MMA

Jack Mason will den Titelkampf bei Cage Warriors

Jack "The Stone" Mason (Foto: Dolly Clew/Cage Warriors)

Jack Mason ist einer der erfolgreichsten MMA-Veteranen Englands. Der Kämpfer aus Chelmsford hat vier seiner letzten fünf Kämpfe gewonnen und wird versuchen, diese Serie am 25. Oktober bei der Cage Warriors Fight Night 9 fortzuführen, wenn er auf den Kölner Abus  Magomedov trifft, der dort sein Debüt bei der englischen Traditionsorganisation geben wird. Wir haben uns mit Mason vor dem Kampf unterhalten.

Groundandpound.de: Wie bist du zum Kämpfen gekommen und seit wie vielen Jahren trittst du jetzt schon im MMA an?
Jack Mason: Ich kam gerade von der Universität und habe eigentlich nach einem neuen Rugby-Team gesucht, da ich diesen Sport meine ganze Jugend über ausgeübt hatte. Ich bin dabei allerdings auf einen Ringer-Verein gestoßen, der in einem Fitness-Studio in meiner Nähe trainiert hat.

Ich wusste nicht viel darüber, als ich da einfach mal zum Training hingegangen bin, aber es hat mich von der ersten Einheit an fasziniert, ich wollte unbedingt Ringen und Grapplen können. Ein paar Leute dort haben außerdem MMA gekämpft, zum Teil auf einem wirklich hohen Level in Organisationen wie Cage Warriors, und sie haben mich gefragt, ob ich nicht Interesse daran hätte, mit ihnen zu trainieren. Ich habe ‚Ja’ gesagt, nach knapp drei Monaten Training meinen ersten Kampf bestritten und via Guillotine Choke gewonnen. Eigentlich war es viel zu früh, um in den Käfig zu steigen und ich würde das keinem der Jungs empfehlen, die ich mittlerweile trainiere. Ich habe das getan, als der Sport im UK noch sehr jung war.

Es gab damals kaum MMA-Gyms, also brachten wir uns einfach gegenseitig so viel bei, wie wir konnten, haben uns Videos angeschaut, haben auf Matten oder Decken in Garagen gerollt oder an anderen Orten, die wir finden konnten. Mittlerweile scheint es hierzulande so zu sein, dass es an jeder Straßenecke ein Gym ging, sodass Jugendliche schon die Qual der Wahl haben, wo sie trainieren wollen. Außerdem hat sich das Niveau der Kämpfer allgemein stark gesteigert, sogar im Amateur-Bereich.

Du hast oft für Cage Warriors gekämpft. Ist es etwas Besonderes für dich, dort anzutreten, verglichen mit anderen Shows?
Cage Warriors ist die beste Organisation in Europa. Wenn du dich als Kämpfer in gut zusammengestellten Kämpfen mit hochklassigen Gegnern messen willst, ist das hier die richtige Adresse. Die Qualität der Abwicklung, die Aufmerksamkeit, die du als Kämpfer für dich generieren kannst und die Art, wie sie die Kämpfer behandeln ist unglaublich, ich würde sagen, dass Cage Warriors in dieser Hinsicht nach der UFC den zweiten Platz belegt.

Du bist mit über 36 Kämpfen ein Veteran des Sports. Jetzt trittst du gegen einen 23-jährigen Kämpfer aus Deutschland an, der nur ein Drittel deiner Erfahrung hat. Was hältst du von der Aufgabe, die vor dir liegt?
Cage Warriors veranstaltet nur ausgeglichene Kämpfe, das ist das tolle an dieser Organisation. Wenn Cage Warriors also an ihm interessiert ist, muss Abus ein großartiger Kämpfer sein. Ich habe mir viele seiner Kämpfe angeschaut, er hat eine super Bilanz und ist definitiv ein vielversprechendes Talent. Abus hat gute Fähigkeiten im Stand, schön lange Arme und Beine und ordentliches Ringen, damit kann er mir definitiv gefährlich werden. Es ist eine harte Aufgabe, aber auch eine, von der ich weiß, dass ich sie bestehen kann.

Ist es gefährlicher, gegen ein junges und aufstrebendes Talent wie Abus zu kämpfen?
Nicht wirklich. Ich bin lange genug dabei um zu wissen, dass jeder Kämpfer gefährlich ist, weshalb ich mittlerweile immer so trainiere, als würde ich gegen den besten Kämpfer der Welt antreten. Er hat genauso viel zu verlieren wie ich, und ich habe nicht vor, diesen Kampf zu verlieren.

Was weißt du über deinen Gegner vom Combat Club Cologne?
Ich habe mir viele Kämpfe von ihm angeschaut und man sieht, dass er sehr groß ist und lange Gliedmaßen besitzt; außerdem ist er aggressiv. Er hat gute Kicks, Kniestöße und gerade Schläge, außerdem nimmt er Leute gerne auf den Boden, sichert sich die Oberlage und setzt zum Groundandpound an. Ich werde aber meine Strategie durchziehen, um seine Fähigkeiten zu kontern.

Er hat seinen letzten Kampf via Aufgabe verloren, und du bist ein Experte in Sachen Hebel und Würger. Glaubst du, dass du ihm eine erneute Niederlage auf der Matte beibringen kannst?
Ich kann Abus überall schlagen, in allen Bereichen des Kampfes – egal ob im Stand, im Ringen oder auf dem Boden.

Bereitest du dich speziell auf seinen Kampfstil vor?
Ich habe einige hochgewachsene Typen in meinem Gym, die einen ähnlichen Stil haben wie Abus und wirklich gut ringen können, damit habe ich die perfekten Sparringspartner für seinen Stil, und ich habe meine Strategie bestens eingeübt, um ihn schlagen zu können. Ich habe vor, in allen Bereichen eine Antwort auf seine Aktionen parat haben zu können.

Wird der Kampf über die Runden gehen?
Nein.

Wie wird der Kampf deiner Meinung nach aussehen?
Ich denke, ich werde siegen, indem ich Abus in der ersten Runde mit meinen Fäusten auf die Bretter schicke.

Was ist dein langfristiges Ziel? Werden wir Jack Mason in Zukunft mit dem Gürtel sehen?
Das ist definitiv mein Ziel. Ich habe vor, in meinen nächsten drei Kämpfen Siege gegen harte Gegner einzufahren und mir damit eine Titelkampf zu verdienen. Es ist definitiv mein Ziel, im Jahr 2014 den Cage Warriors-Weltergewichtsgürtel zu gewinnen.

Wie bist du zu deinem Spitznamen gekommen?
Die Lorbeeren stehen Dave O’Donnell zu, dem Promoter der alten Cage Rage-Show, jetzt UCMMA. Er hat mir eine Menge verschiedener Namen vorgeschlagen, aber keiner davon hat sich wirklich festgesetzt, bis er mit „The Stone“ ankam. Das war ein Wortspiel aus meinem Nachnamen, Mason, und der Tatsache, dass jemand, der als Steinmetz arbeitet, „Stone Mason“ genannt wird. So ist dann der Spitzname entstanden.

Du bist Cheftrainer bei den  Fighters, du leitest ein beeindruckendes Team aus vielversprechenden Talenten – Sean Carter hat kürzlich um den Cage Warriors-Leichtgewichtstitel gekämpft und Arnold Allen wird allgemein als eines der besten Talente des Vereinigten Königreichs angesehen. Macht dich das ein wenig stolz?
Das BKK Fighters-Team ist unglaublich. All diese jungen Kerle arbeiten wirklich hart, und es gibt dort einfach eine so große Masse an Talent. Wir haben ein exzellentes Trainer-Team für alle Disziplinen, das hart daran arbeitet, diese jungen Kämpfer auf ein hohes Niveau zu bringen. Wir haben das Gym am 1. Januar 2011 eröffnet und wenn man dann sieht, wie weit es Jungs wie Arnold und Sean seitdem gebracht haben, beweist dies das Niveau der Trainer, die harte Arbeit und den Teamgeist und ja, das macht mich sehr stolz.

Das Team der BKK-Fighters.

Cage Warriors hat kürzlich einige weibliche Kämpferinnen unter Vertrag genommen, unter anderem deine Schülerin Kerry Hughes. Was hältst du im Allgemeinen von Frauen-MMA und wie wird Kerry sich auf der großen Bühne schlagen?
Cage Warriors plant definitiv großes mit dem Frauen-MMA im UK und ich bin mir sicher, dass wir in dieser Hinsicht in den nächsten Jahren eine Entwicklung erleben werden. Außerdem bin ich mir sicher, dass Kerry darin eine große Rolle spielen wird. Frauen-MMA im Allgemeinen ist exzellent und sorgt fast immer für tolle Kämpfe. Ich denke, das Niveau im Frauen-MMA ist dauerhaft so gut, weil es nicht so viele Frauen gibt, die in den Ring steigen. Diejenigen, die es doch tun, sind dann die, die hart trainieren und ihre Fähigkeiten auf ein hohes Level bringen, weil die Trainer Frauen ungern in den Käfig schicken, wenn sie sich nicht sicher sind, dass sie absolut bereits dazu sind, was bei den Männern nicht immer der Fall ist. Kerry hat einige exzellente Fähigkeiten und bei der Geschwindigkeit, mit der sie sich verbessert, könnte sie in den nächsten Jahren eine Macht in der Szene werden.

Was ist deiner Meinung nach der Schlüssel zu deinem Erfolg und dem deines Teams?
Ich glaube, die Atmosphäre und Arbeitseinstellung des Teams sind unser Erfolgsgeheimnis. Es gibt keine Einzelkämpfer hier, die ganzen Profis trainieren auch mit den Anfängern und haben kein Problem damit, was für einen tollen Teamgeist sorgt. Daneben werden andauernd Streiche gespielt und Witze gerissen. Niemand ist davor sicher, und das sorgt stets für eine spaßige Atmosphäre und ein gutes Gefühl im Gym.

Und wenn es an der Zeit für harte Arbeit ist, gibt jeder alles und bringt damit wieder andere dazu, das gleiche zu tun. Sparring-Tage können sehr intensiv werden, da fliegen dann ohne Ende Bomben durchs Gym. Außerdem ist es uns wichtig, dass unsere Kämpfer viele Amateur-Kämpfe bestreiten und Erfahrung sammeln, bevor sie zu den Profis gehen. Ich habe im Lauf meiner Karriere eine Menge Fehler gemacht und das gute daran ist, dass die ganzen Jungs hier bei BKK daraus lernen können und nicht die gleichen Fehler machen.

Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für deinen Kampf.