MMA

Lorenz Larkin, Scott Jorgensen und Henry Cejudo bei UFC 177

In der ehemaligen ARCO-Arena in Sacramento fanden bereits Kämpfe wie St-Pierre vs. Hughes und Faber vs. Aldo statt (Foto: CLopez63/Creative Commons).

Mal verliert man, mal gewinnen die anderen: Wer sich in und um Sacramento Tickets für UFC 177 gekauft hat, wurde in den vergangenen Monaten in einer Tour enttäuscht. Besonders stark besetzt war die Veranstaltung von vornherein nie, Verletzungen und Verschiebungen schwächten das Programm aber weiter, sodass letztendlich nicht mehr viel Spektakuläres übrig geblieben ist.

Die gute Nachricht: Das Vorprogramm ist nicht viel schwächer besetzt als das in Amerika im Bezahlfernsehen gesendete Hauptprogramm und bietet mit den meist in spannende Kämpfe verwickelten Lorenz Larkin, Derek Brunson und Scott Jorgensen sowie dem Olympia-Goldmedaillengewinner Henry Cejudo und einem Action versprechenden Schwergewichtskampf sogar eine Hand voll Gründe, um einzuschalten.

UFC 177 kann in Deutschland über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab monatlich 5,99 Euro im Abo auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm kostet darüber hinaus weitere 17,99 Euro (HD) bzw. 15,99 (SD).

Lorenz Larkin vs. Derek Brunson
Anfang des Jahres schienen diese beiden Mittelgewichte noch auf dem Weg nach oben zu sein, Niederlagen in ihren letzten Kämpfen machten Top Ten-Träumen jedoch kurz darauf einen Strich durch die Rechnung. Lorenz „The Monsoon“ Larkin (14-3-0(1)), ein Strikeforce-Veteran, besiegte im mittlerweile von der UFC geschluckten Hexagon u.a. Gian Villante und den mittlerweile wieder zum Star gewordenen Robbie Lawler. In der UFC dagegen gab „The Monsoon“ in seinem Debüt im April des vergangenen Jahres zunächst eine kontroverse Punktentscheidung an Francis Carmont ab, bevor er mit einem dominanten Punktsieg gegen Chris Camozzi zeigte, wozu er fähig ist – hätte ihm jemand anderes als Eisenkinn Camozzi gegenübergestanden, hätte dieser Kampf mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Knockout für den Muay Thai-Spezialisten geendet.

In diesem Jahr hat ihm die Kunst der acht Gliedmaßen bisher aber kaum weitergebracht – Brad Tavares punktete Larkin im Januar zunächst aus, bevor Costa Philippou seine eigene Negativserie im Mai mit einem Erstrundenknockout zulasten Larkins beendete. Mit offiziell drei Niederlagen in vier UFC-Kämpfen steht der 27-Jährige daher nun mit dem Rücken zur Wand. Für Derek Brunson (11-3) sieht es nicht ganz so düster aus, denn obwohl er Ende 2012 mit zwei Niederlagen in Folge in die UFC kam und sich mit einem unansehnlichen Punktsieg gegen Chris Leben nicht unbedingt zum Liebling Dana Whites machte, konnte er sich einige Monate später mit einem Aufgabesieg gegen Brian Houston den zweiten Sieg in Folge sichern. Auf der gleichen Veranstaltung, auf der Larkin im Januar gegen Brad Tavares verlor, legte Brunson zunächst einen guten Kampf gegen Yoel Romero hin, bevor dieser ihm in der dritten Runde den Kiefer brach und den Kampf mit einem Schlaghagel beendete.

Scott Jorgensen vs. Henry Cejudo
Zuvor wird es im Fliegengewicht zu einem interessanten Duell zwischen Scott „Young Guns“ Jorgensen (15-9) und Henry Cejudo (6-0) kommen – einem vielversprechenden Debütanten hat man hier einen erfahrenen Veteranen vorgesetzt. Jorgensen war seit 2008 Teil der WEC, bis die von der UFC übernommene Promotion 2010 gänzlich in die Mutterorganisation übernommen wurde. Im blauen Käfig der WEC machte sich Jorgensen schnell dank eines fanfreundlichen Kampfstils einen Namen und sicherte sich mit Siegen gegen bekannte Gesichter wie Takeya Mizugaki, Antonio Banuelos und Brad Pickett einen Titelkampf gegen Champion Dominick Cruz. Nachdem er dieses Duell nach Punkten verlor, folgten in der UFC zunächst zwei solide Siege, bevor eine Niederlage gegen Renan Barao eine karrieregefährdende Negativ-Serie einläutete: Nur zwei von sieben Kämpfen hat „Young Guns“ seitdem gewonnen, wobei er zuletzt mit einem Punktsieg gegen Danny Martinez im Juni seinen Job rettete.

Cejudo, auf der anderen Seite, hat bisher erst sechs professionelle MMA-Kämpfe bestritten, nimmt aber die Erfahrungen einer langen und äußerst erfolgreichen Ringer-Karriere mit in den Käfig – der Kalifornier wurde 2008 in Peking mit nur 21 Jahren der jüngste amerikanische Goldmedaillengewinner im Ringen. Die ersten vier Kämpfe seiner MMA-Karriere, die er zwischen März und Mai 2013 allesamt vorzeitig gewann, ließen offensichtlich immenses Potential aufblitzen. Seitdem ist der 27-Jährige zwei Mal für Legacy FC angetreten, und verpasste beide Male das Fliegengewichtslimit. Darüber hinaus sagte er einen weiteren Kampf krankheitsbedingt am Tag des Wiegens ab, was ihn nicht unbedingt zum Traum aller Promoter machen dürfte. Seine ungeschlagene Bilanz und die beeindruckenden Erfolge seiner bisherigen Karriere haben ihn nun trotzdem zu einem UFC-Vertrag geführt, und am kommenden Samstag soll die Reise des Olympia-Gewinners mit einem wichtigen Sieg in seinem Octagon-Debüt gewohnt erfolgreich weitergehen.

Ruan Potts vs. Anthony Hamilton
Ordentlich zur Sache gehen könnte es im Schwergewicht zwischen Ruan “Fangzz” Potts (8-2) und Anthony “Freight Train” Hamilton (12-3). Wenn die beiden in den Käfig steigen, sollte man sich nicht ablenken lassen, denn das Ganze könnte in sekundenschnelle schon wieder vorbei sein. Zusammengerechnet 19 von 25 Kämpfen der zwei schweren Jungs endeten vor dem letzten Rundengong, vorzugsweise durch Knockout.

Beide gehen darüber hinaus mit einer Niederlage in ihrem UFC-Debüt in diesen Kampf, was die Motivation noch ein Stückchen weiter hochschrauben sollte. Während der Südafrikaner Potts im Mai von Soa Palelei technisch K.o. geschlagen wurde, musste Hamilton im Juni im gleichen Nackenhebel aufgeben, in dem einige Monate zuvor auch schon Mirko „Cro Cop“ abgeklopft hatte.

Joe Soto vs. Anthony Birchak
Im Bantamgewicht wird zuvor mit Joe “One Bad Mofo” Soto (15-2) ein Champion ins Octagon steigen: Der kalifornische Ringerexperte gewann 2009 zunächst das Federgewichtsturnier der ersten Staffel von Bellator und damit deren Gürtel, bevor er Anfang dieses Jahres den Bantamgewichtstitel der Tachi Palace Fighting Championships zu seiner Sammlung hinzufügte. Mit einem Gürtel und fünf vorzeitigen Siegen in Folge hat sich der 27-Jährige eine gute Basis für sein UFC-Debüt aufgebaut, in dem er auf Anthony Birchak (11-1) treffen wird, der ebenfalls zum ersten Mal ins Octagon steigen wird.

Der 28-Jährige aus Arizona wurde bisher lediglich ein Mal besiegt, und konnte ebenfalls den Großteil seiner Gegner vorzeitig besiegen, wobei Birchak vor allem auf der Matte gefährlich ist. Vielleicht mit Ausnahme des mittlerweile ebenfalls bei der UFC unter Vertrag stehenden Ryan Benoit wird zwar keiner von Birchaks Gegnern irgendjemandem etwas sagen, die imposante Siegesserie dürfte ihm aber dennoch einen willkommenen Motivationsschub für sein Debüt auf der großen Bühne mitgeben.

Chris Wade vs. Cain Carrizosa
Im Eröffnungskampf des Abends werden mit Chris Wade (7-1) und Cain Carrizosa (6-0) zwei weitere Debütanten aufeinandertreffen. Die zwei Leichtgewichte sind ebenfalls Prototypen der aktuellen UFC-Neulinge: während Wade hauptsächlich bei Ring of Combat und einmalig für die World Series of Fighting aktiv war, stand Carrizosa bereits für die Tachi Palace Fighting Championships sowie Bellator im Käfig. Während Carrizosa mit je zwei Siegen durch Knockout, Aufgabe und nach Punkten ungeschlagen ist, stehen bei Chris Wade neben einer Punktniederlage in seinem einzigen Kampf für WSOF zwei Aufgabe- und fünf Punktsiege in der Bilanz. 


Anbei das gesamte Programm:

UFC 177: Dillashaw vs. Barao 2
Samstag, 30. August 2014
Sleep Train Arena in Sacramento, Kalifornien, USA

Bantamgewichtstitelkampf (ufc.tv)
T.J. Dillashaw (c) vs. Renan Barao

Hauptprogramm (ufc.tv)
Tony Ferguson vs. Danny Castillo
Bethe Correia vs. Shayna Baszler
Ramsey Nijem vs. Carlos Diego Ferreira
Yancy Medeiros vs. Damon Jackson

Vorprogramm (UFC Fight Pass)
Lorenz Larkin vs. Derek Brunson
Scott Jorgensen vs. Henry Cejudo
Ruan Potts vs. Anthony Hamilton
Joe Soto vs. Anthony Birchak