MMA

Mark Coleman nach Hüft-OP kurz vor dem Ruin

Der ehemalige UFC-Schwergewichtschampion Mark Coleman (Foto: East718/Creative Commons).

Fünf Jahre nach seinem letzten Kampf sieht die Zukunft düster aus für Mark Coleman. Der mittlerweile 50-jährige Ex-UFC-Schwergewichtschampion hat nicht mehr mit Namen wie Fedor Emelianenko oder Randy Couture zu kämpfen, sondern mit den Spätfolgen seiner fast eineinhalb Jahrzehnte andauernden Karriere im Käfig. Nachdem eine durch seine künstliche Hüfte ausgelöste Infektion ihn vor Kurzem ins Krankenhaus zwang und die Behandlungskosten sein Erspartes auffressen, beschloss ein Trainingspartner, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Wes Sims, selbst UFC-Veteran und langjähriger Freund Colemans, eröffnete ein Profil auf der Crowdfunding-Seite Gofundme.com, nachdem Coleman wohl vor einigen Tagen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dem unter dem Slogan "Save the Hammer" veröffentlichten Text nach zu urteilen steckt der Ex-UFC-Champion, der im vergangenen Jahr bereits seine 2000 im Pride Grand Prix gewonnene Trophäe auf ebay versteigerte, gesundheitlich und dadurch auch finanziell in einer äußerst schwierigen Lage. Im vergangenen Jahr war Coleman nach einer ersten Hüft-OP noch als Ringer-Trainer in der 19. „The Ultimate Fighter“-Staffel zu sehen, anschließend ging es laut Sims jedoch bergab mit ihm: „Seine Hüfte ist mehrfach herausgesprungen (…). Es war nicht einfach für ihn, er hat über ein Jahr lang mit dem Schmerz gelebt und ist vor ein paar Wochen sehr krank geworden.“

Während einer Operation fiel anschließend auf, dass sich eine ernste Infektion ausgebreitet hatte, sodass Coleman nun im Krankenhausbett und unter dem Einfluss von Schmerzmitteln sowie Antibiotika mit einer Plastik-Hüfte auf seine nächste OP im April wartet. Da bereits der ursprüngliche Eingriff seine finanziellen Möglichkeiten überstieg, steht Coleman ohne Hilfe von außen kurz vor dem Ruin: „Mark hat kein Einkommen. Seine Versicherung erlischt bald und wir loten momentan die Möglichkeiten aus, ihn als behindert einstufen zu lassen“, so Sims. „Ich versuche, durch diese Seite seine Krankenhaus- und Medikamentenrechnungen bezahlen und die Verluste ausgleichen zu können, die er in den nächsten Monaten wegen verpasster Auftritte einstecken wird.“

Coleman selbst zeigte sich tief berührt, als er kürzlich von den amerikanischen Kollegen von MMAJunkie kontaktiert wurde: „Es macht einen demütig. Scheinbar scheren sich die Leute doch noch um mich“, so Coleman angesichts der über 16.000 von insgesamt 100.000 angepeilten Dollar, die innerhalb eines Tages bereits gesammelt wurden. Zum Verlauf der Verletzung gab er an, zu früh nach der ersten Operation wieder mit den Kämpfern im „The Ultimate Fighter“-Haus auf der Matte gestanden zu haben: „Ich konnte mich nicht zurückhalten, ich musste einfach mit diesen Jungs ringen. Einen Monat, nachdem ich (aus dem TUF-Haus) zurückgekehrt bin, wollte ich ein Stück Papier aufheben, und da ist die ganze Hüfte seitlich herausgeschossen. Das ist insgesamt so um die vier Mal passiert und ich lebe in ständiger Angst, weil ich nicht weiß, wann dieses verdammte Ding wieder herausspringen wird.“

Coleman gab sein MMA-Debüt im Sommer 1996 bei UFC 10, nachdem er sich zuvor bereits als Ringer-Olympionike einen Namen in der Sport-Welt gemacht hatte. Drei Gegner nacheinander bezwang „The Hammer“ an jenem Abend vorzeitig und gewann somit das UFC-Schwergewichstturnier. Die gleiche Leistung gelang ihm drei Monate später im Schwergewichtsturnier von UFC 11, bevor er sich bei UFC 12 den ersten offiziellen Schwergewichtsgürtel der Organisation sicherte. In den Folgejahren kämpfte Coleman unter anderem bei Pride FC, bevor er gegen Ende seiner Laufbahn in die UFC zurückkehrte, für die er im Februar 2010 zum letzten Mal im Octagon stand. Im Laufe seiner Karriere besiegte der „Godfather of Groundandpound“ u.a. bekannte Gesichter wie Don Frye, Dan Severn, „Shogun“ Rua und Stephan Bonnar.