MMA

Mirko Cro Cop vs. Gabriel Gonzaga II bei UFC Krakau

Kann Gabriel Gonzaga seinen Überraschungssieg gegen Mirko Cro Cop am Samstag wiederholen? (Foto: Zuffa LLC)

Jahrelang wurde gemunkelt, seit Januar ist es Gewissheit: Die UFC kommt nach Polen! An diesem Wochenende ist es soweit – zwar standen von vornherein wenige große Namen auf dem Programm und die ein oder andere Verletzung hat die Show weiter geschwächt, mit dem Rückkampf zwischen Kampfsportlegende Mirko Cro Cop und seiner Nemesis Gabriel Gonzaga steht den Zuschauern allerdings eine nostalgische Zeitreise bevor, nachdem im Halbschwergewicht Jimi Manuwa und Jan Blachowicz die Fäuste fliegen lassen.

Die 64. UFC Fight Night kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich im Abo auf ufc.tv erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:

Vorprogramm (UFC Fight Pass): 17:45 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): 21 Uhr

Hauptkampf
Here we go again: Als Mirko „Cro Cop“ Filipovic (30-11-2(1)) und Gabriel „Napao“ Gonzaga (16-9) im April 2007 zum ersten Mal im Octagon aufeinandertrafen, diente die ganze Ansetzung eigentlich nur dazu, der Pride- und K1-Legende einen Titelkampf gegen Randy Couture zu verschaffen. Daraus wurde allerdings nichts, denn BJJ-Experte Gonzaga schickte den Kroaten vor den Augen von Couture mit einem Headkick spektakulär Schlafen.

Acht Jahre später ist die Situation eine völlig andere: „Ich möchte noch ein paar Rückkämpfe bestreiten, bevor ich in Rente gehe“, erklärte Cro Cop am Mittwoch seine Motivation für seinen dritten Anlauf in der UFC. Ein Titelkampf ist dabei nicht Teil der Diskussion, stattdessen will der 40-Jährige einfach solche Duelle bestreiten, die ihn persönlich interessieren: „Ich will Kämpfe, die mich dazu motivieren, hart zu trainieren. Dieser Kampf gegen Gabriel Gonzaga ist einer davon.“

„Das Alter ist nur eine Zahl. Ich fühle mich jünger als ich bin, für diesen Kampf bin ich wirklich in Top-Form.“ Mit drei Siegen in vier Kämpfen, seit er die UFC Ende 2011 verlassen hat, ist Filipovic nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen im Octagon wieder auf Kurs gekommen. Dieses Momentum zusammen mit einer großen Entschlossenheit soll ihn am Samstag zum Revanche-Sieg führen: „Ich denke, dass derjenige, der den ersten Kampf verloren hat, generell besser vorbereitet in den zweiten geht. Das Verlangen ist größer, gerade diesen Gegner zu schlagen.“

Gabriel Gonzaga dagegen scheint dieses Extra-Feuer im Vorfeld des großen Rückkampfes zu fehlen: „Es ist mir egal, gegen wen ich kämpfe. Die UFC hat mir ihn vorgesetzt, also kämpfe ich gegen ihn“, erzählte er uns am Mittwoch. „Ich hätte lieber in Amerika gekämpft. Das ist einfacher und komfortabler, als den ganzen Weg hierher zu kommen. Wenn wir im Octagon stehen, ist das aber alles egal, dann gibt es nur ihn und mich.“

Mit zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Stipe Miocic und Matt Mitrione steht der Brasilianer an einem Scheideweg – gewinnt er, kann er seine Position in den Top 15 behalten, im Falle einer weiteren Niederlage dagegen wird er vermutlich endgültig in die Irrelevanz abrutschen. Darüber macht der 35-Jährige sich allerdings nicht allzu viele Gedanken: „Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du. So ist der Sport eben. Ich will einfach möglichst jeden meiner Kämpfe gewinnen.“

Co-Hauptkampf
Ordentlich zur Sache gehen dürfte es im Co-Hauptkampf in Krakau. Jimi „Poster Boy“ Manuwa (14-1) und Jan Blachowicz (18-3) machen kein Geheimnis daraus, dass sie im Käfig den Standkampf bevorzugen, und damit hatten beide in der Vergangenheit imposanten Erfolg.

„Ich fühle mich großartig. Training und Gewichtscut sind laufen gut. Ich freue mich darauf, Jan am Samstag einzustampfen“, verriet und Manuwa im Vorfeld des Duells. Nachdem im vergangenen März eine T.K.o.-Niederlage gegen Alexander Gustafsson Manuwas Titelträume fürs Erste auf Eis gelegt hat und ein gebrochener Fuß anschließend einen Kampf gegen MMA-Legende „Shogun“ Rua verhinderte, kann der „Poster Boy“ es kaum abwarten, am Samstag wieder ins Rampenlicht zu treten: „Wenn ich ins Octagon steige, gehört der Käfig mir. Ich werde eine spektakuläre Leistung abliefern, wie immer. Ob sie mich ausbuhen oder nicht, ist mir auch egal. Ich bin fokussiert auf den Kampf und erledige meinen Job.“

Der Mann, der das verhindern will, ließ beim Media Day ganz ähnliches verlauten: „Ich fühle mich super, der Gewichtscut läuft gut.“ Jan Blachowicz wird als populärster Pole auf dem Programm wohl neben dem allseits beliebten Mirko Cro Cop die meiste Aufmerksamkeit der Fans genießen dürfen. Druck spürt er dadurch allerdings nicht – wenn überhaupt, wird der Jubel der voraussichtlich elf- bis vierzehntausend größtenteils polnischen Zuschauer ihn am Samstag noch weiter zu Höchstleistungen anstacheln: „Ich kann es nicht abwarten – die ganzen Leute, die meinen Namen rufen werden. Es wird hier richtig laut werden am Wochenende. Für mich ist das aber kein Druck, nur Motivation. Ich liebe das Kämpfen, für mich ist das ein großer Spaß.“ Diese Motivation, gepaart mit Rückenwind durch einen beeindruckenden K.o.-Sieg gegen Ilir Latifi in seinem UFC-Debüt im vergangenen Oktober, soll Blachowicz bei UFC Krakau nun einen weiteren großen Sieg bescheren. Falls er Manuwa aus dem Weg räumen kann, hat Blachowicz schon konkrete Pläne für den Rest des Jahres: „Noch zwei Siege und dann ein Titelkampf.“

Geheimtipps
Vor den beiden Hauptkämpfen nimmt die Star-Power in Krakau rapide ab, trotzdem stehen einige Duelle auf dem Programm, die Action und kurzweilige Unterhaltung versprechen. Im Weltergewicht beispielsweise wird der Pole Pawel Pawlak (10-1) in einem Heimspiel auf den Kanadier Sheldon Westcott (8-2-1) treffen. Pawlak, der bei seinem ersten und bisher letzten UFC-Auftritt in Berlin Peter Sobotta nach Punkten unterlag, will in Krakau zeigen, was tatsächlich in ihm steckt. Mit Westcott hat die UFC ihm dabei den perfekten Gegner vorgesetzt – auch der kanadische „The Ultimate Fighter: Nations“-Finalist beendet seine Kämpfe meist vorzeitig, mit bisher fünf Siegen in weniger als einer Minute hält er sogar noch weniger von langen Arbeitszeiten als sein polnischer Kontrahent. 

In der gleichen Gewichtsklasse wird die „Polish Pistola“ Seth Baczynski (19-12) vor mehr oder weniger heimischer Kulisse ins Octagon zurückkehren. Zum letzten Mal war der 33-Jährige Amerikaner mit polnischen Wurzeln im letzten August im Käfig zu sehen, wo er im „Fight of the Night“ des Abends von Alan Jouban K.o. geschlagen wurde. Mit insgesamt zehn UFC-Kämpfen und fünf Siegen, u.a. gegen Matt Brown und Neil Magny, hat Baczynski dennoch einen immensen Erfahrungsvorteil gegenüber Leon „Rocky“ Edwards (8-2) inne, auf den er am Samstag treffen wird. Edwards ist ein Stand-Spezialist, der sein UFC-Debüt im letzten November gegen Claudio Henrique da Silva geteilt nach Punkten verlor, nachdem er sich mit fünf vorzeitigen Siegen in Folge seinen Weg ins Octagon gebahnt hatte.


Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 64: Gonzaga vs. Cro Cop 2
Samstag, 11. April 2015
Tauron Arena in Krakau, Polen

Hauptprogramm (UFC Fight Pass)
Gabriel Gonzaga vs. Mirko Filipovic
Jan Blachowicz vs. Jimi Manuwa
Pawel Pawlak vs. Sheldon Westcott
Joanne Calderwood vs. Maryna Moroz

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Seth Baczynski vs. Leon Edwards
Bartosz Fabinski vs. Garreth McLellan
Sérgio Moraes vs. Mickael Lebout
Damian Stasiak vs. Yaotzin Meza
Daniel Omielanczuk vs. Anthony Hamilton
Izabela Badurek vs. Aleksandra Albu
Marcin Bandel vs. Stevie Ray
Taylor Lapilus vs. Rocky Lee