MMA

Rampage wird die UFC verlassen

Quinton "Rampage" Jackson will die UFC verlassen (Foto via MMAMania)

Quinton „Rampage“ Jackson bekommt seinen Willen. Nachdem er in den letzten zwei Wochen mehrfach öffentlich um seine Entlassung aus der UFC gebeten hatte, wurde in der letzten UFC Tonight-Episode bekanntgegeben, dass Jackson den letzten verbleibenden Kampf in seinem Vertrag erfüllen und gegen Mauricio „Shogun“ Rua kämpfen wird. Anschließend werden sich die Wege der UFC und „Rampage“ trennen.

Nach seiner einseitigen Niederlage gegen Ryan Bader bei UFC 144, wurde die Stimmung zwischen der UFC und Jackson immer angespannter. Trotz seiner schlechten Leistung und der Tatsache, dass er das Gewichtslimit nicht einhalten konnte, fühlte sich der ehemalige Halbschwergewichtschampion von der UFC ungerechtfertigt kritisiert. Auf Twitter sagte „Rampage“: „Die UFC wusste, dass ich verletzt war, ich war in fast jedem meiner Kämpfe verletzt, anstatt sich aber bei mir zu bedanken, dass ich den Kampf nicht abgesagt habe, reden sie darüber, wie schlecht ich gekämpft habe.“

Nachdem Jackson sich anfangs auch über die Bezahlung der UFC beschwert hatte, ruderte er in diesem Bereich später zurück: „Ich beschwere mich nicht über das Geld, weil ich jetzt wesentlich weniger verdienen werde, aber wenigstens wissen die Leute, für die ich kämpfen werde, die Dinge, die ich fürs MMA getan habe, zu schätzen.“ Wer diese Leute sein werden, weiß Jackson wahrscheinlich selber noch nicht.

Dennoch wurde er auch in Interviews nicht müde, auf die UFC und auch gezielt auf einzelne Verantwortliche der Organisation loszugehen. In einem Interview mit Bas Rutten sagte er: „Ich denke, dass man Joe Silva mal ins Gesicht schlagen sollte. Er hat einen Kämpfer wie mich, der da raus geht und wirklich kämpfen will, also warum gibst du mir immer wieder Ringer, die mich auf den Boden bringen und mich dort bumsen?“

Natürlich liegt er mit dieser Aussage nicht ganz falsch, schließlich musste er in seinen letzten fünf Kämpfen vier Mal gegen Kämpfer antreten, die einen Ringerhintergrund haben. Dennoch sollte Jackson dabei nicht vergessen, dass er den Titelkampf gegen Jon Jones zum größten Teil im Stand verloren hat. 14:45 Minuten der 16:14 Minuten Kampfdauer fanden im Stand statt, ohne dass Jackson Jones gefährlich werden konnte. Gleiches traf in seinen Niederlagen gegen Rashad Evans (11:06) und Ryan Bader (8:30) zu, auch hier wurde mehr als die Hälfte des Kampfes im Stand geführt. Von daher sollte er die Schuld für die Niederlagen und die vielleicht nicht ganz so unterhaltsamen Kämpfe auch bei sich suchen.

Aber die Erklärung dafür hatte Jackson ja bereits in der oben zitierten Twitter-Nachricht gegeben: „Ich war in fast allen meiner Kämpfe verletzt.“ Allerdings dürfte es wohl kaum die Schuld der UFC sein, dass Jackson immer wieder verletzt in einen Kampf geht. Vor seinem Kampf gegen Bader hatte „Rampage“ sich am Knie verletzt und auf Anraten seines Arztes wurde er daraufhin mit Testosteron behandelt, wie er nach dem Kampf selbst zugab. Seinen eigenen Aussagen zu Folge, wusste die UFC von seiner Verletzung, wenn auch nicht von der Testosteron-Behandlung. Allerdings war es eben diese Behandlung, durch die er sich wieder "jung und stark" fühlte. Zuvor war er der Meinung, dass er vielleicht noch ein oder zwei Jahre hätte kämpfen können, nun
kann er sich aber doch noch zehn Jahre im Käfig vorstellen – nur nicht mehr in der UFC.

Natürlich weiß man als Außenstehender nicht genau, was alles hinter den Kulissen passiert, dennoch war bekannt, dass das Verhältnis zwischen Jackson und der UFC nach seinem Abgang nach Hollywood nicht mehr so gut war, wie zuvor, als UFC Präsident Dana White Jackson nach dessen Unfall mit Fahrerflucht und anschließender Verfolgungsjagd noch persönlich aus dem Gefängnis holte.

Nach der zehnten Staffel von The Ultimate Fighter, in der Jackson als Trainer gegen Rashad Evans antrat, entschloss sich Jackson, im Kinofilm „Das A-Team“ mitzuspielen und den geplanten Kampf gegen Evans abzusagen. Daraufhin wurde die Stimmung zwischen der UFC und Jackson etwas eisig und Jackson erklärte seinen Rücktritt vom MMA.

Seit seiner Rückkehr in die UFC konnte Jackson nur zwei seiner fünf Kämpfe gewinnen. Und obwohl vier dieser Kämpfe der Mainevent der entsprechenden Veranstaltung waren, hat Jackson das Gefühl, dass die UFC ihn zurückhält. Gegenüber Rutten äußerte er: „Ich bin der Meinung, dass sie versuchen, dass ich meine Fans verliere, weil sie nicht wollen, dass ich größer als die UFC werde. Der Film, den ich gemacht habe, war größer als die UFC. Ich weiß, was hier vor sich geht. Ich werde ihnen die UFC lassen. Ich will kein Teil der UFC mehr sein. Wenn Dana nicht will, dass ich größer als die UFC werde, dann soll er mich gehen lassen.“ Und genau das wird nun voraussichtlich im Sommer dieses Jahres geschehen.

Bisher steht noch kein Datum für Jacksons Kampf gegen Rua fest, allerdings dürfte sich Jackson auf diesen Kampf freuen, schließlich sagte er erst vor Kurzem auf Twitter: „Ich habe Shogun immer gemocht, er ist ein richtiger Kämpfer, ich habe niemals etwas Schlechtes über ihn gesagt (an das ich mich erinnern kann).“ Der Kampf zwischen Jackson und Rua wird der von vielen erwartete Rückkampf von ihrem Duell bei PRIDE Total Elimination 2005 sein. Damals siegte Rua durch TKO in der ersten Runde. Vielleicht erinnerten sich White und Silva an dieses Duell, als sie über einen letzten Kampf für Jackson nachdachten. Schließlich hatten nicht nur viele Fans lange auf einen zweiten Kampf der beiden PRIDE-Veteranen gewartet, sondern besteht in der aktuellen Form von Jackson durchaus die Chance, dass sich das Ergebnis aus dem ersten Kampf wiederholen könnte.

Natürlich gingen nach der Bekanntgabe des Kampfes sofort die Spekulationen los, ob die UFC und „Rampage“ wirklich getrennte Wege gehen werden, wenn Jackson eindrucksvoll gewinnen sollte. Diese Frage ist sicherlich berechtigt, dennoch steht wohl außer Frage, dass es wahrscheinlich für alle Beteiligten besser wäre, wenn diese Entscheidung bestehen bliebe. Auch wenn White die Aussagen von Jackson zunächst damit abgetan hatte, dass dieser „nicht gerne verliert“, so wird es sich die UFC sicher zwei Mal überlegen, ob sie sich dieses Theater nach jeder zweiten Niederlage von Jackson wirklich gefallen lassen muss, denn, auch wenn Jackson es vielleicht nicht gerne hören mag, in der UFC ist jeder Kämpfer ersetzbar.