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"Ich will dem Sport etwas zurückgeben"

Daniel Könecke steht am 26.10. vor der größten Chance seiner Karriere (Foto: Daniel Könecke).

Daniel Könecke ist erst 22 Jahre alt, aber der junge Mixed Martial Artist aus Celle steht am kommenden Wochenende vor einer immensen Chance – bei Eiko 6 im englischen Newcastle upon Tyne tritt er um den Halbschwergewichtsgürtel der Organisation an.

Noch als Jugendlicher ging Daniel aus Niedersachsen nach England, um dort Sport zu studieren. Mittlerweile hat er seinen Abschluss in der Tasche und arbeitet für ein Fitnessstudio als Rettungsschwimmer, wenn er nicht gerade an seinen Fähigkeiten als Kämpfer schraubt – eine Rückkehr nach Deutschland jedenfalls ist momentan das letzte, das Daniel im Kopf hat, wie uns sein Bruder Simon Könecke, der einigen Lesern aus dem GnP Radio bekannt sein dürfte, verriet. Irgendwann während des Studiums stieß Daniel auf den MMA-Sport und wurde innerhalb kürzester Zeit süchtig danach – der Rest ist Geschichte, wie man in seiner Wahlheimat sagen würde.

Daniel gewann einige Kämpfe und steht nun vor dem bisher größten Auftritt seiner Karriere. Beim sechsten Event von Eiko, einer neuen Veranstaltungsreihe im Nordwesten Englands, die Wert auf ein seriöses und professionelles Image legt, wird er auf Grant Hocking treffen. Hocking hat im Laufe seiner bereits sieben Jahre andauernden Karriere meist im Schwergewicht gekämpft, u.a. gegen den UFC-Veteranen Phil De Fries. An diesem Wochenende steht in Newcastle allerdings der Halbschwergewichtsgürtel der jungen Organisation auf dem Spiel, der Daniel so manche Tür öffnen könnte, falls er ihn an sich reißen kann.

Wir haben uns im Vorfeld des Kampfes mit Daniel unterhalten.

Groundandpound.de: Hallo Daniel, kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen?
Daniel Könecke: Mein Name ist Daniel Könecke, ich bin 22 Jahre alt und trainiere seit vier Jahren MMA und BJJ.

Wie bist du ursprünglich zum Kampfsport gekommen?
Drei Freunde aus meinem College-Kurs hatten vor, MMA mal auszuprobieren, also habe ich mich angeschlossen. Nach weniger als einem Jahr haben sie aufgehört und ich bin dabei geblieben. Ein paar Monate später hat mein Trainer mich zu einem puren BJJ-Club eingeladen. Durch diesen Club habe ich ein nationales Submission Wrestling-Turnier dreimal gewonnen, in allen drei Erfahrungsklassen. Die Fortgeschrittenen-Klasse - über drei Jahre - habe ich mit weniger als 18 Monaten Erfahrung gewonnen.

Wie sieht ein typischer Trainingstag bei dir aus?
Ein typischer Trainingstag besteht aus Kardio-Training wie Zirkeltraining oder Laufen. Gefolgt von technischem Training oder Thai-Pads. Abgeschlossen wird das Training mit Sparring.

Wo würdest du deine kämpferischen Stärken sehen? Was dürfen die Zuschauer erwarten, wenn du in den Käfig steigst?
Meine größte Stärke liegt im Ringen und im BJJ. Und in Zukunft kann man von mir viel Ground and Pound erwarten. Ich habe viel an meinen Ellbogen gearbeitet.

Du kommst ursprünglich aus Deutschland, hast allerdings in England studiert, wo du auch alle deine bisherigen Kämpfe ausgefochten hast. Können wir davon ausgehen, dich in Zukunft auch einmal in Deutschland kämpfen zu sehen?
Ich hoffe, dass ich bald die Chance dazu bekomme. Es würde mich freuen, vor meiner Familie und meinen Freunden zu kämpfen. Shows wie GMC oder Respect sind eine tolle Bühne, um meinen Können zu zeigen.

Du wirst bei Eiko 6 auf Grant Hocking treffen. Was weißt du über deinen Gegner und wie bereitest du dich spezifisch auf ihn vor?
Ich weiß relativ wenig über meinen Gegner. Grant hat drei Siege und vier Niederlagen. Die meisten Kämpfe hat er in der Schwergewichtsklasse bestritten, aber jetzt ist er in „meiner“ Gewichtsklasse. Da ich so wenig von ihm weiß, habe ich mich in allem gleich gut vorbereitet. Meine Fähigkeiten im Stand sind so gut wie noch nie. Mein Ringen hat sich auch um einiges verbessert. Das habe ich meinen Trainern und meinen Trainingspartnern vom Ludus Magnus zu verdanken.

In diesem Kampf geht es um den Titel - was würde dir ein Sieg in deinem Kampf bei Eiko 6 persönlich bedeuten und was könnte eine beeindruckende Vorstellung für deine Zukunft in Gang bringen?
Für mich ist dieser Kampf wie jeder andere auch. Der Titel ist nur ein Bonus, der meinem Team und meinem Sponsor Body Society zeigt, dass sich die Zeit und Arbeit, die Sie in mich gesteckt haben, gelohnt hat.

Was willst du langfristig im MMA-Sport erreichen?
In der Zukunft hoffe ich, dass ich mein MMA und mein Submission Wrestling auch auf internationalem Level zur Schau stellen kann. Mein Ziel ist es, dem Sport auch etwas zurückgeben zu können, sei es durch besondere Kämpfe oder auch durch die Ausbildung neuer Kämpfer, die den Sport weiterbringen können. Ich hoffe, dass ich im MMA-Sport auch zum Beispiel etwas wie "Highlight Reel"-würdige Kämpfe bestreiten werde. Ich hoffe auch, dass ich mein Wissen an andere weitergeben kann.

Ich würde mich gerne bei meinen Trainern Neil Wain, Wayne Murrey und Scott Askham sowie dem Rest vom Ludus Magnus-Team für die Zeit und harte Arbeit bedanken und natürlich auch bei meinem Sponsor, dem Team von Body Society, die mich mit Supplements und Ausrüstung bestens versorgen.