MMA

Ken Shamrock: „Ich habe im Training niemanden getappt“

Ken Shamrock (Foto: Youtube)

Am 19. Juni standen sich MMA-Legende Ken Shamrock und Youtube-Prügler Kimbo Slice bei Bellator 138 gegenüber. Die Kritik am Kampf war anschließend groß, bis hin zum Vorwurf, das Duell sei gestellt gewesen. Grund dafür war vor allem ein Choke, mit dem Shamrock den Kampf partout nicht beenden konnte. Nun erklärt er warum: Er hat es schlicht nicht trainiert.

Kimbo Slice schlägt eine ordentliche Kelle, das weiß jeder. Am Boden ist der bärtige Straßenschläger jedoch, vorsichtig formuliert, eher limitiert. Auch das ist bekannt. Als Ken Shamrock also im Hauptkampf von Bellator 138 den Rücken des Internet-Phänomens sicherte und einen Rear-Naked Choke anlegte, war der Kampf praktisch vorüber. Dachten alle. War er aber nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit ohne Tap konnte Slice sich befreien und Shamrock mit einer Serie von Schlägen stoppen.

„Ich habe mich wie ein Anfänger benommen, wie in meinem ersten Kampf. Ich habe ein tolle Position gehabt und es dann einfach überstürzt. Ich habe den Choke erzwungen“, resümiert Shamrock bei den Kollegen von Bleacher Report. „Ich war stärker als er, habe ihn dominiert und den Kampf völlig kontrolliert. Als ich aber seinen Rücken hatte, habe ich mit der Brechstange versucht, ihn zu würgen, statt mich auf meine Technik zu verlassen und langsam in den Choke hineinzuschlüpfen.“

Dass Ken Shamrock, einst als "gefährlichster Mann der Welt" gefürchtet, an der Ausführung einer Submission scheitert, hätte in den Neunziger Jahren niemand für möglich gehalten. Damals war er für seine gefährlichen Aufgabegriffe gefürchtet, hatte in Japan mit seinen Beinhebeln unzähligen Kämpfern die Knochen und die sportliche Karriere zerstört. Dieser Ken Shamrock scheiterte nun an einem Choke? Wie war das möglich? Ganz einfach: Der 51-jährige Veteran hatte nicht genug geübt. 

„Im Training habe ich das Finishen überhaupt nicht geübt, außer mal ein paar Beinhebel“, so Shamrock. „Ich habe hauptsächlich an meiner Ausdauer, Beweglichkeit am Boden und am Positioning gearbeitet. Ich dachte, das wäre wie Fahrradfahren, und dass man das nicht verlernt. Ich habe im Training Positionen gesichert, den Rücken geholt, aber niemals gefinisht, niemals eine Submission durchgezogen. Ich habe auf die Submission hingearbeitet und dann losgelassen, und das war der große Fehler: Ich habe im Training niemanden getappt.“

Auch für erfahrene Haudegen wie Ken Shamrock gilt also offenbar: Übung macht den Meister.

Hier gibt es ein Highlight-Video des Kampfes.