MMA

Nachwehen von UFC 134

Die Nachwehen von UFC 134 (Poster via Zuffa LLC)

UFC 134 war für die UFC ein Erfolg auf ganzer Linie. Die Zuschauer haben richtig gute Stimmung gemacht und abgesehen von Luiz Cane haben alle Brasilianer einen Sieg in den Duellen Brasilien gegen den Rest der Welt eingefahren. Anderson Silva dominierte, wie man es von ihm kennt. Mauricio „Shogun“ Rua ließ Forrest Griffin keine Chance und Antonio Rodrigo Nogueira strafte seine Kritiker Lügen.

Anderson Silva besiegt Yushin Okami durch TKO

Anderson Silva ist einfach auf einem anderen Level, wenn der Kampf im Stand ausgetragen wird. Das musste auch Yushin Okami bei UFC 134 erfahren. Es gelang Okami in der ersten Runde zwar, „The Spider“ in den Clich zu bekommen und gegen den Käfig zu pressen, aber selbst da konnte er nicht viel ausrichten. Silva landete mehrere Knie zum Körper und auch die Takedownversuche von Okami blockte er problemlos. Kurz vor Ende der Runde brachte er Okami noch mit einem Headkick ins Wanken, aber noch wollte der Japaner nicht fallen. In der zweiten Runde führte der Champion Okami vor, wie er es schon mit Forrest Griffin gemacht hatte. Er ließ seine Arme hängen und schickte Okami mit einem Jab auf die Matte. Er ließ ihn wieder aufstehen und setzte das Spiel fort. Gute Kopfbewegungen ließen Okamis Schläge immer wieder Luft treffen. Schließlich hatte Silva genug und schickte Okami mit einem rechten Haken zu Boden. Dort bearbeitete er den Japaner mit Schlägen, Ellenbogenschlägen und Kniestößen zum Körper, bis der Ringrichter den Kampf abbrach.

Anderson Silva

Für Silva gibt es im Mittelgewicht eigentlich nur noch einen Rückkampf gegen Chael Sonnen. Selbst wenn Briann Stann den Amerikaner bei UFC 136 besiegen sollte, dürfte das Interesse für einen Kampf zwischen Stann und Silva nicht so groß sein, wie für einen Rückkampf gegen Sonnen. Damit wäre dann wieder die Marketingmaschine der UFC gefragt, einen weiteren Kämpfer als den Kämpfer mit „dem besten Stil, um Silva zu besiegen“ zu vermarkten. Diesen Spruch hatte Joe Rogan bereits bei Silvas Kampf gegen Dan Henderson genutzt. Sollte Henderson nicht zu Strikeforce zurückkehren, wäre ein Rückkampf gegen Silva wohl wahrscheinlicher, als ein Titelvereinigungskampf im Halbschwergewicht gegen den dann amtierenden UFC Champion in dieser Gewichtsklasse.

Yushin Okami

UFC 134 dürfte ein ziemlich ernüchterndes Erlebnis für den Okami gewesen sein. Chancenlos gegen den Champion wird er wohl keinen Titelkampf mehr bekommen, solange Silva an der Spitze der Gewichtsklasse steht. Okami hat bereits gegen die meisten der Top 10 Mittelgewichtskämpfer in der UFC gekämpft und bis auf Chael Sonnen auch geschlagen. Damit wird es schwierig, einen passenden Gegner für ihn zu finden. Möglich wäre ein Kampf gegen den Verlierer zwischen Damian Maia und Jorge Santiago oder er könnte den Verlierer des Kampfes der beiden TUF Trainer Michael Bisping und Jason Miller testen. Sollte die UFC ihn gegen einen der Gewinner dieser Kämpfe in den Käfig steigen lassen, bestünde die sehr große Gefahr einen möglichen Titelanwärter zu verlieren, weswegen die UFC dies wahrscheinlich vermeiden wird.


Mauricio „Shogun“ Rua besiegt Forrest Griffin durch KO

Forrest Griffin konnte das Kunststück aus seinem ersten Kampf gegen Mauricio „Shogun“ Rua nicht wiederholen. Es dauerte nicht mal zwei Minuten bis Rua den Amerikaner förmlich überrannte. Mit einigen Treffern schickte „Shogun“ Griffin zu Boden, dort stürzte er sich auf seinen überwältigten Gegner. Mehrere gute Hammerschläge zwangen den Ringrichter schließlich dazu, den Kampf abzubrechen.

Mauricio „Shogun“ Rua

Für Rua hängt alles davon ab, was im Kampf zwischen Quinton „Rampage“ Jackson und Jon Jones passiert. Sollte Jackson den Kampf verlieren, wäre es nicht unwahrscheinlich, dass es zu einem Rückkampf zwischen den Beiden kommt. Sollte Jackson allerdings den Kampf gewinnen, wäre Rashad Evans zunächst mit einem Titelkampf dran, womit Rua wahrscheinlich etwas warten müsste. Schließlich wären Kämpfe gegen Jones und Machida nach den definitiven Ergebnissen – sowohl positiv als auch negativ – in Ruas letzten Kämpfen, den Fans nur schwer zu verkaufen. Sollte er nicht so lange warten wollen, bis sich ein passender Gegner aus den genannten Kämpfern für ihn ergeben hat, könnte er sich die Zeit mit einem für ihn relativ gefährlichen Kampf gegen den hochgehandelten, aber noch nicht so bekannten Phil Davis vertreiben.

Forrest Griffin

Griffin dürfte sich nach diesem Kampf erst mal aus dem Titelrennen verabschiedet haben. Sollte die UFC sich dafür entscheiden, Tito Ortiz gegen Rich Franklin kämpfen zu lassen, wäre für ihn ein Kampf gegen Antonio Rogerio Nogueira möglich, allerdings könnte man auch den Bekanntheitsgrad von Griffin dafür nutzen, den Fans Phil Davis näher zu bringen.


Edson Barboza besiegt Ross Pearson nach Punkten

Barboza war für viele Fans und Experten in diesem Kampf der Favorit und obwohl er den Sieg davontragen konnte, gelang es ihm nicht, so zu überzeugen, wie es viele vielleicht erwartet hatten. Pearson war den ganzen Kampf über im Vorwärtsgang, womit Barboza sichtlich Probleme hatte. Lediglich die zweiten Runde konnte der Brasilianer mit einigen guten Treffern sicher für sich entscheiden und dabei Pearson auch mal auf die Matte schicken. Die anderen beiden Runden waren relativ ausgeglichen, weswegen es nicht verwunderlich war, dass einer der Punktrichter beide Runden an Pearson gegeben hat.

Edson Barboza

Barboza ist in der falschen Gewichtsklasse, als dass ihn so ein Sieg weit nach oben bringen könnte. Deswegen wäre ein Kampf gegen Leute aus dem oberen Drittel der Leichtgewichtsklasse der UFC eher unwahrscheinlich. Dennoch wird die UFC ihn in seinem nächsten Kampf testen wollen. Dafür ist Donald Cerrone sehr gut geeignet. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Cerrone auch gegen Barboza im Stand kämpfen würde, allerdings könnte er ihn auch auf dem Boden fordern.

Ross Pearson

Bei Pearson kommt es ein wenig darauf an, wie die UFC mit ihm weiter verfahren will. Sollte sie ihn weiter für Kämpfe in England behalten wollen, werden sie ihm einen relativ leichten Gegner wie z. B. Wagner Rocha in seinem nächsten Kampf gegenüberstellen. Sollten sie den Engländer allerdings richtig testen wollen, wären auch Kämpfe gegen Kamal Shalorus und George Sotiropoulos denkbar.


Antonio Rodrigo Nogueira besiegt Brendan Schaub durch KO

Viele Fans hatten darauf gehofft, aber nur wenige daran geglaubt. Antonio Rodrigo Nogueira hat seiner Karriere durch einen KO-Sieg gegen den aufstrebenden Schaub wieder Leben eingehaucht und sich gleichzeitig im Titelrennen zurückgemeldet. Nachdem es zunächst so aussah, als ob Schaub im Stand einfach zu schnell für Nogueira wäre, landete Big Nog eine schöne Rechte, die Schaub ins Wanken brachte. Ein weiterer harter Treffer schaltete die Lichter bei Schaub aus und brachte die Halle zum Kochen.

Antonio Rodrigo Nogueira

Ein toller Sieg für Nogueira, der sich nach der KO-Niederlage gegen Schwergewichtschampion Cain Velasquez wieder zurückmeldet. Sollte die UFC nicht auf einen dritten Kampf zwischen Frank Mir und Brock Lesnar bestehen, wenn dieser ins Octagon zurückkehrt, wären beides interessante Gegner für Nogueira und da er ohnehin einen Rückkampf gegen Mir wollte, würde sich dieses Duell im Moment anbieten.

Brendan Schaub

Für Schaub wäre dies wohl die Gelegenheit zu sehen, in wie weit er sich seit The Ultimate Fighter wirklich verbessert hat, und welcher Kampf wäre dazu besser geeignet, als ein Rückkampf gegen Roy Nelson, gegen den er im TUF Finale verloren hat. Sollte dieser Kampf nicht zustande kommen, wäre auch ein Kampf gegen den Verlierer zwischen Cheick Kongo und Matt Mitrione möglich, aber auch Stefan Struve wäre ein guter Gradmesser.


Stanislav Nedkov besiegt Luiz Cane durch TKO

In einem Kampf, der die ganze Zeit im Stand ausgetragen wurde, schien Luiz Cane eigentlich der bestimmende Kämpfer zu sein. Vier Minuten lang sah er schneller und technisch versierter aus. Nedkov versuchte immer wieder mit weiten Schwingern durchzukommen. Vier Minuten lang erfolglos, dann kamen zwei dieser Schwinger durch und brachten Cane ins Wanken. Nedkov stürzte sich auf den Brasilianer und fügte Brasilien die einzige Niederlage an diesem Abend gegen ausländische Kämpfer zu.

Stanislav Nedkov

Cane wurde zwar nicht mehr so hoch in der UFC gehandelt, wie noch vor einigen Jahren, aber ihn in seinem Heimatland durch TKO zu besiegen, hat Nedkov auf jeden Fall einen guten Einstand in der UFC beschert. Mögliche Kämpfe für ihn wären jetzt gegen Igor Pokrajac oder Karlos Vemola. Sollte ihn die UFC gleich richtig testen wollen wäre auch ein Kampf gegen den Sieger zwischen Brandon Vera und Eliot Marshall möglich.

Luiz Cane

Nachdem er in seinem letzten Kampf seine UFC Karriere mit einem schnellen TKO Sieg gegen Eliot Marshall gerettet hatte, steht er nun wieder vor dem Aus. Sollte die UFC ihm noch eine Chance geben, dann womöglich in einem Do-or-Die-Kampf gegen Fabio Maldonado oder dem Verlierer aus Ricardo Romero gegen James Te-Huna.