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Machida, Munoz, Guillard u.v.m. in Manchester

Mit Lyoto Machida und Mark Munoz werden am Wochenende zwei Hochkaräter und gleichzeitig zwei Freunde ins Octagon steigen.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr macht die UFC Station in England und hat mit Lyoto Machida, Mark Munoz, Melvin Guillard u.a. einige Stars mit über den Atlantik genommen.

Abgesehen von den vier Hauptkämpfern hat die UFC zwar nicht allzu viele andere bekannte Namen in die englische Industriemetropole eingeflogen, trotzdem stehen einige Kämpfe auf dem Programm, die vielversprechend sind. Neben den Begegnungen zwischen Machida und Munoz sowie Pearson und Guillard versprechen vor allem Kämpfer wie John Lineker, Alessio Sakara, Andrew Craig und Cole Miller einiges an Action.

Der gesamte Event kann, wie gewohnt, auf ufc.tv (Hauptprogramm) und Facebook (Vorprogramm) verfolgt werden. Da der Event in England stattfindet und die Zeitverschiebung damit lediglich eine Stunde beträgt, beginnt die Übertragung auch in Deutschland ausnahmsweise zur besten Sendezeit.

Groundandpound.de und GnP-TV sind live in Manchester vor Ort und werden euch hier sowie auf www.gnp-tv.de mit allem versorgen, das ihr über die UFC Fight Night 30 wissen müsst!

Lyoto Machida vs. Mark Munoz
Wer hätte den ersten UFC-Event in Manchester seit vier Jahren besser anführen können als Michael Bisping? Wenig überraschend hatte Joe Silva den charismatischen Briten ursprünglich für die Fight Night in Nordwestengland eingeplant, wo er seinem langersehnten Titelkampf mit einem Sieg gegen einen respektierten Namen wie Mark Munoz wieder einen Schritt näher hätte kommen können.

Aber es hat offensichtlich nicht sein sollen, denn eine scheinbar verheilte Augenverletzung verschlimmerte sich im Laufe der letzten Monate wieder und machte eine Operation erforderlich, die den Briten für mehrere Monate außer Gefecht gesetzt hat. Der Ersatz für den 26. Oktober allerdings wertet die Veranstaltung keinesfalls ab, sondern ist vermutlich noch ein Stück bekannter als Bisping. Mit dem ehemaligen Halbschwergewichtschampion Lyoto „The Dragon“ Machida (19-4) gibt ein wahrer Star am Samstag sein Mittelgewichtsdebüt gegen Mark „The Filipino Wrecking Machine“ Munoz (13-3).

Auf Machida freuen sich jedes Mal eine Menge Fans, nachdem sein nächster Kampf angekündigt wurde, nach dem Kampf folgte dann jedoch meist die Ernüchterung. Der Karate-Spezialist ist bekannt für einen beinahe schon ausweichenden Kampfstil, er vermeidet Treffer und schlägt seine frustrierten Gegner dann spektakulär K.o., wenn sie übermütig werden. Zumindest passiert das, wenn seine Gegner es zulassen. Gegen Dan Henderson und Phil Davis funktionierte das zuletzt nicht – beide Kämpfe gingen über die Distanz und waren so knapp, dass niemand wusste, wem die Punktrichter den Sieg zusprechen würden. Gegen Henderson war Machida der Glückliche, einige Monate später war es dann aber Davis, der den Sieg mit nach Hause nahm. Ein bitterer Rückschlag für Machida, der quasi dauerhaft kurz vor einem Titelkampf steht, sich die Chance auf’s Gold seit einem verlorenen Kampf gegen Jon Jones bei UFC 140 aber nicht mehr sichern konnte

Für Mark Munoz dagegen wird sich am Wochenende zeigen, ob er an die Spitze der Gewichtsklasse gehört. An diesem Punkt stand er vor fast genau zwei Jahren schon einmal, als er – nur wenige Kilometer entfernt im englischen Birmingham – Chris Leben gegenüberstand. Natürlich kann man Leben nicht mit Machida vergleichen, aber auch damals brauchte Munoz einen prestigeträchtigen Sieg, um ins Titelrennen einzusteigen. Gegen Leben gelang ihm das – der Veteran der ersten „Ultimate Fighter“-Staffel wurde nach zwei Runden aus dem Kampf genommen, nachdem Munoz ihn zehn Minuten lang mit seinem gnadenlosen Groundandpound bearbeitet hatte. Gegen den Standspezialisten Machida wird Munoz voraussichtlich die gleiche Strategie versuchen. Die beiden kennen sich gut, sind seit einiger Zeit sporadische Trainingspartner und waren erst zwei Tage vor der Ankündigung des Kampfes zusammen auf der Matte. Machida hat Munoz während dieser Einheiten im Stand trainiert, während dieser seinem brasilianischen Trainingspartner/Gegner seine jahrzehntelang geschulten Fähigkeiten im Ringen nähergebracht hat.

In der Phones 4u Arena steht Munoz am Wochenende jedenfalls unter einigem Druck. Nachdem er Chris Leben geschlagen hatte, musste er einen wichtigen Kampf gegen Chael Sonnen absagen, weil eine alte Ellbogenverletzung ihn zu sehr plagte. Noch nicht ganz fit, stieg „The Filipino Wrecking Machine“ im Juli 2012 gegen Chris Weidman in den Käfig, und an diesem Abend kassierte Munoz die Prügel seines Lebens vom jetzigen Champion, der ihn nach Strich und Faden dominierte und in Runde zwei schließlich mit einem Ellbogenstoß und Folgeschlägen am Boden unschön ins Land der Träume schickte. Die T.K.o.-Niederlage, diverse Verletzungen und eine daraus resultierende Zwangspause ließen Munoz in einer Depression versinken, die ihn weit mehr als 100 Kilo schwer werden ließ. Besserung war erst in Sicht, als er nach langen Monaten wieder trainingsfähig war und ein Kampf gegen Tim Boetsch angekündigt wurde, für den Munoz sich in die Form seines Lebens trainierte und den er im Juli bei UFC 162 höchst beeindruckend nach Punkten schlagen konnte. Mit Machida sieht sich Munoz am Wochenende gleich wieder einer schweren Aufgabe gegenüber, allerdings ist der Lohn im Falle eines Sieges das Risiko definitiv wert.

Ross Pearson vs. Melvin Guillard
Der Co-Hauptkampf hat alle Voraussetzungen, um gleich auch noch den Bonus für den Kampf des Abends abzugreifen. Sowohl Ross „The Real Deal“ Pearson (15-6) als auch Melvin „The Young Assassin“ Guillard (31-12-2) sind bekannt für ihre Tendenz, harte Fäuste zu schwingen und auf Takedowns und Clinchen weitestgehend zu verzichten.

Pearson wird am Samstag zum ersten Mal seit 2009 wieder in seinem Heimatland antreten. Damals bezwang er bei UFC 105 Aaron Riley durch T.K.o., im selben Gebäude, in dem er auch am Wochenende wieder ins Octagon steigen wird. Seit jenem Abend im November vor vier Jahren ging die Reise auf und ab für „The Real Deal“. Siegen gegen Dennis Siver, Spencer Fisher, Junior Assuncao  u.a. stehen Niederlagen gegen Cole Miller, Edson Barboza und Cub Swanson gegenüber. Einem kurzen Abstecher ins Federgewicht folgte Ende 2012 dann der Wechsel zurück ins Leichtgewicht, wo Pearson seitdem in zwei Kämpfen überzeugen konnte, indem er nacheinander George Sotiropoulos und Ryan Couture T.K.o. schlug.

Durch die Ansetzung gegen diesen speziellen Gegner hat der Kampf unbestritten das Potential, ein Kracher zu werden. Guillards körperliche Attribute wie die harten Fäuste, seine brandgefährliche Explosivität und die Bereitschaft, immer wieder Risiken einzugehen, haben ihn über die Jahre zu einem Fanliebling gemacht. Gleichzeitig hat genau diese Risikobereitschaft in Verbindung mit einer höchst fraglichen Verteidigung gegen Würger und Hebel dafür gesorgt, dass er von seinen letzten sechs Kämpfen lediglich zwei gewinnen konnte. Im Juli meldete sich der „Young Assassin“ mit einem krachenden Knockout gegen Mac Danzig nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge zurück und hat gegen Pearson nun die Chance, zum ersten Mal seit 2010 wieder eine Siegesserie zu starten.

Jimi Manuwa vs. Ryan Jimmo
Auch der dritte Hauptkampf trägt einiges an Bedeutung – im Halbschwergewicht wird sich entscheiden, ob Jimi „Poster Boy“ Manuwa (13-0) oder Ryan „Big Deal“ Jimmo (18-2) den nächsten großen Schritt in Richtung Spitze gehen werden.

Manuwa erkämpfte sich seit 2008 mit wenigen Kämpfen den Ruf eines extrem gefährlichen Kämpfers. Der Stand-Spezialist knockte einen Gegner nach dem anderen aus und zog so die Aufmerksamkeit der UFC auf sich, die ihn bei UFC 138 im November 2011 debütieren lassen wollte. Manuwa lehnte allerdings ab – nach einer längeren Verletzungspause wollte er erst wieder einige weniger richtungweisende Kämpfe bestreiten und nicht riskieren, geschwächt in der UFC zu verlieren und sich so möglicherweise eine steile Karriere zu verbauen. Eine mutige Entscheidung, rückblickend betrachtet aber genau die richtige. Als „Poster Boy“ im September 2012 schließlich doch sein UFC-Debüt gab, hagelte es Kicks und Schläge gegen Kyle Kingsburys Kopf und Körper, bis der Ringarzt den Kampf nach zwei Runden wegen eines zugeschwollenen Auges abbrach. Später stellte sich heraus, dass Kingsburys Augenhöhle gebrochen war – gekämpft hat er seitdem nicht mehr und befindet sich in einer Art Vorruhestand. Genauso erging es einige Monate später Manuwas zweitem Gegner. Der Franzose Cyrille Diabaté galt wegen seiner Qualitäten im Thaiboxen als Härtetest für Manuwa. Manuwa übernahm schnell die Kontrolle des Kampfes, bis Diabaté sich noch in der ersten Runde eine Muskelverletzung in der Wade zuzug und in der Rundenpause aufgeben musste. Auch er stand seitdem nicht mehr im Käfig. Keine guten Vorzeichen also für Ryan Jimmo, der die Reise von Kanada nach England angetreten hat, um Manuwas beeindruckenden Lauf zu stoppen.

Die Fähigkeiten dazu hat er allemal. Jimmo hat sich in der nordamerikanischen regionalen Szene eine beeindruckende Siegesserie von 16 Erfolgen am Stück erkämpft, dabei allerdings eine Menge Kritik für seinen sehr clinchbasierten und meist auf Sicherheit bedachten Kampfstil einstecken müssen. In der UFC lief es für ihn bisher zwar nicht ganz so erfolgreich, dafür hat er in seinen ersten drei Octagon-Auftritten aber für einige denkwürdige Momente gesorgt. Gleich in seinem Debüt knockte er Anthony Perosh in nur sieben Sekunden aus und schickte in seinem zweiten Kampf James Te Huna mit einem Headkick auf die Bretter, der sich jedoch zurückkämpfte und Jimmo letztendlich knapp nach Punkten schlagen konnte. Der ersten Niederlage seit 2007 folgte bei UFC 161 ein recht unspannender Punktieg gegen Igor Pokrajac, den Jimmo damit entschuldigte, dass er nach der Niederlage einen Sieg sicherstellen musste. Ob das bedeutet, dass er gegen Manuwa vorhat, wieder Feuerwerke zu zünden, oder ob er die vermeintliche Schwäche des Engländers am Boden zu seinem Vorteil ausnutzen will, werden wir am Samstag sehen

Norman Parke vs. Jon Tuck
Diese beiden Federgewichtler sind recht unbekannt, haben aber einiges an Potential, dass sie in Manchester einem größeren Publikum als bisher präsentieren wollen. Jon Tuck (7-0) war erstmalig in der 15. Ultimate Fighter-Staffel zu sehen, schied aber bereits in der ersten Runde des Turniers mit einem grotesk gebrochenen Zeh aus, obwohl er es in jenem Kampf selbst über die komplette Distanz schaffte. Im November des letzten Jahres konnte er dann endlich sein UFC-Debüt geben und sicherte sich in Macau, China, einen wichtigen Sieg gegen den Lokalmatadoren Tiequan Zang. Seitdem hat der einzige aus Guam stammende Kämpfer des UFC-Kaders nicht mehr im Octagon gestanden, das am kommenden Wochenende erneut in für ihn feindlichem Territorium stehen wird.

Norman „Stormin“ Parke (18-2) dürfte einigen Fans noch aus der TUF: Smashes-Staffel bekannt sein, die er im Finale gegen Colin Fletcher gewann. Im April sollte dann eigentlich bereits der Kampf gegen Tuck folgen, der jedoch kurz vorher absagen musste, sodass Parkes offizielles UFC-Debüt sich um einige Monate in den Juli verschob, wo er Kazuki Tokudome souverän nach Punkten bezwang. Falls gegen Tuck ein zweiter Sieg folgen sollte, darf „Stormin“ sich in Zukunft wohl auf größere Kämpfe freuen.

Alessio Sakara vs. Nicholas Musoke
In einem europäischen Duell wird sich am Samstag entscheiden, ob sich mit Alessio “Legionarius” Sakara (15-10) ein langjähriger Veteran weiter im Octagon behaupten kann, oder sich in Form des Schweden Nicholas Musoke (10-2-1) ein vielversprechender Neuling einen Sieg gegen einen bekannten Namen sichern wird.

Der ehemalige Boxer Sakara stand letztmalig bei UFC 154 im Octagon. Das ist mittlerweile beinahe ein Jahr her, und zu allem Überfluss musste der „Legionarius“ an diesem Abend seine dritte Niederlage in Folge hinnehmen. Nach Misserfolgen gegen Chris Weidman und Brian Stann schaffte der Italiener es zwar, Patrick Coté in dessen Heimatstadt Montréal auszuknocken, allerdings waren dabei mehrere Schläge auf den Hinterkopf im Spiel, sodass der Staatsfeind Nr. 1 unter ohrenbetäubendem Jubel der kanadischen Fans disqualifiziert wurde. Eigentlich sollte wegen der Kontroverse einige Monate später ein zweiter Kampf gegen Coté stattfinden, Nierensteine bei Sakara vermasselten den Rückkampf allerdings und verbannten ihn monatelang auf die Ersatzbank. Diese Probleme sind nun Vergangenheit, und Sakara muss ich darauf fokussieren, gegen Musoke wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren, nachdem Lokalmatador Tom Watson verletzt absagen musste. Musoke konnte acht seiner zehn Siege vorzeitig einfahren und wird gegen Sakara versuchen, das gleiche zu tun.

Phil Harris vs. John Lineker
Im Fliegengewicht werden am Samstag zwei aufstrebende Kämpfer unter sich ausmachen, wer den nächsten Schritt in der immer noch recht offenen Rangliste der jungen Gewichtsklasse gehen wird – entweder wird Phil „Billy“ Harris (22-10) sich einen Sieg vor heimischem Publikum sichern, oder John Lineker (22-6) wird die englischen Fans in Manchester mit einem weiteren Erfolg enttäuschen.

Harris konnte im Octagon bisher nicht wirklich überzeugen. In seinem Debüt vor knapp einem Jahr unterlag er Darren Uyenoyama durch Rear Naked Choke in Runde 2. Im Februar dieses Jahres folgte dann nach drei Runden gegen Olysses Gomez zwar ein knapper Punktsieg, keiner der beiden konnte während der 15 Minuten aber sonderlich beeindrucken. Nichtsdestotrotz steht ein Sieg in der Bilanz von Harris, der nun mit dem brasilianischen Bomber John Lineker einen Härtetest vor die Fäuste bekommt. Ein Erfolg gegen den erfolgreichen Jungspund könnte Harris direkt einige Ranglistenplätze nach vorne katapultieren.

Lineker ist erst 23 Jahre alt, hat in der UFC aber schon ordentliche Wellen geschlagen. Sein Debüt gab Lineker im Mai 2012 gegen Louis Gaudinot. Gegen den TUF-Veteranen lieferte sich der Brasilianer eine actiongeladene Schlacht, tauschte mit hoher Frequenz Kicks und Schläge mit Gaudinot aus, verlor letztlich aber durch einen Guillotine Choke.

Was Lineker außerdem noch im Weg steht, ist sein Problem mit dem Gewichtmachen. Schon zwei Mal hat er das erforderliche Limit von 57 Kilo verpasst, und derartige Ausrutscher sind in der UFC gar nicht gern gesehen. Falls dieses Problem nicht mehr auftaucht, sich dafür aber die Knockouts ansammeln, könnte der junge Brasilianer es in der UFC zu etwas bringen - am Samstag könnten wir Zeuge seines nächsten Schrittes werden.

Vorprogramm:
Vor den sechs Kämpfen im Hauptprogramm werden noch einmal sechs Begegnungen über die offizielle Facebook-Präsenz der UFC gestreamt. Im Leichtgewicht wird in der Phones 4u Arena Matt Serra-Schützling Al Iaquinta (6-2-1) auf den Polen Piotr Hallmann (14-1) treffen. Iaquinta kehrte erst Ende August von einer über einjährigen Verletzungspause zurück und konnte bei UFC 164 direkt einen überzeugenden und sehr dominanten Sieg über Ryan Couture einfahren. Hallmann stand ebenfalls erst vor Kurzem im Käfig. Bei der UFC Fight Night 28 trat er in seinem UFC-Debüt im brasilianischen Belo Horizonte gegen den Lokalmatadoren Francisco Trinaldo an. Nach einer harten ersten Runde, in der „Massaranduba“ dem Debütanten mit hammerharten Kicks zum Körper stark zusetzte, drehte der fittere Hallmann den Spieß um und zwang den Favoriten überraschend in der zweiten Runde per Kimura zum Abklopfen.

Zuvor könnte es im Mittelgewicht Feuerwerke geben. Andrew Craig (9-1) ist ein Spezialist darin, in feindlichem Territorium anzutreten, so gab er beispielsweise bereits sein UFC-Debüt Anfang 2012 gegen Kyle Noke in Australien. Der Underdog lieferte einen tollen Kampf ab und schlug Noke nach Punkten, knockte danach Rafael Natal per Headkick aus und musste in Brasilien eine Punktentscheidung gegen den Brasilianer Ronny Markes abgeben. Im Juli kam er mit einem Punktsieg gegen Chris Leben wieder zurück in die Spur, nun trifft er in Manchester auf den Briten Luke „Bigslow“ Barnatt (6-0), der während der 17. TUF-Staffel in Chael Sonnens Team zu sehen war. Sonnen hielt von Anfang an viel vom schlaksigen Engländer und wählte in gleich zu Beginn in sein Team. Auch nach Abschluss der Dreharbeiten trainierten beide weiter zusammen, und so wird Sonnen auch in Manchester in der Ecke von „Bigslow“ stehen. Ob das Barnatt helfen wird, der im April bereits mit einem Punktsieg gegen Collin Hart erfolgreich in der „echten“ UFC ankam, wird sich am Wochenende zeigen.

Im einzigen Frauenkampf des Abends wird die Britin Rosi „The Surgeon“ Sexton (13-3) auf Jessica Andrade (9-3) treffen. Sexton, eine Veteranin des Sports, die hauptberuflich als Osteophatin arbeitet, gab im Juni bei UFC 161 ihr UFC-Debüt und verlor gegen Alexis Davis. Nun bekommt sie gegen die Brasilianerin Jessica Andrade eine zweite Chance, die ebenfalls ihr Debüt verlor, als sie bei UFC on Fox 8 von Liz Carmouche T.K.o. geschlagen wurde.

Andy „Little Axe“ Ogle (9-2) ist meistens der Underdog in seinen Kämpfen. Dabei hat sich der recht kleine und trotz großflächiger Tattoos eher unscheinbare Engländer im Octagon bisher mehr als ansehnlich geschlagen. Zwar verlor er in seinem offiziellen Debüt nach dem Auftritt bei TUF: Live nach Punkten gegen Akira Corassani, die Niederlage war aber äußerst umstritten. Gegen Josh Grispi dagegen war die Angelegenheit im Februar nicht so hauchdünn – Ogle besiegte den ehemals als gefährlichen Herausforderer für Jose Aldo gehandelten Grispi deutlich nach Punkten. Ogle kommt also direkt aus dem bisher wichtigsten Sieg seiner Karriere, sein Gegner Cole „Magrinho“ Miller (19-8) dagegen hat drei seiner letzten vier Kämpfe verloren. Aus dieser Hinsicht ist es eine etwas ungewöhnliche Ansetzung, die uns am Wochenende im Federgewicht erwartet, gleichzeitig aber eine wahrscheinlich spannende und möglicherweise spektakuläre.

Der zweite Kampf des Abends findet ebenfalls im Federgewichtslimit bis 66 Kilo statt und hätte es beinahe nicht auf das finale Programm geschafft. Genaugenommen hat er das auch nicht, Mike Wilkinson musste seinen Kampf gegen Jimy „The Kid“ Hettes (10-1) nämlich nur wenige Tage vor dem Event wegen einer Verletzung absagen. Für Hettes wäre es extrem bitter gewesen, wenn der Kampf komplett ins Wasser gefallen wäre, denn in den letzten knapp zwei Jahren hat der hoch gehandelte Grapplingspezialist nur zwei Mal im Käfig gestanden. Bei UFC 141 sicherte er sich den beeindruckendsten Sieg seiner Karriere, indem er Nam Phan nach Strich und Faden dominierte, bevor er im September 2012 bei UFC 152 eine Punktentscheidung gegen Marcus Brimage verlor. Am Wochenende wird der junge Grappling-Spezialist auf den schottischen UFC-Neuling Robert Whiteford (10-1) treffen, der die Gelegenheit am Schopf packte und buchstäblich über Nacht Mitglied der UFC geworden ist. In seinem zweiten Kampf in diesem Jahr sieht er sich einer herben Herausforderung gegenüber, die ihn aber direkt in eine komfortable Ausgangsposition bringen könnte, falls er sie besteht.

Zur Eröffnung des Kampfabends in Manchester wird TUF Smashes-Teilnehmer Brad „The Bear“ Scott (8-2) zum ersten Mal seit seiner Zeit im Haus ins Octagon steigen und dabei auf den Niederländer Michael „Judo“ Kuiper (12-2) treffen. Scott nahm im vergangenen Jahr an der internationalen TUF-Staffel teil, verlor im Finale allerdings gegen Robert Whittaker. Nach einer Pause von zehn Monaten wird Scott nun in seinem Heimatland ins Octagon zurückkehren.
Kuipers Spitzname sagt schon einiges über den Kampfstil des Niederländers aus, der solide Muay Thai-Kenntnisse mit gutem Judo verbindet und damit eine gefährliche Kombination in seine Kämpfe bringt. Trotzdem hatte er damit bisher nur mäßigen Erfolg im Octagon – einem beeindruckenden T.K.o.-Sieg gegen den zähen Jared Hamman stehen Niederlagen gegen Rafael Natal und Tom Lawlor entgegen, weshalb in Manchester unbedingt ein Sieg her muss.

Anbei das gesamte Programm:

UFC Fight Night 30: Machida vs. Munoz
Samstag, 26. Oktober 2013
Phones 4u Arena in Manchester, England

Hauptprogramm (ufc.tv)
Lyoto Machida vs. Mark Munoz
Ross Pearson vs. Melvin Guillard
Jimi Manuwa vs. Ryan Jimmo
Norman Parke vs. Jon Tuck
Alessio Sakara vs. Nicholas Musoke
Phil Harris vs. John Lineker

Vorprogramm (Facebook)
Al Iaquinta vs. Piotr Hallmann
Luke Barnatt vs. Andrew Craig
Rosi Sexton vs. Jessica Andrade
Andy Ogle vs. Cole Miller
Jimy Hettes vs. Robert Whiteford
Brad Scott vs. Michael Kuiper