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Pyle, Story, Bowles, Stephens u.v.m.

Zum Memorial Day zeigt sich die UFC mit einem starken Programm traditionell von ihrer großzügigen Seite.

Zum 21. Mal wird die UFC am kommenden Samstag in die MGM Grand Garden Arena in Las Vegas zurückkehren und zum amerikanischen Memorial Day traditionsgemäß ein stark besetztes Programm auffahren.

Bevor auf dem Hauptprogramm Stars wie Cain Velasquez, „Bigfoot“ Silva, Junior dos Santos, Mark Hunt oder Glover Teixeira ins Octagon steigen, wird eine Reihe etwas weniger bekannter Kämpfer versuchen, eine ähnlich spektakuläre Show zu bieten. Mit Mike Pyle, Rick Story, Dennis Bermudez, Max Holloway, Khabib Nurmagomedov, Brian Bowles, Jeremy Stephens und vielen anderen haben Joe Silva und Sean Shelby damit ein Vorprogramm auf die Beine gestellt, das so stark besetzt ist, wie schon lange nicht mehr.

Der gesamte Event kann innerhalb Deutschlands, wie gewohnt, kostenlos auf ufc.tv (Hauptprogramm und zweiter Teil des Vorprogramms) und via Facebook (erste drei Vorkämpfe) verfolgt werden.

Mike Pyle vs. Rick Story
Eigentlich war geplant, dass wir hier den dritten UFC-Kampf des Isländers Gunnar Nelson sehen würden, „Gunni“ verletzte sich jedoch während des Trainingscamps und wurde durch Rick „The Horror“ Story (15-6) ersetzt, der nun am Wochenende auf Mike „Quicksand“ Pyle (24-8-1) treffen wird. Pyle ist mit 37 Jahren und 33 Profi-Kämpfen die Definition eines MMA-Veterans. Seit fast auf den Tag genau vier Jahren ist „Quicksand“ nun Mitglied der UFC, zu Beginn seiner Octagon-Karriere lief es allerdings nicht wirklich rund für den Xtreme-Couture-Kämpfer – zwei seiner ersten drei Kämpfe verlor er vorzeitig. Diese Rückschläge verliehen Pyle nach eigener Aussage aber einen großen Schub Extra-Motivation, die auch kurzerhand in beeindruckenden Siegen gegen Jesse Lennox, Ricardo Almeida und den hoch gehandelten Briten John Hathaway sichtbar wurde. Eine schnelle T.K.o.-Niederlage gegen Rory MacDonald dämpfte den Aufstieg Pyles zwar etwas, drei (T.)K.o.-Siege nacheinander haben ihn seitdem aber wieder die Rankings emporklettern lassen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag könnte er erneut die Aufmerksamkeit auf sich lenken, indem er Rick Story schlägt.

Story hat eine ähnliche Geschichte wie Pyle durchgemacht. Nachdem er sich in seinen ersten Kämpfen im Octagon langsam aber sicher einen Namen machen konnte, brachten aufeinanderfolgende Siege gegen Johny Hendricks und Thiago Alves den Durchbruch für den ehemaligen College-Ringer aus Vancouver an der US-amerikanischen Pazifikküste. Ein kurzfristig angenommener Kampf gegen Charlie Brenneman, nur drei Wochen nach dem Erfolg gegen Alves, entpuppte sich jedoch als schwere Fehlentscheidung, denn Brenneman nahm Story eine Punktentscheidung ab und entwertete damit Rankingtechnisch den immens wichtigen Alves-Sieg. Story hatte sich mittlerweile aber trotzdem einen Namen gemacht, weshalb er statt eines Aufbaugegners einen Top Ten-Gegner in Gestalt von Martin Kampmann vorgesetzt bekam. Story verlor erneut und verschwand damit wieder in den Weiten des Weltergewichtskaders. Das Jahr 2010 verlief ähnlich für „The Horror“, der zwar mit einem Sieg gegen Brock Jardine seinen Job vorerst sicherte, einige Monate später aber mehr oder weniger chancenlos an Demian Maia scheiterte. Der Rick Story, der im vergangenen März Strikeforce-Import Quinn Mulhern T.K.o. schlug, sah dagegen wieder so hoch motiviert und gefährlich wie schon vor zwei Jahren aus. Am Wochenende bekommt er die Chance, zu beweisen, dass er diese Form im Jahr 2013 endlich halten kann.

Dennis Bermudez vs. Max Holloway
Im Federgewicht wird es zu einem höchstwahrscheinlich spektakulären, aber gleichzeitig auch bedeutenden Kampf kommen. Sowohl Dennis „The Menace“ Bermudez (10-3) als auch Max „Blessed“ Holloway (7-1) verloren zwar ihren jeweils ersten UFC-Kampf, konnten seitdem aber konstant überzeugen und sich schrittweise weiter die Ranglisten emporarbeiten – dieser Kampf könnte für einen von ihnen den Durchbruch bedeuten. Bermudez scheiterte im Finale der 14. TUF-Staffel knapp an Diego Brandao, nachdem er den gefährlichen Brasilianer beinahe ausknocken konnte, kam in den Folgemonaten allerdings mit dominanten Siegen gegen Pablo Garza, Tommy Hayden und zuletzt mit einem Kandidaten für den Kampf des Jahres gegen Matt Grice zurück. Neben seinem seit jeher starken Ringen und seiner daraus resultierenden, für einen Fedegewichtler beeindruckenden Körperkraft haben sich während dieser Zeit auch die restlichen Fähigkeiten des New Yorkers sichtlich verbessert – Bermudez kann seine Gegner am Käfig kontrollieren, auf der Matte zur Aufgabe zwingen oder im Stand ausknocken.

Diese gefährliche Kombination könnte zwei Dinge für den zähen Hawaiianer Holloway bedeuten: Entweder, der erst 21-Jährige Stand-Spezialist wird im Grappling kontrolliert, oder aber er kann den Kampf auf den Beinen halten und möglicherweise für eine spannende Schlacht sorgen. In seinen letzten Kämpfen ist ihm das gelungen – Pat Schilling, Justin Lawrence und Leonard Garcia verloren auf diese Weise gegen Holloway, und auch Dustin Poirier musste einige harte Treffer einstecken, als er Holloway im Februar 2012 in der UFC begrüßte. Für die Fans wäre es sicherlich wünschenswert, wenn sich der Kampf auch dieses Mal in seinem Spezialgebiet abspielt. Ob das der Fall sein wird, können wir am kommenden Wochenende beobachten.

Colton Smith vs. Robert Whittaker
Im Weltergewicht werden zwei Ultimate-Fighter-Gewinner aufeinandertreffen. Colton Smith (3-1) gewann am 15. Dezember des letzten Jahres den Titel der 16. Staffel per Punktsieg gegen Mike Ricci, nachdem sich nur einen Tag zuvor an der australischen Goldküste Robert Whittaker (10-2) den Titel der „Smashes“-Staffel via Punktentscheid gegen Brad Scott sicherte. Angesichts der aktuellen Entlassungswelle in der UFC haben es TUF-Kämpfer zur Zeit schwer, sich einen einigermaßen sicheren Arbeitsplatz in der Organisation zu erkämpfen, andererseits wird der Gewinner dieses Kampfes mit dem Sieg den Grundstein einer Siegesserie gelegt haben und dürfte sich damit in einer recht passablen Position in den Rankings einnisten. Der Verlierer dagegen wird sich voraussichtlich in eine weniger gute Ausgangsposition manövrieren, für beide Kämpfer steht an diesem Wochenende also viel auf dem Spiel.

Khabib Nurmagomedov vs. Abel Trujillo

Ebenfalls in Vegas warden zwei vielversprechende Leichtgewichtler aufeinandertreffen – sowohl Khabib „The Eagle“ Nurmagomedov (19-0) als auch Abel „Killa“ Trujillo (10-4) haben bisher beeindruckt und könnten mit diesem Kampf bestimmen, wer von ihnen in die relevanteren Regionen der Leichtgewichtsklasse aufsteigen darf. Nurmagomedov hat seit seinem UFC-Debüt vor etwa einem Jahr nur schwere Gegner vor die Fäuste bekommen und konnte jeden von ihnen besiegen: Weder Kamal Shalorus, noch Gleison Tibau oder Thiago Tavares haben es geschafft, dem Russen die erste Niederlage seiner Karriere zuzufügen. Trujillo dagegen, ein Kämpfer aus dem Blackzilian-Team, in dem u.a. Vitor Belfort, Rashad Evans und Alistair Overeem trainieren, stand erst ein Mal im weltberühmten Octagon. Umso beeindruckender ist es, dass Trujillo es in diesen acht Minuten und 38 Sekunden geschafft hat, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, indem er Marcus LeVesseur durch kontrollierte Aggressivität und schiere körperliche Überlegenheit mit Kniestößen zum Körper T.K.o. schlug.

Vorprogramm (Facebook)
Auch der auf Facebook übertragene Teil des Vorprogramms kann sich an diesem Wochenende durchaus sehen lassen. Unter anderem wird im Weltergewicht Stephen „Wonderboy“ Thompson (6-1) auf Nah-Shon Burrell (9-2) treffen. Thompson, der im Februar 2012 mit einer Kickbox-Bilanz von 57-0 (Amateur und Profi) in die UFC kam, konnte in diesem Kampf gegen Dan Stittgen einen imposanten Headkick-K.o. landen. Nur zwei Monate später wurde der sprungartig ausgebrochene Hype allerdings von Matt Brown zerlegt, und Verletzungen haben „Wonderboy“ seitdem aus dem UFC-Octagon ferngehalten. Dorthin wird er an diesem Wochenende zurückkehren und auf Burrell treffen, einen ehemaligen Ringer und versierten Boxer aus Philadelphia, der erst im Februar mit einem etwas überraschenden Punktsieg gegen Yuri Villefort debütierte und hier einen verletzten Amir Sadollah ersetzt.

Zuvor wird ein ehemals sehr bekanntes Gesicht sein Comeback im Octagon geben. Brian Bowles (10-2) riss im Sommer 2009 überraschenderweise den WEC-Bantamgewichtstitel an sich, indem er Miguel Torres K.o. schlug. Noch unbesiegt und frisch aus dem Kampf gegen Torres kommend, schien Bowles eine imposante Karriere vor sich zu haben, verlor seinen Titel jedoch im Zuge seiner ersten Titelverteidigung an Dominick Cruz. Nach einer einjährigen Verletzungspause ging es für Bowles in der UFC weiter, wo er mit zwei Siegen in Folge einen guten Start hinlegte, im November 2011 jedoch klar an Urijah Faber scheiterte und seitdem verletzungsbedingt nicht mehr zu sehen war. Während Bowles’ Zwangspause hat   George Roop (13-9-1) mehrmals beinahe seinen Job bei der UFC verloren. Der Thaiboxer zog in der UFC gegen Mark Hominick, Hatsu Hioki und Cub Swanson den Kürzeren, konnte jedoch im vergangenen März mit einem Punktsieg gegen Ruben Duran seine UFC-Karriere vorerst retten. Der Kampf gegen Bowles ist für ihn also gleichzeitig große Chance und großes Risiko.

Im Eröffnungskampf des Abends wird ein weiterer Veteran um seinen Platz in der UFC kämpfen. Jeremy „Lil Heathen“ Stephens (20-9) ist seit 2007 Mitglied der UFC und hatte seitdem mal mehr, mal weniger Erfolg - zuletzt definitiv weniger, denn drei aufeinanderfolgende Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache. Zwar wechselt der 26-Jährige mit diesem Kampf in die Federgewichtsklasse und hat mit Anthony Pettis, Donald Cerrone und Yves Edwards keineswegs gegen Flaschen verloren, gegen UFC-Neuling Estevan „El Terrible“ Payan (14-3-0(1)) steht er aber trotzdem mit dem Rücken zur Wand. Der zweifache Strikeforce-Veteran Payan konnte beide Kämpfe in der vor kurzem geschlossenen Organisation gewinnen und wird versuchen, diese Serie auch in der UFC fortzusetzen.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 160 – Velasquez vs. Bigfoot II
Samstag, 25. Mai 2013
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Schwergewichtstitelkampf (ufc.tv)
Cain Velasquez (c) vs. Antonio Silva

Hauptprogramm (ufc.tv)
Junior Dos Santos vs. Mark Hunt
Glover Teixeira vs. James Te-Huna
Gray Maynard vs. TJ Grant
Donald Cerrone vs. K.J. Noons

Vorprogramm (ufc.tv)
Mike Pyle vs. Rick Story
Dennis Bermudez vs. Max Holloway
Colton Smith vs. Robert Whittaker
Khabib Nurmagomedov vs. Abel Trujillo

Vorprogramm (Facebook)
Stephen Thompson vs. Nah-Shon Burrell
Brian Bowles vs. George Roop
Jeremy Stephens vs. Estevan Payan