MMA

Jon Jones vs. Daniel Cormier bei UFC 182

An diesem Wochenende können Jon Jones und Daniel Cormier ihre seit Monaten andauernde Feindschaft endlich im Octagon beilegen (Foto: Zuffa LLC).

Was lange währt, wird gut: Nachdem das Hass-Duell zwischen Halbschwergewichtschampion Jon Jones und Ringer-Olympionike Daniel Cormier im letzten Sommer verletzungsbedingt ausfiel, findet der hochexplosive Kampf heute Abend bei UFC 182 endlich statt. Außerdem stehen Namen wie Donald Cerrone, Myles Jury und Hector Lombard auf dem Programm, langweilig dürfte es in der MGM Grand Garden Arena von Las Vegas also nicht werden.

UFC 182 kann in Deutschland in der Nacht zum Sonntag über den UFC Fight Pass verfolgt werden, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv im Abo zu haben ist. Hier sind die Sendezeiten:

UFC 182 Vorprogramm (kostenfrei im Fight-Pass-Abo)
2 Kämpfe ab 1 Uhr: www.ufc.tv/video/ufc-182-fight-pass-prelims
4 Kämpfe ab 2 Uhr: www.ufc.tv/video/ufc-182-prelims

UFC 182 Hauptprogramm (15,99 € in SD, 17,99 € in HD)
5 Kämpfe ab 4 Uhr: www.ufc.tv/video/ufc-182

Hauptkampf

Das Verletzungspech schlug in der UFC im vergangenen Jahr durchgehend zu, kaum ein Ausfall war jedoch bitterer als der von Jon „Bones“ Jones (20-1) heiß erwartetem Rückkampf gegen Alexander Gustafsson, nachdem der Schwede sich am Knie verletzte. Zum Glück konnte man mit Daniel „DC“ Cormier (15-0) schnell gebührenden Ersatz finden – und nicht nur das, denn Jones und Cormier entluden ihre persönliche Abneigung gegeneinander im August auf der offiziellen Pressekonferenz zu UFC 178 und lieferten sich auf der Bühne eine wilde Schlägerei, was die Erwartungshaltung für den eigentlichen Kampf ins Unermessliche schnellen ließ. Eine Woche später machte dann die Meldung die Runde, dass Jones sich eine Beinverletzung zugezogen und den Blockbuster-Kampf abgesagt hatte. Antiklimatischer ging es wohl nicht.

Nun ist es endlich doch noch so weit – falls nichts völlig Verrücktes passiert, werden die beiden Kontrahenten am Samstag in Las Vegas ins Octagon steigen. Dort, diese Meinung hat man in den letzten Monaten häufig gelesen, könnte sich Cormier nach Siegen u.a. gegen Dan Henderson und Patrick Cummins sowie im Schwergewicht gegen „Bigfoot“ Silva, Josh Barnett und Roy Nelson, als bisher härtester Test des über weite Strecken so dominanten Champions herausstellen. Mit seinem Ringer-Hintergund – auf seinem Unterschenkel verewigt durch ein Tattoo der olympischen Ringe – sowie ordentlicher Schlagkraft und stetigen Verbesserungen in sämtlichen Facetten des Sports könnte der ungeschlagene „DC“ tatsächlich das Potential haben, Jones Probleme zu bereiten. Zumindest in der Theorie, denn bisher hat Jones noch jeden noch so qualifizierten Herausforderer in seine Schranken verwiesen – seine Bilanz strotzt nur so vor Siegen gegen Top-Gegner wie Lyoto Machida, Vitor Belfort, Alexander Gustafsson oder Glover Teixeira.

Die eigentliche Faszination dieses Kampfes liegt in der Mischung aus einem stilistisch interessanten Duell und der offenen Rivalität der beiden. In den letzten Jahren gab es in der UFC meist, wenn überhaupt, nur eine dieser beiden Zutaten auf einmal zu sehen. Nun vermengen sich kämpferisches und persönliches Potential zu einem explosiven Gesamtergebnis, und das auch noch auf dem höchsten Level, das der Sport zu bieten hat. Das sollte man genießen, denn wer weiß schon, wann und ob sich diese Mischung erneut präsentiert?

Co-Hauptkampf

Robbie Lawler mag bei den meisten Fachmedien den Titel „Kämpfer des Jahres 2014“ eingeheimst haben, der zweite Platz wird dafür ähnlich deutlich von Donald „Cowboy“ Cerrone (25-6-0(1)) belegt. Massives Potential hatte der 31-Jährige Thaibox-Experte schon immer, bisher musste er jedoch immer in den ungünstigsten Momenten Rückschläge einstecken, die ihm trotz zwölf UFC-Siegen eine Titelchance bisher verwehrt haben. Das könnte sich demnächst ändern, denn seit Herbst 2013 hat Cerrone fünf Kämpfe nacheinander überzeugend gewonnen. Lediglich Eddie Alvarez schaffte es dabei im vergangenen September über die Distanz, zuvor mussten Jim Miller, Edson Barboza, Adriano Martins und Evan Dunham vom Ringrichter gerettet werden.

Von dessen Reaktionsschnelle will Myles „Fury“ Jury (15-0) am Samstag nicht abhängig sein – das 26-jährige Top-Talent hat jeden seiner 15 Profi-Kämpfe gewonnen, in der altehrwürdigen MGM Grand Garden Arena soll Nummer 16 alle bisherigen Erfolge überflügeln. Einen so respektierten Namen wie Donald Cerrone hatte Jury noch nie vor den Fäusten, dafür konnte er seit seinem UFC-Debüt im Sommer 2012 durchgehend gegen diejenigen Gegner überzeugen, die ihm bis dato vorgesetzt wurden. Sechs Gegner nacheinander hat Jury seitdem abgefertigt, neben Michael Johnson und Mike Ricci sind dabei vor allem Diego Sanchez und Takanori Gomi zu nennen – die beiden Legenden konnte er im vergangenen Jahr ohne größere Probleme bezwingen.

Geheimtipp

Zugegeben, ein Geheimtipp ist dieser Kampf nicht wirklich. Verpassen sollte man es dennoch nicht, wenn Josh „The People’s Warrior“ Burkman (27-10) nach sechs Jahren Abstinenz zum ersten Mal wieder ins Octagon steigen und dabei auf eines der furchteinflößendsten Mitglieder der Weltergewichtsklasse treffen wird.

Burkman kegelte sich 2008 mit aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen Mike Swick, Dustin Hazelett und Pete Sell aus der UFC, hatte auf dem Weg zurück jedoch beachtlichen Erfolg, der ihm in dieser Form damals wohl nicht zugetraut worden wäre. Neun von elf Kämpfen hat der „People’s Warrior“ seitdem gewonnen, am meisten Beachtung bekam dabei wohl der 41-Sekunden-Sieg im vergangenen Jahr gegen Jon Fitch, den er per Guillotine Choke Schlafen schickte. K.o.-Siege gegen Aaron Simpson und Tyler Stinson runden Burkmans aktuelles Resümee ab, trotzdem wird er als klarer Underdog in seinen Comeback-Kampf gegen Hector „Showeather“ Lombard (34-4-1(1)) gehen.

Das ist nicht verwunderlich, immerhin ist der kubanische Judo-Olympionike rein körperlich eine erschreckende Erscheinung. Gebaut wie ein griechischer Gott, flößt Lombard schon optisch eine Menge Respekt ein, kann seine Muskelpakete aber auch höchst funktional einsetzen. Im Octagon kommt das vornehmlich durch massive Schlagkraft und beeindruckende Balance zum Vorschein, und gepaart mit Lombards aggressivem Kampfstil kann das einem die Lust auf einen Kampf gegen „Showeather“ schon mal gehörig verderben. Nicht allerdings Josh Burkman – mit nichts zu verlieren, allem zu gewinnen und einer hochschwangeren Frau zuhause dürfte die Motivation selten größer gewesen sein für den 34-Jährigen, der sich hier mit einem Knall wieder auf der großen Bühne zurückmelden kann.

Anbei das gesamte Programm:

UFC 182: Jones vs. Cormier
Samstag, 3. Januar 2014
MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada, USA

Halbschwergewichtstitelkampf (ufc.tv)
Jon Jones (c) vs. Daniel Cormier

Hauptprogramm (ufc.tv - ab 4 Uhr)
Donald Cerrone vs. Myles Jury
Nate Marquardt vs. Brad Tavares
Kyoji Horiguchi vs. Louis Gaudinot
Hector Lombard vs. Josh Burkman

Vorprogramm (UFC Fight Pass - ab 1 Uhr)
Danny Castillo vs. Paul Felder
Marcus Brimage vs. Cody Garbrandt
Shawn Jordan vs. Jared Cannonier
Evan Dunham vs. Rodrigo Damm
Omari Akhmedov vs. Mats Nilsson
Alexis Dufresne vs. Marion Reneau