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Pickett, McDonald, McGregor u.v.m. bei UFN 26

Auch Brad Pickett wird am Samstag in Boston in Action sein. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound).

Und schon wieder Senderwechsel. Nach Spike TV, Versus, FX und Fuel TV haben die UFC Fight Nights nun wieder ein neues Zuhause. Auf Fox Sports 1 und 2 wird es für die Amerikaner ab sofort Events aus den Staaten, Brasilien, Europa oder Asien zu sehen geben, die langfristig in deutlich mehr Haushalten zu sehen sein sollen als das bisher der Fall war. Für deutsche Zuschauer bleibt indes alles beim alten – die Events können, genau wie Pay per View-, Fox-Veranstaltungen und zuvor FX- und Fuel TV-Events auf ufc.tv und Facebook verfolgt werden.

An diesem Wochenende profitieren allerdings auch wir in Deutschland vom erneuten Senderwechsel, den die UFC mit dem wohl stärksten Free-TV-Event aller Zeiten feiert. Schon bevor auf dem Hauptprogramm „Shogun“ Rua, Chael Sonnen, Alistair Overeem, Urijah Hall, Joe Lauzon u.v.m. in Aktion treten, geht es in sieben Vorkämpfen zur Sache, die wir im Anschluss näher beleuchten:

Brad Pickett vs. Michael McDonald
Dieser Kampf zwischen Brad „One Punch“ Pickett (23-7) und Michael „Mayday“ McDonald (15-2) könnte anderswo (z.B. in Europa) locker den Co-Hauptkampf einer Fight Night stellen, hier führt er das Vorprogramm an. Sowohl Pickett als auch McDonald haben bereits um den UFC-Titel gekämpft oder standen kurz davor, und wollen mit einem Sieg am Samstag zurück ins Rennen um den nächsten freien Titelkampf.

Pickett sorgte in der UFC mit vorzeitigen Siegen gegen Damacio Page und Yves Jabouin für Furore, die allerdings von Niederlagen gegen Renan Barao und Eddie Wineland eingerahmt werden. Gegen Barao legte Pickett bei UFC 138 den Kampf des Abends hin und ging mit wehenden Fahnen unter, während Wineland den harten Fäusten des Briten bei UFC 155 stets auswich und nach drei Runden eine für Pickett und die Zuschauer frustrierende Punktentscheidung gewann. Mit einem spannenden Punktsieg gegen Mike Easton brachte Pickett sich im April wieder auf die Spur und hofft nun, sich mit einem Sieg gegen McDonald möglicherweise einen Rückkampf gegen Barao oder Wineland zu verdienen.

Michael McDonald debütierte im Früjahr 2011 im Octagon und machte sich seitdem mit vier aufeinanderfolgenden Siegen einen Namen. Besonders seine Leistung bei UFC 145 blieb in Erinnerung, als er Ex-WEC-Champion Miguel Torres in der ersten Runde K.o. schlagen konnte. Im Anschluss musste „Mayday“ zwar wegen einer Handverletzung pausieren, durfte dafür im Februar dieses Jahres aber direkt um den Interimstitel ran. In London lieferte der 22-Jährige sich eine vierründige Schlacht mit Renan Barao, bevor der Brasilianer ihn per Arm Triangle Choke zum Abklopfen zwang.

Conor McGregor vs. Max Holloway
Basierend auf dem Hype, der in den vergangenen Monaten um Conor „Notorious“ McGregor (13-2) entstanden ist, könne man denken, er wäre ein seit Jahren etablierter Star in der UFC – tatsächlich hat er im April sein Debüt auf dem Vorprogramm gewonnen. Der T.K.o.-Sieg gegen Marcus Brimage, für den McGregor lediglich 67 Sekunden brauchte, war zwar beeindruckend, trotzdem muss er aufpassen, sich nicht zu schnell an das Leben eines Stars zu gewöhnen. Ferrari-Fahrten mit Dana White über den Las Vegas Strip sind bestimmt spaßig, auch ein Conor McGregor ist allerdings nur ein paar Niederlagen davon entfernt, wieder in der regionalen Szene anzutreten. McGregor selbst hat während des Medienrummels versichert, dass er nicht abheben und stattdessen weiter hart trainieren wird. Ob das stimmt, werden wir am Samstag sehen – falls ja, könnte hier ein europäischer Star in der Mache sein.

Mit Max „Blessed“ Holloway (7-2) hat der Ire allerdings keinen einfachen Gegner vor den Fäusten. Der erst 21-Jährige Hawaiianer ist bereits fünf Mal in der UFC angetreten und konnte dank seiner präzisen Fähigkeiten im Stand drei Mal gewinnen. Falls der Kampf gegen McGregor sein vierter UFC-Sieg werden sollte, dürfte er sich weiter in Richtung der Top 10 bewegen und in seinem nächsten Kampf einen weiteren bekannten Namen bekommen.

Mike Brown vs. Steven Siler
Im Federgewicht wird es zum Duell Erfahrung gegen Jugend kommen, wenn der ehemalige WEC-Champion Mike Brown (26-8) gegen TUF 14-Teilnehmer Steven „Super“ Siler (22-10) antritt.

Brown machte sich in der WEC mit zwei Siegen gegen Urijah Faber einen Namen, verlor den gegen Faber gewonnen Titel allerdings gegen José Aldo. Auch nach dem Wechsel in die UFC strauchelte Brown erst und verlor zwei Kämpfe hintereinander. Mit Punktsiegen gegen Nam Phan und Daniel Pineda stellte er seinen Ruf im Anschluss allerdings wieder her. Nach dem Sieg gegen Pineda im Mai 2012,  hatte Brown eigentlich vor, die Handschuhe nach 11 Jahren an den Nagel zu hängen, nach eigener Aussage hat ihn die Hochstimmung nach seinem Sieg diese Entscheidung aber überdenken lassen. Nun kehrt Brown doch in den Käfig zurück und wird in Boston auf Steven Siler treffen.

Der 26-Jährige Siler (22-10) überraschte die MMA-Welt im vergangenen Jahr, als er nach der 14. „Ultimate Fighter“-Staffel in seinem ersten offiziellen UFC-Kampf den Veteranen Cole Miller besiegte. Mit einem weiteren Sieg, per Aufgabe gegen Joey Gambino, sicherte „Super“ sich einen weiteren wichtigen Erfolg, der ihm einen Kampf gegen den ebenfalls sehr erfolgreichen Darren Elkins einbrachte. Elkins entpuppte sich allerdings als eine Nummer zu groß für Siler, der vom Ringer-Spezialisten drei Runden lang kontrolliert wurde. Mit einem spannenden Punktsieg gegen Kurt Holobaugh bog Siler bei UFC 159 dann wieder auf die Siegerstraße ein und bekommt mit dem Kampf gegen Brown eine weitere große Chance.

Diego Brandao vs. Daniel Pineda
Die Reihenfolge der Kämpfe ist in der UFC nie zufällig gewählt, und dieser Federgewichtskampf zeigt, warum. Mit Diego Brandao (17-8) und Daniel „The Pit“ Pineda (18-9) hat Matchmaker Sean Shelby für den ersten auf Fox Sports 1 (hierzulande auf ufc.tv) übertragenen Kampf zwei junge Wilde aufeinander angesetzt, die zusammen in insgesamt 52 Kämpfen nur acht Mal über die Runden gegangen sind.

Brandao, Gewinner der 14. TUF-Staffel im Federgewicht, beendet seine Kämpfe durch seinen wilden, aggressiven Stil meist dadurch, dass entweder er seinen Gegner schlafen schickt oder selbst von ihm gestoppt wird. Nach einer Niederlage gegen Darren Elkins bei UFC 146 schafft es der Brasilianer zwar, sich einigermaßen zu zügeln, vorzeitige Siege gegen Dennis Bermudez und Pablo Garza zeigen aber, dass er immer noch brandgefährlich ist.

Daniel Pineda hat ebenfalls die starke Tendenz, weniger als 15 Minuten pro Kampf im Käfig zu stehen. Nachdem er im Jahr 2012 innerhalb von sechs Wochen seine ersten beiden UFC-Kämpfe per Aufgabe gewann, blieb der Erfolg in Kämpfen gegen Mike Brown und Antonio Carvalho zwar aus, mit einem Sieg gegen Justin Lawrence sicherte „The Pit“ sich im April dieses Jahres aber seinen dritten Sieg in der UFC. Mit einem Erfolg gegen den allseits respektierten Brandao könnte Pineda die beiden Niederlagen endgültig vergessen machen und sich einen Kampf gegen jemanden aus den oberen Regionen der Gewichtsklasse verdienen.

Vorkämpfe (Facebook)
Bevor in den USA der fünfstündige Marathon auf Fox Sports 1 beginnt, werden weitere drei Kämpfe via Facebook gezeigt, und auch hier könnte das ein oder andere Feuerwerk zünden.
Im Federgewicht geht es beispielsweise zwischen Manvel „The Anvil“ Gamburyan (12-7) und Cole „Magrinho“ Miller (19-7) zur Sache.

Gamburyan war bereits in der WEC ein bekanntes Gesicht und durfte sogar um den Titel kämpfen, in der UFC hatte er zunächst aber wenig Erfolg – Niederlagen gegen Tyson Griffin und Diego Nunes brachten ihn an den Rand der Entlassung, die der Armenier im August 2012 mit einem Punktsieg gegen Michihiro Omigawa verhinderte.

Über ein Jahr später wird er nun auf Miller treffen. Der 29-Jährige ist rein optisch das genaue Gegenteil seines Gegners. Während der Judoka Gamburyan klein, muskulös und explosiv ist, ist Miller groß, schlaksig und arbeitet lieber mit seiner Reichweite und einem großen Arsenal an Aufgabe-Griffen. Genau das rettete ihn nach Niederlagen gegen Steven Siler und Nam Phan im April dieses Jahres vor der Entlassung, indem er Bart Palaszewski per Rear Naked Choke aus der UFC kegelte.

Zuvor hat Halbschwergewichtler Cody Donovan (8-2) mit Ovince St. Preux (8-2) im wahrsten Sinne des Wortes einen harten Brocken vor sich. Donovan, der Ende 2012 sein UFC-Debüt per T.K.o. gegen Nick Penner gewann, braucht meist nicht alle Runden, um den Kampf zu gewinnen oder verlieren – entweder erwischt er seinen Gegner oder andersherum, was ihm in seinem UFC-Debüt gleich den Bonus für den Kampf des Abends eingebracht hat. Die Schattenseite daran ist allerdings, dass er vor dem T.K.o.-Sieg mehrfach selbst niedergeschlagen wurde, was Donovan gegen St. Preux unbedingt verhindern sollte.

Der kraftvolle, ehemalige Football-Spieler und erfolgreiche College-Ringer hat knapp die Hälfte seiner 13 Siege per (T.)K.o. gewonnen und gilt seit langem als Talent mit großen Potential. Zwar konnte er dieses Potential in der Vergangenheit nicht immer erfüllen, meist hat es für den mittlerweile 30-Jährigen aber zum Sieg, ob beeindruckend oder nicht, gereicht.

Im Eröffnungskampf des Abends werden im Leichtgewicht Ramsey „Stripper“ Nijem (7-3) und James „The Texecutioner“ Vick (4-0) aufeinandertreffen. Nijem brachte es während der 13. TUF-Staffel bis ins Finale, wurde dort jedoch von Underdog Tony Ferguson ausgeknockt. Seine nächsten drei Kämpfe gewann der „Stripper“, musste im April dieses Jahres allerdings eine weitere, harte K.o.-Niederlage gegen Myles Jury einstecken. 

Im Bostoner TD Garden wird der gelernte Grappler am Wochenende auf James Vick treffen, der ebenfalls schon einmal im TUF-Haus gewohnt hat. Während der 15. Staffel knockte Vick, für die meisten Zuschauer überraschend, mit einem Kniestoß Daron Cruickshank aus, als dieser zu einem Takedown ansetzte, und ließ auf den Sieg einen weiteren folgen, indem er Joe Proctor auspunktete. Eine K.o.-Niederlage gegen den späteren Finalsieger, Michael Chiesa, verhinderte allerdings Vicks Einsatz bei der Staffel-Finalveranstaltung, und seitdem stand der 26-Jährige nicht mehr im Octagon.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 26
17. August 2013
TD Garden in Boston, Massachusetts, USA

Hauprogramm (ufc.tv)
Mauricio Rua vs. Chael Sonnen
Alistair Overeem vs. Travis Browne
Urijah Faber vs. Yuri Alcantara
Matt Brown vs. Mike Pyle
Uriah Hall vs. John Howard
Joe Lauzon vs. Michael Johnson

Vorprogramm (ufc.tv)
Brad Pickett vs. Michael McDonald
Conor McGregor vs. Max Holloway
Mike Brown vs. Steven Siler
Diego Brandao vs. Daniel Pineda

Vorprogramm (Facebook)
Manvel Gamburyan vs. Cole Miller
Cody Donovan vs. Ovince St. Preux
Ramsey Nijem vs. James Vick