MMA

Nate Marquardt, Hatsu Hioki und Soa Palelei in Aktion

UFC Auckland - Te Huna vs. Marquardt (Foto: Zuffa LLC).

Nachdem die UFC Ende Mai bereits gleichzeitig in Berlin und Brasilien zu Gast war, folgt an diesem Wochenende der zweite ‚Double Header’ in Folge – sowohl in Auckland als auch im texanischen San Antonio bildet das Octagon die Kulisse für insgesamt 21 Kämpfe.

Viele bekannte Namen hat die UFC den Neuseeländern für ihr Debüt nicht spendiert, dafür zeigt die Organisation Präsenz und bleibt dem dortigen Markt nach einigen Australien-Besuchen in den letzten Jahren treu.
Obwohl am Samstag wohl keine neuen Titelherausforderer gekürt werden, könnten einige der zehn Kämpfe zumindest solide Action liefern. Neben dem Hauptkampf, der mit James Te Huna und Nate Marquardt zwischen zwei schlagstarken Mittelgewichten ausgetragen wird, könnten auch die Duelle zwischen den Grappling-orientierten Hatsu Hioki und Charles Oliveira sowie zwischen den Standkämpfern Robert Whittaker und Mike Rhodes für kurzweilige Unterhaltung sorgen.

Der Event kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der zum monatlichen Abopreis von 5,99 Euro (bei 12-monatiger Laufzeit, sonst 7,99 Euro) auf ufc.tv erhältlich ist.

James Te Huna vs. Nate Marquardt
Die 43. UFC Fight Night am Samstag markiert ein Debüt in der Geschichte der Organisation, das ihren Kritikern einige neue Munition an die Hand geben wird: zum ersten Mal werden sich im Hauptkampf einer UFC-Veranstaltung zwei Kämpfer messen, die beide ihre letzten zwei Kämpfe verloren haben.

Der nächste Herausforderer auf Chris Weidmans (oder Lyoto Machidas) Titel wird sich am Samstag in Neuseeland also kaum herauskristallisieren, zumindest auf einen spannenden und möglicherweise spektakulären Kampf darf man sich aber freuen. James Te-Huna (16-7) arbeitete sich nach einem moderaten Start seiner Karriere mit aufeinanderfolgenden UFC-Siegen gegen Ricardo Romero, Aaron Rosa, Joey Beltran und Ryan Jimmo in die Top 15 vor. Dort angekommen, scheiterte er jedoch am Level der dort ansässigen Kämpfer – Glover Teixeira und Mauricio Rua bezwangen den Australier mit den harten Fäusten im vergangenen Jahr durch Aufgabe bzw. K.o.

Nun soll gegen Nate „The Great“ Marquardt (32-13-2) das Comeback folgen – der ehemalige Herausforderer auf Anderson Silvas Mittelgewichtstitel, der in den letzten Jahren im Weltergewicht unterwegs war, wäre Te Hunas prestigeträchtigster Name in der Bilanz, falls er Marquardt am Samstag bezwingen kann. Der 35-Jährige braucht jedoch selbst dringend einen Sieg – nachdem er 2011 wegen einer Kontroverse über seine Testosteron-Ersatz-Therapie die UFC verlassen musste, 2012 den Strikeforce-Titel gewann, diesen jedoch 2013 an Tarec Saffiedine verlor und seit seiner Rückkehr ins Octagon zwei Mal durch K.o. verlor, steht „The Great“ nun mit dem Rücken zur Wand. Falls Marquardt angesichts seines fortgeschrittenen Alters noch einmal in die Nähe der Spitzenplätze im Mittelgewicht kommen will, muss er am Samstag in der Form auftauchen, die ihm 2012 einen spektakulären K.o.-Sieg gegen Tyron Woodley eingebracht hat.

Soa Palelei vs. Jared Rosholt
Im Co-Hauptkampf des Abends werden zwei Schwergewichte auflaufen, die zwar seit weniger als einem Jahr in der UFC sind, sich mit beeindruckenden Siegen jedoch einige Aufmerksamkeit erarbeiten konnten.

Wobei „seit weniger als einem Jahr“ im Falle von Soa „The Hulk“ Palelei (21-3) nicht ganz richtig ist – der 36-jährige australische Veteran hat bereits 2007 ein Mal im Octagon gestanden, wo er jedoch in der dritten Runde von Eddie Sanchez T.K.o. geschlagen wurde. Zehn Siege in der regionalen Szene später läuft sein zweiter Anlauf in der UFC bisher weitaus besser – mit (T.)K.o.-Siegen gegen Nikita Krylov, Ruan Potts und Pat Barry erlebt der „Hulk“, der jeden seiner 21 Siege vorzeitig eingefahren hat, zurzeit eine Renaissance.

Auch Jared „The Big Show“ Rosholt (10-1) soll Paleleis gefürchtetem Groundandpound nun zum Opfer fallen – der Amerikaner konnte jedoch selbst seine ersten beiden UFC-Kämpfe gewinnen und wird nicht ans andere Ende der Welt fliegen, um mit seiner ersten Niederlage im Gepäck zurück in die Staaten zu kommen. Grund genug, selbstbewusst ins Flugzeug zu steigen, hat „The Big Show“ zumindest: der Bruder des UFC-Veteranen Jake Rosholt hatte mit seiner effektiven Kombination aus gutem Ringen und starker Physis bisher ansehnlichen Erfolg im Octagon, wo er Walt Harris und Daniel Omielanczuk besiegen konnte.

Hatsu Hioki vs. Charles Oliveira
Im Federgewicht werden zwei talentierte Kämpfer aufeinander treffen, die zuletzt nach Niederlagenserien wieder einen Sieg einfahren konnten und nun eine Erfolgsserie starten wollen. Hatsu Hioki (27-7) kam 2012 als hochdekorierter Veteran in die UFC und gewann aufeinanderfolgende Kämpfe gegen George Roop und Bart Palaszewski. Den Titelkampf, der ihm daraufhin angeboten wurde, lehnte der Japaner jedoch mit der Begründung ab, noch einen weiteren Kampf bestreiten zu wollen – karrieretechnisch keine gute Entscheidung, denn Hioki verlor daraufhin drei Kämpfe hintereinander gegen Ricardo Lamas, Clay Guida und Darren Elkins. Mit einem Punktsieg gegen Ivan Menjivar rettete Hioki im März seine UFC-Karriere und will nun gegen Charles „do Bronx“ Oliveira (17-4) erneut glänzen.

Oliveira schlug zu Beginn seiner UFC-Karriere im Sommer 2010 ordentlich Wellen, als er Darren Elkins und Efrain Escudero innerhalb von nur eineinhalb Monaten vorzeitig besiegte. Diesem perfekten Start folgten allerdings Niederlagen gegen Jim Miller, Donald Cerrone, Cub Swanson und Frankie Edgar. Mit einem Aufgabe-Sieg gegen Andy Ogle bog der schlaksige BJJ-Spezialist im Februar dann wieder auf die Siegerstraße ein und will nun mit Hatsu Hioki den nächsten Skalp mit nach Brasilien nehmen.

Robert Whittaker vs. Mike Rhodes
Im ersten von vier Kämpfen auf dem Hauptprogramm wird der in Neuseeland geborene Australier Robert „The Reaper“ Whittaker (11-4) versuchen, das zu Beginn seiner UFC-Karriere gezeigte Potential auszuschöpfen¸ was ihm zuletzt in zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen nicht gelungen ist.

Der erst 23-jährige Whittaker gewann Ende 2012 die „The Ultimate Fighter: Smashes“ Staffel zwischen Australien und Großbritannien mit einem Punktsieg gegen Brad Scott und knockte einige Monate später Colton Smith aus. Auf dem Sprung zum nächsten Level haben Whittaker seine berüchtigten harten Fäuste aber seitdem nicht mehr geholfen – im August gab er eine Punktentscheidung an Court McGee ab, bevor er im vergangenen Februar von Stephen Thompson T.K.o. geschlagen wurde. Nun will Whittaker, der im vergangenen Jahr ins Tristar Gym in Montreal gezogen ist, mit einem beeindruckenden Sieg gegen Mike „Biggie“ Rhodes (6-2) zurück in die Spur finden.

Rhodes wird in Auckland zum zweiten Mal ins Octagon steigen. Im Januar gab er bei der zehnten UFC on Fox-Veranstaltung als kurzfristiger Ersatz sein Debüt, das er nach Punkten gegen George Sullivan verlor. Zuvor hatte Rhodes lediglich gegen das Weltergewichtsphänomen Brandon Thatch verloren und daneben jeden seiner sechs anderen Gegner besiegt, vier davon vorzeitig. Nun bekommt der Protege von Duke Roufus nach seinem nicht ganz nach Plan gelaufenen Debüt einen weitaus größeren Kampf, der zwar einerseits ein großes Risiko, andererseits aber auch eine immense Chance darstellt.

Vorprogramm:
Im letzten Vorkampf des Tages wird im Leichtgewicht Jake „The Celtic Kid“ Matthews (5-0) auf Dashon Johnson (9-0) treffen. Matthews war vor einigen Monaten in der "TUF: Nations"-Staffel zu sehen, wo er jedoch in seinem ersten Kampf gegen den späteren Finalisten Olivier Aubin-Mercier verlor. Johnson dagegen hat bisher neben einigen Profi-Boxkämpfen ausschließlich in der amerikanischen XPlode-Organisation im MMA gekämpft, wo er acht seiner neun Gegner vorzeitig besiegen konnte, die allerdings einen kombinierten Kampfrekord von 13-39 hatten, wobei zwölf dieser Siege allein zu Brady Harrison gehören, den Johnson lediglich durch geteilten Punktentscheid bezwingen konnte. Nun ist es für Johnson also an der Zeit, sich auf der großen Bühne zu messen…

Zuvor werden Richie Vaculik (9-2) und Roldan Sangcha-an (4-0) gegeneinander antreten – Vaculik, der es bei der "TUF: Smashes"-Staffel Ende 2012 bis ins Halbfinale schaffte, stand im Dezember jedoch unglücklicherweise dem jungen Talent Justin Scoggins gegenüber, das Vaculik in der ersten Runde durch T.K.o. stoppte. Nun muss der Australier zurück in die Erfolgsspur finden und dabei den Debütanten Sangcha-an besiegen, der kurzfristig für den verletzten Jon Delos Reyes eingesprungen ist. Der Philippine gab 2012 sein MMA-Debüt und hat seitdem vier Kämpfe bestritten, von denen er zwei durch Aufgabe und zwei durch T.K.o. gewonnen hat.

Auch ein Duell zwischen zwei „TUF: Nations“-Teilnehmern steht für Samstag auf dem Programm: Vik „The Spartan“ Grujic (6-3) und Chris Indich (6-3), beide aus Australien, brauchen in Auckland dringend einen Sieg, nachdem sie auf der Finalveranstaltung der Staffel Punktniederlagen gegen Nordine Taleb bzw. Richard Walsh einstecken mussten. Unabhängig davon, wie viel dieses Duell den beiden abverlangen wird – seinen härtesten Kampf hat Vik Grujic bereits gewonnen, denn der 37-Jährige besiegte vor einigen Jahren eine Schilddrüsen-Krebserkrankung und hat es seitdem auf die größte Bühne seines Sportes geschafft.

Im Weltergewicht wird Neil Magny (10-3) versuchen, sechs Monate nach dem letzten Silvester bereits den dritten UFC-Sieg in diesem Jahr einzufahren. Der Amerikaner debütierte nach seinem Auftritt bei der 16. TUF-Staffel bei UFC 157 im Februar 2013 mit einem unterhaltsamen Punktsieg gegen Jon Manley im Octagon, bevor er aufeinanderfolgende Kämpfe gegen Sergio Moraes und Seth Baczynski verlor. 2014 dagegen schlug er bisher Gasan Umalatov und zuletzt im Mai Tim Means nach Punkten. In Auckland wird er nun auf Rodrigo „Monstro“ Goiana de Lima (8-1-1) treffen. Der Brasilianer ist am effektivsten auf dem Boden, wo er sechs seiner acht Siege vorzeitig einfahren konnte – nun bekommt er seine Chance in der UFC, nachdem Claudio Henrique da Silva den Kampf gegen Magny absagen musste.

Zuvor werden sich im Leichtgewicht zwei UFC-Debütanten gegenüberstehen. Für Dan „The Hangman“ Hooker (10-4) dürfte es ein besonders großer Tag werden, denn der 24-Jährige kommt aus Auckland und darf sich am Samstag nun für fünf vorzeitige Siege nacheinander mit seinem UFC-Debüt in seiner Heimatstadt belohnen. Ihm gegenüber wird dabei der Brite Ian „Enty“ Entwistle (8-1) stehen, der bisher oft für Cage Warriors gekämpft und jeden seiner Siege vorzeitig eingefahren hat, sechs davon durch Aufgabe.

Im ersten Kampf des Abends trifft Halbschwergewicht Gian Villante (11-5) auf Sean „The Real OC“ O’Connell (15-5). Villante musste sich in seinem UFC-Debüt vor über einem Jahr etwas kontrovers Ovince St. Preux geschlagen geben, als er nach einem versehentlichen Fingerstich in die Augen nicht mehr weitermachen konnte.  Seitdem hat der dekorierte High School-Ringer Cody Donovan T.K.o. geschlagen, bevor er sich im Frühjahr Fabio Maldonado nach Punkten geschlagen geben musste. Sean O’Connell debütierte im April in der UFC, als er von Ryan Jimmo in der ersten Runde auf die Bretter geschickt wurde, was einer sechs Kämpfe andauernden Siegesserie ein Ende setzte, während derer O’Connell u.a. den UFC-Veteranen Marvin Eastman schlagen konnte.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 43 – Te Huna vs. Marquardt
Samstag, 28. Juni 2014
Vector Arena in Auckland, Neuseeland

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
James Te Huna vs. Nate Marquardt
Soa Palelei vs. Jared Rosholt
Hatsu Hioki vs. Charles Oliveira
Robert Whittaker vs. Mike Rhodes

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Jake Matthews vs. Dashon Johnson
Richie Vaculik vs. Roldan Sangcha-an
Chris Indich vs. Vik Grujic
Neil Magny vs. Rodrigo Goiana de Lima
Dan Hooker vs. Ian Entwistle
Gian Villante vs. Sean O’Connell