MMA

Kraniotakes: Kudin ist eine Herausforderung auf Augenhöhe!

Mit diesem Banner wird Andreas "Big Daddy" Kraniotakes bei Pro FC 55 in den Käfig steigen.

Nach fast einem Jahr Pause streift Deutschlands Nummer eins im Schwergewicht die MMA-Handschuhe erneut über. Andreas Kraniotakes (17-9-1) wird am 19. Oktober in Russland antreten und trifft im Hauptkampf von Pro FC 55 auf den Weißrussen Alexei Kudin (17-7). Bevor es für „Big Daddy“ am Sonntag in Krasnodar ernst wird, sprach er mit uns und gab uns einen Einblick in seinen anstehenden Kampf.

Groundandpound.de: Wie fühlst du dich derzeit, nach der längeren Pause und einigen Ablenkungen abseits des Käfigs, z.B. als Kommentator?
Andreas Kraniotakes: Ich fühle mich gut, danke der Nachfrage. So richtig abgelenkt hat mich das Kommentieren nicht. Sich Kämpfe anzusehen und altkluge Sprüche dazu ablassen, ist im Laufe der Jahre schon zu einem Instinkt geworden. Was die längere Pause angeht, fühle ich mich gut. Es war einfach mal nötig, nachdem ich in den letzten Jahren so viel gekämpft hatte. Manchmal braucht man etwas Abstand, um Schwung zu holen.

Bist du körperlich topfit für deinen Kampf bei Pro FC oder musstest du noch einiges aufholen in den letzten Wochen?
Ich hatte genug Zeit, um mich vorzubereiten, wenn du das meinst. Abgesehen von den üblichen kleinen Wehwehchen fühle ich mich gut.

Was hältst du von Alexei Kudin? Was weißt du über ihn?
Über ihn als Person kann ich nicht viel sagen. Als Kämpfer ist er auf jeden Fall eine Herausforderung auf Augenhöhe. Sein Rekord ist meinem ähnlich und er hat auch schon auf großen Bühnen gekämpft. Seine größte Stärke ist wohl das Kickboxen. Aber ich unterschätze ihn auch in anderen Bereichen nicht.

Macht dir sein Kickbox-Background Sorgen oder hast du dich speziell drauf vorbereitet?
Sorgen helfen einem nicht weiter. Es ist ein Umstand, mit dem ich arbeiten muss. Ich habe die gute Hoffnung, dass ich gut auf ihn eingestellt bin. Ob das stimmt, werden wir am Sonntag sehen.

Rechnest du mit einem Standkampf gegen ihn?
Ich rechne mit einem MMA-Kampf. Wenn es mir in diesem gelingt, auch die anderen Disziplinen an den richtigen Stellen einzustreuen, dann sollte das zu meinem Vorteil sein.

Der Kampf findet in Russland statt. Wie wird dich das beeinflussen?
Mich nicht so sehr. Ich habe die Hoffnung, dass auch die vermeintlich Unparteiischen nicht so sehr beeinflusst sind von der Tatsache, dass mein Gegner schon häufiger bei ihrer Veranstaltung gekämpft hat und dass sie sich mit ihm, aufgrund seiner Herkunft, eher identifizieren können als mit meiner Person. Aber so ist das, wenn man sich in die Höhle des Löwen begibt. Es ist nicht das erste Mal und ich bin niemand, der Herausforderungen scheut. Ich habe auch keinen perfekten Rekord mehr zu beschützen. Ist der Ruf also einmal ruiniert... (lacht)

Hast du eine Prognose für deine Fans? Wie geht der Kampf aus oder was wirst du versuchen?
Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben und zu gewinnen. Da ich in meinen 17 gewonnenen Kämpfen nie über die Distanz gegangen bin und den Umstand bedenke, dass wir uns auf fremdem Territorium befinden, werde ich natürlich versuchen, ein vorzeitiges Ende herbeizuführen. Ob mir das gelingt, werden wir sehen.

Wir danken dir für deine Zeit in der Vorbereitung und wünschen dir viel Erfolg. Die letzten Worte gehören dir.
Ich lebe meinen Traum. Dieser beinhaltet unter anderem, sich immer wieder seinen Ängsten und unangenehmen Situationen zu stellen. Meine Hoffnung ist, dass davon vielleicht der eine oder andere motiviert wird, es mir gleich zu tun. Denn es gibt ein besonderes Gefühl, dass man als Belohnung erhält, wenn man sich großen Herausforderungen und Dingen stellt, die einem ein komisches Gefühl in der Magengrube geben. Wenn ich es schaffe, auch nur einen Menschen zu motivieren, dann habe ich schon gewonnen, bevor ich überhaupt in den Käfig steige.