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Penzer, Chan, Balci u.v.m. beeindrucken

Mit Respect.FC 10 feierte die Organisation ihr erstes großes Jubiläum.

Am Abend des 28. Septembers war es in der Bayerhalle Wuppertal wieder einmal so weit: Mit Respect.FC machte eine der größten deutschen MMA-Organisationen im Schatten der Schwebebahnen Halt.

Die Jubiläumsveranstaltung sollte etwas Besonderes werden, und mit vier Titelkämpfen, einem Vier-Mann-Turnier, einem Contender-Kampf und nur einer Punktentscheidung hat Event Nr. 10 definitiv einiges geliefert. Nicolas Penzers Headkick-Knockout, Martin Piercsinskis dritter Profi-Sieg innerhalb eines halben Jahres, Stephan Pützs Dominanz auf der Matte oder Vladimir Sikics erneuter Knie-K.o.– Respect.FC 10 bot viele beeindruckende Momente.

Djamil Chan vs. Michael Erdinc
Gegen Mitternacht war es schließlich Zeit für den Hauptkampf: Djamil Chan und Michael Erdinc trafen im gleichen Gebäude wieder aufeinander, in dem der Sparta-Essen-Kämpfer vor fast genau einem Jahr nach leider nur wenigen spektakulären Minuten wegen eines Cuts gewann.

Nach einer kurzen Abtastphase begann Erdinc im Rückkampf, vereinzelte Fäuste ins Ziel zu bringen und schaffte beinahe einen Takedown, dann kam Chan allerdings mit einem seiner Dampfhämmer sauber durch und schickte Erdinc zu Boden. Der Essener konnte sich allerdings erholen und kam wieder auf die Beine, wonach beide mit vereinzelten Schlägen treffen. Kurz vor Ende der Runde war es dann allerdings Chan, der explodierte und Erdinc mit einer Geraden zu Boden schickte. Erdinc hielt noch solange es ging dagegen, letztendlich musste der Ringrichter aber trotzdem dazwischen gehen. Alter und neuer Respect-Weltergewichtschampion ist damit der Niederländer, Djamil „Dynamite“ Chan.
Sieger durch T.K.o. (Schläge) nach 4:43 Minuten in Runde 1: Djamil Chan

Stephan Pütz vs. Tassilo Lahr
Lahr ging direkt an den Takedown und brachte Pütz innerhalb von Sekunden zu Boden. Pütz kam allerdings schnell wieder auf die Beine und der Kampf verlagerte sich in der Ringecke in den Clinch. Trotz des deutlichen Größenunterschiedes schien Lahr zunächst keinen sichtbaren Kraftnachteil zu haben. Als es wieder auf den Boden geht, konnte Pütz sich allerdings die Oberlage sichern und danach den Rear Naked Choke, das Rundenende machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung.

In Runde zwei versuchte Lahr sich ebenfalls direkt wieder am Takedown; es war allerdings Pütz, der den Kampf kurz darauf auf die Matte verlagern sollte - dort angekommen ging er mit Groundandpound ans Werk. Die zweite Runde lief beinahe genauso ab, Pütz hielt Lahr am Boden und bearbeitete ihn mit Schlägen.

Und dann auch in Runde drei das gleiche Bild – Pütz arbeitete aus der Oberlage an der Verbesserung seiner Position und attackierte gleichzeitig mit Schlägen und vereinzelten Kniestößen. Erst kurz vor Ende der Runde schaffte es Lahr zurück auf die Beine, musste allerdings im Thai-Clinch mehrere Kniestöße einstecken. In der Rundenpause brach Lahr den Kampf dann selbst ab, Pütz wurde zum Sieger erklärt und darf seinen Gürtel somit behalten.
Sieger durch T.K.o. (Aufgabe) nach 5:00 Minuten in Runde 3: Stephan Pütz

Musa Jangubaev vs. Nick Hein
Jangubaev machte anfangs direkt Druck, Hein hielt allerdings gut dagegen und arbeitete am Takedown, den der versierte Judoka nach kurzer Zeit auch bekam. Hein landete direkt auf dem Rücken seines Gegners und setzte zunächst zum Rear Naked Choke an, bevor er zum Groundandpound überging. Aus dieser Position gab es für Jangubaev kein Entkommen - bis zum Rundenende hagelten Schläge zum Kopf und Körper auf ihn herab.

Runde zwei spielte sich eine knappe Minute lang im Stand ab, bis die beiden in der exakt gleichen Position wie in Runde eins auf der Matte landeten – Hein auf dem Rücken Jangubaevs. Wieder ließ der Kölner aus der Backmount Ground and Pound los, bis der Ringrichter schließlich dazwischen ging.
Sieger durch T.K.o. nach 3:51 Minuten in Runde 2: Nick Hein

Nicolas Penzer vs. Philipp Grieble
Der Kampf begann recht gemächlich, beide Mittelgewichtler tasteten sich zunächst ab. Dann packte der eigentlich für seine Fähigkeiten am Boden bekannte Penzer aber urplötzlich einen Headkick aus, der punktgenau saß und ihn zum neuen Herausforderer auf den Mittelgewichtstitel machte.
Sieger durch K.o. nach 0:22 Minuten in Runde 1: Nicolas Penzer

Max Coga vs. Antun Racic
Racic, der gefühlt einen Kopf kleiner war als Coga, schien dieser Größennachteil zunächst nicht wirklich zu stören. Der Kroate sicherte sich recht schnell einen Takedown und arbeitete aus der Oberlage, während Coga versuchte, einen Triangle Choke anzubringen.

In Runde zwei landete Coga erneut auf dem Rücken, nachdem er einen Guillotine Choke ansetzen wollte, Racic sich allerdings befreien konnte. Als die beiden sich wieder gelöst hatten und Coga einen weiteren Takedownversuch Racics abwehren konnte, brachte Coga selbst den Kampf auf die Matte, setzte zum Groundandpound an und konnte kurz darauf den Rear Naked Choke durchziehen.
Sieger durch Aufgabe (Rear Naked Choke) nach 4:57 Minuten in Runde 2: Max Coga

Fatih Balci vs. Sebastian Baron
Balci ging ohne zu zögern mit harten Händen nach vorne und traf direkt mehrfach. Baron versuchte gegenzuhalten, brach aber schließlich unter dem Schlaghagel zusammen.
Sieger durch T.K.o. nach 0:22 Minuten in Runde 2: Fatih Balci

Vladimir Sikic vs. Donovan Desmae
Sikic eröffnete den Kampf mit einem harten Kick, den Desmae, welcher für seinen Teamkollegen Uriel Albamonte eingesprungen war, jedoch zum Takedown nutzte. Nachdem der Kampf sich wieder auf die Beine verlagert hatte, war es kurze Zeit später Sikic, der ihn wieder auf die Matte brachte. Aber auch dieses Mal war das Intermezzo am Boden nur von kurzer Dauer, und als es im Stand weiterging, machte Sikic mit seinen patentierten Kniestößen aus dem Clinch ordentlich Druck. Desmae ließ sich allerdings nicht so einfach unterkriegen und hielt mit (Aufwärts-)Haken dagegen, die zum Teil sauber durchkamen.

Der zweite Durchgang verlief zunächst recht ausgeglichen im Stand, unterbrochen nur von einem weiteren kurzen Zwischenspiel am Boden. Wieder auf den Beinen, ließ Sikic mit seinen Kniestößen nicht locker, bis Desmae schließlich darunter zusammenbrach und Sikic den Kampf mit einigen Folgeschlägen endgültig beenden konnte. Der Leichtgewichtsgürtel von Respect.FC ist nun das neueste Mitglied im Trophäenschrank des Wahl-Frankfurters.
Sieger durch T.K.o. (Kniestöße und Schläge) nach 4:50 Minuten in Runde 2: Vladimir Sikic

Aitek Emadi vs. Fran Vanderstukken
Die erste Runde spielte sich zum großen Teil im Stand ab, wo Vanderstukken ihrer Gegnerin von Anfang an mit guten Treffern Respekt einflößte und das Tempo des Kampfes zu kontrollieren schien. Als Vanderstukken einen Takedown durchbrachte und sich an einer Armbar versuchte, zeigte Emadi jedoch, dass mit ihr immer zu rechnen ist, nach einem Sweep war sie es nämlich plötzlich, die in der dominanten Position war.

Im zweiten Durchgang allerdings war es dann wieder Vanderstukken, die in den Schlagabtauschen die Oberhand behielt, nach etwas Clinchen den Kampf auf den Boden verlagerte und erneut oben landete. Auch die dritte Runde sicherte die Belgierin sich auf diese Weise und gewann damit verdient nach Punkten.
Siegerin durch einstimmige Punktentscheidung (30-27; 30-27; 29-28): Fran Vanderstukken

Calvin Lyons vs. Martin Pierscinski
Pierscinski ging direkt aggressiv nach vorne und konnte Lyons mit Schlägen arg in Bedrängnis bringen. Der Paderborner Wombat verlagerte den Kampf auf die Matte und sicherte sich die Side Mount, wo er allerdings nicht großartig mit weiterkam. Der Ringrichter trennte die beiden, doch nach einem wilden Schlagabtausch ging es direkt wieder zurück auf den Boden, allerdings war es dieses Mal Lyons, der oben landete. Anfang der zweiten Runde ging es dann ganz schnell – Pierscinski landete auch im zweiten Durchgang direkt einige harte Hände, unter denen Lyons nach kurzer Zeit zusammenbrach. Pierscinski folgte auf die Matte und sicherte sich einen Kimura, in dem Lyons schließlich abklopfen musste.
Sieger durch Aufgabe (Kimura) nach 1:17 Minuten in Runde 2: Martin Pierscinski

Roman Kapranov vs. Rafal Lewon
Lewon eröffnete mit einem harten Kick, den Kapranov jedoch zum Takedown nutzte. Lewon bekam einen Guillotine Choke zu packen, konnte ihn aber nicht voll durchziehen. Als die beiden sich zu weit in die Ringecke bewegten, wurden sie getrennt und der Kampf im Stehen weitergeführt, was im Publikum teilweise etwas Unmut aufkommen ließ. Zu Beginn der zweiten Runde war es Lewon, der seinen Gegner runter nahm, Kapranov allerdings konnte beinahe einen Triangle Choke ansetzen, aus dem Lewon frei kam und daraufhin einige Schläge anbringen konnte. Kurz vor Ende der Runde schaffte es Kapranov, die Position zu drehen und zum Rear Naked Choke anzusetzen, den er allerdings nicht ganz durchziehen konnte.

In Runde drei wirkten beide Kämpfer sehr müde. Lewon ging direkt an den Takedown, Kapranov konnte ihn aber zunächst abwehren. Als es dann doch auf den Boden ging, konnte Kapranov erneut beinahe einen Triangle Choke sichern, Lewon slammte sich allerdings frei, bevor es ernst wurde. Der Kampf wurde dennoch auf der Matte weitergeführt, wo Kapranov Lewon mit einer Kimura bedrohte, weiter die Kontrolle behielt und sich letztendlich einen T.K.o.-Sieg sicherte, indem er den unter ihm fixierten Lewon mit Schlägen bearbeitete.
Sieger durch T.K.o. (Schläge) nach 4:10 Minuten in Runde 3: Roman Kapranov

Nicolas Penzer vs. Wesley Howard
Die beiden Mittelgewichtler tauschten anfangs einige harte Kicks und Schläge aus, Penzer sicherte sich aber recht schnell den Takedown und konnte sich von dort aus einen Side Choke erarbeiten, der saß.
Sieger durch Aufgabe (Side Choke) nach 0:58 Minuten in Runde 1: Nicolas Penzer

Niko Lohmann vs. Philipp Grieble
Grieble eröffnete den Kampf mit harten Kicks, die auf die Oberschenkel, die Rippen und den Kopf gleichermaßen zielten und Lohmann sichtbar ausbremsten, bis dieser schließlich eine harte Rechte durchbringen und sich anschließend einen Takedown sichern konnte.

In Runde zwei landete Grieble einige linke Haken, die Lohmann jedoch wütend zu machen schienen. „Karl Stahl“ drehte auf, traf mit harten Fäusten und sicherte sich kurz darauf einen weiteren Takedown. Grieble kam jedoch wieder hoch und traf seinen Gegner auf dem Weg mit einem Knie zum Kopf. Kurz darauf stellte er Lohmann in der Ringecke und schlug ihn nieder, sodass der Ringrichter dazwischen gehen musste.
Sieger durch T.K.o. (Schläge) in Runde 2: Philipp Grieble