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Pascal Krauss neuer Cage Warriors Champion, Asrih unterliegt Irving

Pascal Krauss bei seinem ersten Interview als Cage Warriors Champion.

Ein Titelkampf in England gegen einen britischen Gegner, noch dazu mit englischen Punktrichtern am Käfig? Das deutsche Supertalent Pascal Krauss hatte aus der BAMMA-Kontroverse der vergangenen Woche seine Lehren gezogen und bei der 37. Auflage der englischen Traditionsorganisation Cage Warriors Fighting Championship den Sack vorzeitig zugemacht – genau wie in seinen acht Kämpfen zuvor. Der 23 Jahre alte Freiburger ließ dem begabten Schotten John Quinn (der ebenfalls mit einer Bilanz von 8-0 in das Duell ging) am 22. Mai nicht den Hauch einer Chance und holte sich mit einer (wieder einmal) souveränen Leistung den vakanten Cage Warriors Weltergewichtstitel.

Der Kampf im NEC in Birmingham verlief wie so viele von Krauss: Dominanz im Stand mit Schlagkombinationen und Lowkicks, Takedown, Mountposition, Ground and Pound, Aufgabesieg durch Rear Naked Choke. In der ersten Runde gelang Quinn ein guter Treffer mit einem Konterschlag und er warf Krauss sogar für den Bruchteil einer Sekunde zu Boden. Doch der revanchierte sich schnell mit einem Takedown und bearbeitete ihn anschließend mit Ground and Pound.

Die zweite Runde gehörte dann nur noch Krauss. Nach einem Takedown setzte er Quinn mit seinem unbarmherzigen Ground and Pound schwer zu, doch der Schotte erwies sich als sehr widerstandsfähig. Quinn befreite sich aus einem Anaconda Choke, wurde aber kurz darauf wieder von Krauss gesweept und mit Schlägen bombardiert. Das Ende kam 13 Sekunden vor Schluss der Runde durch einen Rear Naked Choke und macht den jungen Kämpfer zum direkten Nachfolger des UFC-Titelherausforderers Dan Hardy.

Peter Irving und Nordin AsrihWeniger gut lief es hingegen für Nordin Asrih. Der 31 Jahre alte Ratinger verlor gegen den englischen Haudegen Peter Irving einstimmig nach Punkten. Die beiden Weltergewichte, die ursprünglich bei der kurzfristig abgesagten Show von 10th Legion Fighting Championship hätten kämpfen sollen, lieferten sich eine der besten Auseinandersetzungen des Abends.

Asrih landete in der ersten Runde einige gute Schläge, woraufhin Irving im weiteren Verlauf des Kampfes nicht mehr viel mit ihm im Stand zu tun haben wollte. Also brachte Irving die „Fäuste Tangers“ wiederholt zu Boden, um mit Ground and Pound zu Werke zu gehen. Er setzte Asrih mit ein paar Schlägen zu und öffnete in der zweiten Runde mit einem harten Ellenbogenstoß einen Cut.

Auch im dritten und letzten Durchgang griff Irving auf seine bewährte Taktik – Takedown, Bodenkontrolle, Ground and Pound – zurück. Asrih wurde zwischenzeitlich unter anderem mit einem Kimuraversuch gefährlich, aber Irving wehrte den Angriff ab. Da Irving die meiste Zeit des Kampfes kontrollierte, stimmten die Punktrichter nach den 15 hart umkämpften Minuten einstimmig für den Engländer. Asrih kann aber dennoch mit erhobenem Haupte zurück nach Deutschland reisen.

Der vakante Leichtgewichtstitel wurde zwischen dem dänischen Exportschlager Kenneth Rosfort und dem nordirischen Veteranen Greg Loughran ausgekämpft. Loughran hatte anfänglich öfters mit seinen Links-Rechts-Kombinationen Erfolg, doch Rosfort kam immer mehr in Fahrt und schlug ihn zum Schluss der ersten Runde mit einem rechten Schwinger nieder. Die beiden lieferten sich jede Menge guter Schlagabtausche, aber in Runde drei war es wieder Rosfort, der mit einem Schwinger für einen Niederschlag sorgte. Auch in der vierten Runde schwangen sie munter mit den Fäusten, aber dann untersagte der Ringarzt Loughran aufgrund eines bösen Cuts an der Lippe das Weiterkämpfen. Somit sicherte sich Rosfort, die Nr. 10 unserer European Top Ten im Leichtgewicht, mit seinem sechsten Sieg in Folge den Cage Warriors Leichtgewichtstitel.

Zwischen Daniel „Denzil“ Thomas und Ali McClean ging es im Stand zunächst ausgeglichen hin und her. Beide landeten ihre Treffer, ehe Thomas das Geschehen auf die Matte verlagerte. Thomas war ständig auf der Suche nach Aufgabegriffen, aber McClean verteidigte sich geschickt. Beim Versuch aufzustehen achtete er dann jedoch nicht auf seinen Kopf. Thomas nutzte das zum Guillotine Choke aus und zwang McClean damit zur Aufgabe.

Louis Chapman ließ Jay Gilbey gar nicht erst in den Kampf kommen und knockte ihn bereits nach 26 Sekunden mit einem linken Haken eiskalt aus.

Josh Dennis setzte Mick Sinclair zunächst im Stand ordentlich zu, bis Sinclair keine Lust mehr auf den Schlagabtausch hatte und ihn auf den Boden verfrachtete. Dort hatte er wenig Mühe, in die Mountposition zu gelangen und den Kampf mit schwerem Ground and Pound zu beenden.

Ähnlich verlief der Frauenkampf zwischen Sarah Moras und Helena Martin, der allerdings erst in der zweiten Runde sein Ende fand. Nachdem Martin den ersten Durchgang im Stand bestimmte, ging Moras in Runde zwei in den Clinch und riss Martin dann auf die Matte. Dort hämmerte sie aus der Mountposition mit heftigem Ground and Pound auf ihre Gegnerin ein, die alsbald vom Ringrichter vor schlimmerem bewahrt wurde.

James Bateman und Ronan McKay lieferten sich über drei Runden eine enge Auseinandersetzung, die Bateman schließlich aufgrund seiner Bodenkontrolle einstimmig für sich entscheiden konnte.

Jim Wallhead tat, was von ihm erwartet wurde und machte kurzen Prozess mit Shaun Lomas, der sich mit nur zwei Tagen Vorbereitungszeit zu diesem Kampf bereit erklärt hatte. „Judo Jimmy“, die Nr. 4 unserer European Top Ten im Weltergewicht, warf Lomas auf die Matte, passierte in die Sidecontrol, attackierte mit Hammerschlägen und ging dann in die Mountposition über. Lomas gab seinen Rücken auf und wurde prompt mit dem Rear Naked Choke bestraft, in dem er schnell aufgeben musste.

Tom Breese schlug Ramon Silva mit einer Rechten nieder und versuchte danach, den Kampf auf dem Boden mit einem Arm Triangle Choke zu beenden. Silva wehrte ab, woraufhin Breese zum Rear Naked Choke wechselte und ihn damit zur Aufgabe zwang.

Cage Warriors 37 – Right to Fight
22. Mai 2010
NEC in Birmingham, England


CWFC Weltergewichtstitelkampf
Pascal Krauss bes. John Quinn via Rear Naked Choke nach 4:47 in Rd. 2

CWFC Leichtgewichtstitelkampf
Kenneth Rosfort bes. Greg Loughran via TKO nach 3:58 in Rd. 4

Peter Irving bes. Nordin Asrih nach Punkten (einstimmig)
Daniel Thomas bes. Ali McClean via Guillotine Choke nach 3:32 in Rd. 1
Louis Chapman bes. Jay Gilbey via KO nach 0:26 in Rd. 1
Mick Sinclair def. Josh Dennis via TKO nach 1:44 in Rd. 1
Sarah Moras bes. Helena Martin via TKO nach 3:40 in Rd. 2
James Bateman bes. Ronan McKay nach Punkten (Mehrheitsentscheidung)
Jim Wallhead bes. Shaun Lomas via Rear Naked Choke nach 2:34 in Rd. 1
Tom Breese bes. Ramon Silva via Rear Naked Choke nach 2:13 in Rd. 1