MMA

Niklas Bäckström: "Ich will gegen José Aldo kämpfen!"

Im Mai gewann Niklas Bäckström sein UFC-Debüt in Berlin spektakulär durch Aufgabe (Foto: Nazariy Kryvosheyev/Groundandpound.de).

Das Jahr 2014 hat es bisher gut gemeint mit Niklas Bäckström. Im März noch knockte der 25 Jahre alte Schwede den Deutschen Max Coga nach nur 15 Sekunden mit einem Frontkick zum Kinn aus, wenige Wochen später klingelte bereits die UFC und bot ihm einen Platz auf der Berliner Fight Night an.

Den zwei Wochen vor dem Event angenommenen Kampf gewann Bäckström schließlich auf dem Hauptprogramm in der ersten Runde durch Aufgabe gegen den Boden-Spezialisten Tom Niinimäki. Später auf der Pressekonferenz legte der Schwede einen spontanen Freudentanz hin, als bekanntgegeben wurde, dass er mit dem mit 50.000 Dollar dotierten „Performance of the Night“-Bonus für seine Leistung belohnt werden würde.

Nun, da Nebenjobs und Kredite der Vergangenheit angehören, kann sich das junge Talent ganz auf den MMA-Sport konzentrieren. Am 4. Oktober wird man den Senkrechtstarter bei UFC Stockholm zum zweiten Mal auf dem Hauptprogramm zu sehen bekommen – gegen den Engländer Mike Wilkinson will Bäckström erneut beweisen, dass er genau dort hin gehört.

Wir haben uns im Vorfeld mit ihm unterhalten.


Groundandpound.de: Hallo Niklas, wie geht es dir und wie läuft dein Training für UFC Schweden?
Niklas Bäckström: „Mir geht es super. Mein Training läuft ebenfalls gut, ich trainiere hart wie immer.“

Im Mai hast du bei UFC Deutschland einen großartigen Sieg eingefahren – wie fandest du Berlin und würdest du nächstes Jahr gerne wieder hier kämpfen?
„Oh, definitiv. Ich liebe das Kämpfen überall auf der Welt, also macht es aus dieser Hinsicht keinen wirklichen Unterschied, aber Berlin habe ich wirklich gemocht. Das war mein erster Besuch in Deutschland und ich würde gerne noch einmal dorthin.“

Wie hat sich dein Leben nach deinem erfolgreichen UFC-Debüt und dem 50.000$-Bonus geändert?
„Es hat sich sehr stark verändert. Ich werde mittlerweile an den verrücktesten Orten erkannt, es ist einfach unglaublich. Ich muss mir durch den Bonus erst einmal keine Sorgen um meine Miete mehr machen, es läuft also momentan alles wirklich äußerst rund.“

Wie lange hast du gebraucht, um das alles wirklich zu realisieren? Kurzfristiges UFC-Debüt, spektakulärer Sieg, Bonus-Zahlung…
„Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich es überhaupt schon richtig realisiert habe. Ich bin immer noch der gleiche Typ wie vorher, nur dass ich mir jetzt keine Gedanken um meine nächste Miete mehr machen muss.“

Ist es nicht etwas surreal, innerhalb weniger Monate nach deiner Verpflichtung zum zweiten Mal in der UFC auf dem Hauptprogramm zu stehen?
„Ich habe einerseits immer gewusst, dass ich genau dort hingehöre. Aber natürlich, es fühlt sich ziemlich komisch an. Ich habe die UFC so lange Zeit selber als Fan verfolgt und jetzt bin ich dort urplötzlich selbst auf dem Hauptprogramm zu sehen. Zum zweiten Mal.“

Du wirst am 4. Oktober in auf Mike Wilkinson treffen. Was hältst du von ihm als Gegner und wie willst du ihn besiegen?
„Ich weiß, dass er Engländer ist, dass er acht Kämpfe gewonnen und seinen letzten verloren hat. Ich mache mir ansonsten keine großartigen Gedanken über ihn. Ich finde, dass mein letzter Gegner stärker war als er, aber du musst für jeden Kampf so trainieren, als ob es der größte deines Lebens wäre. Ich trainiere sehr hart und werde ihn so besiegen wie alle anderen: indem ich besser sein werde als er.“

Hast du dich anfangs etwas gewundert, dass die UFC dir nach deinem Debüt-Sieg einen Gegner vorsetzt, der seinen letzten Kampf in der ersten Runde verloren hat?
„Ich war überrascht, dass unser Kampf auf das Hauptprogramm gesetzt wurde. Einerseits freue ich mich, dass die UFC mich anscheinend aufbauen will, aber jeder Gegner ist gefährlich und wird versuchen, mir mit bösen Absichten ins Gesicht zu schlagen. Ich muss mich auf jeden Typen vorbereiten, gegen den ich in den Ring steigen werde. Ich denke, dass ich nach diesem Kampf einen höher eingestuften Gegner bekommen werde. Das hoffe ich zumindest.“

Glaubst du, dass du dich mit einem Sieg in die Top 10-15 vorarbeiten könntest?
„Das kann ich nicht sagen, weil ich die Ranglisten nicht mache. Wenn ich das täte, würde mein Gegner jetzt José Aldo heißen. Sie können mit den Ranglisten machen, was sie wollen.“

Jemand, der dort vor dir gelistet ist, ist Conor McGregor. Ihr hättet eigentlich vor mehreren Jahren gegeneinander antreten sollen, der Kampf ist aber geplatzt. Vor Kurzem hast du gesagt, dass das Conors Glück war – was hältst du von seinem aktuellen Werdegang?
„Er hat einen wirklich guten Kampfstil, ich sehe ihm gerne zu. Nur das Beste für ihn, ich mag es, wenn es bei Menschen gut läuft. Ich bin niemand, der von Neid zerfressen wird, von daher herzlichen Glückwunsch zu allem, was er erreicht hat. Ich weiß aber auch, dass ich der bessere Kämpfer bin und liebend gerne gegen ihn antreten würde. Das ist nichts gegen ihn, nur kann es leider nur einen geben.“

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast.
„Ich danke euch.“

Tickets für UFC Stockholm: Nelson vs. Story sind noch immer unter diesem Link erhältlich.