kampf verloren und würden nach einer zweiten Niederlage wohl fürs Erste woanders ihre Brötchen verdienen müssen.

Zuvor werden im Weltergewicht die neben den beiden Finalisten einzigen Teilnehmer der 16. „Ultimate Fighter“-Staffel gegeneinander antreten, die es aus dem TUF-Haus in die UFC geschafft haben: Den ersten Schritt zu einer Karriere in der UFC haben Jon Manley (7-1) und Neil Magny (7-1) also hinter sich, am Samstag wird der zweite folgen.

Der Eröffnungskampf des Abends wurde nach der verletzungsbedingten Absage Manny Gamburyans kurzfristig angesetzt. Mit Nah-Shon „The Rock-n-Rolla“ Burrell (8-2) und Yuri Villefort (6-1) werden hier zwei weitere Strikeforce-Importe ihr Debüt in der UFC geben und vermutlich um nur einen freien Platz im dicht besiedelten Weltergewichtskader kämpfen.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 157: Rousey vs. Carmouche
Samstag, 23. Februar 2013
Honda Center in Anaheim, Kalifornien, USA

Frauen-Bantamgewichtstitelkampf (ufc.tv)
Ronda Rousey (c) vs. Liz Carmouche

Hauptprogramm (ufc.tv)
Dan Henderson vs. Lyoto Machida
Urijah Faber vs. Ivan Menjivar
Court McGee vs. Josh Neer
Josh Koscheck vs. Robbie Lawlor

Vorprogramm (ufc.tv)
Brendan Schaub vs. Lavar Johnson
Michael Chiesa vs. Anton Kuivanen
Dennis Bermudez vs. Matt Grice
Sam Stout vs. Caros Fodor

Vorprogramm (Facebook)
Kenny Robertson vs. Brock Jardine
Jon Manley vs. Neil Magny
Nah-Shon Burrell vs. Yuri Villefort