MMA

Paddy Holohan will bei UFC Halifax für Furore sorgen

Wenn Paddy Holohan in den Käfig steigt, fliegen für gewöhnlich die Fetzen. (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de)

Paddy Holohan hat allen Grund, mit einer Menge Selbstvertrauen in seinen zweiten UFC-Kampf zu gehen. Im Juli debütierte der Ire bei der Dubliner Fight Night im Octagon und gab mit seinem Erstrundensieg gegen Josh Sampo den Ton für eine epische Nacht an, an deren Ende sein Teamkollege Conor McGregor die o2 Arena mit seinem Knock-out gegen Diego Brandao zum Bersten brachte.

Am vergangenen Samstag legte McGregor mit seinem K.o. gegen Dustin Poirier bei UFC 178 in Las Vegas noch einen drauf. Nun ist der in elf Kämpfen ungeschlagene Holohan wieder am Zug: „Falls ihr die Show in Dublin nicht gesehen habt, habt ihr eine gigantische Nacht verpasst. Ich denke, dass wir hier drüben etwas Ähnliches auf die Beine stellen können“, so Holohan über die UFC Fight Night im kanadischen Halifax. Einen konkreten Plan für den 4. Oktober hat der 26-jährige Dubliner auch schon: „Mein Gegner kommt hierher, um gegen mich zu kämpfen. Er hat nichts zu verlieren, aber am Ende werde ich ihn so oder so aus dem Käfig jagen, mich besaufen und bis tief in die Nacht Lieder singen.“

Hört sich gut an. Eigentlich hätte Holohan am Samstag auf Louis Gaudinot treffen sollen, der sich jedoch verletzte und durch den außerhalb Kanadas gänzlich unbekannten Debütanten Chris Kelades ersetzt wurde. Ein so später Gegnerwechsel hätte so manchen Kämpfer aus der Bahn geworfen, nicht aber den irischen „Hooligan“: „Für Namen interessiere ich mich nicht, denn letzten Endes bin ich hier für meine Familie und meinen Sohn. Ich kann dem Typen vorher und nachher freundlich die Hand schütteln, aber im Käfig werde ich versuchen, seinen Kopf abzuschlagen. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei, aber einer von uns wird nicht unbeschadet aus der Sache rauskommen.“

Holohans Sicht auf den Kampfsport hat er damit recht treffend auf den Punkt gebracht. Mit zeitaufwendigen Video-Analysen wird er sich aus diesem Grund so kurz vor dem Kampf auch nicht mehr aufhalten: „Das ist unser Job, sich um den nächsten Typen in der Schlange zu kümmern. Es gibt ohnehin nicht allzu verschiedene Körpertypen, und danach teile ich sie alle ein – das ist der kleine kräftige Typ, das ist der lange schmale Typ, das ist der Ringer, das ist der Standkämpfer. Aber im Prinzip ist es mir egal, die könnten auch King Kong ein Paar Handschuhe geben und ihn in den Käfig stellen. Ich würde gegen ihn kämpfen.“

„Ich fühle mich absolut unglaublich“, erklärt Holohan seine doch recht gelassene Stimmungslage kurz vor einem Profi-MMA-Kampf. „Ich hätte nicht gedacht, dass es möglich wäre, mich noch besser zu fühlen als in Dublin. Und jetzt sitze ich hier und denke mir ‚Man, ich fühle mich tatsächlich noch besser.’“ Beste Voraussetzungen also, um den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem ambitionierten Ziel zu gehen: „Mein Ziel ist es, eine 20-0-Bilanz zu bekommen“, lacht Holohan. „Ich limitiere meinen Kopf in keiner Weise – ich kann meine Grenzen selbst stecken.“

Mit derartigen Sätzen rückt Holohan sich unweigerlich in die Nähe seines populären Landsmannes Conor McGregor, mit dem Holohan nicht nur eine Nationalität, sondern auch die Matten im aufstrebenden SBG-Team in Dublin teilt. „Ich war tatsächlich sogar vor Conor dort“, erinnert sich Holohan. „Meine Karriere wurde leider durch eine Rückenverletzung ausgebremst, nach der ich aber zweimal so stark zurückgekehrt bin. Conor hat seitdem für uns die Türen geöffnet und wir reißen sie jetzt nieder.

Er übertreibt auf keinen Fall mit seinem Verhalten, das hat er ja erst am Samstag wieder bewiesen. Er jagt nicht nur seinen eigenen Gegner Angst ein, sondern jetzt auch noch meinen Gegnern. Einen Tag nach seinem Sieg hat Gaudinot noch so etwas wie „Ich will einen Knock-out“ getweetet und am nächsten Tag hat er den Kampf abgesagt. Er ist wahrscheinlich davon ausgegangen, dass wir alle nur reden und reden und dann geht Conor da raus und zerreißt Dustin in der Luft. Wir rocken dieses Ding zusammen.“

Auch dass McGregor auf einer großen Pay-per-View-Veranstaltung in Vegas kämpft und seine Teamkollegen Gunnar Nelson und Cathal Pendred zuhause in Europa, stört Holohan nicht, der zwischen den beiden auf einer kleinen Fight Night in Ost-Kanada feststeckt: „Damit muss ich einfach leben – lasst uns mal sehen, was in Kanada so läuft und wie die Fans so drauf sind. Am Ende des Tages ist es sowieso egal. Das Octagon ist das Octagon, das kannst du auch auf einem Feld in Georgetown aufbauen.“

Las Vegas, Georgetown oder eben Halifax: Paddy Holohan zumindest ist sich sicher, dass er am Samstag seinen zweiten Sieg in der UFC holen und ebenfalls als Held nach Dublin zurückkehren wird: „Das einzige, was mich je aufgehalten hat, waren Verletzungen. Und selbst von denen lerne ich, weil ich jetzt weiß, wie weit ich mit meinem Körper gehen kann und worauf ich achten muss. Mein Körper und ich arbeiten jetzt zusammen. Und mit jedem weiteren Kampf werden wir gefährlicher. So ist das einfach – mein Selbstvertrauen wächst. Ich bin ein selbstbewusster Mann.“