Allgemein

"Schaltet alle ein, es wird krachen"

John Makdessi (r.) punktet bei UFC 154 Sam Stout aus und sichert damit seine Karriere im Octagon (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

Für John „The Bull“ Makdessi (13-2) war seine bisherige UFC-Karriere eine ziemliche Achterbahnfahrt. Auf zwei Siege folgten zwei Niederlagen und wieder zwei Siege. Am 21. September wird der 28-Jährige bei UFC 165 auf Renee Forte (8-2) treffen.

Makdessi schwebte auf Wolke sieben, nachdem er im April 2011 bei UFC 129 Kyle Watson mit einer Spinning Backfist K.o. geschlagen hatte. Was folgte, waren allerdings eine schwere Knieverletzung sowie Niederlagen gegen Dennis Hallmann und Anthony Njokuani, die ihn sowohl professionell als auch persönlich schwer trafen. Somit stand der Stand-Spezialist bei UFC 154, im vergangenen November, mit dem Rücken zur Wand.

Gegen Sam Stout zeigte „The Bull“ an diesem Abend jedoch die wohl beste Leistung seiner bisherigen Karriere und punktete den favorisierten Veteranen drei Runden lang aus. Im März dieses Jahres folgte ein weiterer Sieg, gegen Daron Cruickshank, der den Kanadier mit libanesischen Wurzeln ein großes Stück zurück ins Rampenlicht befördert hat. Am 21. September bekommt Makdessi die Chance, sich im Air Canada Centre in Toronto seinen fünften UFC-Sieg zu sichern und weiter die Ranglisten emporzuklettern. Wir haben uns im Vorfeld des Kampfes mit ihm unterhalten.

Groundandpound.de: Du solltest eigentlich im Juli auf Edson Barboza treffen, aber der Kampf wurde abgesagt. Wieso wurdest du aus dem Kampf genommen?
John Makdessi: Das war wegen einer Trainingsverletzung, ich habe mir eine Rippe verletzt. Ich konnte nicht trainieren und musste den Kampf deshalb absagen.

Der Kampf zwischen euch schien stilistisch sehr ansprechend zu sein. Würdest du später gerne gegen ihn kämpfen, oder ist das für dich Vergangenheit?
Das Leichtgewicht ist, meiner Meinung nach, die härteste Gewichtsklasse in der UFC. Es gibt so viele Möglichkeiten, ich kann gegen ihn kämpfen oder gegen so viele andere. Am Ende des Tages gibt mir die UFC aber eh den Gegner, den sie für richtig halten. Jeder Kampf ist ein gefährlicher Kampf.

Du wirst bei UFC 165 auf Renee Forte treffen. Was weißt du über ihn und worauf bereitest du dich spezifisch vor?
Er ist ein Brasilianer vom Team Nogueira. Letztendlich kann ich mich nicht auf ihn fokussieren. Ich bin sozusagen von der alten Schule, wenn es darum geht: Ich bereite mich so gut, wie es mir möglich ist, auf jede Situation vor und glaube fest daran, dass ich mich im Ring jedem Gegner anpassen kann. Ich weiß, dass er ein Schwarzgurt in diesem und jenem ist. Auf diesem Niveau musst du in allen Bereichen stark sein, weil es so viele verschiedene Aspekte gibt.

Forte ist nicht so bekannt wie Barboza, aber sehr gefährlich. Denkst du, du hättest einen populäreren Gegner verdient?
Ich unterschätze ihn nicht, er ist ein sehr zäher Kämpfer. Außerdem ist er physisch sehr stark, er kommt aus dem Weltergewicht runter, wo er vorher gekämpft hat. Das ist der Gegner, den sie mir gegeben haben, also muss ich gegen ihn antreten.

Jeder UFC-Event, auf dem du gekämpft hast, wurde entweder von Jon Jones oder Georges St-Pierre angeführt. Wenn es Jones war, hast du verloren, stand GSP im Hauptkampf, hast du gewonnen. Bei UFC 165 ist es wieder Jones – glaubst du an Vorbestimmungen?
Nein, nicht wirklich. Ich bin nicht abergläubisch. Und mein Fokus liegt nicht auf der Vergangenheit, ich denke nicht allzu oft darüber nach. Ich konzentriere mich immer auf den nächsten Kampf. Außerdem habe ich die UFC gefragt, ob ich im September kämpfen könnte, und sie haben mir einen Termin im September gegeben. Wer dann im Hauptkampf steht, beeinflusst meine Leistung nicht. 

Du hast deine letzten beiden Kämpfe überzeugend gewonnen, und trotzdem stehst du im Vorprogramm. Stört dich das?
Ich würde natürlich gerne auf dem Hauptprogramm kämpfen. Da ich da aber nicht für eingeplant bin, sehe ich es so, dass ich erst beweisen muss, dass ich dorthin gehöre.

Nach deinen beiden UFC-Niederlagen hast du den Rat eines Sportpsychologen gesucht. Arbeitest du immer noch mit ihm, oder war das eine einmalige Sache, um mit den damaligen Misserfolgen fertig zu werden?
Brian Cain wird immer Teil meines Teams sein. Im Prinzip habe ich alles, was ich dir erzähle, von ihm. Ich gehe jeden Tag die Dinge durch, die er mir beigebracht hat, und es hilft wirklich sehr. Ich habe gelernt, dass es das wichtigste ist, kontinuierlich gut zu sein. Er hat mir die verschiedensten Abläufe und Übungen beigebracht, ich lerne durch ihn immer weiter, als Person und als Sportler. Viele Kämpfer arbeiten mit ihm, und man kann direkt erkennen, welche das sind. Mental sind sie alle auf dem nächsten Level, sie ruhen mehr in sich selbst. Georges St-Pierre beispielsweise arbeitet ebenfalls mit ihm, er hat mich mit ihm in Kontakt gebracht.

Apropos GSP: Er wird im November gegen Johny Hendricks kämpfen. Wie, glaubst du, wird dieser Kampf ausgehen?
Das faszinierende beim Kämpfen ist, dass alles passieren kann. Deswegen glaube ich auch, dass MMA der härteste Sport der Welt ist. Es ist so komplex und gleichzeitig körperlich fordernd. Es kommt alles auf diesen einen Tag an, wer es dann sehnlicher will. Johny Hendricks scheint sehr hungrig und selbstbewusst zu sein, wir werden sehen, wie der Kampf ausgeht.

Hast du etwas, das du unseren Lesern in Deutschland sagen willst?
Ich bin wirklich sehr dankbar für all die Unterstützung und das Wohlwollen meiner Fans. Ich möchte einfach, dass jeder weiß, dass ich jeden Tag hart trainiere und die Fans einen spannenden Kampf erwarten können, wenn ich da rausgehe. Schaltet am 21. September alle ein, denn es wird krachen.

Anbei das gesamte Programm des Abends:

UFC 165: Jones vs. Gustafsson
Samstag, 21. September 2013
Air Canada Centre in Toronto, Ontario, Kanada

Halbschwergewichtstitelkampf (ufc.tv)
Jon Jones (c) vs. Alexander Gustafsson

Interim-Bantamgewichtstitelkampf (ufc.tv)
Renan Barao (ic) vs. Eddie Wineland

Hauptprogramm (ufc.tv)
Brendan Schaub vs. Matt Mitrione
Costa Philippou vs. Francis Carmont
Pat Healy vs. Khabib Nurmagomedov

Vorprogramm (ufc.tv)
Mike Ricci vs. Miles Jury
Ivan Menjivar vs. Wilson Reis
Chris Clements vs. Stephen Thompson
Mitch Gagnon vs. Dustin Kimura

Vorprogramm (Facebook)
John Makdessi vs. Renee Forte
Jesse Ronson vs. Michel Prazeres
Roland Delorme vs. Alex Caceres
Nandor Guelmino vs. Daniel Omielanczuk