MMA

"Maximo Blanco ist ein unfairer Kämpfer"

Andy Ogle will am 31. Mai in Berlin einen großen Sieg einfahren. (Foto: Valentino Kerkhof/Groundandpound.de)

Andy „The Little Axe“ Ogle hat es in seiner bisher noch recht kurzen UFC-Karriere nie leicht gehabt – im „The Ultimate Fighter“-Haus kämpfte er sich gegen größere Gegner und eindeutige Wettquoten bis ins Halbfinale vor, und auch nach seiner Zeit im Haus musste das Federgewicht einige Male im Octagon über sich hinauswachsen.

Anstatt sich Kämpfe gegen die größeren Namen erst mit Siegen verdienen zu müssen, bekam „The Little Axe“ in seiner UFC-Karriere einen Hochkaräter nach dem anderen vor die Fäuste. Zunächst ging es noch verhältnismäßig moderat los mit einem Kampf gegen den Schweden Akira Corassani: bei UFC Nottingham im Herbst 2012 lieferten die beiden Europäer sich eine dreiründige Schlacht, an deren Ende die Punktrichter Corassani vorne sahen. Die meisten Zuschauer hatten den Kampf jedoch an Ogle gegeben und auch die UFC sah das anscheinend so: einige Monate später setzen sie ihm den WEC- und UFC-Veteranen Josh Grispi vor die Fäuste, der 2011 einmal kurzzeitig für einen Titelkampf gegen José Aldo eingeplant war. Ogle schlug den Favoriten deutlich nach Punkten und setzte sich damit ein weiteres Mal über die Wettquoten hinweg, für die er ohnehin nicht viel übrig hat: „Das ist nur die Meinung von irgendwem anders. Wenn ich da rausgehe, bin ich in meinem Kopf der Favorit.“

Eine Zeit lang hat diese Einstellung bestens funktioniert, im vergangenen Oktober gab „The Little Axe“ jedoch eine Punktentscheidung an Cole Miller ab, bevor im Februar in dessen Heimatland eine Aufgabe-Niederlage gegen den Brasilianer Charles Oliveira folgte. Die beiden sind in Ranglisten ein gutes Stück weiter vorne gelistet als Ogle, der jedoch der Meinung ist, dass er das Potential hat, beide zu schlagen: “Ich denke, ich bin auf einem Level mit einer Menge guter Leute. Cole Miller? Ich hatte mit Ringrost zu kämpfen, als ich gegen ihn angetreten bin. Es war die längste Pause, die ich jemals hatte, er hat viel Erfahrung und es war ein knapper Kampf. Gegen Charles wurde ich einfach erwischt, aber es war ein guter Kampf.“

Wie so oft, haben auch die beiden bitteren Rückschläge nicht nur Frust hinterlassen, sondern Ogle auch Positives mitgegeben: “Lasst es mich so ausdrücken: ich habe eine Menge Erfahrung gesammelt und das ist etwas, dass du nicht für Geld kaufen kannst. Wenn du gegen jemanden antrittst, der dieselben Fähigkeiten im Stand hast wie du, die selbe Beinarbeit, dasselbe Ringen, aber doppelt so viel Erfahrung im Käfig, dann wird derjenige gewinnen. Erfahrung ist ausschlaggebend in diesem Sport und ich habe in meiner kurzen Karriere bei der UFC eine Menge davon gesammelt.“

Maximo Blanco
Am 31. Mai wird Ogle seine bisherigen Erfahrungen ausspielen und im Octagon weitere sammeln können: der Venezuelaner Maximo Blanco ist zur Abwechslung niemand, der in den Ranglisten weitaus höher geführt wird, gleichzeitig wird Ogle höchstwahrscheinlich einen Sieg brauchen, um weiter bei der UFC unter Vertrag zu bleiben. Über den hohen Einsatz im kommenden Kampf macht Ogle sich aber momentan wenig Gedanken, und das aus einem sehr simplen Grund: „Ich weiß, dass ich gewinnen werde.“

Kritischer dagegen sieht Ogle den hin und wieder fragwürdigen Kampfstil seines Gegners, der in der Vergangenheit mehr als ein Mal mit unsauberen Aktionen wie Headkicks zum Kopf von sich am Boden befindlichen Gegnern oder zuletzt durch einen illegalen Kniestoß gegen einen knienden Akira Corassani aufgefallen ist: “Ich finde, dass Maximo ein unfairer Kämpfer ist. Er überschreitet die Grenzen des Regelwerkes; er geht da raus und testet aus, wie viel er sich leisten kann, ohne Konsequenzen spüren zu müssen.“
Fragt man Ogle, dann werden seinem Gegner aber auch Abstecher in die Grauzonen des teils schwierig zu kontrollierenden Regelwerkes nicht viel nützen: “Ich denke, dass ich ein besserer Mixed Martial Artist bin als er, und dass ich ihn bloßstellen werde. Er hat Kardio-Probleme – in vielen seiner Kämpfe wird er müde. Ich werde nie müde. Ich werde bereit für alles sein, was er versucht.“

Falls dies die ein oder andere unsaubere Aktion beinhalten sollte, wird Ogle jedoch nicht versuchen, es seinem Gegner mit gleichen Mitteln heimzuzahlen – zum einen, weil er weiß, dass er auch ohne Regelbrüche gewinnen kann und zum anderen, weil er seinen Kämpfer-Ethos nicht verletzen will: „Das ist professioneller Sport, und ich werde mich dementsprechend verhalten. Ich würde mich nie auf ein solches Level herablassen. Wenn der Ringrichter vor dem Kampf in die Umkleide kommt, werde ich ein Wörtchen mit ihm reden. Ich werde ihm sagen, dass dieser Kerl einen Ruf hat und dass er die Regeln nicht einhält. Ich werde Maximo mit so etwas nicht durchkommen lassen.“

Diese kämpferische Einstellung könnte für Ogle Gold wert sein, denn für ihn steht an diesem Abend eine Menge auf dem Spiel – in Berlin muss er sich um jeden Preis gegen Blanco durchsetzen. Forderungen nach einem Sieg darf man von Ogle aus diesem Grund nicht erwarten: „Ich denke nicht, dass ich momentan in der Position bin, mich selbst zu promoten. Dazu müsste ich erst ein paar Kämpfe gewinnen”, erkennt Ogle seine momentane Situation nüchtern an. Aber auch ganz generell ist er kein Fan von Kämpfern, die nach einem Sieg zu tief in die Rhetorik-Trickkiste greifen: “Ich will mich nicht verstellen. Ich werde nicht versuchen, mich so zu promoten wie Chael Sonnen oder Conor McGregor. Alle scheinen der UFC vorschreiben zu wollen, gegen wen sie kämpfen wollen. Die UFC ist der Boss, sie haben das letzte Wort und sagen dir, gegen wen du kämpfst. Auf mich wirkt es, als würden alle denken, sie wären wichtiger als sie es tatsächlich sind.“

Positive Zukunftsaussichten
Obwohl zwei aufeinanderfolgende Niederlagen in der UFC bereits gefährliches Terrain bedeuten, macht sich Ogle nicht allzu viele negative Gedanken über die Zeit nach seinem kommenden Kampf. Anstatt sich dem Druck zu beugen oder angesichts einer möglicherweise drohenden Entlassung nervös zu werden, stellen die beiden kürzlichen Rückschläge Ogles Ansicht nach lediglich eine Übung in Sachen Geduld dar: „Meine süßen Momente werden kommen“, gibt sich der 25-Jährige gelassen. „Ich bin ein hart arbeitender Typ – ich kämpfe für und warte auf meine süßen Momente.“

Am 31. Mai wird er in der Berliner o2 World die Chance bekommen, einen solchen Moment genießen zu können, für den er momentan hart im Gym schuftet: „Ich investiere mein Herz und meine Seele ins Training für diesen Kampf und ich kann es nicht abwarten, den Leuten die Ergebnisse meiner Arbeit präsentieren zu können. Ich hoffe, Ihr werdet es genauso genießen, wie ich momentan das Training genieße.” Auch, dass er für den Kampf nach Deutschland fliegen muss, kann Ogles Vorfreude kaum trüben: „Ich erwarte sehr laute Zuschauer, die hoffentlich auf meiner Seite stehen anstatt auf Maximos. Ich liebe es, anderswo zu kämpfen, neue Kulturen und Gegenden zu sehen – Ich liebe die Tatsache, dass meine Fäuste mich um die Welt führen.”


Wer Andy Ogle in Aktion erleben will, bekommt die Gelegenheit dazu am 31. Mai bei der UFC Fight Night Berlin: Munoz vs. Mousasi. Tickets erhältlich unter on.ufc.com/1ol2O9s


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“Maximo Blanco is a dirty fighter“
Andy Ogle expects fouls from his opponent at UFC Berlin.

Andy „The Little Axe“ Ogle has never had it easy in his UFC career – during his stint in the “The Ultimate Fighter” house, he constantly battled bigger opponents as well as the betting lines and still made his way into the UFC. Inside the Octagon of course, tough challenges keep on coming, but the Englishman knows that they will bring the best out of him time and time again.

Instead of having to win several fights to compete against top opponents, Andy Ogle was placed opposite one high calibre fighter after another after a rather moderate start in September of 2012. At UFC Nottingham, Ogle took on Sweden’s Akira Corassani and after the two Europeans had delivered a three-round-battle, the judges gave the nod to Corassani while most fans thought that Ogle had in fact won. The UFC seemed to share their opinion as they matched Ogle up with WEC- and UFC-Veteran Josh Grispi, who in 2011 was briefly scheduled to fight José Aldo for the featherweight title. Ogle, though, rose to the occasion and convincingly beat Grispi by decision. Once more, he had exploited the betting lines, but Ogle doesn’t care much about these anyway: „It’s just somebody’s opinion, man. In my head, when I go in there, I’m the favourite.”

For quite some time that mindset worked wonders for him, but this past October, Ogle in Manchester dropped a unanimous decision to Cole Miller before having to tap out against Brazilian Charles Oliveira in the BJJ wizard’s home country. Both of these fighters are placed way above him in the divisional rankings, but Ogle thinks that he has the potential to beat them: “I think I’m up there with a lot of good guys. Cole Miller? A little bit of ring rust. It was the longest layoff I’ve had, he was experienced and it was a very close fight. The Charles fight I just got caught, but it was a good fight.”

As it is the case most of the time, these two setbacks didn’t leave him only bitter and frustrated – Ogle also took positives from the two fights: “Let’s just say I got a lot of experience. That is something that you cannot buy. You go in there against someone with the same striking, same footwork, same wrestling, same everything and if he’s got double the amount of cage experience, he’s going to win. Experience is very big in this game and I’ve gained quite a lot in my short career in the UFC.”

Maximo Blanco
On May 31st, Ogle will get the chance to play out his past experiences and make new ones inside the Octagon: against Venezuelan Maximo Blanco, he will for once face someone who is not ranked significantly higher than him, but at the same time, he probably needs a victory in order to stay employed by the UFC. Ogle, though, doesn’t put too much thought into the high stakes of his upcoming bout for a very simple reason: „I know I’m going to win.”
Something that Ogle sees more critical is the at times questionable fighting style of his opponent, who has been penalized more than once for fouls like forbidden head kicks to grounded opponents and, most recently, an illegal knee to the head of Akira Corassani: “I feel like Maximo is a dirty fighter. He pushes the limits of the rules; he goes out there and sees what he can get away with.”

At the same time, Ogle is sure that even if his opponent chooses to feel out the limits of the rule book in their fight, it’s not going to do much for him: “I think I’m a better Mixed Martial Artist than him everywhere and I’m going to exploit him. He’s got cardio problems – in a lot of his fights, he gasses out. I never gas out. I’ll be ready for whatever he throws at me.”

In case that includes an illegal technique or two, though, “The Little Axe” wouldn’t consider trying to revenge a foul with one of his own. For one, that is because he feels that he is capable of winning without having to bend the rules and on the other hand, he doesn’t want to get in conflict with his own code of conduct: „This is a professional sport, I’m going to behave in a professional manner. I would not lower myself to that kind of disrespect. When the referee comes into the changing room before the fight, I’ll talk to him. I’ll tell him that this guy has a reputation and put it in the back of his mind that this guy is bending the rules. I won’t let Maximo get away with it.”

That kind of mindset could prove to be worth a lot for Ogle since there will be a lot at stake for him on that particular night – he has got to get the victory in Berlin at all costs. For that reason, don’t expect him to claim anything, or anybody, after a victory: „I don’t feel like I’m in the position right now where I can push myself up; I have to get a couple of wins”, Ogle matter-of-factly assesses his current situation. Quite generally, he isn’t too high on people who are doing that anyway: “I’m not going to falsify myself; I’m not going to be the guy who is trying to push himself in the style of somebody like Chael Sonnen or Conor McGregor. Everyone seems to be telling the UFC who they’re going to fight and what they want. The UFC is the bosses, they’re the ones in charge, they’re telling you who you’ll fight, you know? It seems like everyone thinks they are bigger than what they are.”

Positive outlook on the future
Even if two defeats usually put a fighter on shaky grounds in the UFC, Ogle doesn’t worry too much about the time after his upcoming fight. Instead of succumbing to the pressure or getting nervous about the thought of possibly getting cut, the two recent setbacks are nothing more than an exercise in patience for Ogle: „My sweet moments will come“, the 25-year-old says. “I’m a hard working guy, I’m fighting for my sweet moments, I’m waiting for my sweet moments.”

On May 31st, he will get the chance to enjoy a sweet moment of that kind inside Berlin’s o2 World, and he’s working as hard as he possibly can in the gym right now to make it happen: „I put my heart and my soul into training for this fight and I can’t wait to show everyone what I’ve put my hard work in. I hope you enjoy it as much as I enjoy training for it.” Even having to cross the English Channel to fly to Germany can’t slow down Ogle’s excitement: „I expect a very loud crowd. I hope they’re behind me and not Maximo. I love fighting away from home, I love seeing different cultures, different areas – I love the fact that my fists are taking me around the world.”


Watch Andy Ogle in action at UFC Fight Night Berlin: Munoz vs. Mousasi on Saturday May 31st. Tickets now on sale here:

German: on.ufc.com/1ol2O9s
English: on.ufc.com/1fFjgIu