MMA

Nachwehen von UFC 136

UFC 136: Edgar vs. Maynard III (Poster via Zuffa LLC)

Obwohl bei UFC 136 die meisten Kämpfe über die volle Distanz gingen, konnten sich die Fans am vergangenen Wochenende nicht über mangelnde Unterhaltung beschweren. Im Hauptkampf knüpften Frankie Edgar und Gray Maynard genau da an, wo sie in ihrem zweiten Kampf aufgehört hatten. Auch Nam Phan und Leonard Garcia lieferten wieder eine tolle Show, dazu kam der immer unterhaltsame und bei UFC 136 sehr dominante Chael Sonnen. Dazu sorgte Joe Lauzon für eine Überraschung, und Kenny Florian scheiterte erneut in einem Titelkampf.

Frankie Edgar besiegt Gray Maynard durch TKO

Der Kampf schien ein Spiegelbild des zweiten Aufeinandertreffens der Beiden zu werden. In der ersten Runde gelang es Gray Maynard, Frankie Edgar mit guten Uppercuts ins Schwanken zu bringen, so dass dieser, wie bei UFC 125, durch den Ring taumelte. Wie im letzten Kampf der Beiden, berappelte Edgar sich und bestimmte die nächsten beiden Runden mit seiner guten Beinarbeit. In der vierten Runde konnte Edgar seinerseits Maynard mit einem Uppercut treffen und ihn schließlich mit zwei rechten Haken auf die Matte schicken.

Frankie Edgar

Edgar hat sich mit diesem Kampf endgültig unter den besten Kämpfern der Welt etabliert, wie es allerdings genau weitergeht, steht bei ihm noch nicht fest. Dana White würde es am liebsten sehen, wenn Edgar ins Federgewicht wechselt und dort gegen Jose Aldo kämpft. Nach seinen überzeugenden Auftritten im Leichtgewicht stellt sich in dem Fall die Frage: Warum sollte er das machen? Schließlich gibt es im Leichtgewicht noch genug Herausforderungen. Da wäre z. B. der Sieger vom Kampf zwischen Ben Henderson und Clay Guida, aber auch der Leichtgewichtschampion von Strikeforce Gilbert Melendez ist schon auf dem Sprung in die UFC, wo ein Titelvereinigungskampf sicherlich interessant wäre.

Gray Maynard

Ein schwerer Rückschlag für den zuvor ungeschlagenen Maynard, der zweimal kurz davor war, Leichtgewichtschampion zu werden. Als möglichen Gegner für ihn könnte man den Verlierer von dem Kampf zwischen Ben Henderson und Clay Guida nehmen, aber auch der ebenfalls an diesem Abend erfolglose Melvin Guillard wäre eine Option.


Jose Aldo besiegt Kenny Florian nach Punkten

Auch im dritten Versuch ist es Kenny Florian nicht gelungen, einen Titel in der UFC zu gewinnen. Er begann zwar gut und konnte die erste Runde auch nach Punkten gewinnen, aber laut den Punktrichtern, die den Kampf alle 49-46 an Aldo gaben, verlor er die anderen vier Runden, was besonders bei der sehr engen zweiten Runde auch anders hätte gesehen werden können. Die dritte und fünfte Runde bestimmte Aldo dagegen nicht nur im Stand, sondern auch auf dem Boden, wo er sich die meiste Zeit über in einer dominanten Position befand, auch wenn er nicht viel ausrichten konnte.

Jose Aldo

Wieder kein überzeugender Sieg von Aldo, dennoch hat er seinen Titel erfolgreich verteidigt und wird als nächstes wahrscheinlich auf den bisher ungeschlagenen Ringer Chad Mendes treffen. Ansonsten wäre auch für ihn der von White in den Raum geworfene Kampf gegen Edgar eine Möglichkeit.

Kenny Florian

Dieses Mal sah White keinen Grund, Florian nach seiner Niederlage zu kritisieren, dennoch stellt sich nun die Frage, wie es mit ihm weitergeht. Florian weiß selber, dass er so schnell keinen Titelkampf mehr bekommen wird. Mit seinen 35 Jahren wird er sich damit sicherlich die Frage stellen, ob er sich mit der Rolle als Gatekeepers zufrieden gibt. Sollte er wieder in den Käfig steigen, wäre ein Duell mit dem ebenfalls gegen Aldo unterlegenen Mark Hominick interessant, wenn dieser bei UFC 140 gegen Chan Sung Jung gewinnen sollte.


Chael Sonnen besiegt Brian Stann durch Submission

Auch wenn viele bereits vor dem Kampf vermutet hatten, dass die ringerischen Qualitäten von Chael Sonnen den Unterschied in diesem Kampf machen würden, hatten wohl nicht viele damit gerechnet, dass er so dominant sein würde. Sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Runde hatte er keine Probleme, Stann zu Boden zu bringen und ihn dort zu dominieren. Nach fast vier Minuten in der zweiten Runde gelang es ihm, Stann in einen Arm-Triangle Choke zu bekommen und den Ex-Marine zum Abklopfen zu zwingen.

Chael Sonnen

Sonnen hat bereits im Interview nach dem Kampf deutlich gemacht, dass er sich nur Anderson Silva als seinen nächsten Gegner vorstellen kann. Für ihn steht der Kampf bereits fest und soll am Super Bowl Wochenende in Las Vegas stattfinden. Auch wenn dies keineswegs offiziell ist, wäre es nur logisch, wenn die UFC diesen Kampf ansetzen würde. Der scheinbar einzige Spielverderber wäre wohl Dan Henderson, wenn dieser Mauricio „Shogun“ Rua besiegen sollte, da er auch gerne einen Rückkampf gegen Silva hätte.

Brian Stann

Für Stann steht als nächstes Takedownverteidigung auf dem Trainingsplan, allerdings kann er sich damit beruhigen, dass er in seinem nächsten Kampf wohl nicht, auf so einen guten Ringer wie Sonnen treffen wird. Ein möglicher Gegner für ihn wäre der ebenfalls vom Halbschwergewicht ins Mittelgewicht gewechselte Tim Boetsch, aber auch Demian Maia und Rousmar Palhares wären namenhafte und interessante Gegner, die allerdings allesamt ihren letzten Kampf gewonnen haben. Sollte die UFC so ein Duell scheuen, wäre auch ein Kampf gegen den Verlierer zwischen Jason „Mayhem“ Miller und Michael Bisping eine interessante Option.


Nam Phan besiegt Leonard Garcia nach Punkten

Wie in ihrem ersten Kampf, lieferten Nam Phan und Leonard Garcia auch bei UFC 136 den Kampf des Abends und wie in ihrem ersten Kampf, ging es auch dieses Mal über die volle Kampfdistanz, allerdings waren die Punktrichter bei UFC 136 auf der Seite von Phan. Alle werteten diesen fast ausschließlich im Stand geführten Kampf 29-28 für Phan, der in der dritten Runde allerdings einige harte Treffer einstecken musste.

Nam Phan

Phan dürfte mit diesem Sieg seine UFC Karriere gerettet haben, ob er wirklich in die UFC gehört, wird sich wohl im nächsten Kampf zeigen. Ein Kampf gegen Darren Elkins könnte Phan vor einige Probleme stellen, aber damit könnte er auch seinen Platz in der UFC rechtfertigen. Für die Fans vielleicht etwas interessanter wäre ein Kampf gegen Jonathan Brookins, an dem er bei The Ultimate Fighter 12 nur ganz knapp vorbeigeschrammt ist. Dazu wäre ein Kampf gegen den „Korean Zombi“ Chan Sung Jung mit Sicherheit unterhaltsam.

Leonard Garcia

Garcia hat mal wieder bewiesen, dass er nur einen Kampfstil kennt und immer für einen unterhaltsamen Kampf gut ist. Allerdings stehen dadurch auch zwei Niederlagen hintereinander auf seinem UFC Konto. Ein Kampf gegen Alex Caceres könnte zeigen, welcher der Beiden weiterhin in der UFC bleiben darf.


Joe Lauzon besiegt Melvin Guillard durch Submission

Viele hatten vor dem Kampf prophezeit, dass Lauzons einzige Chance auf dem Boden ist, umso überraschender war es, dass er Guillard im Stand gut treffen und ins Wanken bringen konnte. Den angeschlagenen Guillard brachte er anschließend schnell zu Boden und besiegte ihn nach nicht mal einer Minute in der ersten Runde durch einen Rear-Naked Choke.

Joe Lauzon

Lauzons Bilanz in seinen letzten acht Kämpfen: viermal den Bonus für Submission of the Night und dreimal für den Kampf des Abends, allerdings musste er sich in den drei Kämpfen geschlagen geben. Deswegen ist es unwahrscheinlich, dass er trotz des Sieges gegen Guillard auch in seinem nächsten Kampf einen Top 10 Gegner bekommt. Allerdings wäre er ein guter Prüfstein für den hochgehandelten Edson Barboza, aber auch ein Kampf gegen Matt Wiman oder Evan Dunham wäre möglich.

Melvin Guillard

Für Dana White sah Guillard vor dem Kampf so aus, als ob er sich seines Sieges zu sicher war. Ob er Lauzon tatsächlich unterschätzt hat, kann nur Guillard beantworten, aber natürlich ist diese Niederlage ein schwerer Rückschlag für ihn. In seinem nächsten Kampf kann er beweisen, dass er doch zur Spitze der UFC gehört. Passende Gegner dafür wären Gray Maynard oder der Verlierer aus dem bei UFC 137 stattfindenden Kampfes zwischen Dennis Siver und Donald Cerrone.