MMA

Knie zum Kopf

Die Hand am Boden schützt möglicherweise bald nicht mehr vor Knien. (Foto: Dorian Szücs/Groundandpound.de)

Die Regel um das Drei-Punkte-System im MMA steht schon länger zur Debatte. Ein Kick oder ein Kniestoß an den Kopf eines am Boden liegenden Kontrahenten gilt bei allen Organisationen, die das UFC-Regelsystem implementieren, als Foul. „Am Boden“ bedeutet in diesem Fall, wenn der defensive Kämpfer mehr als nur seine Fußsohlen am Boden hat, z.B. einen Finger, eine Hand, oder ein Knie.

Diese sogenannte Drei-Punkt-Position dient dem Schutz des Kämpfers, wurde jedoch in der Vergangenheit oft ausgenutzt, um harte Angriffe zu verhindern. Etliche Male kam es vor, dass Athleten diese Regelung ausnutzen, indem sie die Matte nur kurz mit den Finger berühren. Die kurzzeitige Berührung mit der damit verbundenen Veränderung von legaler und illegaler Angriffsposition konnte dazu ausgenutzt werden, um ein Foul und damit auch einen Punktabzug beim Gegner zu generieren.

Mit dieser Alibi-Verteidigungsposition soll nun Schluss sein, wie Keith Kizer, der führende Kopf der Sportkommission von Las Vegas in einem öffentlichen Schreiben mitteilte. Zwar wurde die Regeländerung noch nicht durchgesetzt, wird jedoch von Kizer demnächst in Regel-Konferenzen besprochen und bei positiver Aufnahme in Zukunft in den sogenannten „ABC Staaten“, wie Kalifornien, Texas, Oklahoma, Ohio, Missouri und weitere zur Geltung kommen.

„Ringrichter sollten den Kämpfern klarmachen, dass sie weiterhin als stehend angesehen werden, auch wenn sie einen Finger auf den Boden legen, oder eine ganze Hand“, so Kizer in seinem offiziellen Schreiben. „Das liegt im Ermessen des Ringrichters. Dieser muss entscheiden, ob der Kämpfer die Position nur ausnutzt, um ein Foul (und damit ein Punktabzug beim Angreifer) zu provozieren, oder dies tut um eine offensive oder defensive Position zu erreichen.“

Je nach Entscheidung darf in diesem Moment angegriffen werden. „Zusätzlich kann der Ringrichter auch eine Warnung, oder ein Punktabzug aussprechen, aufgrund von Passivität.“

Man darf gespannt sein, ob die Regeländerung die Zustimmung der Kommission erntet, was zu einem deutlich aktiveren Kampfverlauf im MMA führen könnte.