MMA

James Krause vor UFC 178: "Ich will endlich in die Top Ten!"

James Krause will sich bei UFC 178 in den Ranglisten nach vorne Kämpfen (Foto: Florian Sädler/Groundandpound.de).

James Krause ist Warten gewohnt. Vor seinem UFC-Debüt gegen Sam Stout im Juni 2013 musste der 28-Jährige aus Missouri mehrere kurzfristige Angebote der Organisation abschlagen, weil er das Gewichtslimit nicht hätte erreichen können, bevor er schließlich doch noch seine Unterschrift unter den Vertrag setzen konnte.

Als er dann endlich im Octagon stand, machte er das Beste daraus, indem er Stout in Runde drei zum Abklopfen zwang und damit sowohl den „Fight of the Night“ als auch die „Submission of the Night“ hinlegte. Seitdem verlor Krause etwas kontrovers durch einen Tief-/Körpertritt gegen Bobby Green und bezwang zuletzt Jamie Varner, als dieser mit einem gebrochenen Knöchel nicht mehr weitermachen konnte. Größere Sprünge auf der Leichtgewichtsrangliste sind durch diese nicht ganz eindeutigen Kämpfe nicht möglich gewesen, was Krause am Samstag bei UFC 178 mit einem überzeugenden Sieg ausbügeln will.

In der altehrwürdigen MGM Grand Garden Arena wird er dabei auf Jorge Masvidal treffen. Wir haben uns zuvor noch einmal kurz mit ihm unterhalten:

Groundandpound.de: Hallo James, wie geht es dir so kurz vor dem Kampf und wie lief das Training dafür?
James Krause: „Mir geht es super, mein Trainingscamp ist sehr gut gelaufen, ich kann mich nicht beschweren. Ich habe mich gut ernährt und war in Form, als ich den Anruf bekommen habe. Ich bin zwar Ersatzkämpfer, hatte aber noch genug Vorbereitungszeit. Ich bin definitiv bereit.“

Du wirst Samstag auf Jorge Masvidal treffen und giltst allgemein als klarer Underdog. Was hältst du von Masvidal und seiner Favoritenrolle?
„Das ist nichts Neues für mich – in der UFC war ich bisher immer der Underdog. Das liegt halt daran, dass sie mir immer wieder diese hochkarätigen Gegner geben. Das sind aber gute Kämpfe für mich, weil sie meinen Weg nach oben verkürzen. Ich finde diesen Kampf super, ich liebe die Herausforderung, obwohl ich mich auch hier selber als Underdog sehe. Das war gegen Sam Stout und Bobby Green aber nicht anders. Ich nehme, was immer mich in die Top 10 – 15 bringt.“

Wie sieht deine Vorhersage für diesen Kampf aus?
„Es wird ein harter Kampf werden, sehr ausgeglichen Ich denke, dass ich entweder durch einen Guillotine Choke oder nach Punkten gewinnen werde. Wir werden sehen, ich gebe ungern Vorhersagen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ich den Käfig am Samstag als Sieger verlassen werde.“

Dein letzter Kampf gegen Jamie Varner hat unbefriedigend geendet, als er sich den Knöchel gebrochen hat. Siehst du diesen Ausgang selber als unglücklich an, oder zählst du den Kampf als regulären Sieg für dich?
„Es ist ja nicht so, als wenn er in ein Schlagloch gelaufen und umgeknickt wäre. Das war ich, das ist ähnlich, als wenn ich ihn am Kinn getroffen und ausgeknockt hätte. Den Bruch habe ich verursacht, und mein Sieg wird dadurch ein wenig überschattet, dass er so zäh ist und die Runde noch zu Ende gekämpft hat.“

Am Samstag wirst du auf einem der größten Events des Jahres kämpfen, allerdings nur im Vorprogramm. Ist dir das lieber, als bei einer Fight Night auf dem Hauptprogramm zu stehen?
„Das ist mir völlig egal. Hinter den Kulissen, beim Warmmachen, merkst du sowieso nicht, ob du der erste oder der letzte Kampf des Abends bist. Für mich zumindest macht das daher keinen Unterschied, ich mag einfach den Wettkampf und die Herausforderung.“

Nach deinem Debüt-Sieg gegen Sam Stout gab es eine Zeit lang viel über dich zu lesen, die allgemeine Aufmerksamkeit hat seitdem aber stark abgenommen. Hast du vor, das am Samstag wieder aufleben zu lassen?
„Ich habe mich noch nie wirklich dafür geschert, was andere über mich denken. Mein einziges Ziel im Moment ist es, in die Top 10 – 15 zu kommen. Einer der Hauptgründe, warum es um mich in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden ist, ist die Tatsache, dass ich zuletzt nicht so oft gekämpft habe wie viele der anderen Jungs. Über so etwas mache ich mir aber keine Sorgen. Nach einem Sieg wirst du gehyped, nach der nächsten Niederlage bist du der schlechteste Kämpfer überhaupt. Das ist eben ein Teil des Sports.“

Glaubst du, dass ein beeindruckender Sieg gegen Masvidal dich schon in die Top 15 hieven könnte?
„Da bin ich mir sicher. Mir fällt kein Szenario ein, in dem das nicht passieren würde. Und falls es doch so sein sollte, würde ich danach eben gegen jemanden Kämpfen wollen, der mir diesen Sprung ermöglichen würde.“

Wo würdest du dich dann in einem Jahr sehen?
„Wer immer zu diesem Zeitpunkt der Champion ist, gegen ihn möchte ich kämpfen. Ich glaube, dass ich es in diesem Sport so weit bringen kann wie ich will. Es hängt alles von mir selbst ab – ich habe eine Menge um die Ohren mit mehreren Gyms, die ich leite, was die ganze Sache oft zu einem Balanceakt macht. Ich genieße das Kämpfen allerdings und glaube fest daran, dass ich eines Tages um den Titel kämpfen werde.“