MMA

Ilir Latifi vor UFC Schweden: "Ich will bald die Top Ten knacken!"

Ilir Latifi will am 4. Oktober seinen dritten UFC-Sieg einfahren (Foto: Zuffa LLC).

Ilir Latifi hat einen anderen Weg ins Octagon gefunden als der handelsübliche UFC-Debütant: Im April 2013 fiel Hauptkämpfer Alexander Gustafsson nur Tage vor UFC Stockholm 2 wegen eines Cuts aus, die Veranstaltung hing in der Schwebe. Schlussendlich meldete sich sein Trainingspartner Latifi freiwillig und bekam den Kampf gegen Gegard Mousasi zugesprochen.

Innerhalb von 24 Stunden vom Regional- zum UFC-Hauptkämpfer – das gibt es nicht oft. Zwar verlor das schwedische Halbschwergewicht an jenem Abend nach Punkten gegen den Ex-Strikeforce-Champion Mousasi einer beherzten Leistung machte sich der 31-Jährige aber eine Menge Fans. Im März kehrte er schließlich mit einem Erstrunden-Sieg gegen Cyrille Diabaté ins Octagon zurück, bevor er im Juli bei UFC Dublin Chris Dempsey K.o. schlug. Nun soll der „Sledgehammer“ den polnischen KSW-Champion Jan Blachowicz in der UFC begrüßen, und zwar an genau jenem Ort, an dem Latifi im vergangenen Jahr sein Debüt gegeben hat.

Wir haben uns im Vorfeld des Kampfes mit ihm unterhalten.

Groundandpound.de: Hallo Ilir, wie läuft das Training für UFC Schweden?
Ilir Latifi: „Sehr gut, sehr gut, vielen Dank. Alles liegt im Zeitplan und das Training läuft bestens.“

Du wirst am 4. Oktober in Stockholm auf Jan Blachowicz treffen. Was hältst du von ihm als Kämpfer und wie willst du ihn besiegen?
„Er ist ein erfahrener Kämpfer, er hat gegen viele gute Leute gekämpft und sich dabei auch noch eine gute Bilanz aufgebaut. Es sollte ein interessanter Kampf werden. Ich werde aber wie immer versuchen, meinen Gegner vorzeitig zu stoppen: Aufgabe, Knockout, was immer sich anbietet.“

In Stockholm hast du im Frühjahr 2013 gegen Gegard Mousasi verloren – ist es dir ein spezielles Anliegen, diese bittere Erinnerung durch einen Sieg zu ersetzen?
„Natürlich, auf jeden Fall. Es ist immer schön, zu Hause zu kämpfen und den Kampf auch noch gewinnen zu können. Genau das habe ich vor.“

Deinen Debüt-Kampf hast du drei Tage vor dem Event angenommen – hattest du damals überhaupt Zeit, dir die Situation bewusst zu machen?
„Ich hatte ja nur diese drei Tage, um alles zu bewältigen und das ist nicht genug, um auf alles wirklich reagieren zu können. Alles ist so schnell gegangen damals, es war sehr intensiv. Ich hatte nicht genug Zeit, um irgendwie darüber nachzudenken, ich konnte nur tun, was ich tun musste – mein Gewicht machen, all die großen Interviews führen und dann Kämpfen. Das war eine verrückte Woche.“

Konntest du in dieser Situation noch den Schalter umlegen zwischen Zuschauer und Hauptkämpfer, oder bist du einfach in Schockstarre verfallen, als du plötzlich im Octagon standest?
„Es war ziemlich genau so, wie du gesagt hast. Ich dachte mir nur plötzlich ‚Oh, ich stehe im Hauptkampf, ich trete gegen einen der besten Kämpfer der Welt an.’ Es war eigentlich völlig unrealistisch, aber du tust in so einer Situation halt das, was du zu tun hast.“

Mousasi hat anschließend ins Mittelgewicht gewechselt, aber was würde in einem fiktiven Rückkampf mit vollem Trainingslager anders laufen?
„Es wäre ein völlig anderer Kampf, wenn ich ein volles Trainingscamp hätte und das Ergebnis wäre sicherlich nicht das gleiche. Aber dieser Kampf liegt jetzt in der Vergangenheit und ich konzentriere mich auf das, was vor mir liegt, auf die Zukunft.“

In London konntest du im März bereits Cyrille Diabaté in Runde eins besiegen – wie verschieden waren die Erfahrungen deines Debüts in Stockholm und dann deines zweiten Kampfes in England?
„Ich konnte mich auf diesen Kampf vernünftig vorbereiten, ich hatte ein vollständiges Trainingslager mit einem der besten Kämpfer der Welt, Alexander Gustafsson, und war in der besten Verfassung meines Lebens. Es war eine tolle Erfahrung.“

Euer Team, das Allstars Gym in Stockholm, hat momentan eine Menge Erfolg. Wie hat sich die Atmosphäre im Team verändert, nachdem Alexander Gustafsson vor einem Jahr den großartigen Kampf mit Jon Jones hatte?
„Alex’ Kampf gegen Jon Jones hat uns gezeigt, dass wir jeden schlagen können, wenn wir nur hart genug trainieren. Sogar diejenigen, die die Leute für unbesiegbar halten.“

Wo siehst du dich, falls du Jan Blachowicz am 4. Oktober besiegen solltest?
„Ich richte mich zur Spitze hin aus. Ich werde gegen denjenigen kämpfen, den die UFC mir vorsetzt, aber hoffentlich werde ich es bald in die Top Ten schaffen.“

Vielen Dank für das Interview!
„Nichts zu danken!“

Tickets für UFC Stockholm: Nelson vs. Story sind noch immer unter diesem Link erhältlich.