MMA

Josh Barnett: Eine Karriere voller Höhen und Tiefen

Josh Barnett will "seinen" UFC-Titel zum ersten Mal verteidigen. (Foto: Michael Dunn/Creative Commons)

Am kommenden Wochenende ist es bei UFC 164 endlich so weit, Josh Barnett kehrt in die UFC zurück. Viele eingefleischte MMA-Fans haben lange auf den Augenblick gewartet, dass "The Baby-Faced Assassin" oder der "Warmaster", wie er sich inzwischen nennt, wieder ins Octagon zurückkehrt.

Auch wenn Barnett lange Zeit unter dem Radar des Gelgenheitszuschauers geflogen ist, und von 2007 bis 2011 nur sechs Kämpfe in Japan bzw. Affliction bestritten hat, gehörte er für viele Experten dennoch zu den besten zehn Schwergewichten auf dem Planeten.

Diesen Ruf verdankt er seinem ersten Ausflug in die UFC und seinen Auftritten in PRIDE FC. Von 2000 bis 2002 erkämpfte Barnett sich einen Kampfrekord von 5-1 in der UFC und sicherte sich mit dem letzten Kampf - ein T.K.o.-Sieg über Randy Couture bei UFC 36 - den Titel im Schwergewicht, nur um diesen kurz darauf wieder abgeben zu müssen, weil seine Dopingprobe nach dem Kampf positiv ausgefallen war.

Barnett verschlug es anschließend nach Japan und schließlich zu PRIDE. Zwar gelang es ihm in der japanischen Organisation nur, fünf seiner neun Kämpfe zu gewinnen, allerdings verlor er dabei auch nur gegen zwei Kämpfer: Mirko "Cro Cop" Filipovic - gleich dreimal - und Antonio Rodrigo Nogueira, nachdem er diesen zuvor im Halbfinale des Open Weight Grand Prix 2006 geschlagen hatte.

Die Niederlagen gegen "Cro Cop" waren einer der Gründe, warum es nie zum Kampf zwischen Barnett und Fedor Emelianenko kam. Dieses Duell wollte Affliction bei ihrer dritten Veranstaltung auf die Beine stellen, allerdings musste der Kampf abgesagt werden, da Barnett vorher erneut positiv auf verbotene Substanzen getestet wurde. Damit leitete Barnett auch den Niedergang von Afflicition ein, die keinen Ersatz für ihn finden konnten und die Veranstaltung schließlich absagen und anschließend die Tore ganz schließen mussten.

Damit endete auch der zweite Abstecher von Barnett in eine große amerikanische Organisation mit einem positiven Dopingtest, dennoch nahm Strikeforce Barnett 2011 unter Vertrag und baute ihn ins Schwergewichtsturnier ein. Hier besiegte er mühelos Brett Rogers und Sergei Kharitonov, bevor er im Finale Daniel Cormier nach Punkten unterlag.

Cormier ist für viele inzwischen die Nummer 3 im Schwergewicht hinter Cain Velasquez und Junior dos Santos, womit eine Niederlage gegen ihn wahrlich keine Schande ist. Überhaupt hat Barnett in seiner Karriere nur gegen Kämpfer verloren, die zu der Zeit in der Top 10 im Schwergewicht waren: Pedro Rizzo, "Cro Cop", "Big Nog" und Daniel Cormier.

Zuletzt musste Nandor Guelmino im Januar diesen Jahres erfahren, dass Barnett auch elf Jahre nach seinem Titelgewinn gegen Randy Couture am Boden eine Macht ist. Der ehemalige Open-Weight-Champion von Pancrase dominierte den Österreicher auf der Matte und gewann schließlich durch Submission nach etwas über zwei Minuten in der ersten Runde.

Mit Mir bekommt Barnett nun wieder die Chance, sich gegen einen Top-10-Gegner zu beweisen. Bei UFC 164 will Barnett "seinen UFC-Titel zum ersten Mal verteidigen" und beweisen, dass er auch mit 35 Jahren noch in der Spitze der Gewichtsklasse mitspielen kann. Die Waffen dafür hat er. Barnett hat als Catch-Wrestler das nötige Können auf der Matte - 19 Siege durch Submission sprechen eine deutliche Sprache -, ist aber auch im Stand nicht zu verachten, was er durch seinen K.o.-Sieg im Rückkampf gegen Pedro Rizzo unter Beweis gestellt hat. Dazu ist Barnett in der Oberlage extrem stark und hat schon mehrere Kämpfe durch Ground and Pound gewonnen.

Mir ist ein Kämpfer mit ähnlichen Stärken, der sich allerdings auch auf dem Rücken wohlfühlt, weswegen sich viele Fans diesen Kampf gewünscht hatten, als feststand, dass Barnett in die UFC zurückkehren wird. Dazu könnte man diesen Kampf unter der Kategorie "Was wäre, wenn..." einordnen, da sich in den Karrieren beider Kämpfer viele Fragen angehäuft haben: Was wäre aus Mir geworden, wenn er den Motorradunfall nicht gehabt hätte? Wie wäre die UFC-Karriere von Barnett verlaufen, wenn er nicht durch die Dopingprobe gefallen wäre?

Antworten auf diese Fragen wird es nicht geben, dafür werden die Fans bei UFC 164 aber erfahren, ob Barnett auch nach zehn Jahren noch zu den besten Kämpfern im Schwergewicht gehört und vielleicht sogar noch mal um den UFC-Titel kämpfen kann.