MMA

Norman Parke im Interview vor UFC Boston

Norman Parke will das neue Jahr mit einem wichtigen Sieg einläuten (Foto: Valentino Kerkhof/Groundandpound.de).

Die 59. UFC Fight Night am heutigen Sonntag in Boston steht ganz im Zeichen der Iren. Mit Conor McGregor im Hauptkampf und mehreren Teamkollegen von der Insel auf dem Vorprogramm hat die UFC eigens die #TheFightingIrish-Marketingkampagne ins Leben gerufen. Einer ist dabei stets unter dem Radar geflogen, obwohl er mit einem Sieg am Wochenende einen großen Schritt in Richtung der Leichtgewichts-Top-Ten machen könnte.

Norman „Stormin“ Parke ist in bisher fünf UFC-Kämpfen noch ungeschlagen. Der 28-jährige Sieger der „The Ultimate Fighter: Smashes“-Staffel stammt aus Nordirland, das seit 1921 in nicht immer friedlicher Trennung von seinem südlichen Nachbarn besteht. Aus diesem Grund war kurz nach dem UFC-Beitritt der beiden ein Duell mit dem irischen Superstar Conor McGregor im Gespräch, welches möglicherweise besonders viel explosives Potential auch außerhalb des Octagons haben würde. Parke würde eine solche Chance natürlich trotzdem willkommen heißen: „Das stimmt, manche Leute haben da eine große Sache draus gemacht (lacht). Ich würde sofort gegen ihn kämpfen – kein Problem, los geht’s. Ich denke, dass ich ein harter Test für jeden bin.“

Auch mit McGregors großer Klappe hat Parke kein größeres Problem – auch, wenn er niemals selbst derartig in der Öffentlichkeit auftreten würde: „Ich finde es ziemlich lustig, und außerdem bringt es dem Kampf mehr Aufmerksamkeit ein. Das ist halt Teil seiner Strategie, um seine Gegner zu verunsichern. Jeder hat da seinen Stil, ich könnte das zum Beispiel nicht, ich gehe einfach da raus und kämpfe. Und wenn ich das so könnte, würde ich es genauso machen, das ist ein Teil des Sports. Man kann ihm da also keinen Vorwurf machen, für ihn funktioniert das wunderbar. Außerdem finde ich seinen Kampfstil unglaublich gut; er ist super im Stand und baut immer viel Druck auf.“

Um McGregors Kampfstil braucht sich Parke momentan allerdings wenig Gedanken zu machen, immerhin läuft seine eigene Karriere eine Gewichtsklasse höher gerade ebenfalls ziemlich gut. Eigentlich hätte Parke im vergangenen November auf Fan-Liebling Diego Sanchez treffen sollen – auf dem Hauptprogramm von UFC 180, der ersten Veranstaltung der Organisation in Mexiko. Ein riesiger Kampf für Parke, der sich jedoch verletzte und so seit UFC Dublin im Sommer 2014 nicht mehr aktiv war: „Der Diego Sanchez-Kampf war perfekt für mich zu diesem Zeitpunkt, da steckte eine Menge Hype drin und es war an und für sich eine tolle Ansetzung“, zeigt sich Parke einerseits enttäuscht über die entgangene Chance. Gleichzeitig geht es für ihn auf die eine oder andere Art weiter, und auch ohne einen Diego Sanchez im Resümee sieht sich „Stormin“ Norman in näherer Zukunft in den wirklich relevanten Kämpfen stehen: „Andererseits, je nachdem, wie dieser Kampf gegen Tibau ausgeht, sehe ich mich mittlerweile ein Stück weiter als das. Ich denke, dass ich nicht mehr allzu weit von Kämpfen gegen Top-10-Leute entfernt bin. Und falls das doch noch nicht so schnell passieren sollte, kämpfe ich weiter gegen jeden, den die UFC mir vorsetzt. Ich will 2015 auf jeden Fall häufiger kämpfen als letztes Jahr – mindestens drei, höchstens vier Mal.“

Nummer eins wird Parke am Sonntag abhaken können, wenn er im Bostoner TD Garden auf Gleison Tibau trifft. Der brasilianische Veteran hält momentan den Rekord für die meisten bestrittenen UFC-Kämpfe in der Leichtgewichtsklasse der Organisation mit 23 Octagon-Auftritten und konnte während seiner Karriere Namen wie Jeremy Stephens, Jamie Varner oder Rafael dos Anjos besiegen – des Weiteren ist er eines der massigsten Mitglieder der 70-Kilo-Klasse. Trotz all dieser Hürden ist Parke sicher, den Käfig am Wochenende als Sieger zu verlassen: „Er ist schon ziemlich stämmig. Aber nicht immer sind die Leute körperlich tatsächlich so stark, wie sie aussehen. Ich habe im Leichtgewicht außerdem selbst ziemlich viel Kraft und bin sicher, diesen Kampf gegen Tibau zu gewinnen.“

Falls alles glatt geht und sowohl Parke als auch McGregor in Boston gewinnen, könnten die beiden mit etwas Glück und der richtigen Verkettung der Umstände schon recht bald wieder zusammen auf einem Programm stehen – vor 90.000 Zuschauern in einem Dubliner Fußballstadion: „Oh ja, das wäre unglaublich. Falls der Titelkampf zwischen McGregor und Aldo im Stadion tatsächlich stattfindet, werde ich auf jeden Fall auch dort kämpfen. Ich versuche aber, nicht zu weit vorauszudenken. Ich habe jetzt erst einmal diesen Kampf vor mir.”