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Mario Stapel Exklusiv Interview

In Deutschland besitzt sein Name sicherlich einen großen Bekanntheitsgrad und das obwohl er gerade im verganenen Jahr lediglich einen Kampf bei uns bestritten hatte. Doch der brachte ihm gleich den Award für "Bester Aufgabegriff 2009 national" ein. Den "German Killer" Raymond Jarman besiegte er bereits in Runde 1. Erfolgreich will er auch in das Jahr 2010 starten und da gibt es Gerüchte die besagen, das er für Strikeforce antreten wird. Dies und warum er auch schon Fans enttäuschen musste, hat uns Mario Stapel im Interview verraten.

GnP: Mario, du hast den Award in der Kategorie "Bester Aufgabegriff 2009 national" gewonnen. Hat dich die Nominierung überrascht ?

MS : Überrascht nicht unbedingt. Auch wenn ich die Submission selbst als nicht so speziell empfunden habe.

GnP: Die GnP-Awards werden ja nich durch eine Jury, sondern durch Kampfsport-Fans vergeben. Was bedeutet dir der Award ?

MS : Es freut mich total, da es viele Jungs gibt die mich unterstützen und hinter mir stehen und das freut mich natürlich ungemein.
Mario Stapel

GnP: Dein Gegner beim Duisburger Käfig, Raymond Jarman, reiste mit dem Spitznamen "German Killer" an. Hat dich das als "alten Hasen" beeindruckt ?

MS : Nein, ganz und gar nicht. Ich wollte gerne gegen ihn kämpfen, weil er Jungs wie Baron weggehauen hat und genau das war mein Ansporn gegen ihn anzutreten. Ich wollte damit zeigen, das ich auf einem anderen Level kämpfe.

GnP: Im Stand hast du ihn ein paar mal recht heftig mit dem Knie erwischt bevor es auf den Boden ging. War dir in dem Moment schon klar "der entkommt mir nicht!" ?

MS : Eigentlich ja. Ich habe auch nicht mehr auf den Tripple Takedown geachtet. Ich wollte ihn eigentlich durch TKO / KO besiegen. Am Boden habe ich schon gemerkt, das da nicht mehr viel von ihm kommt.

GnP: Als dein Duell beim Duisburger Käfig bekanntgegeben wurde, gab es nicht wenige die geunkt hatten, ob der Stapel überhaupt antreten würde. Lassen dich solche Spekulationen kalt ?

MS : Teils, teils. Wenn es viele sind, dann spiegelt es auch eine Meinung wieder. Man muss es abwegen. Letztendlich hat es mich kalt gelassen und es hat mich gefreut, das ich die Kritiker vom Gegenteil überzeugen konnte.

GnP: Eine solche Situation gab es ja leider mal. Ich spreche vom Gorilla Event 2008 in Mannheim. Du wars in der Halle, du hattest dich aufgewärmt und dann warst du wieder verschwunden und hattest deinen Kampf platzen lassen. Da liefen nicht wenige Leute in der Halle mit einem dicken Hals herum und Spekulationen machten die Runde. Was war denn nun wirklich los ?

MS : Was genau die Gründe waren, das kann ich nicht sagen da ich sonst evtl. rechtliche Probleme bekommen würde. Natürlich geht ein Sorry an meine Fans. Sagen wir es mal so, es gab Unstimmigkeiten zwischen mir und dem Veranstalter, mir kam das ganze zu unprofessionell vor. Eigentlich hatte ich mir nach diesem Tag vorgenommen, nicht mehr in Deutschland zu kämpfen.

GnP: Vor kurzem gab es eine Reportage über dich und deine Vorbereitung auf den Kampf gegen Raymond Jarman auf RTL. Wie zufrieden bist du mit dem was ausgestrahlt wurde ?

MS : Ich denke MMA wurde nicht schlecht dar gestellt, nur der Zusammenschnitt mit dem Wrestler hätte man anderst machen können. Aber es war ja eine Reportage für die breite Masse.

GnP: Der Arzt welcher in der Reportage zu Wort kam hat und das war ja auch nicht anderst zu erwarten, gegen MMA geschossen. Wie bewertest du solche Aussagen ?

MS : Das war abuzusehen. Ich finde Kick- und Knietechniken im Thaiboxen ebenso gefährlich. Das ist Meinungsmache. Je mehr sich dazu äussern, desto mehr glauben das auch.
Training im MMA-Studio von Mario Stapel

GnP: Es ist dir mit Sicherheit nicht entgangen das vor dem UFC-Debut und vor allem danach die Politiker richtig auf die Barrikaden gegenüber MMA gegangen sind. Was denkt man als Sportler darüber ?

MS : Damals habe ich mir keine großen Gedanken darüber gemacht. Als Kämpfer wollte ich mich nicht darum kümmern, weil es letztendlich die Aufgabe von Anwälten ist. Meine Aufgabe ist es sportlich fair zu sein und einen guten Kampf zu liefern.

GnP: Wor ein paar Jahren hattest du die DSF-Soap "MAX - Martial Arts Extreme" begleitet. Von der Idee her orientiert man sich an "The Ultimate Fighter". War Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit für ein solches Projekt ?

MS : Ich denke MAX hatte gute Quoten für Deutschland und das DSF gebracht. Bei den Kämpfen waren es teilweise 200.000 Zuschauer die eingeschaltet hatten. Zudem kam es ja nicht zum Ende wegen der mangelhaften Quoten.

GnP: Sportlich gesehen war 2007 sicherlich nicht erbauend für dich. 5 Kämpfe - 4 Niederlagen. Zweifelt man da auch schon mal an sich selbst und denkt ans aufhören ?

MS : 2007 hatte ich mich übernommen. Ich musste meine Gyms in Deutschland betreuen und hatte mit der Stapel Fighting Challenge meine eigenen Veranstaltungen. Zudem hab ich ja Kämpfer wie Sebastian Baron und Daniel Weichel promotet. Das war einfach zu viel - Burn Out wie man so schön sagt. Beim Ludwig-Kampf stand ich dann an einer Kreuzung. Ich fragte mich was mehr Sinn macht ? Entweder kämpfe ich richtig oder ich kümmere mich mehr um Events und das Management. Doch Marc Fiore vom Hit-Squad Team erkannte mein Potential und lud mich zu einem Try-Out Anfang 2008 ein. Die Chance habe ich mir nicht entgehen lassen und hier alle Zelte abgebrochen. Ich denke es war die richtige Entscheidung.

GnP: In der Gegenwart läuft es dabei aber um so besser. Es macht das Gerücht die Runde, das Mario Stapel für Strikeforce an den Start gehen wird. Gerücht oder Wahrheit ?

MS : Definitiv Warheit. Der Vorvertrag für den Kampf bei der Strikeforce Veranstaltung am 15. Mai in St. Louis ist liegt auf dem Tisch. Es ist ja fast ein Heimspiel für mich, da ich ja zum teil in st louis lebe und auch dort trainiere.Daher bin ich sehr motiviert und werde in Top-Form sein.

GnP: Wie kam der Kontakt mit Strikeforce zustande ?

MS : Ich habe Marc Fiore vom Hit-Squad Management angerufen und wollte wissen was es neues gibt. Er meinte nur das ich meinen Arsch rüber bewegen soll, denn im Mai ist Strikeforce.
Training im MMA-Studio von Mario Stapel

GnP: In Deutschland hat sich in der Vergangenheit einiges im Kämpferbereich getan. Gibt es denn aktuell einen Kämpfer gegen den es dich reizen würden anzutreten ?

MS : Nein. Es gibt viele die mir gefallen, aber ich habe aktuell kein Interesse daran, weil mir Kämpfe im Ausland mehr Geld bringen. Aber ich verfolge natürlich Denis Siver, Peter Sobotta oder Alan Omer bei denen ich glaube das sie großes Potential haben. Aber ich will sie nicht unbedingt kämpfen - es sind ja Landsleute. Ich finde eher die deutschen Top-Leute sollten öffters zusammen tranieren.

GnP: Oder sagen wir es mal so, wird Mario Stapel 2010 auch wieder einen Kampf in good old Germany bestreiten ?

MS : Das kommt auf den Strikeforce-Vertrag an. Natürlich würde ich gerne in Deutschland kämpfen. Dadurch könnte ich mein Gym besser promoten und meine Fans könnten mich auch wieder live sehen.

GnP: Der berühmte Blick in die Kristallkugel. Du bist jetzt 33 Jahre alt. Wo siehst du dich in 5 Jahren ?

MS : Sagen wir mal, 2-3 Jahre möchte ich noch kämpfen. Ich fühle mich jedenfalls fitter als jemals zuvor. In 2-3 Jahren werde ich sehen was mein Körper mir signalisiert. Sollte ich zu dem Zeitpunkt einen Gürtel besitzen, dann werde ich noch kämpfen. Falls nicht, habe ich in meinem Gym sicherlich genug zu tun und das macht ja auch eine Menge Spass.

GnP: Mario, du hast zum Abschluß noch die Möglichkeit eine Message an die Leser und deine Fans zu übermitteln.

MS : An die Leser und meine Fans, ich danke euch für die Unterstützung der letzten Jahre. Ich hoffe das ich dieses Jahr wieder packende Kämpfe für euch liefern kann und dafür werde ich hart trainieren. Keep it Real !

GnP: Mario, wir danken dir für das Interview und wünschen dir einen erfolgreichen Tripp in die USA.

MS : Keine Ursache. Immer wieder gern.

Mehr Infos über Mario Stapel und die Möglichkeit in seinem Gym zu trainieren findet ihr HIER.