MMA

Michael Bisping und C.B. Dollaway im Interview vor UFC 186

Michael Bisping und C.B. Dollaway zwei Tage vor ihrem Kampf bei UFC 186 (Foto: Florian Sädler).

Wie auch immer der Rest des Programms aussieht – wenn Michael Bisping kämpft, dann ist Unterhaltung garantiert. Der Brite nimmt seit jeher kein Blatt vor den Mund und konnte seinen Provokationen meist auch später im Käfig Taten folgen lassen. Am Samstag wird der „Count“ bei UFC 186 auf den „Doberman“, C.B. Dollaway treffen – wir haben uns auf dem offiziellen Media Day mit den beiden unterhalten.

„Ich merke definitiv, dass ich älter werde.“, erkennt Bisping im Vorfeld seines dreiundzwanzigsten UFC-Kampfes an. „Hin und wieder muss ich meinen Fuß in bestimmten Dingen eben ein bisschen vom Gas nehmen. In Sachen Motivation bin ich aber immer noch so was von auf der Höhe, vor allem in diesem Trainingscamp stand das nie auch nur ansatzweise in Frage.“

Eine lobenswerte Einstellung angesichts des zuletzt etwas frustrierenden Verlaufes seiner Karriere. Bisping bewegt sich als einer der alten Hasen und bekanntesten Gesichter der UFC stets mehr oder weniger in der Nähe eines Titelkampfes, zuletzt haben abwechselnde Siege und Niederlagen den Fortschritt aber zum Halten gebracht. Im Alter von 36 Jahren gilt der Brite in den Augen einiger Fans bereits als ‚Gatekeeper’ – einer, der einen guten Test für aufstrebende Talente darstellt, aber selbst nicht mehr den Sprung an die Spitze schaffen kann. Stört sich Bisping an solchen Einschätzungen?

„Das stört mich überhaupt gar nicht. Ich habe über 20 Mal in der UFC gekämpft und der Großteil davon waren Haupt- oder Co-Hauptkämpfe. Das ist nicht die Laufbahn eines Gatekeepers, das ist die Laufbahn eines unterhaltsamen Kämpfer – eines dauerhaften Top-Kämpfers. Ich war schon drei Mal der Nr. 1-Herausforderer und ich werde es auch ein viertes Mal werden. Am Samstag geht es darum, mich in dieser Gewichtsklasse wieder zu etablieren. Ich will C.B. Dollaway besiegen, dann noch irgendjemanden im Sommer schlagen und dann kann ich mich wieder ins Gespräch um einen Titelkampf bringen.“

Dolloway ist ein gelernter Ringer, der in den letzten Jahren die Schlagkraft in seinen Fäusten entdeckt hat und sich nicht zu schade ist, hin und wieder mal im Stand die Fetzen fliegen zu lassen. Bisping ist sich dennoch sicher, dass der „Doberman“ früher oder später versuchen wird, den Kampf auf die Matte zu verlagern und dass er Dolloway davon abhalten können wird: „Seit meinem Kampf gegen Tim Kennedy habe ich viel im Reign Training Center mit Mark Munoz, Patrick Cummins und den anderen Hammer-Ringern trainiert, die sich da rumtreiben. Ich habe ein volles Jahr lang daran gearbeitet; ich ringe im MMA auf einem sehr, sehr hohen Level. Der beste Takedown der Welt nennt sich übrigens ‚linker Haken’ und ich werde in jedem meiner Kämpfe versuchen, den ins Ziel zu bringen.“

C.B. Dollaway hat verständlicherweise einen etwas anderen Ausgang vor Augen. Seinen ersten Kampf in dieser Woche musste der US-Amerikaner schon am Dienstag bestreiten, als er nach der Landung in Montreal sechs Stunden bei der Grenzkontrolle verbrachte. Nun kann er sich voll und ganz auf Bisping konzentrieren, der während eines intensiven Blickduells am Ende des Media Days bereits ununterbrochen auf ihn einredete. Ein Problem hat Dollaway mit der provokanten Art des Briten allerdings nicht:

„Ich denke, er macht das für sich selbst. Er versucht einfach alles, um sich in Stimmung für den Kampf zu bringen. Wenn das für ihn funktioniert… Mir ist es egal, wir werden am Samstag so oder so in den Käfig steigen und dazu brauche ich keine Extra-Motivation. Meine Familie und meine Zukunft sind meine Motivation. Er kann von mir aus wütend, traurig oder glücklich sein, das macht keinen Unterschied für mich.“

Nach der bitteren 62-Sekunden-Niederlage gegen Lyoto Machida im Dezember will Dollaway mit einem imposanten Sieg gegen Bisping nun wieder auf Spur kommen – vor dem desaströsen Rückschlag hatte er vier von fünf Kämpfen gewonnen: „Gegen Machida habe ich im Rückblick das Gefühl, dass ich etwas über den Kampf hinweggeblickt habe. Ich habe nicht im Moment gelebt, sondern zu viel darüber nachgedacht, was für ein Kampfausgang welche Folgen für mich haben könnte.“

„Wenn ich jetzt gegen Bisping einen überzeugenden Sieg hole, wird mich das aber wieder dahin bringen, wo ich vor dem Machida-Kampf stand. Wie weit genau mich ein Sieg bringen kann, darüber mache ich mir momentan keine Gedanken. Ich habe am Samstag einen harten Test vor mir, um den ich mich zuerst kümmern muss.“