MMA

Mega-Kampf am Samstag zwischen Urijah Faber und Frankie Edgar

Frankie Edgar und Urijah Faber: Zwei Ex-Champions zusammen im Käfig. (Foto: Zuffa LLC)

Seit Jahren wollte die UFC einen Event auf den Philippinen ausrichten, wo Mixed Martial Arts eine mehr als ansehnliche Fangemeinde hat – jetzt wurde aus den Plänen Realität und zur Feier des Tages hat man mit Frankie Edgar und Urijah Faber gleich zwei der größten Stars des Sportes in den Hauptkampf gepackt. Außerdem mit von der Partie sind Gegard Mousasi, Mark Munoz und Neil Magny – Einschalten lohnt sich also definitiv, und das dank der Zeitverschiebung dieses Mal sogar zu einer humanen Uhrzeit.

Die UFC Fight Night 66 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf UFC.tv im Abo erhältlich ist.

Anbei die Startzeiten:
Vorprogramm Teil 1 (UFC Fight Pass): Samstag, 16. Mai, 13 Uhr
Vorprogramm Teil 2 (UFC Fight Pass): Samstag, 16. Mai, 14 Uhr
Hauptprogramm (UFC Fight Pass): Samstag, 16. Mai, 16 Uhr

Hauptkampf
Schon immer hat die UFC damit geworben, genau jene Kämpfe möglich zu machen, die ihre Fans sehen wollen. Der Seitenhieb auf das Boxen ist in den letzten Jahren einige Male nach hinten losgegangen, immerhin sind die ganz großen Blockbuster wie Silva gegen St. Pierre oder Jones gegen Silva nie zustande gekommen; das Federgewichtsduell zwischen Ex-UFC-Champion Frankie „The Answer“ Edgar (18-4-1) und Ex-WEC-Champion Urijah „California Kid“ Faber (32-7) kann man aber getrost als Super-Kampf der zweiten Garde bezeichnen.

Edgar, der zwischen 2010 und 2012 als Champion die Leichtgewichtsklasse der UFC anführte und seitdem bis auf José Aldo jeden seiner Gegner dominiert hat, will sich mit einem Sieg in Manila eine zweite Chance gegen Aldo sichern. In einem knappen Fünf-Runden-Kampf unterlag Edgar dem Champion Anfang 2013 nach Punkten, der Kampfverlauf hat aber durchaus das Interesse an einem zweiten Duell aufrecht erhalten – noch mehr Potential hätte allerdings vielleicht sogar ein Kampf gegen Conor McGregor, der sich im Juli als nächstes an Aldo versuchen wird und der sich immer noch die Frage gefallen lassen muss, wie er im Octagon mit einem guten Ringer umgehen würde.

Nach Siegen gegen Charles Oliveira, B.J. Penn und zuletzt Cub Swanson steht Edgar mit Urijah Faber nun erst einmal ein womöglich letzter, sicherlich aber extrem harter Test vor der erneuten Titelchance im Weg. Faber hat sich in den letzten Jahren einen zweifelhaften Namen als Kämpfer gemacht, der seit seinen WEC-Tagen jeden seiner Kämpfe gewinnt, solange es nicht um einen Titel geht. Tatsächlich hat Faber allein in der UFC in bisher drei Titelkämpfen den Kürzeren gezogen, dafür aber auch acht andere Duelle überzeugend gewonnen. Dank seiner Popularität, eines actionreichen Kampfstils und der teils haarscharfen Punktniederlagen in seinen Titelkämpfen ist der mittlerweile 35-Jährige nie allzu weit von einem Gürtel entfernt. Und obwohl er hier für Edgar eine Gewichtsklasse nach oben ins Federgewicht gewechselt ist, steht immer noch ein Kampf gegen seinen Trainingspartner und Bantamgewichtschampion T.J. Dillashaw im Raum.

Was auch immer am Wochenende passieren wird, die Zukunft dürfte interessant werden für Urijah Faber und Frankie Edgar. Als Fan dagegen sollte man sich wohl am besten einfach zurücklehnen und den seltenen Moment genießen, in dem zwei der besten Kämpfer ihrer Gewichtsklassen gleichzeitig im Octagon stehen.

Co-Hauptkampf
Im zweiten Hauptkampf des Abends wird es im Mittelgewicht zwischen Gegard „The Dreamcatcher“ Mousasi (36-5-2) und Costa Philippou (13-4-1) zur Sache gehen. Mousasi hat sich mit einer stoischen Persönlichkeit und umso actionreicheren Kämpfen über die Jahre eine große Fanbasis aufgebaut und kam 2013 nach einigen Jahren bei Strikeforce mit einer Menge Hype im Rücken in die UFC. Dem konnte er zwar nicht immer vollends gerecht werden, Mousasis Klasse aber ist dabei unbestreitbar und zeigt sich in Siegen gegen Namen wie Dan Henderson, Ovince St. Preux und Mark Hunt. Lediglich gegen die Elite der Mittelgewichtsklasse hat es in der UFC bisher nicht ganz gereicht, demnach allerdings müsste der „Dreamcatcher“ an diesem Wochenende einen umso imposanteren Sieg einfahren.

Costa Philippou ist in dieser Hinsicht eine schwächere Version Mousasis – auch der Boxer aus New York hat bis zu einem gewissen Gegner-Level brillant ausgesehen, musste darüber aber seine Grenzen erfahren. Die Erinnerung an bittere Niederlagen gegen Francis Carmont und Luke Rockhold hat Philippou vor einem Jahr mit einem imposanten K.o. gegen Lorenz Larkin ausradiert, seitdem hat er allerdings nicht mehr gekämpft und bekommt in Form von Mousasi nun einen harten Gegner für seinen Comeback-Kampf vor die Fäuste.

Geheimtipps
Auch auf dem restlichen Hauptprogramm gibt es Kämpfe, die sich lohnen: Allein die Tatsache, das Mark „The Filipino Wrecking Machine“ Munoz (13-6) hier seinen letzten MMA-Kampf bestreiten wird, sollte langjährige UFC-Fans dazu bewegen, einzuschalten. Für Munoz lief es in den letzten Jahren nicht gut, nachdem er Ende 2011 bereits als potentieller Titelherausforderer im Mittelgewicht galt. Einseitige Niederlagen in vier seiner letzten fünf Kämpfe, u.a. im letzten Jahr bei UFC Berlin gegen Gegard Mousasi, sowie eine Reihe von Verletzungen haben Munoz dazu bewogen, seine Karriere nach diesem Kampf zu beenden. Um sich nach stressigen Jahren als Kämpfer, Trainer und Eigentümer des Reign Training Centers in Südkalifornien wieder auf seine Familie konzentrieren zu können, hat Munoz darüber hinaus sein Gym geschlossen und wird sich demnächst als Ringer-Coach verdingen.

Zunächst aber steht sein Abschiedskampf gegen Luke „Bigslow“ Barnatt (8-2) an, und ein geschenkter Sieg ist das Duell beileibe nicht. Auch Barnatt hatte zuletzt mit Rückschlägen zu kämpfen, verlor seine letzten beiden Duelle nach Punkten, gilt dabei aber immer noch als ernstzunehmendes Talent mit Potential nach oben – in Manila wird er versuchen, mit einem Sieg über den populären Veteranen Munoz seinen eigenen Namen bei den Fans bekannt zu machen.

Ebenfalls auf dem Hauptprogramm wird Pascal Krauss-Bezwinger und K.o.-Maschine Hyun Gyu „The Ace“ Lim (13-4-1) im Weltergewicht auf den aktivsten Kämpfer auf dem UFC-Kader treffen: Neil Magny (14-3). Lim verlor in vier UFC-Kämpfen bisher lediglich nach Punkten gegen Tarec Saffiedine und konnte dafür Krauss sowie Marcelo Guimaraes und Takenori Sato ausknocken. In Manila wird der 1,88-Meter-Mann auf den sogar noch drei Zentimeter größeren Magny treffen. Magny verlor zunächst zwei seiner ersten drei UFC-Kämpfe, ist seitdem aber in sechs Kämpfen ungeschlagen, die er alle in einer Rekordzeit von weniger als 13 Monaten bestritten hat.


Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 66: Edgar vs. Faber
Samstag, 16. Mai
Mall of Asia Arena in Pasay, Philippinen

Hauptprogramm (UFC Fight Pass):
Frankie Edgar vs. Urijah Faber
Gegard Mousasi vs. Costas Philippou
Mark Munoz vs. Luke Barnatt
Hyun Gyu Lim vs. Neil Magny
Phillipe Nover vs. Yui Chul Nam
Mark Eddiva vs. Levan Makashvili

Vorprogramm (UFC Fight Pass):
Tae Hyun Bang vs. Jon Tuck
Zhang Lipeng vs. Kajan Johnson
Li Jingliang vs. Dhiego Lima
Ning Guangyou vs. Royston Wee

Roldan Sangcha-An vs. Jon Delos Reyes
Nolan Ticman vs. Yao Zhikui