MMA

Pride Fighter: Film über schwulen MMA-Kämpfer in Arbeit

In den USA wird nun ein Kurzfilm über einen schwulen MMA-Kämpfer gedreht. Schwule Spitzensportler, das ist auch in Deutschland noch immer ein Tabuthema - selbst nach prominenten Coming-outs, wie dem von Ex-Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.

Homosexualität ist in männerdominierten Sportarten wie MMA oder Boxen noch immer ein Tabu. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich bisher kaum ein Profi-Sportler offen zu seiner gleichgeschlechtlichen Orientierung bekannt hat. Der US-Filmstudent Danny Ryan will sich dieses spannenden Themas nun annehmen, in seinem fiktionalen Kurzfilm "Pride Fighter".

Im Film geht es um MMA-Amateur Alex, der kurz vor seinem ersten Kampf sein Coming-out wagt und plötzlich von seinen Trainingspartnern diskriminiert und ausgegrenzt wird, so dass er schließlich ohne Team dasteht. Am Ende muss Alex sich zwischen seiner großen Liebe und dem Kampfsport entscheiden.

"Die MMA-Gemeinschaft kann einladend und brüderlich sein, aber auch aggressiv, maskulin und testosterongeschwängert", so Ryan, der selbst heterosexuell ist und die Idee zu dem Film während des MMA-Trainings bekommen hatte. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Sportler sich gegenüber Homosexuellen eher unfreundlich und intolerant verhalten, was eigentlich paradox ist, weil sich im MMA ja typischerweise zwei Kämpfer gleichen Geschlechts sehr nah kommen. Diese ablehnende Grundhaltung, die der Sport und die ganze Kultur die ihn umgibt besitzen, hat mich auf die Idee gebracht, diesen Film zu machen."

Verschiedene Studien belegen, dass etwa zwei Prozent der männlichen US-Bevölkerung schwul sind. Und obwohl UFC-Präsident Dana White vor einiger Zeit seine Unterstützung für schwule UFC-Fighter öffentlich zugesichert hatte, gibt es bisher keinen einzigen MMA-Kämpfer aus den großen Organisationen, der sich offen zu gleichgeschlechtlicher Liebe bekannt hat. Offenbar ist die Angst vor Diskriminierung und Karriere-Nachteilen noch immer größer als die Hoffnung auf sexuelle Selbstbestimmung.

Ryan hatte über das Crowdfunding-Portal Kickstarter 4.000 US-Dollar für die Finanzierung des Films gesammelt, inzwischen wurde dieser Zielbetrag bereits übertroffen. Hier ein kurzes Info-Video zum Film.