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Pascal Krauss kämpft um Weltergewichtstitel, Asrih vs. Irving

Pascal Krauss

Eine Woche nach den unglücklich verlaufenen Auftritten der deutschen Vertreter bei BAMMA 3, wollen es an diesem Samstag, dem 22. Mai, zwei andere deutsche Topkämpfer besser machen: Pascal Krauss und Nordin Asrih. Erneut in Birmingham, treten sie bei der 37. Auflage der englischen Traditionsorganisation Cage Warriors Fighting Championship an. Dort wandeln sie auf den Spuren europäischer Spitzenathleten wie Michael Bisping, Dan Hardy und Paul Daley, denen von Cage Warriors aus der Sprung bis in die UFC gelang.

Pascal Krauss (8-0) kämpft gegen den schottischen Bodenkampfspezialisten John Quinn (8-0) um den vakanten Weltergewichtstitel. Beide haben eine blitzsaubere Kampfbilanz und besiegten alle ihre Gegner vorzeitig. Nachdem Krauss das Jahr 2009 mit fünf Siegen abschloss, wird er am Samstag zum ersten Mal in diesem Jahr in den Käfig steigen. Der 23 Jahre alte Freiburger, ein Schützling vom M-1-Veteranen Gregor Herb, sieht sich mit Quinn seiner bislang größten Herausforderung konfrontiert.

Der zähe Schotte ist kämpferisch ausgesprochen vielseitig. Er beendete seine acht Kämpfe mit Aufgabegriffen sowohl aus der Guard als auch aus der Oberlage, kam mit Ground and Pound zu einigen Erfolgen und knockte sogar bereits einen seiner Gegner aus. Egal, auf welcher Ebene die Auseinandersetzung stattfinden wird – Krauss wird alle Hände voll zu tun haben. Doch betrachtet man die steile Entwicklung, die der außergewöhnlich talentierte „Panzer“ in seinen letzten Kämpfen durchlaufen hat, wird deutlich, dass er die nötigen Fähigkeiten mitbringt, um einen Mann wie Quinn zu schlagen.

Peter Irving und Nordin AsrihDas Weltergewichtsduell zwischen Nordin Asrih (14-4-1) und Peter Irving (10-7-1) hätte ursprünglich bei einer Veranstaltung von 10th Legion Championship Fighting stattfinden sollen, doch die Organisatoren sagten die Show kurzfristig ab und so wurde der Kampf kurzerhand von Cage Warriors übernommen. Asrih wird den Käfig mit enormem Selbstbewusstsein betreten, das der 31 Jahre alte Ratinger aus der im April bei Respect.3 gewonnenen Schlacht gegen Sebastian Baron zieht, die vermutlich als einer der besten deutschen Kämpfe dieses Jahres in den Geschichtsbüchern verewigt werden wird.

Von den letzten neun Kämpfen haben die hammerharten „Fäuste Tangers“ nur einen einzigen verloren, aber Irving sollte von Asrih keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Der Engländer ist ein bissiger Allrounder und hält unter anderem einen Aufgabesieg über den deutschen Spitzenkämpfer Daniel Weichel und einen einstimmigen Punktsieg über den schwedischen Tausendsassa Reza Madadi. Vorsicht ist also durchaus geboten.

Im zweiten Titelkampf des Abends treten der Däne Kenneth Rosfort (13-2) und der Nordire Greg Loughran (18-14) um den vakanten Leichtgewichtsgürtel an. Rosfort ist vermutlich neben Martin Kampmann der stärkste MMA-Export aus Dänemark. Die Nr. 10 unserer European Top Ten im Leichtgewicht besiegte schon die hoch gehandelten Diego Gonzalez und Jeff Lawson. In seinem einzigen Kampf in diesem Jahr schlug Rosfort, der die meisten seiner Auftritte bei der Fightergalla absolvierte, das deutsche „German Top Five“-Mitglied Franco „Ortega“ de Leonardis vorzeitig.

Loughran mag vielleicht nicht die beste Kampfbilanz haben, doch unterschätzen darf man ihn deshalb keineswegs. Er ist der einzige Kämpfer, der bisher den UFC-Kämpfer Andre Winner und den BAMMA Leichtgewichtschampion Rob Sinclair zur Aufgabe gezwungen hat und sammelte in den USA wertvolle internationale Erfahrung gegen gestandene Kämpfer wie Eddie Alvarez und James Edson Berto. In diesem Kampf wird man sehen, zu was Rosfort zum jetzigen Stand seiner Entwicklung wirklich fähig ist.

Aller guten Dinge sind drei: Das Titelkampftrio wird vom nordirischen Bantamgewichtschampion Paul McVeigh (16-6) und seinem spanischen Herausforderer, dem M-1-Veteranen Jose Luis Zapater (6-5) komplettiert. Die beiden Grapplingexperten konnten 2009 zwei von drei Kämpfen gewinnen. Zapater ist ein kurzfristiger Ersatz für den bärenstarken Frankhad Sharipov, sodass ein McVeigh in Normalform wenige Schwierigkeiten haben sollte, seinen Titel zu verteidigen und seine Position als Nr. 3 unserer European Top Ten im Bantamgewicht zu festigen.

Jim Wallhead (18-5) kommt momentan einfach nicht zur Ruhe. Erst verhinderte die Aschewolke über Europa seinen geplanten Start beim Weltergewichtsturnier von Bellator FC, dann dauerte es bis zu dieser Woche, ehe ein Gegner für die Nr. 4 unserer European Top Team im Weltergewicht gefunden werden konnte. Wie schon so oft, wenn Not am Mann ist, sprang Shaun Lomas (8-11) mit nur zwei Tagen Vorbereitungszeit bereitwillig ein.

„Judo Jimmy“ ist eines der weltbesten Weltergewichte, die noch nicht bei einer der großen amerikanischen Organisation unter Vertrag sind. Der Judo-Schwarzgurt gewann zehn seiner letzten elf Kämpfe, gegen so starke Gegner wie beispielsweise Che Mills und Igor Araujo. Kurios: Zwei seiner Niederlagen wurden ihm von den deutschen Kämpfern Dennis Siver und Peter Angerer via Aufgabe zugefügt. Zu seinem Glück ist Lomas aber nicht deutsch, sondern englisch und so wird Wallhead nach Cage Warriors 37 seinem großen Traum von einem langfristigen Vertrag in den USA voraussichtlich ein weiteres Stückchen näher gerückt sein.

Cage Warriors 37 – Right to Fight
22. Mai 2010
NEC in Birmingham, England


CWFC Weltergewichtstitelkampf
John Quinn vs. Pascal Krauss

CWFC Leichtgewichtstitelkampf
Kenneth Rosfort vs. Greg Loughran

Jim Wallhead vs. Shaun Lomas

CWFC Bantamgewichtstitelkampf
Paul McVeigh (c) vs. Jose Luis Zapater

Peter Irving vs. Nordin Asrih

Daniel Thomas vs. Ali McClean
Louis Chapman vs. Jay Gilbey
Sarah Moras vs. Helena Martin
James Bateman vs. Ronan McKay
Tom Breese vs. Ramon Silva